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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1981-01-01 · No. 48-49 (1981), Nachtrag · p. Seite 70

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1981
Issue
No. 48-49 (1981), Nachtrag
Date
1981-01-01
Page
Seite 70 (sequence 2617)
Language
German
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BERTA DANIEL S.A., HAIFA Ein schwerer Verlust hat nicht nur die engere Familie, sondern auch die Freunde und das Erziehungswesen in Haifa getroffen. Berta Daniel geb. Weil aus Breslau gebürtig hat sich schon in ihrer Jugend durch besondere Begabung ausgezeichnet. Ihr Volksschullehrerin- Examen machte sie an der bekannten Caecilienschule in Breslau und später ihr Examen als Religionslehrerin. Strebsam, wie sie war, suchte sie die Vervollkommnung durch Studien am Theologischen Rabbiner-Seminar. Sie war die erste Studentin, die man annahm. Es ist unmöglich im Rahmen dieses Artikels die grosse und umfangreiche Arbeit, die von bestem Erfolg gekrönt war, bis ins Kleinste aufzuführen. Wir. wollen hier nur Stationen ihres Wirkens bringen: Religionslehrerin an der bekannten Augustaschule in Breslau, erfolgreiche Pädagogin an der Jüdischen Schule in Breslau in den Parallelklassen auf der Wallstrasse. Ihr besondere Liebe galt den Juden aus Ost-Europa, die gerade nach dem 1. Weltkrieg in Massen nach Breslau kamen. Sie arbeitete im Rahmen der „Awodah“ und stand ihnen in Jeder Beziehung zur Seite. Da sie bei den bekannten Iwrithlehrern, Klotz und Reznikow Jahrelang Hebräisch lernte, war sie in der Lage im Jahre 1933 sofort in Haifa eine Schule auf dem Carmel zu gründen. Das bekannte Erziehungswesen, das bereits vor dem 1. Weltkrieg von Dr. Biram, aus Deutschland gebürtig, gegründet wurde, übernahm 6ie und war Direktorin bis zu ihrer Pensionierung. Diese Schule hatte ca. 3.000 Schüler. Ihre Liebe galt den vier Grundschulklassen auf dem Merkas Hacarmel, die sie unentwegt betreute. Sie hat auch Kurse für Lehrer und Lehrerinnen in Judentumskunde gegeben und Rundbriefe vor den Feiertagen den Lehrern zukommen lassen, damit sie den Inhalt ihren Schülern weitergeben können. Ca. 30 Jahre war sie in Haifa tätig, hatte ein glückliches Familienleben mit unserem unvergessenen Berthold Daniel und war bis zur letzten Minute mit ihren beiden Töchtern, Schwiegersöhnen, Enkeln und Ur-Enkeln, verbunden. Auch die weitere Familie hing eng zusammen. Der Unterzeichnete kannte die Eltern der Heimgegangenen, sowie die Schwiegereltern und kann bezeugen, dass beide Familien, Weil und Daniel, zu den angesehensten Persönlichkeiten Breslaus gezählt haben. Unsere Anteilnahme gilt allen Hinterbliebenen. Verband ehemaliger Breslauer in Israel Frieh Lewin SIEGBERT HARTMANN S.A., HAIFA Wieder haben wir den Heimgang eines alten Breslauers zu beklagen. In Lissa i/Posen geboren, fand er bereits in Jungen Jahren mit seinen Eltern den Weg nach Breslau, wo er als Prokurist der bekannten Firma Elkan Weiss sich eine angesehene Stellung verschaffte. Bereits 1933, sofort nach der Machtergreifung, Ubersiedelte er mit seiner Gattin Paula geb. Gluskinos, Tochter der bekannten Familie Abraham und Malchen Gluskinos geb. Falk, nach Haifa, wo beide das erste koschere Restaurant in Haifa- Achusa eröffneten. Die Familie zählte 9 Kinder, eins verloren sie bei der schweren Grippe- Epidemie. Alle Kinder wurden selbständig erzogen und halfen mit bei der schweren Arbeit. Später hatten sie im Herzen von Haifa ein bekanntes Geschäft, das viel Kraft erforderte. Leider starb die Mutter Paula in Jungen Jahren und war bis zuletzt der Mittelpunkt der grossen Familie. Der starke Jüdische Geist übertrug sich auf alle Mitglidere der Familie und heute haben die Kinder und Enkel masgebende Stellungen inne. Sie sind in all ihren Aufgaben sehr beliebt. Der Verstorbene hinterlässt 25 Enkel und 19 Urenkel. Vorbildlich halten alle Generationen zusammen und so sind die Eltern Siegbert und Paula Hartmann in ihrem und in unserem Kreise unvergessen. E.L. PAULA BARTH ».a. Vor einiger Zeit ist die oben Genannte in hohem Alter heimgegangen. Sie ist eine geborene Wittenberg aus Breslau und war verheiratet mit Dr. Aron Barth, dem bekannten Vorstandsmitglied der Bank Leumi, dem Berater für Finanzen im Staate Israel, der die ersten Banknoten des Jungen Staates mit seinem Namen zeichnete. Was Frau Paula Barth in ihrem langen Leben geleistet hat, ist in wenigen Zeilen einfach nicht zu beschreiben. Bereits im Jahre 1918/19 hat Paula Barth in Berlin die Flüchtlingshilfe für die Kinder aus Polen und Russland, die durch die Pogrome verwaist waren, organisiert. Am Schlesischen Bahnhof wurden die Kinder empfangen, kamen dann in die „Ahawa“ in Berlin, Auguststrasse und wurden mit Liebe und Fürsorge ln reichem Masse versehen. Es ist unmöglich, ln diesem Rahmen alle Mitarbeiterinnen zu nennen. Lina Wagner-Tauber, Frau Dr. Muehsam, Frau Michaelis, Hadassa Goldberg, Beate Berger, das sind Namen, die stellvertretend sein sollen, für all diejenigen, die seinerzeit ehrenamtlich mitarbeiteten. Solche Dinge sollen unvergessen bleiben. Zu einer Zeit, wo die Neu-Einwanderer, insbesondere aus Mittel-Europa, so gut wie keine Einnahmen hatten, Akademiker und viele andere Not litten, hat sie durch ihre Initiative eine Mittelstandsküche im Herzen von Tel Aviv errichtet, wo Menschen ein Mal täglich für ganz wenig Geld, oder für Freischeine eine warme Mahlzeit erhielten. Zugleich wurden laufend Pakete mit Lebensmittel an Bedürftige gesandt. Dies zog sich viele, viele Jahre hin. Die Mitarbeiter waren Frauen aus gehobenen Familien, die zum grossen Teil ehrenamtlich Hilfe leisteten. Dann kam ein Wohnheim im Herzen von Tel Aviv mit grossen Saal und anschliessender Küche, wo auch mit zivilen Preisen gute Mahlzeiten ausgefolgt wurden. Im Laufe der Jahre hat sich im Zentrum von Jad Elijahu, einige Minuten von Tel Aviv, eine ganze Strasse von Wohnheimen gebildet, auch mit einem Restaurant, das allen zur Verfügung stand. Die Krönung ihrer Arbeit ist das „Beth Gila" in Jad Elijahu, ein Altersheim, das dank der ausserordentlich guten Führung einen erstklassigen Ruf geniesst, das streng religiös geführt wird und dessen Atmosphäre auf hohem Kulturniveau steht Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass das Beth Lichtenstaedter für chronisch Kranke in grossem Stile Hunderten von Patienten das Beste bietet, was möglich ist. In Anerkennung all dieser grossen Tätigkeit ist Frau Paula Barth von der Stadt Tel Aviv der Titel „Yakir Tel Aviv" verliehen worden. Wir trauern mit den Kindern und ihren Familien, den Einwohnern der Elteraheime und der Wohnheime um diese ausserordentlich tüchtige Frau, deren Sinnen bei Tag und Nacht Hilfe für den anderen war. Sie bleibt bei allen, in bester Erinnerung. Sie war uns Wegweiser für Menschlichkeit. LUDWIG ELASAR MERENLAENDER ZUR 1. JAHRZEIT Die Gattin, die Kinder, die Enkel, die weitverzweigte Familie, die Schwester und viele Freunde haben sich am l. Jahrzeitstage am Grab des Heimgegangenen versammelt, um diesem besonderen Menschen ein gutes Gedenken und die Ehre zu geben. Erich Lewin, der 2. Vorsitzende der Centra, hat die Zeremonie am Grabe geleitet und in seiner Ansprache daraufhin gewiesen, dass der, aus Frankfurt a/Main stammende, in Warschau geborene, ein weit über den Durchschnitt bekannter Mann war. Er schilderte seinen wachen Geist, den er bis ins höchste Alter hatte, seine besondere Liebe zur Gattin, die ihn Jahrzehnte umsorgte, seine Verbundenheit mit den Kindern und allen, die mit ihm in Berührung kamen. Aus kleinen Anfängen heraus hat er sich mit eiserner Energie durchgesetzt und alle Dinge lm heben richtunggebend gemeistert. Besonders wurde hervorgehoben lm Andenken an den Verstorbenen die innige Verbundenheit der Kinder, die ihrer Mutter, ihr Eigenleben gestattet, aber diese Jeden Schabbat abwechselnd ln Ihren Häusern als Krone der Familie hochhalten Die äussere Schönheit von Frau Clothilde Merenlaneder paart sich mit einem Feingefühl und einer Kontaktbereitschaft mit allen, die ihr nahe stehen. MARKUS LUBASZ ,a Kurz nach seinem 99. Geburtstag, den er in voller Frische im Elternhelm HAMAWRI in Kfar Saba feierte, ist der Obengenannte verschieden. Wir haben in No. 39 zu seinem 90. Geburtstag Ihm einen längeren Artikel gewidmet. Sein Bild erschien auch in No. 43 zum 92. Geburtstage. Was bewegt uns, diesem Manne einen besonderen Artikel zu widmen? Vor allem die enge Verbindung des Heimgegangenen mit unserem Verbände. Sein Leben war ausgefüllt mit schwerer Arbeit, seine Lebensweisheit und seine Hilfsbereitschaft für Jeden einzelnen und für die Gesamtheit haben wir immer bewundert. Wo er auch erschien, ob in Breslau als Handelsvertreter, in der Manuel Joel- Loge, in Bolivien, unter schwersten Bedingungen in der Landwirtschaft, in Quito Ecuador, wo er das Jüdische Leben enorm förderte, in Israel, wo er seine letzten Jahren in einem Elternheim verbrachte, und bis kurz vor seinem Heimgang seine Mitbewohner durch laufende Schallplattenkonzerte erfreute, seine enge Verbindung zu seinen Kindern und Enkeln, seine treue Freundschaft zu allen, die sich mit ihm verbanden, das alles soll hier noch einmal wachgerufen werden Seine Kinder und Enkel vergalten ihm die Liebe, die von ihm ausstrahlte, in vielfacher Weise. Das gilt auch für die Schwiegertochter und dem heimgegangenen Schwiegersohn. Sein Andenken bleibt uns in ehrenvoller Erinnerung. Verband Ehemaliger Breslauer In Israel 70

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