Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1981
- Issue
- No. 48-49 (1981), Nachtrag
- Date
- 1981-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 2611)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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FELIX PINCZOWER ZUM 80. GEBURTSTAGE Unser langjähriger Mitarbeiter, Felix Daniel Pinczower ist 80 Jahre alt geworden und möchte ich ihm im Namen der Redaktion der Zeitung aufs herzlichste gratulieren. Pinczower wurde 1901 in Berlin ln der berühmten Bernauerstr. geboren. Seine Mutter war die Tochter von Rabbiner Dr. Israel Melr Freimann s.A. aus Ostrowo und die Enkelin von Oberrabbiner Jakob Ettlinger aus Altona. Sein Vater war Louis Jehuda P. — sein Andenken sei zum Segen — der älteste Sohn von Eileser P. s.A., Hauslehrer der bekannten Familie Kober und Religionslehrer an verschiedenen Schulen ln Breslau. Der Schreiber dieser Zeilen war mit dem Verewigten sehr gut bekannt und hat mit ihm in der Fuchs’schen Schul in der Sonnenstr., zusammen gedawnt und an seinen Schiurim teilgenommen. Eine ausführliche Biographie von ihm wurde vor etwa 20 Jahren in unserer Zeitung (No. 6—7), anlässlich seines 50. Todestages gebracht. Es fand auch zu gleicher Zeit eine grosse Askara unter Beteiligung von Verwandten, Bekannten und in der Hauptsache unter Teinahme von ehemaligen Schülern und Schülerinnen statt. Diese Askara wurde s.Zt. auf Tonband aufgenommen, wobei als Hauptredner die Herren Dr. Freyhan, sowie Rabbiner Auerbach s.A., der einen Perek Mischnajot vorlernte, auftraten. Pinczower absolvierte in Berlin das Sophiengymnasium und die von Rabbiner Dr. Meir Hildesheimer s.A. geleitete Religionsschul.e Zunächst wollte er das Bankfach erlernen, aber da er aktiver Sportler im Bar Kochba Berlin war, ging er zum Sportjournalismus über und arbeitete für das „Israelitische Familieblatt" in Hamburg, das ihn als Sonderberichterstatter zur 2. Makkabiah im Jahre 1935 nach Palästina schickte. Er heiratete vorher Frl. Dr. Hilda Kamerling, deren Vater der Inhaber des bekannten Möbelhauses Kamerling in Berlin war. Am 10. November wurde er ins KZ Sachsenhausen gebracht. Über seinen dortigen Aufenthalt wird an anderer Stelle dieser Zeitung ausführlich berichtet. Seine Einwanderung erfolgte im März 1939 und da P. sah, dass man mit Sportjournalistik in Erez Israel nichts machen konnte, stellte er sich auf den Buchhandel um und spezialisierte sich auf Sportbücher, die er aus England und anderen Ländern importierte. Doch die Freude dauerte nicht lange, denn nach einem halben Jahre brach der 3. Weltkrieg aus und der grösste Teil seiner Kunden ging zur englischen Armee. Es folgte eine 2. Umstellung auf Militär-Literatur. Zu seinen Kunden gehörten Haganah-Mitglieder und die Bibliothek der Haganah, die sich in einer Privatwohnung in der Montefiorestr. befand. Nach der Staatsgründung war diese Bibliothek der Grundstock der Zentral-Bibliothek der Israel Army, an deren Aufbau Pinczower einen grossen Anteil hatte. Seine Spezialisierung auf Militärliteratur brachte ihn in Verbindung mit den meisten Militärbibliotheken des Westens, die auch von ihm beliefert wurden insbesondere mit Büchern, die vergriffen sind. Der Name Pinczower ist im Internationalen Buchhandel bekannt. Eine Fachzeitschrift brachte kürzlich einen Artikel mitt der Überschrift „Books in Blood“, worin darauf hingewiesen wird, dass sein Onkel Dr. Ephraim Pinczower Berlin-Tempelhof die grösste Privatbibliothek an Judalca und Hebrai'ka besass, die geschlossen an die Buchhandlung Harrasowitz verkauft wurde. Die Buchhandlung brachte in 15 Monoten die Bücher — etwa 12.000 Titel — in einem Katalog mit 800 Seiten heraus, der den Namen „Katalog Pinczower“ führt. Ein anderer Onkel (Bruder seiner Mutter) war Professor Aron Freimann, Direktor der Judaica- Abteilung der Stadtbibliothek Frankfurt, der durch seine grossen Werke über Hebräische Bibliographie als Kapazität bekannt ist.. Auch der Name des Jubilars ist weltbekannt. Sein Name erscheint im "Who’s Who in World Jewry”, ferner in dem in Oxford erschienenen Biographical Dictionary "Men of Achievements’’ und neuerdings auch ln dem in New York erschienen “Who’s Who in the World”. Der Psalmist sagt: „Od Jenuvun B’Ssewa deschenim ve'ra’ananim Jiheju“: „die noch im höchsten Alter sprossen immer frisch und saftvoll bleiben", ad mea ve’essrim. E.L. DR. FRANZ UNIKOWER 80 JAHRE ALT Der oben Genannte ist ln Breslau geboren und war schon in Jungen Jahren bekannt durch seine Arbeit in der jüdischen Arbeiter-Fürsorge. Der Strom der Einwanderer aus Polen, der sich massenweise nach Breslau ergoss, hatte eine Adresse und einen Fürsorger, der ihnen in der ersten Zeit in ihrer schweren Lage belstand. Der Schreiber dieser Zeilen hat von allernächster Nähe die grossen Probleme der Flüchtlinge gesehen, da er sich im Laufe von 3 Jahren fast Jeden Abend im Ostjudenverband in der Freiburgerstrasse aufhielt. Es ist unbeschreiblich, welche Kraft der Jubilar Dr. Unikower, aufbrachte, um die Dinge einlgermassen ln die richtigen Wege zu leiten. Als Repräsentant in der Gemeinde hat er den Mittelstand überaus gut vertreten. Sein Leben ist gekennzeichnet durch schwere Bedingungen, die unmöglich zu schildern sind. In den verschiedensten Lägern, wie Buchenwald, Auschwitz etc. hat er als Schwerarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen sich durchgeschlagen. Nach seiner Befreiung am 3. Mai 1945 war er mehrere Monate im Krankenhaus Schwerin, machte dann noch 8 Monate russische Haft mit und ist fn der DDR aus einem grossen Posten im Rahmen des Ober-Landesrichtes ausgeschieden, weil er sich weigerte, im Rundfunk Israel anzugreifen. Seine Prozesse gegen Krupp, Siemens, wie IG-Farben und viele andere, waren kraft seiner guten Kenntnisse und seiner Persönlichkeit, erfolgreich. Es ist unmöglich diese grosse Arbeit hier aufzuzählen. Uro, Zentralrat der deutschen Juden und viele andere Arbeit macht er mit Hingabe und mit seinem Herzen. Wir, ehemaligen Breslauer, fühlen uns mit dem Jubilar aufs engste verbunden, zumal wir seine Eltern und seinen Bruder kannten und schätzten. Eine Familie, die aus Kempen in Posen stammte und die besten Traditionen des Judentums mitbrachte. Unser Wunsch, ad mea weesrim, in relativ guter Gesundheit und Rüstigkeit. K.L. MASAL TOV FUER HERRN DR. FRITZ BERGER NATHANIA Dieser bewährte Freund der „Breslauer Mitteilungen" im allgemeinen und ihres Chefredakteurs Erich Lewin, im besonderen, hat am 28. Febr. 1982, seinen „Achzigigsten“ begangen I Wir freuen uns mit ihm und seiner tüchtigen Frau Marietta, die weit über Nathania hinaus durch die von ihr aufgebaute grosse und kostbare Leihbibliothek an Popularität ihrem Gatten, dem „Geburtstagskind“, kaum nachsteht. Und was hat dieser vielgeschätzte Jubilar nicht alles vollbracht: In Berlin zum Dr. jur. promoviert, später am Palästina-Amt erfolgreich mitgearbeitet, vor seiner Aliya noch rasch am Genfer Zionistenkongress 1939 teilgenommen, um in der neuen Wahlheimat Nathania Leiter der Jungen IOME-Ortsgruppe zu werden. Und das war erst der Anfang, denn gar bald und dann auf viele Jahre avancierte Fritz Berger zum Präsidenten der dortigen Nathan-Strauss-Loge, die nächste Station hiess bereits „Solidaritätswerk“, als dessen Vorstandsmitglied er mit vielen zusammen viel Gutes erwirken konnte. Humanität ist bis heute Anliegen unseres Jubilars! Leider kann man hier aus räumlichen Gründen nicht alle „Meilensteine“ dieses mit Arbeit angefüllten Daseins erwähnen, vielleicht aber doch zumindest die Berufung zum Regierungs-Archäologen eines grossen Landesgebietes, ebensolche nach der Schweiz (Aargau), wo der Jubilar ebenso wie hierzulande zu den findigen und fündigen Experten gehörte! Ussischkinstrasse 24 — für alle die vielen Freunde von nah u. fern der Treffpunkt in Nathania: Erstklassige Schallplatten, ausgewählte literarische Werke vieler Epochen, kostbare Gemälde — und, in erster Linie warme Gastfreundlichkeit, interessante Gespräche,'weltweite Kontakte! In jeder neuen Geburtstagsbotschaft bleiben neue Facetten einzufangen, der Stoff wird nicht alle... Vorträge im ganzen Lande, journalistische Tätigkeit — alles haftet den Jeweiligen „Nutzniessern“ auf lange lm Gedächtnis! Sie und mit ihnen wir Alle wünschen von Herzen zum neuen Lebensabschnitt das Allerbeste!! Gesundheit, Freude am „goldenen Herbst", Zusammenhalt mit den Freunden wie eh und Je... Wagen wir einmal den modernen Glückwunsch: „Ad mea w’esrim k’mo esrim“!! MASAL TOV für Fritz und Marietta Berger! Frieda Hebel Ernst Freudenfha! 75 JAHRE Auch wir wollen zu diesem Ereignis als Gratulanten nicht fehlen. Wir wünschen dem Jubilar, der auch Ehrenmitglied unserer Vereinigung ist, von Herzen weitere Aktivität und Lebensbejahung. Auf Seite 13 unseres Blattes Nr. 48/49 finden Sie einen ausführlichen Artikel über seine Tätigkeit. Indessen hat er diese erheblich erweitert. Neben seiner umfangreichen geschäftlichen Arbeit nimmt er sich die Zeit, im Rahmen der CENTRA, und bei den ehemaligen Kasselanern, Vieles zu leisten. Dauernd kommen Gruppen aus Kassel nach Israel, die er betreut. Neben vielen Auszeichnungen kam eine Delegation aus Kassel, um ihn an seinem 75ten Geburtstag zu ehren. Der Botschafter der Bundes-Republik, Dr. Niels Hansen, überreichte ihm das Verdienstkreuz 1. Klasse. 64