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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1981-01-01 · No. 48-49 (1981), Nachtrag · p. Seite 48

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1981
Issue
No. 48-49 (1981), Nachtrag
Date
1981-01-01
Page
Seite 48 (sequence 2595)
Language
German
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ERINNERUNG MEINER ALIJA - GRUENDUNG VON KIRJAT BIALIK Von ERNST TICHAUER Als im Frühjahr 1933 in Palästina die 1. Makkablade stattfand, habe ich mich als Tourist angeschlossen, um das Land kennen zu lernen und festzustellen, welche Existenzmöglichkeiten hier Bind. Von Breslau über Wien, wo noch die Wiener Sportler hinzukamen, fuhren wir nach Triest mit dem Lloyd Triestino Dampfer „Washington" über Brindisi, Zypern nach Jaffa, da Haifa für solch grosse Dampfer keinen Hafen hatte. In Jaffa mussten wir einige hundert Meter vom Strand auf kleine Kähne umsteigen, da ein solch grosser Dampfer nicht näher der Küste landen konnte. In Tel Aviv, wo ich bereits Bekannte hatte, habe ich bei Frau Lachmann, die Gattin des Rechtsanwalts Dr. Lachmann, die eine Pension eröffnet hatte, Quartier bezogen, um über die wirtschaftlichen Verhältnisse ein klares Bild zu bekommen, war auf der Nachlath Benjaminstrasse, wo sich eine amerikanische Auskunft über Wirtschaftsfragen befand. Ich hatte die Absicht eine Nagelfabrik aufzubauen. Da ich diese Fabrikation aus Gleiwitz gut kannte, habe ich mich über den Preis der Rohware und der fertigen Nägel erkundigt. Roheisen kostete 18.— engl. Pfunde, Nägel zwischen 12.— und 14.— engl. Pfunde. Auf Rohware hat England 100% Zoll verlangt. Nägel wurden aus Europa mit Dumping in den Handel gebracht. In Rischon le Zion, wo eine Schulfreundin mit ihrem Mann, Holzer, der Bruder von Rabb. Holzer, einen Pardess gekauft hatte, habe ich gesehen, dass ein Pardess keine genügende Existenz bietet. Da ich auch in der Schuherzeugung bewandert war, habe ich dieselbe Erfahrung machen müssen, wie bei den Nägeln. Schuhe aus dem Libanon, die die Franzosen ohne Zoll ins Land brachten, wurden in Palästina ohne Schwierigkeiten ins Land gebracht. Als ich meiner verstorbenen Frau das Resultat meiner Reise mitteilte, war sie nicht unglücklich, da sie dachte, dass ich meine Alijapläne aufgebe. Als aber Hitler den Boykott über "die jüdischen Geschäfte verhängte, habe ich mich entschlossen, auf alle Fälle Deutschland zu verlassen, obwohl ich im 1. Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet wurde. Als ich sofort nach dem Boykott an den englischen Konsul in Berlin 1000— engl. Pfunde überwiesen hatte, bekam ich nach kurzer Zeit mein Certiflcat nach Palästina. In Haifa, wo ich bei meiner Alijah bereits Bekannte hatte, habe ich Quartier bezogen. Meine Bekannten, u.a. Dr. Prager, war schon in der Histadruth-Krankenkasse als Chefarzt angestellt. Dr. Schachtel hatte in Haifa auf der Nordaustrasse seine Zahnpraxis aufgenommen. Die Wohnung war auf dem Carmel, wo er 2 mal am Tag den Eselsweg gehen musste. Mein Herzlbruder, Dr. Jur. Walter Goldstein, wollte eine Milchbar eröffnen, bekam aber keine Konzession. Viele von uns suchten bei unserem bekannten Kurt Ruppin, der bereits seit 1925 hier im Lande war und Finanzsekretär des Kolonis-Departements war, einen Rat. Er gründete eine Beratungsstelle, die man Hitachduth Olej Germania, nannte. Seine Vorschläge, die sehr positiv waren, wurden von vielen angenommen. Die Wohnungsfrage war die dringendste. Er hat den Vorschlag unterbreitet in der Halfa- Bay Siedlungen aufzustellen. Wer in die Landwirtschaft gehen wollte, bekam 20 Dunam vom kkt. zugewiesen. Wer freie Berufe wählen wollte, 1 Dunam. In die Landwirtschaft gingen, um einige Namen zu nennen.- Dr. Neu, Jurist, Dr. Schiff, Anwalt, Dr. Linder (in Breslau Arzt bei der Krankenkasse), Dr. med. Schlesinger, Dr. Strauss, Jurist, Dr. Bach, Just. Assessor, Nordheimer (in Leipzig Inhaber eines Schuhkonzerns). Als ich ihn einmal fragte, wie er mit seiner Existenz zufrieden ist, bekam ich folgende Antwort: In Deutschland habe ich die Esel ernährt, hier ernährt mich der Esel, denn mit dem Eselswagen hat er seine Produkte dem Publikum verkauft. In den freien Berufen war die Existenzfrage die gleiche. Ing. Henkin, Chef. Ing. bei der Striegauer Maschinenfabrik, war Bauarbeiter, Dr. Walter Goldstein aus Breslau, der in der letzten Nummer dieser Zeitung über Breslau geschrieben hat, Petroleumverkäufer, Dr. Krombach, Richter in Berlin, wurde Gärtner, Dr. med. Mannheim, gab Iwrithstunden, Dr. Baer, Anwalt in Berlin, konnte bei der HiEtadruth in der Versicherungsabteilung arbeiten, Dr. Foerder, Reg. Assessor, konnte durch Protektion die Karten bei der Kupath-Cholim ausgeben: um meine persönliche Existenz zu schildern möchte ich Folgendes erwähnen; ich kam mit einer kompleten Ausrüstung einer Schuhfabrikation, Material für 500 Paar Schule; als ich meine ersten Schuhe hergestellt hatte und sie an die bereits vorhandenen Geschäfte verkauft hatte, konnte ich das Geld erst bekommen, wenn die Ware verkauft war; ich habe mich deshalb umgestellt und Schuhreparaturen gemacht, das war für mich eine rentable Arbeit. * GRÜNDUNG VON KIRJAT BIALIK IM FRÜHJAHR 1934 Gründung von Kirjat Bialik im Frühjahr 1934. Der Grundstein wurde durch Kurt Ruppin gelegt, die ersten Häuser wurden 1935 bezogen. Diese Gegend war ein Sumpf und Malaria war an der Tagesordnung. Es wurde verboten, in ein Haus einzuziehen, bevor Drahtfenster eingebaut waren. Das Gelände bestand zum Teil aus Sanddürten. Die dunkle Erde musste erst planiert werden, ehe man zum Bau der Häuser ging. Die Siedlung sollte erste den Namen „Schechunath Olej Germania“ bekommen. Bei einer Sitzung kam die Nachricht, dass der Dichter Bialik verschieden sei. Daraufhin hat Ruppin angeregt, die Siedlung „Aguda Kirjat Bialik“ zu nennen. 1984 wird Kirjat Bialik mit seinen heutigen 28.0d0 Einwohnern sein 50jähriges Bestehen, feiern. Der Bürgermeister ist Zwi Karliner, der bereits im Jahre 1926 aus Gleiwitz nach Palästina kam. Breslauer Erinnerungen auf Kassetten mit Erich Lewin, dem Redakteur unseres Blattes ein Interview. Auf Bestellung zum Selbstkostenpreis einer leeren Kassette plus Porto. Briefanschrift Erich Lewin, Ramat Gan, Mazadastr. 27, Israel. Unsere geliebte Schwester Lotte Surasbi geb Jereslaw ist von uns gegangen. In tiefer Trauer ihre Brüder Mor u. Siegbert Jereslaw, ihre Schwestern Hanne, Rose, Edith geb. Jereslaw. GESCHMUGELTER BRIEF AUS DEM LAND Der Diktatur Es geht mir schlecht Hans es geht mir schlecht mein Kopf ist leer. Ich bin in Unruh die Tag und Nächte ich schlaf nicht mehr. Ich darf nicht reden bin totgeschwiegen bin ohne Wehr. Sprich du für mich Hans sprich für uns alle dass man uns hör! Menschen verschwinden. Sie gehn zur Arbeit kehren nicht heim. Schwarze Streifwagen fahrn durch die Gassen fangen sie ein. Kinder gehn schlafen mit ihren Eltern sind morgens allein. Aus den Kasernen hört man im Laufen Geschöpfe schrein. Wir sind verraten zu Jeder Stunde. .. .Jemand tritt ein. Stella Rotenberg psbn V'1N ]n^n pns :*W7t rv^jirt "~TT1 ,P-3V?3 bp b% "pTT! jiyniyp. 3V*»-i,3ii3r<:r»*~>-i prrv *3:5. ,trrijs: f»S317 yy ^oVtrtuc ,i=i r-trnjK ~nt<S ,1=33J1v>j$/D*31*3?rt yxvi |1ICA3- ,n-*riK ~itv ,r-»*n^. "35. ,q*tik 313? bJ? n*m Dieses ist die Hymne, die bei der Aufnahme eines neuen Logenbruders in den Bne Brith Logen in Israel gesungen wird. Sie ist verfasst von dem Dichter Aron Rabinowitz, Ramat Chen, Vertonung von Adi Halpern. 48

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