Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1981
- Issue
- No. 48-49 (1981)
- Date
- 1981-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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chischen Sprache, aber in der semitischen sagen sie aus, aus welchen Bildern die Buchstaben entstanden sind, die sich aus den bildhaften Hieroglyphen entwickelt haben, so wie man in der Fibel einen Apfel zeichnet, um dem Kleinkind die Bedeutung des Buchstabens A zu erklären, zu verbildlichen. Die Geschichtsperiode war scheinbar reif für eine Buchstabenschrift, man suchte nach einer Vereinfachung der 'Mitteilung. Zur gleichen Zeit entwickelte sich weiter nördlich eine andere Buchstabenschrift, in Ugarit, mit dreissig Zeichen, die auf die Keilschrift der Assyrer basierte. Die griechische Sagenwelt hat sich der Verbindung mit den Phöniziern angenommen. Kein geringerer als Zeus, der Oberste der Götter wird bemüht. In der Geschichte steigt er bei Tyros aus den Fluten, ein Bild, das wir von, Aphrodite, der Schaumgeborenen kennen, und raubt Europa, die Tochter eines legendenhaften Königs Agenor. Er bringt sie nach Kreta, wo sie dem König von Minos das Leben schenkt. (Sehr sittsam sind ja die Göttersagen nicht. Ihre Themen unterscheiden sich in nichts von modernen Romanen.) Dem berühmten König wird ein göttlicher Vater gegeben, aber auch eine semitische Mutter. Der Name Europa, der Westen, von erew, wo sich, von der Küste Phöniziens und Israels, die Sonne mit dem Meer vermischt, wird zum Namen des Abendlandes. Der erzürnte Vater sendet in der Legende den Sohn Kidmos, von Kedem, der Osten, wo die Sonne ihren Lauf beginnt, die geraubte Tochter aufzufinden und heimzubringen. Aber so wie der Sonnenaufgang niemals den Sonnenuntergang einholen kann und begegnen, scheitert Kidmos mit der ihm gestellten Aufgabe. Er bleibt in Griechenland und gründet die Stadt Kadmäa, in Botien, dem späteren Theben. Die älteste Buchstabenschrift der Phönizier, die bis jetzt gefunden wurde, befindet sich an einem Sarkophag des Königs Ahiram in Byblos. Sie wird von den Wissenschaftlern in das 10. Jahrh. datiert, aus der gleichen Periode wie der in Geser gefundene ‘Landwirtschaftliche Kalender’, der um 925 B. C. E. angesetzt ist. Es sind die gleichen Schriftzeichen. Der griechische Name Byblos stellt eine Verballhornung des semitischen Wortes Gubla dar, in der Schrift Gebal genannt. (Die Vokale hat die Tradition eingesetzt, denn die semitischen Schriften sind ohne Vokalzeichen.) Byblos war lange Zeit die nördlichste der phönizischen Siedlungen, 30 Km von Beirut entfernt, vor der Gründung yon Tripoli und Arward. Für die Griechen wurde Byblos zum Wort des Buches, und als ‘Bibel’, dis Bezeichnung der Bücher der Schrift, hat es Weltbedeutung erhalten. Im Jahre 1860 wurden hier mit umfangreichen Grabungen begonnen, unter Renan, im Aufträge des Kaisers Napoleon III. Neben dem schon erwähnten Sarkophag konnte der Tempel der lokalen Göttin, Baalat Gubla, freigelegt werden, hier gab es noch eine zweite lokale Gottheit, Reschef, die Glut, die Flamme. In einer in Cypern gefundenen bilingualen Inschrift wird Reschef mit Apollo indentifiziert. (Rischpon, die Hafenstadt, heute ein Teil Herzlias, wird in der hellenistischen Periode Apollonia genannt.) Die Römer errichteten in Byblos ein Theater, die Kreuzfahrer befestigen die Stadt als Gibeil, und errichten eine Kirche, Johannis dem Täufer gewidmet. Eine Touristenattraktion im heutigen Libanon stellen die Tempelaniagen von Baalbeck dar, dem Platz auf dem Römer ihr Heliopolis, ihr Sonnenheiligtum, errichteten. Der phönlzische Tempel war dem lokalen Gott gewidmet, Baal ha Bikn, dem Herrn, dem Gott, der Ebene. Die Mutterstädte, die verbunden mit ihren überseeischen Kolonien den Handel Tm Mittelmeer lange beherrschen, werden immer wieder vom Osten angegriffen, Assyrien, Babylon, und später die Perser versuchen, sie zu unterwerfen, tributpflichtig zu machen, wohlwissend, dass sie keine militärische Hilfe von den Stammesbrüdern in der Zerstreuung bekommen. * Salmanassar HI., 885—824, nimmt Tribut von Jehu, König von Israel, und von Sidon, Sanncherib 705—681, vertreibt den König von Tyros und ersetzt ihn durch den von Sidon, Ethbaal, der sich ihm unterworfen hatte. Nach einem Aufstand um 677 B. C. E. gegen Eserhaddon, dem Sohn Sancheribs, wird Sidon angeblich zerstört, aber sie bleibt weiter eine unabhängige Handelsstadt. Ezechiel, Kap. 26 bis 28, beschreibt ausführlich wie Nebukadnezer, nach der Einnahme von Jerusalem die Stadt Tyros belagert. Bei ihm werden andere der bekannten Städte erwähnt, wie Arwad, Gebal, Sidon. Nach dem Sieg der Perser über Babylon fallen ihnen auch die phönizischen Städte zu, nach Herodot unterwerfen sie sich der Macht Persiens. Wie die Perser durch die Erlaubnis der Rückkehr der Juden so etwas wie einen autonomen Staat schaffen wollten, überlassen sie den phönizischen Städten ihre Selbständigkeit. Die Phönizier stellen die Schiffe und die Mannschaften für die Kriege mit Griechenland, den ‘Persischen Kriegen’, die mit der Niederlage bei Salamis, 480 B. C. E., beendet werden. Artaxeres III. unterdrückt um 350 einen Aufstand in Sidon, die Feindschaft bewirkt, dass sich die Stadt Alexander 332 kampflos ergibt, ihn sozusagen als Befreier empfängt, während das nahe Tyros sich sieben Monate verteidigt. Bei der Belagerung lässt Alexander den berühmten, 600 Meter langen Damm bauen, der aus der Insel eine Halbinsel macht. Sidon, wo die Aschtoreth die Göttin der Fruchtbarkeit ist, 1. Kön. 11/33, wird um 250 B. C. E. eine Art Republik, von Schoftim, Richtern, Senatoren, Älteren, verwaltet. Während der Makkabäerkrieg erreichen die Phönizischen Städte von den Seleukiden so etwas wie einen Status ‘Freier Städte’. In den ersten Monaten des Aufstandes belästigen eie die jüdische Bevölkerung des Galil, zu deren Hilfe Simon 163 eine militärische Expedition schickt. Noch im Jahre 64 B. C.E. erkennt Rom durch Pompejus, der die Parther besiegt hat, die Macht des Osten, die Rom die Weltherrschaft streitig gemacht hat, die Unabhängigkeit der Städte an, aber schon im Jahre 20 B. C. E. werden sie, insbesondere Sidon und Tyros, unter das römische Recht gestellt. In dem Jahrhundert um die Zei- Zu dem sehr interessanten und aufschlussreichen Artikel von Herrn H. W. Goldstein, sei folgendes hinzugefühgt: Im Talmud ■ Jeruschalmi, Traktat Ketubot, steht: „Drei Dinge ordnete Schimon Ben Schetach an: Ein Mann darr mit der Ketubah seiner Frau handeln, alle Kinder haben die Schule zu besuchen. Er verordnete, dass Glasgefässe Unreinheit annehmen! Uns interessiert hier die dritte Verordnung. Die grosesn Fachleute der Glasherstellung waren die Phoenizier von Zor und Zidon. Der Import dieser Artikel führte zu einer starken Konkurrenz mit den Ton- und Metallgefässen, welche in Judaea fabriziert wurden. Letztere nahmen (im tenwende erfinden oder entdecken die Phönizier noch die Kunst der Glasbläserei, die Technik, die der in grauer Vorzeit gefundenen Glasherstellung neue wirtschaftliche Impulse gibt, ihnen aber keine politischen Vorteile gegen Rom mehr bietet. Die Grossmacht benötigt nicht mehr das Wohl der kleinen Anliegerstaaten, es ist das gleiche Schicksal, das Juda zu erleiden hat. Die Stadtstaaten der Phönizier am Gestade des östlichen Mittelmeeres erreichen ihr historisches Ende, sie werden römische, dann bysantinische Besitzungen, nach dem Einfall der Araber aus dem Osten, nach 634 A. D., werden die Handelsbeziehungen mit den Ländern Europas unterbrochen, die noch einmal zur Kreuzfahrerzeit aufflackern, aber um das Jahr Tausendeinhundert kennt man den Begriff der Phönizier nicht mehr. Die Orte an der Küste, einschliesslich denen in Israel wie Gaza, Aschkelon, Aschdod, Rischpon, das Azur der Türken, Dor, Schikmona (Haifa) -verfallen, bestenfalls verbleiben armselige Fischerdörfer, die Ha’ndelswege verfallen, erst Napoleon entdeckt die strategische und wirtschaftliche Bedeutung des Gebietes wieder. Irgendwann in der römischen Periode, um die Zeitenwende, endet die ‘Geschichte der Phönizier’, deren überseeischen Kolonien sich nach dem Fall Karthagos still aufgelöst haben, die Bevölkerung akklimatisiert sich. Man nimmt an, dass viele oder einige von ihnen sich den jüdischen Gemeinschaften in Spanien und Nordafrika angeschlossen haben, mit denen sie gemeinsame Sprache fanden. Im heutigen Gebiet des Libanon stellen sie die Vorfahren der Maroniten, der Moslems oder Drusen. Geblieben sind Ruinenhügel wie Reste versunkener Schiffe vor der Küste, aus denen fleissige Archäologen immer wieder Steine, Krüge, metallene Gebrauchs- oder Schmuckgegenstände hervorholen, die zu dem Stolz vieler Museen gehören. Die Phönizier gehören einer endgültigen Vergangenheit an. Ob wir nun von einem Glasteller essen, oder kunstvoll geblasene Glasfiguren bewundern, oder nur durch das Fenster blicken, werden wir an die Erfindungen der Phönizier erinnert. Und selbst die Betrachtung über die Phönizier ist mit Buchstaben geschrieben,, die auf das Alphabet zurückgehen, das die Phönizier einmal den Griechen beigebracht haben, die Buchstabenschrift, die sich aus dem Aleph Beth der semitischen Vorfahren entwickelt hat, — eine Behauptung, die alle die nicht aufstellen können, die nur hebräisch schreiben, beide Schriften kommen aus dergleichen Wurzel, und noch vor drei Tausend Jahren hat es keine auffallende Unterschiede zwischen den beiden Schriften gegeben. HeinzwernerGoldstein halachisehem Sinn) Unreinheit an, während Glasgefässe nicht unrein wurden. Insbesondere musste man bei den Tongefässen aufpassen, dass es für sie keine Reinigungsprozedur gab und diese Gefässe also zertrümmert werden mussten, wenn sie unrein wurden. Dadurch kauften immer mehr Leute ausländische Glaswaren, anstelle der inländischen Ton- und Metallgefässen. Schimon Ben Schetach, der Präsident des Sanhedrions, sah, wfe viele Menschen durch diese Konkurrenz brotlos wurden und erliess also eine Verordnung mit halachischer Verbindlichkeit, dass auch Glasgefässe Unreinheit annehmen. So hörte die Konkurrenz der ausländischen Ware auf. Mordechai E. Hauschner K BG2S3 ES3B5 «333 ta&a W2» BE Unreinheit von Glas in der Halacha 38