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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1981-01-01 · No. 48-49 (1981) · p. Seite 37

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1981
Issue
No. 48-49 (1981)
Date
1981-01-01
Page
Seite 37 (sequence 37)
Language
German
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Die Phönizier - Nachbarn der Die geschichtliche Entwicklung der Stämme, angefangen von der Zeit, in der sie unter Jeho- 6chu’a den Jordan überschreiten, um sich in Cana’an anzusiedeln, wird zu einem Teil des Geschehens des geographischen Raumes. Ihre Nachbarn im Norden sind die Phönizier, dem Namen unter dein die Stämme in die Geschichte eingegangen sind. Es sind semitische Gruppen, die irgendwann, nach manchen Historikern erst um das Jahr 2000 vor der Zeitrechnung, vom Osten in das Künstengebiet wandern. In der Bibel werden sie zuerst als Cana’iter bezeichnet, so in der Völkertafel, 1. Mos. 10/15, ‘Cana’an zeugte Sidon, seinen ersten Sohn und Chet’, die Hethiter. In spätem Büchern werden sie nach ihren Städten genannt, die Sidonier oder die aus Zor, Tyros. Sie sprechen einen westsemitischen Dialekt, verwandt dem althebräischen, und ihre Schrift gleicht in den Anfängen, dem 12. bis 10. Jahrh. B. C. E. der hebräischen, die ja anders war als die später eingeführte Quadratschrift. Der Name, Phoinike, bei den Griechen, tritt zuerst bei Homer auf, dem 10., 9. Jahrh. v. d. Zeitrechnung, ein Synonym oder Verballhornung des Wortes Sidoni, der Sidonier, dem Bewohner der Stadt Sidon, die ihren semitischen Namen, von zeid, zijud ableitet, dem Jäger, dem Fischer, der seine Nahrungsmittel jagt. Es sind die Schätze des Meeres, von denen er abhängig ist, der Fischfang, die Purpurschnecke, Mure, aus der die damals wichtige Textilfarbe erzeugt wurde, wie der Sand zur Glasfabrikation. Der Sage nach soll das Glas von sidonischen Schiffern südlich von Akko durch Zufall entdeckt worden sein. Sie waren im Sturm an die Mündung des Na’aman verschlagen. Um ihre Speisen zu kochen, stellten sie sie auf Natronblöcke, die sie als Ladung mitführten. In der Hitze entstand aus der Verbindung mit dem silikathaltenden Sand das Glas, ... soweit die Legende. * In ihrer langen Geschichte bilden die Phönizier niemals einen geschlossenen Staatsverband, und darin gleichen sie den Griechen jener Zeit. Ihre Städte beherrschen lange den Handel im Mittelalter, unter den vielen Orten sind Arwad, Biblos, Sidon und Zor, der Felsen, die Stadt die die Griechen Tyros nenne, was im semitischen soviel wie befestigtes Schloss bedeutet, Tira als Ortsname ist Im Gebiet sehr häufig. Mit Ägypten verbinden sie rege Handelswege, zeitweilig sind sie sogar so etwas wie abhängige Kolonien des Nillandes, so während der 6. Dynastie, um 2305 bis 2140, später wieder bis zum 1740. Während der Hyksosherschaft, 1670—1570, lockert sich die Kontrolle. Die einbrechenden Philister, die Seevölker der Bibel, greifen ihre Städte an, in der Regierungszelt Ramses III., 1182—1151, sie werden angeblich .zerstört', aber sie zwingen die Angreifer sich weiter südlich ansusiedeln, wo sie ihre fünf Stadtstaaten an der Küste und in der Schfela, in der Niederung, 'gründen, Aschkelon, Gaza, Aschdod, Gat und Ekron. In dieser Zeit, vielleicht als Antwort auf die Angriffe, zu Beginn des 12. Jahrh., wird Zor gegründet. Es müssen verhältnismässig reiche Orte gewesen sein, denn sie ziehen immer wieder Eroberer an, so Tiglat Pileser I., 1115—1077, der nach seinen Siegesmeldungen die Küstenstädte erobert, und mindestens Sidon tributpflichtig macht. (Die Geschichte lehrt, dass trotz aller Angriffe kein Volk für mindestens tausend Jahre die Phönizier ablöst.) Sie haben keine Möglichkeiten, ihr Stammesgebiet nach Osten, in die Berge des Libanon und Antilibanon auszudehnen, und so verlassen grössere Gruppen seit dem neunten Jahrhundert ihre Stammesgebiete, um sich in Übersee anzusiedeln. Die ersten Städtkolonien werden in Cypern gegründet, denen solche in Rhodos folgen, bald siedeln sie in Sizilien, Sardinien, Südfrankreich, dort wo heute Marseille liegt, Südspanien und Nordafrika, wo die bekannteste Stadt die Karta Chadascha wird, die Neue Stadt, aus der die Römer Karthago machen, in der Bucht von Tunis, und die Jahrhunderte der Konkurrent des aufsteigenden römischen Imperiums ist. Einem Hannibal gelingt es, von Spanien aus, über die Alpen, die grössten Teile Italiens zu besetzen. Nach drei Kriegen, zwischen 246 bis 146 B. C. E., den Punischen, konnte der Widerstand gebrochen, die Stadt erobert werden, die die einfallenden Araber -697 A. D., endgültig zerstören. Nach den Aufzeichnungen der Mutterstadt Tyros wird Karthago um 814/13 gegründet, die Archäologen setzen ein späteres Datum ein, um 750 B. C. E. Eis ist eine geschichtliche . Zeit, in der die Staaten Juda und Israel ihre politische Bedeutung schon verloren haben. Israel wird 722 von Sancherib erobert. (Das, um zu erkennen, in welcher politischen Periode die Phönizier die grossen Anstrengungen unternehmen, ihr Handelsimperium auszuweiten.) Sie sind die Gründer der später portugiesischen Stadt Agadir, der ummauerten Stadt, die mit einem Geder, einer Umfassung umgeben ist. In den Stadtgründungen gleichen sie den viel späteren Bemühungen der Hanse, sich entlang der Küsten der Ostsee ‘Kontore’ zu schaffen, Handelsniederlassungen. Aus der Schrift wissen wir, dass David und Salomo, später Esra, Handwerker wie Steinmetze, Metallarbeiter, Schmiede, und Fachleute für Holzbearbeitung aus den Städten der Phönizier in das Land bringt. Die Königsbücher berichten darüber, die der Chroniken wie das Buch Esra. Salomo schliesst ein Handels- und Schiffahrtsabkommen mit HIram, um die Fahrten nach Ophir im Roten Meer zu bereedern, und damit nicht ins Gehege mit den Schiffahrtslinien der Phönizier im Mittelmeer kommt. Auch Homer erwähnt Holzlieferungen nach Ägypten. Im 8. Jahrh. gründen Sidon, Tyros und Arwad die Stadt Tripoli, einer ihrer nördlichsten Siedlungen. Die Stadt mit den drei Stadtteilen, nach der Herkunft der Einwohner. Ihr Siedlungsgebiet beginnt bei Arwad, einer kleinen Felseninsel nördlich des Nähr el Kabir, des grossen Flusses, im heutigen Syrien, und reicht bis Akko, zu gewissen Zeiten bis Dor, südlich des Carmeis, ungefähr 200 Kilometer, aber immer nur wenige Kilometer in der Breite nach Osten. Diese Raumnot sehen einige Forscher als Ursache des Seehandels und den Kolonien. In dem Küstengebiet zeugen dutzende Ruinenorte von früheren phönizischen Ansiedlungen. Die nördlichste Ansiedlung scheint Arwad gewesen zu sein, südlich von Tripoli liegt Byblos, das noch in anderem Zusammenhang erwähnt werden muss, dann Beirut, die Stadt der Be’erot, der Brunnen. Wir wollen noch Zaraphat nennen, den Ort, in den nach dem 1. Königsbuch, 17/9-24, Elijahu vor Ahab und Isebel flüchtet, der in Sidon liegt. (Zwischen Sidon und Zor). Der Name soll sich von dem Stamm Zeruf, schmelzen, aber auch brennen, verbrennen, ableiten, und auf Glasfabrikation hinweisen, dem heutigen Sarafand. Die Berichte der Bibel gehen still über bestimmte Tatsachen hinweg, so dass Akko eine phönizische Stadt bleibt. Die nur langsam fortschreitenden Grabungen unter Dr. Mosche Dotan am Israelstämme dortigen Tel, dem ‘Napoleonshügel’, versprechen Klarheit zu bringen. Unterseetaucher bringen vor der nördlichen Küste Israels immer wieder Amorphen und Geräte aus Jener Zelt ans Tageslicht. Solange die Phönizier nicht ihre religiösen Dienste, den Baaldienst, laut propagieren, wird kaum ein böses Wort gegen sie gesprochen. Der Stil der Bibel ändert sich, als Ahab, der König von Israel, Isebel ehelicht, die Tochter eines Ethbaals, der scheinbar gleichzeitig in Sidon und Tyros herrscht, ‘die dem Baal diente’, ihm Altäre errichtet, ‘Ahab tat mehr, Gott zu zürnen, als alle Könige Israels vor ihm’. Aus der Schrift erfahren wir, wie Elijahu die Baalpriester auf dem Carmel herausfordert. Die Charakterschilderung der Isebel wird durch die Erzählung von Naboth ergänzt, dessen Weinberg Ahab erwerben möchte. Naboth lehnt ab, und die Königin Inszeniert die falschen Zeugenaussagen gegen ihn, die ersten historisch genannten ‘Zeugen einer Königin’, oder Kronzeugen, wie wir heute sagen, der Weltgeschichte. Elijahu schleudert dem König Ahab die bekannten Worte entgegen: ‘Du hast gemordet und dann ererbt!’. Einige Jahre später, als Joram, der König von Juda, die Tochter Ahabs heiratet, wird der Ton ein anderer. Im zweiten Königsbuch, 8/18, 19, heisst es, ‘Gott es mit Juda nicht verderben wollte’, trotzdem er ‘auf den Wegen der Könige Israels wandelte’. Ahabs Sohn heisst auch Joram, so dass um 850 bis 842 in Israel und Juda zwei verschwägerte Könige gleichen Namens herrschten. Beide bringen nicht den Mut auf, die kleinen Länder irgendwie zu vereinigen, mindestens wirtschaftlich, wie wir es unter David und Salomo gesehen haben, als ein grösseres Gebiet ökonomisch und damit politisch aufblilhen konnte. Mehr noch als die Erfindung der Glasfabrikation verdankt die europäische Welt den Phöniziern. Sie waren es, die die semitische Buchstabenschrift den Griechen, ihren Handelspartnern, sozusagen, ins Haus bringen, von denen sie später die Römer übernehmen, die einige Schriftzeichen abändern. Die „lateinischen Buchstaben" werden zur Basis aller europäischen Schriftformen. In der Retrospektive gesehen, stellt das die velleicht grösste kulturelle Leistung der Phönizier dar, wie der Griechen, die schnell die semitische Schrift annehmen, sie haben keine lange entwickelten Systeme, keine Traditionen, wie die Hieroglyphen der Ägypter oder die Keilschriften des Zweistromlandes umzuwerfen. Man weiss immer noch nicht, wann, wo und wie die semitische Buchstabenschrift ‘erfunden’ ist. Wir kennen die Stellen im südlichen Sinai, in Sarbid el Chadem, wo nahe eines Tempels, der Göttin Hathor gewidmet, auf denen Gardiner die ersten Zeichen einer Buchstabenschrift entziffern konnte, die als Protosinaitische Schrift bekannt wurde. Die Inschrift ist der Ba’alat gewidmet, einer canaitischen Göttin, ein Name, der oft in phönizischen Städten erscheint. In den dortigen Bergen, ln denen Kupfer und Türkis gewonnen wurde, haben semitische Stämme als Sklaven gearbeitet, die — oder vielleicht Teile von ihnen, sich den wandernden Stämmen der Israelis angeschlossen haben. Nach Elias Auerbach haben die Stämme Irgendwann zwischen dem Auszug aus Ägypten und der Landnahme die Buchstabenschrift aufgenommen und entwickelt, die 22 Buchstaben, das Alphabet, das die Griechen unter gleichen Namen und fast in gleicher Reihenfolge übernehmen, Alpha, Beta, Gamma, und Ro, Sigma, Tau, dem Aleph, Beth, Gimmel, Dalet... Resch, Schin, Taw entsprechend. Die noch heute benutzten Bezeichnungen haben keine Bedeutung in der grle- 37

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