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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1981-01-01 · No. 48-49 (1981) · p. Seite 30

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1981
Issue
No. 48-49 (1981)
Date
1981-01-01
Page
Seite 30 (sequence 30)
Language
German
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Landeskonferenz der Centra In diesem Jahr haben wir unser Programm geändert. Auf Anraten unseres Vorstandsmitgliedes, Heinz Kornfeld, fuhren wir auf den Har Zion nach Jeruscholajlm, um an den Gedenktafeln ehemaliger Koelner und Rheinlaender, sowie der Oberschlesier, — stellvertretend für alle Mittel-Europa Ischen Gemeinden — eine Askara su veranstalten. Eine grosse Teilnehmerzahl hatte sich eingefunden. Die Feier begann mit dem Verlesen von dem 16. Psalm, vorgetragen in würdiger Weise von Dr. Jacob Golan (Georg Golinski), Sohn des unvergesslichen Gemeinde-Rabbiners aus Beuthen O/S, Prof. Dr. Golinski. Anschliessend begaben sich die Teilnehmer in das grosse Beth Haknesseth auf dem Har Zion, wo Erich Lewin, 2. Vorsitzender der Centra, eine gross angelegte Gedächtnisrede auf die umgekommenen 6 Millionen unserer Brüder und Schwestern hielt. Er erinnerte daran, dass es uns nicht einmal vergönnt ist, an die Mazewoth unserer Lieben heranzutreten. Wir Bind gewöhnt, an Jahrzeitstagen, im Monat Ellul etc. die Gräber unserer Lieben zu besuchen. Auch das hat man uns genommen. Es lag In dieser Stunde eine tief ernste Stimmung Im Beth Haknesseth. Raw Dr. Israel Loewensteln aus Jerusalem sprach ln ergreifender Weise die Tefillah für die 6 Millionen, an die sloh der gemeinsame Kaddlsch anaehloss. Ein Picknick ln der Umgebung Jerusalems fand grossen Beifall bei allen. Von dort fuhren wir nach dem Gästehaus Schoresch zu einer gemeinsamen Kaffeetafel. Alles war bestens vorbereitet. Ernst Freudenthal begrüsste die Teilnehmer, sowie die Gäste aus Haifa, Herrn Heinrich Schupler mit Gattin, Heinz Oliven und vor allem Raw Dr. Israel Loewensteln mit Gattin. Aber auch Gäste aus dem Ausland, der Bundesrepublik — auch Nicht Juden — sowie aus Amerika und Canada waren zugegen. Nicht zu vergessen Ist: der Dank von Werner Reyersbach an die Initiatoren, vor allem Dr. Joseph Kaufmann, der ber mm mm mm mm mm mm mmm mmm mm mm m Sie können sich vorstellen, dass das für mich alles Eindrücke waren, die mich ausserordentlich bewegten. Das passt alles in den Rahmen der Forschungen von Nelly Sachs, die nicht nur eine erschütternde Poetin der grauenvollen Jahre in Europa war, sondern eine tiefgläubige Seele, die von der Ewigkeit unseres Volkes und seiner messianischen Wiedergeburt überzeugt war. P.S. 1) Die Gebete in der grosesn Synagoge in Stockholm waren zum grossen Teil in schwedischer Sprache gehalten, und natürlich auch die Predigten. Ich besuchte dort am 1. Tag Suckoth. Lulowim hatten nur der Rabbiner und der Chasan, ebenso der Schamasch. Birkat Cohanim wurde nicht gesagt. Dagegen sitzen die Frauen getrennt auf den EmporerT Nach dem Gebet wurde in der Suckah neben der Synagoge ein Kiddusch gegeben. 2) Wolf S. Jacobsohn verbrachte seine letzten Jahre in Jeruschalaim, und nach ihm wurde eine schöne, breite Strasse in Jeruschalaim genannt. Bein Sohn ist Rosch Jeschiwah in Beer Jaakow. reits vor 11 Jahren dafür sorgte, dass eine würdige Tafel auf dem Har Zion und eine Mazewa im Märtyrerwald vom Verband ehemaliger Koelner und Rheinlaender angebracht wurde. Der 2. Initiator ist: Arthur Dublon, der im Laufe vieler Jahre seine ganze Kraft für dieses Werk einsetzte. Gerschon Knipsei, Haifa, hatte seinerzeit einen herrlichen künstlerischen Entwurf für die Urkunde angefertigt, die die Spender als Dank erhielten. Heinrich Schupler, der 1. Vorsitzende ehemaliger Koelner und Rheinlaender ln Haifa, hat ln seinem Referat einen ausgezeichneten Überblick über den heutigen Stand in der Bundesrepublik gegeben. Leider müssen wir feststellen, dass der Antisemitismus in Deutschland und auch ln Mittel-Europa, in den verschiedensten Formen sein Haupt erhebt. Anschläge verschiedenster Art, Friedhofschändungen, Propaganda durch Abzeichen und Bücher über das Dritte Reich, Treffen ehemaliger SS-Leute, Soldatenzeitung mit scharfen antisemitischen Tendenzen, Begünstigung der PLO und ähnliches, lassen uns aufhorchen. Es ist höchste Zelt, diesen Dingen entgegen zu treten. Er erinnerte an die Feuersäule, die uns die schweren Zeiten der Diaspora und die Entstehung des Judenstaates vor Augen führte. Er rief zu enger Zusammenarbeit zu besserem Verständnis einer für den anderen, auf. Nach ihm sprach Raw Dr. Israel Loewensteln, der uns immer in freundlichster Welse zur Verfügung steht, auch in einem Referat, das in seiner Übersichtlichkeit uns einen Blick werfen liess für die Zeit, in der die Juden Spaniens Grosses für das Judentum und Spanier.geleistet haben. Er verglich dies mit den Juden in Deutschland, die seit der Zeit Moses Mendelsohns, der Emanzipation ihrem Geburtsland ausserordentliches gegeben haben. Er wies darauf hin, dass bereits lm Jahre 322 ein Codex gefunden wurde, in dem die Juden der Gemeinde Koeln erwähnt werden. Heinz Oliven, Haifa, brachte in formvollenderter Weise sein Gedicht: „Ein halbes Jahrhundert" zu Gehör, das tiefen Eindruck bei allen hinterliess. Abschllssend kann gesagt werden, dass der Tag in würdiger und freundschaftlicher Weise verlief. Alles Gebotene stand auf hohem Niveau. Wir danken von dieser Stelle aus allen Mitgliedern des vorbereitenden Komittees, die mit ausserordentlicher Korrektheit diesen Tag bis ins Kleinste vorbereitet haben. E. L. ALLE NEUERSCHEINUNGEN LIEFERT LANDSBERGER TEL-AVIV, BEN JEHUDASTR.!). TEL. 655330 SPEZIALABTEILUNG FÜR DEUTSCHES ANTIQUARIAT AN- UND VERKAUF ZU GÜNSTIGEN PREISEN „EIN HALBES JAHRHUNDERT” Freunde, ich bin bass verwundert, Wir leben schon hier fast ein halbes Jahrhundert. Wir kamen mit der Galliläa hier an, Und schwer war das Leben, das hier nun begann. Nach Gymnasium, Uni und Elternhaus, Sah unser Leben hier etwas anders aus. Wir haben am Tag im Hafen geschwitzt, Und nachts mit dem Gewehr unser Land beschützt. Wir wohnten in Zelten, im Sand, im Mifratz, Für ein Bücherschränkchen gabs keinen Platz. Um 5 Uhr war Frühstück, Brot, Chalwa und Tee, Dann gings in den Hafen Machmut mechakee. — Wir entluden Getreide und Fässer mit Teer. Und räumten den Bauch der Schiffe leer. Wir stapelten Kisten mit Orangen, Zitronen, 8 Piaster am Tag tat man uns entlohnen. Wir haben 12 Stunden am Tag geschuftet, Und die Luft hat nach Tränen um Schweiss geduftet. Am Abend totmüde gings zurück zum Kibutz, Manch einer schlief gleich ein, in Kleidern, in Schmutz. Erst wenn man früh morgens aufgewacht, Wurde als erstes „Miklachat" gemacht. Im Winter mussten wir täglich im Hafen sein, Im Sommer ins Emek, Oliven-Ernte und Wein. Wir zerlegten Gewehre eifrig und munter, Und holten Olim von den Schiffen runter. Wir haben den Grenzwall nach Syrien gestützt, Und mit Wingate Kibutz und Moschaff beschützt.. So vergingen die Jahre, schnell wie noch nie, Nach dem Hafen kam die Refinerie. Zahal entstand, und im Jüdischen Heer, Dient schon der Sohn beim Militär. Und als Aegypten's Kreuzer „Ibrahim el’Auei“ kapituliert, Hat der Sohn ihn in den Hafen von Haifa geführt. Der gleiche Hafen, wo vor Jahren, Der Vater die Kisten in die Schiffe getragen. ‘ Heut sitzen wir hier mit grauen Haaren, Und die Enkelkinder von 8 und 10 Jahren, Bitten: Saba, erzähl wie’s gewesen ist, Als Du ins Land gekommen bist. Und wir alle, trotz unserer grauen Haare, Wir müssen helfen noch viele Jahre. Und wenn wir alle zusammen stehn, Dann muss die Karre vorwärts gehn. Und mit dieser Hoffnung sei es gesagt, Es wird wieder heller, der Frühling tagt. Heim Oliven, Haifa 30

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