Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1981
- Issue
- No. 48-49 (1981)
- Date
- 1981-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/7411685-7412805-7496889--0950-7412831- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ein interessanter Berg Gott befahl dem Abraham, seinen Sohn Jitzchak zu opfern. Der Erzvater sattelte seine Eselinnen und ritt nordwärts, zusammen mit allen Opferutensilien. Nach einiger Zeit zeigte Ihm Gott die Opferstätte Moria von weitem. Ein Midrasch behauptete, dass dies auf dem Berg geschah, wo in unserem Jahrhundet ein englischer Herrscher Palästinas, ein High Commissioner, seinen Palast erbauen liess. Der bekannte Name „Berg des bösen Rats“ hat nichts damit zu tun, dass sich der Gouverneur oft schlecht beraten liess. Diese Name stammte von Christen. In Wirklichkeit meinte man den nahegelegenen Berg Abu Tor, auf dessen Gipfel sich die Ruinen einer byzantinischen Kirche befinden. Man nahm an, dass dort der Palast von Hohepriester Kaiphas gestanden hat, wo über das Schicksal des gefangenen Jesus beraten wurde. Von dem 820m hohen Berg übersieht man wirklich Moria, also den Tempelplatz. Man sieht von diesem Gipfel die meisten Teile Jerusalems und seine nähere Umgebung und zwar topographisch richtig. Jerusalem ist eine schön gelegene Bergstadt und von vielen Bergen umgeben. Es gibt sonst keinen Aussichtspunkt, welcher uns so weitgehend über den wahren Charakter der Hauptstadt Israels informieren könnte. Hier befindet sich ein Denkmal für 9 gefallene Zahalsoldaten des Sechstagekriegs. Nach Ende der englischen Herrschaft wurde der Regierungspalast neutralisiert und die UNO zog ein. Die Jordanier kümmerten sich im Krieg nicht um Neutralität und besetzten den Palast ohne Mühe. Zahal musste ihn erobern und dabei fielen neun Soldaten. Nach dem Krieg wurde er der UNO zurückgegeben, wie die wehenden Fahnen zeigen. Auf dem Berge ist es nicht mehr still, denn der Stadtteil Ost Talpiot soll erweitert werden. Eine Menge Schilder bitten um Schonung von archäologischen Stätten, aber man kann meist kaum erkennen, was eigentlich geschont werden soll. Die Bauunternehmer Jedenfalls kümmern sich überhaupt nicht um die Schilder und bauen, wo es am billigsten und am bequemsten für sie ist. Die Wasserversorgung Jerusalems in der Zeit des 2. Tempels vor 2000 Jahren beruhte auf der Gichonquelle und vielen Zisternen, die durch Winterregen gefüllt wurden. Als die Zahl der Bewohner auf 200.000 wuchs, reichte das Wasser nicht mehr aus und bestimmt nicht zur Zeit der 3 Wallfahrtsfeste, wo viele Tausende den Tempel besuchten. Nach Vorbild der hellenistischen Städte wurden Wasserleitungen angelegt. Die bekannteste hiess das untere Aquädukt, wurde von Quellen in der Nähe Hebrons gespeist und war 68km lang. Der Tempelplatz befindet sich in einer Höhe von 735m über dem Meeresspiegel und die Quellen sind ca. 100m höher zu finden. Der Bau einer Wasserleitung in Röhren oder in offenen Kanälen verlangte viel technisches Können. Unser Berg bildete ein Hindernis und so wurden Tunnels gegraben. Durch die Nachlässigkeit der Bauunternehmer beim Häuserbau wurden sie zum grösten Teil zerstört. Die Tunnels waren für die Menschen teilweise gangbar und sie wurden in Zeiten der Not als Versteck benutzt. Bis in die letzte Zeit hinein wurden dort Waffen versteckt. Das untere Aquädukt, das durch die Salomonischen Teiche führte (haben nichts mit dem grossen König Schlomo zu tun), wurde schon vor mehr als 100 Jahren von dem Engländer Charles Wilson beschrieben. Es gab noch weitere antike Wasserleitungen in dieser Gegend und es gibt heute eine umfangreiche Literatur darüber, trotzdem blieb Vieles unklar. Die Leitungen wurden immer Wieder durch die Herrscher der Landes repariert: Römer, Byzantiner, Araber, Kreuzritter, Mamelucken, Türken und Engländer, wobei viel verändert wurde. Man weiss heute oft nicht mehr, ob eine bestimmte Röhre wirklich für die Wasserversorgung diente oder Abwässer abzuführen hatte. Eine archäologische Untersuchung des Bergs hätte Einiges klären können. Jetzt ist es leider zu spät. Mein Besuch auf dem Berg wurde durch eine in einer Zeitung erschienen Notiz veranlasst, in der berichtet wurde, dass man dort eine byzantinische Farm mit besonders gut erhaltenen landwirtschaftlichen Geräten (z.B. Ölpresse) ausgegraben habe. Ich fand aber Alles durch einen Bulldozer zerstört, der den Grund für den Bau eines Hauses ausheben sollte. Kaiserin Katherina die Grosse sah in ihrem Park in Petersburg eine schöne Blume und bestellte eine Schildwache, damit sie nicht gepflückt wurde. Die Kaiserin starb und die Schildwache blieb. Später bedurfte es vieler Gelehrten Arbeit, um zu klären, weshalb hier ständig ein bewache blieb. Später bedurfte es vieler Gelehrten Archäologen klären müssen, was die um Schonung bittenden Schilder der archäologischen Abteilung eigentlich bedeuten. Brief Liebe Freunde, wir waren mit einer deutschn Gruppe unterwegs. Unser Ziel war Spanien, das Land der Ritter und des Don-Quichote, und wir fuhren durch Kastilien und erlebten tiberschäumende Lebensfreude, gemischt mit Romantik und Melancholie. Wir waren numehr auf dem Wege nach Andalusien. Eine besonders nette Dame hatte sich uns angeschlossen, eine Oberstudienrätin aus Münster in Westfalen, und als sie hörte, dass wir aus Israel kommen, war sie unser ständiger Begleiter, und Fragen und Diskussionen wurden in Jeder freien Minute geführt. Viele der Mitreisenden gesellten sich abends im Hotel zu unserer Unterhaltungsrunde, und Sie hörten in einigen Stunden mehr von Israel, als vorher in allen Jahren. Unsere Freundin aus Münster, Eva-Maria mit Namen, war ganz besonders wissensdurstig, mit der Begründung, ihren Schülern alles das zu erzählen, was sie von uns gehört und erfahren hatte. Aber nicht nur von Israel wurde gesprochen, man erzählte auch vom Elternhaus, man sprach von den Kinderjahren, und wieder war die Freude gross, als Eva-Maria hörte, dass wir in Dortmund gelebt hatten. Auch auf die Bededutung der Jüdischen Feiertage kam man zu sprechen, als man in Cordoba, in Sevilla und in Toledo alte Synagogen und enge Judengassen besuchte. Bei diesen Unterhaltungen kamen wir zu einem Punkt, der später noch liebe und rührende Bedeutung bekam. Ich erzählte u.a., dass für mich der Chanukka- Abend und das Lichterzünden mit einem Umstand verbunden war, der diese Feierstunden meiner Kindheit sich unvergesslich tief in die Erinnerung und in den „Gaumen" einprägten. Es gab kein Chanukka, dass Vater nicht für die ganze Familie runde Büchsen mit allerfeinsten Mandelu. Schokoladen-Lebkuchen nach Hause brachte, und den Namen „Häberelein-Metzger“ werde ich sicherlich im Leben nie vergessen. Eva-Maria lächelte spitzbübisch bei meinem Bericht, u. bemerkte anschliessend, dass auch bei ihnen zu Hause noch heute kein Weihnachtsfest ohne Nürnberger Lebkuchen existiert. Auch während der Fahrt durch Andalusien, wo sich vor unseren Augen die Verschmelzung christlicher und arabischer Kultur noch heute kennzeichnen, waren die Abende in den immer sehr gemütlichen Hotel-Salons mit dem Thema: Israel — Geburt, Aufbau und Land u. Leute ausgefüllt. — Unter fast so brennender Sonne, wie in Israel, haben die Mauren in ihren Kalifaten Cordoba, Sevilla und Granada blühende Kllturen entwickelt, und Jüdische Religionsu. Baudenkmäler begegnen noch heute den Touristen auf Schritt und Tritt. Die Rückfahrt durch die Landschaften Murcia, Valencia und 2 Tage in Kataloniens Hauptstadt Barcelona, beschloss diese herrliche und eindrucksvolle Spanien-Tour. Mit Eva-Maria jedoch gab es von nun an einen regelmässign, brieflichen Gedanken-Austausch, und ehe wir wieder unsere Heimfahrt nach Israel antraten, referierte ich über zwei Stunden vor den Oberprimanern des Gymnasium von Münster in Westfalen. Ende Dezember dieses Jahres brachte der Postbote eine Aufforderung zum Abholen einer Postsache. Mit grosser und rührender Freude entnahmen meine Frau und ich dem Päckchen 2 grosse Büchsen mit Mandellebkuchen der Firma: „Häberlein Metzger" aus Nürnberg. Heinz Oliven, Haifa Schlomo Stein (Jerusalem) SEIT 1937 DIENST AM KUNDEN Mil SPEZIELLEN FACHKENNTNISSEN HUNDERTE ZUFRIEDENE AGENTEN IM LANDE TAUSENDE ZUFRIEDENE KUNDEN IN JEDER STADT SEIT 45 JAHREN INDIVIDUELLE BERATUNG UND SERVICE Misrah Insurance Service Lfc. MISRAH TEL-AV V JERUSALEM HAIFA 26