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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1981-01-01 · No. 48-49 (1981) · p. Seite 25

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1981
Issue
No. 48-49 (1981)
Date
1981-01-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German
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Friedhof bestattet. Nicht immer fanden sie ein Hansenhelm wie in Jerusalem. In Zentralafrika gibt es manchmal mehr a’s 50 Aussätzige auf 1000 Einwohner. Sie streifen in Horden herum und die gesunden. Neger überfallen sie und schlachten sie ab. Dabei kann man heute von der Lepra geheilt werden. Das Heim heisst nach dem norwegischen Arzt Hansen aus Bergen. Er fand als Erreger stäbchenförmige Bakterien, die den Tubcrkelbazillen ähneln. Sie entwickeln und vermehren sich viel langsamer und es dauert lange, bis die von ihnen befallene Zelle abstirbt. Den Eintritt dieser Krankheit zeigen Verfärbungen der Haut, welche die Ärzte oft nicht erkennen. Dann treten Erscheinungen auf, die man nicht übersehen kann. Die Augenbrauen fallen aus. Ohrläppchen und Nase verdicken sich, sodass das Gesicht manchmal an einen Löwen erinnert. Am auffälligsten wird die Nase verunstaltet. Es folgen Lähmungserscheinungen in den Gliedmassen, bis es dann nach vielen Jahren zu' den Verstümmelungen kommt, durch welche die Leprösen so furchterregend aussehen. Oft erblinden sie. Bis vor kurzem gab es nur das Chauimoograöl als Linderungsmittel. Es war ein saures öl, welches aus indischen Pflanzen gewonnen wurde und schon in alter Zeit in China, Indoncs’en und Indien in Salzform benutzt wurde. Erst jetzt gibt es ein wirk'iches Heilmittel und zwar das berüchtigte Thalidomit f Contergan). Bis 1961 war es ein ,.herrliches“ Beruhigungs- und Schlafmitel, aber schwangere Frauen gebaren dann Kinder ohne oder mit verkrüppelten Gliedmassen. In der grossen Thalidomitepoche benutzte man es im Hansenheim, um die Schmerzen der Leprösen zu mildern. So fand man, dass diese Arznei wirklich heilte oder zumindestens die Ansteckungsgefahr beseitigte. Die Erkrankten können ihre Arbeit ausserhalb des Heims fortführen. Es gibt den von dem Arzt Mitsuda gefundenen Lepromintest. Wenn ein Lepröser nach der Behandlung mit Contergan für gesund erklärt wird, so ist er es wirklich. Leider hat sich dies noch nicht herumgesprochen. Der Kranke ist bestimmt gesund und man schickt ihn daher wieder nach Hause. Dann gibt es immer noch Menschen, die ihm aus dem Weg gehen. Selbst in fortschrittlichen Kibbuzim gibt es noch Unbelehrbare. Der Hansenarzt, welcher die grosse Bedeutung des verlästerten Thalidomit erkannte, bekam eine Goldmedaille. Der Lepra-Aussatz ist also ein schönes Beispiel dafür, dass es in unserer Welt doch Fortschritte gibt. Schlomo Stein (Jerusalem) ’.„UND DU WIRST DEIN GETREIDE EINSÄMMELN’ DAS GETREIDEMUSEUM IN HAIFA Es ist eine besondere Stimmung, mit der man jedesmal die Schau, die in dem Bürohaus der Siloanlagen der Dagon Ltd., am Haifaer Hafen gezeigt wird, verlässt. Dr. Rüben Hecht, der Initiator, Gründer und Leiter der Gesellschaft (nach technischen Leistungen und wirtschaftlichen Erfolgen, in beiden stellt die Dagon Gesellschaft Höhepunkte), hat aus seinem Hobby ein Programm entwickelt. Sprössling einer Familie, die in der Handlung der Körnerfrüchte seit dem ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts Erfahrungen gesammelt hat, wählt Rüben Hecht die Geschichte und die Vorgeschichte des Anbaus der Getreidefrüchte, die Elnsammelung, Hortung und Bearbeitung der Körner zu seiner Sammlerleidenschaft. Die Objekte, die die Entwicklung von Jahrtausenden umspannt, macht er seit einigen Jahren der Öffentlichkeit zugänglich. In dem ‘Getreidemuseum’ mit seinen gut geordneten und beschrifteten Vitrinen (hebräisch und englisch) und den anderen Objekten, sind die Ausstellungsstücke chronologisch geordnet, das erleichtert dem Besucher, einen Überblick über die Entwicklung zu bekommen. Es beginnt mit ‘Landwirtschaftlichen Geräten’, wenn man die sichelförmigen Knochen und geschärften Steine so nenen will, angefangen in der neolithischen Periode, die mehr als Zehntausend Jahre zurückliegt, der die Zeit der frühen Bronze fo’gt. Aus der Zeit der Stammväter, 1800—1200, B.C.E, werden Behälter gezeigt, Krüge mit flacher Basis, andere, die spitz auslaufen, die in eine vorbereitete Unterlage gesteckt wurden. Figurinen der Fruchtbarkeitsgöttinnen, Iris aus Ägypten, die Aschteroth der Prönizier, andere stellen Brotbäckerinnen dar, ein Ohrring mit goldenem Weizenkern aus der römischen Periode, Mahlsteine, darunter solche aus Basalt. Oft wurden die Körner in grossen Amphoren gehortet, in Orten, in denen das trockene Klima es gestattete, baute man offene Silos, wie das in Arad ausgegrabene, 8. bis 7. Jahrhundert, das hier aufgebaut ist. Unsere Vorfahren haben eine Art Bier getrunken. Die Masskrüge haben ein Sieb am Mundstück, in dem die gegorenen Gerstenkörner gesammelt wurden, um sie als Hafe zu verwenden. Hier stehen Amphoren, die in Massada zum Aufheben von Körnern verwendet wurden, wie Reste eiserner Werkzeuge aus Betar. Die Kopie des ‘Landwirtschaftlichen Kalender’ aus Geser, die älteste bekannte hebräische Inschrift, ca. 925 B.C.E., ist das einzige Ausstellungsstück, das nicht im Original vorhanden ist. Vier kleine Keilschrifttafeln sprechen vom Lohn für landwirtschaftliche Arbeiten. In eim'gen Vitrinen sind Münzen ausgestellt, deren Motive Getreidesymbole zeigen, aus verschiedenen Ländern des geographischen Raumes, wie die des Agrippa I., die zum Vorbild einer modernen israelischen Münze wurde. Im Oberstock wird der Gegenwart Rechnung getragen. In mehreren, teilweise beweglichen Modellen, wird die Arbeitsweise des Silos gezeigt. Die Körner, Soya, Mais, bis Gerste und Weizen, werden durch Saugheber, bis 120 Tonnen in der Stunde, aus den Schiffen entladen über rollende Bänder in das Silo geführt, gewogen und verteilt, bis sie zum Abtransport in Waggons und Lastwagen verladen werden. Die Dagon-Gesellschaft tritt nicht als Käufer auf. Die Körnerfrüchte werden meistens durch die Regierung eingeführt. Die Konzession, die sie vor 30 Jahren erhalten hat, regelt die Entladung der Schiffe, das Aufbewahren, zu der die Kontrolle gehört und die Reinigung, wenn nötig, wie das Verteilen. Die Front des Gebäudes schmückt eine plastische Wand auf der Ähren symbolisch dargestellt sind, 'mit der Inschrift aus dem 5. Buch Mose, 14. Satz, wo es heisst: ‘Es wird Regen zu seiner Zeit geben, Frühregen und Spätregen; UND DU WIRST DEIN GETREIDE EINSÄMMELN, und deinen Most und die Speiseöle’. —hwg — DAS MUSEUM FUER MEERESKUNDE Für eine Hafenstadt, wie Haifa, die lange Jahre das einzige Tor zur Welt geste’lt hat, wird es fast selbstverständlich, alles das, was mit dem Meer und der Schiffahrt verbunden ist. zu einer Schau zusammenzufassen. 1953 entstand aus der privaten Sammlung eines ehemaligen Seeoffiziers, Arje ben Eli, ein Meereskundemuseum, 25 Jahre unter seiner Leitung. Es war zwanzig Jahre in den engen Räumen des Seemannsheims untergebracht, und seit Mai 1973 befindet es sich in einem stattlichen Gebäude am Ausgang der Stadt — gegenüber der Höhle des Elijahu, — und das ist vielleicht der einzige Nachteil des Museums, dass es in unmittelbarer Nähe der Autobahn Haifa —TelAviv liegt, auf der die Besucher verübersausen, und nicht in einem Wohnviertel, von wo aus es leichter zu erreichen wäre.' Nach dem Katalog sind die Ausste lungsobjekte in zehn Themen aufgeteilt. In den Schauräumen gehen sie ineinander über, wie es in grossräumigen Sälen nicht zu vermeiden ist, so sind insbesondere Schiffsmodelle überall vertreten, von der grauen Vorzeit der ägyptischen Pharaonen, die „Tarschisch‘‘-Schiffe der Cana’iter, die in der Bibel erwähnt werden, der Santa Maria des Columbus, italienische Handelsschiffe, die der Kreuzfahrer, portugiesische und spanische Caravellen, bis zu der ersten Generation der israelischen Handelsflotte, den fünfziger, sechziger Jahren unseres Jahrhunderts, die in unserer schnellebigen Zeit schon der Vergangenheit angehören. Die Küste des Landes, insbesondere der nördliche Teil,, hat viele Ausstellungsstücke zu dem Thema Meersarchäologie beigesteuert, wie Krüge aller Arten und Formen, die zur Aufbewahrung und zum Transport von Wasesr, ö), Körnerfrüchten verwendet wurden, verschiedene Ankerformen, die ältesten nur aus Stein geformt, das verbunden mit Teilen aus Blei, Öllampen mit Zeichnungen und Reliefformen von Fischen und Dolphinen, Figurinen den Meeresgöttern gewidmet, Aphrodite und Tyche, aus Marmor und Terracotta, kleine Gemmen, die vielleicht als Amulette getragen wurden. Die ‘technische Abteilung’, eine recht grosse Sammlung alter Instrumente, zeigt Chronometer und Sanduhren, die ‘die Stunde sch’ugen’, Sextante, Ferngläser, zurückreichend bis in das 15. Jahrhundert. In allen Schaukästen helfen stark vergrösserte Schaubilder und zweisprachige Texte die Objekte zu erklären, zu veranschaulichen. Eine entscheidende Rolle in der Seefahrt hat die Kartographie gespielt, schon damit die Seefahrer die Küstenverhältnisse insbesondere nahe von Reeden und Hafeneinfahrten erkennen konnten. Nur wenige haben sich aus der Frühzeit erhalten können, trotzdem werden Charts der letzten 400 Jahre gezeigt. Die mehr als Tausend Münzen, in vielen Vitrinen ausgestellt, haben Schiffe und Häfen zum Thema, das Tierkreiszeichen, Fische und Muscheln, beginnend mit den ersten Prägungen im 6. Jahrhundert vor der Zeitrechnung. Der Stadt Haifa, deren Name erst seit der Talmudzeit, ungefähr im 3. Jahrh. bekannt ist, wie ihrer viel älteren Schwesterstadt Schikmona, die während der letzten zehn Jahre ausgegraben wurde, wird eine besondere Wand gewidmet. Im Auditorium, im Eingengsgeschoss, die das mittlere des Gebäudes ist, sind Bilder ausgestellt, Kunstwerke, die sich mit dem Thema beschäftigen, darunter zwei Lithographien, Cäsaräa, von Alexander Bärwaldt, dem vor dreissig Jahren verstorbenen Erbauer des Technions und einer der ersten Dozenten der Fakultät der Architektur im Lande. Erwähnt werden soll ein Ölbild von P. K. Hoenich, Haifa, das durch Komposition und Farb-?.r~ammenstellung auffällt, wie das .Fischerboot im Sturm’, in öl, von Mane Katz, dem Künstler, der seine letzten Lebensjahre in Haifa verbrachte, und dessen Wohnhaus zu einem Museum wurde. Ein Besuch im Museum für Meereskunde zeigt, wie weit gefächert das Thema aufgefasst werden kann, von Schiffsmodellen über die Archäologie bis zur modernen Kunst. —hwg — 25

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