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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1981-01-01 · No. 48-49 (1981) · p. Seite 24

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1981
Issue
No. 48-49 (1981)
Date
1981-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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Propheten, Der langgestreckt’ Berg Im Norden des Landes Ist nicht nur ein bevorzugtes Wohnviertel Haifas, er zieht auch Touristen an und Erholungssuchende. Der Weinberg Gottes, der Karmel, wird niemals zu einem ‘Heiligen Berg’ der Religion. In biblischer Zeit war hier oft umstrittenes Grenzland, Einflussgebiet der Seevölker, der Philister und Phönizier. Die Meeresstrasse, die via maris, suchte sich einen Passweg, um das Gebiet der heutigen Stadt Haifa zu umgehen. In den Höhlen fand man versteinerte Reste des prähistorischen Menschen, an den Hängen trifft man „Opferplätze“, Steinaltare, aus der kana’itischen Zeit. Der Prophet Elijahu, so berichtet die Bibel, streitet auf dem Berg mit den Baalpriestern, die von Isebel, der Frau des Königs Ahab, begünstigt werden. Die Stelle wird bei Muchraka, dem Brandplatz, gezeigt, über dem Kischonfluss, wo ein kleines Kloster beansprucht, auf dem ‘historischen’ Platz zu stehen. Der flüchtende Prophet, der die Priester und die Rache der Isebel fürchten muss, versteckt sich in einer Höhle, die nach jüdischer und islamischer Tradition am Karmelkap liegt, wo das Meer an den Berg reicht. Die kleine Quelle, oberhalb der Höhle, gibt der Lokalisierung ein gewissses Mass an Wahrscheinlichkeit. Auf dem Kammweg, einige Kilometer nach ,der Universität, stehen einige alte Bäume, die „Churschat Arba“, der heilige Hain, mit Resten erkenntlicher Opfersteine. Der Berg mit seinen vielen tiefen Tälern, den Wadis, hat seit frühster Vergangenheit Priester und Propheten angezogen, Einsiedler, Eremiten und Sekterier, zu einer Zeit, als es die Stadt Haifa noch nicht gab, und später, als sie bis in unser Jahrhundert eine kleine, unbedeutende Siedlung war. DIE PERSISCHEN GÄRTEN Der als .a'te Strasse' bekannte Weg auf den Berg führt an den ‘Persischen Gärten’ vorbei, es sind die Wallfahrtsorte der Bahais, der in Persien wurzelnden religiösen Sekte, die heute eine unabhängige Religion sein will. Es begann mit einer Reformbewegung des Schi’itischen Islam. Ein Aufklärer, ein Trotestant’, Mirza Ali Mohammed, predigt um 1844, er fordert eine gewisse Liberalisierung religiöser Formen und Gebräuche. Sich selbst bezeichnet er als ‘Bab’, als Tor, durch das die Menschheit die Verbindung mit Gott erneuern soll. Er wird 1850 hingerichtet. Sein Nachfolger, Mirza Hussein Ali, der zum eigentlichen Verkünder des ‘Bahismus’ wird, hat damit ein Idol, einen Märtyrer, auf den er sich berufen kann. Er nennt sich Bahai Alla, die Herrlichkeit Gottes, aus dem Namen leitet sich der spätere Name der Sekte, Bahai, ab. Die Behörden sind diesmal vorsichtiger, Mirza Hussein Ali wird 1868 nach Akko verbannt. Er stirbt dort 1892. Sein Wohnhaus ausserhalb der Stadt und das daneben liegende Grab wird das Hauptheiligtum der Sekte. Sein Sohn, Abbas Effendie, nennt sich Abdul Bahai, der Diener, der Knecht der Herrlichkeit, führt eine rege Missionstätigkeit und Propaganda in Europa und Amerika durch, und wird so zuln eigentlichen Schöpfer der Sekte. Sie erkennen alle Religionsstifter an, sein Vater sei die letzte Inkarnation, der letzte der grossen Propheten, die mit Moses, Buddha, Jesus, Mohammed, beginnen. Seine Anhänger, insbesondere in den Vereinigten Staaten, bringen reichliche Mittel auf, die es ermöglichen, weite Flächen der Karmelhänge zu erwerben, die Gärten. (Am Anfang des Jahrhunderts werden die Gebeine des Bab über Indien Einsiedle DER UNBEKANNTE KARMEL nach Haifa gebracht, wo 1909 ein kleines Grabmal errichtet wird.) Er stirbt 1921, kurz vorher konnten ihm die Briten noch den Adelstitel zusprechen, und wird an gleicher Stelle begraben, während die Gräber seiner Geschwister sich in dem Garten Jenseits der Strasse befinden. Zwischen 1948 und 1953 wird ein Mausoleum errichtet, mit einer domartigen Kuppel, über den Gräbern des Bab und Abbas Effendi, mit goldglitzernden Ziegeln aus Holland und Marmorplatten aus Italien. Am Bergfiang wurde 1956 ein ‘Archiv’ ausgestellt, in Stil und Form des griechischen Partenon, ein weiteres Gebäude, in Form eines altgriechischen Tempels, geht seiner Vollendung entgegen, ist als Verwaltungszentrum gedacht, als ‘Haus der Gerechtigkeit’, wie sie es nennen. Der Enkel des Bahai, Schauki Effendi, verkündete die unabhängige Religion, die keine Sekte des persischen Schi’ismus sei. Mit ihm endete der Einfluss der Familie, und die Gruppe wird von einem neunköpfigen Rat geleitet. DIE ACHMADIJA Von der Kammstrasse, an dem die Wohn- und Geschäftsviertel liegen, führt ein Weg, der wie alle auf einem Landrücken verläuft, zwischen denen, die tiefen Wadis, die schluchtartigen Täler, abfallen, nach Kababir, einem Orte über der schmalen Küstenebene, der den lokalen Charakter innerhalb der grossen Stadt bewahren konnte. Dem Dorf haften zwei Eigenschaften an, die so recht ein Bild von dem bunten Leben in Israel geben. Um 1890 überwarf sich eine Chamula, eine der vergrösserten Familien, die noch immer patriarchalisch zusammengefügt sind und eine gesellschaftliche, aber auch politische Einheit darstellen, die im Gazagebiet lebte, mit den Behörden und den Nachbarn, sie zog auf den Karmel, und siedelte sich auf dem schmalen Landstreifen an. Sie heiraten fast nur unter sich. Eine genetische Untersuchung hat ergeben, das die blutnahen Verbindungen keine auffallenden nachteiligen Ergebnisse zeigen. Tm Jahre 1939, kurz vor Kriegsanfang, bereisen Missionare aus Pakistan das Land, und der Rat der Alten und Weisen in Kababir beschliesst, es mit dieser Religion der Achmadija zu versuchen. Es war, sozusagen, ihre zweite Auswanderung innerha’b von 50 Jahren, zuerst haben sie ihren heimatlichen Ort verlassen, dann die Religion der Vorfahren. Im Jahre 1880 verkündet ein Mirza Ghulam Achmed, daher der Name der Sekte, Achmadija, dass er die letzte Inkarnation darstelle, Mohammed, Jesu, Wischnu vereinigend, der letztere gehört zu den Hauptgöttern der hindustanischen Religion, die zehn Inkarnationen kennt, die achte Verkörperung sei Krischna gewesen. Achmed fordert die Erneuerung und Vereinigung aller Religionen und einen untraditionellen, reformierten Islam. DAS EINSIEDLERTAL Von Kababir führt ein schmaler Pfad, ein Eselsweg, in das Tal. Eine Treppe, es sollen 300 Stufen sein, hilft den Abstieg zu verkürzen. Wir sind im Wald Es Si’ach, dem Einsiedlertal, genannt nach den Eremiten, die hier vor Zeiten lebten. In dem weissen Kalksteinfelsen befindet sich noch eine zweistöckige Höhle oder Grotte, deren Vorderwand eingestürzt ist. In diesem Schwer zugänglichen Wädi hat ein r Berthold (Bro - cardos) von. Kalibrien um 1155' einen" Eremitenorrf Sekten den gegründet, nach dem 2., recht erfolgslosen Kreuzzug, 1147—49, die ‘Brüder unserer lieben Jungfrau vom Karmelberge’, die Karmeliter. — Durch Grabungen wurde das übrige freigelegt, was wir heute sehen. Auf einem schmalen Plateau die Reste einer kleinen Klosterkirche, ein Treppenhaus zeigt, dass einmal ein zweites Stockwerk bestand. — Die festungsartigen Anlagen am Hang, im Gegensatz zum weissen Kalkstein der Kirche, aus rotem Stein ausgeführt, die Treppen und Bogen, sind nicht durch kriegerische Handlungen zerstört worden. Aus dem Einsiedlerorden, sich auf den Phopheten Elijahu berufend, der nach der Bibel in einer Höhle lebte, wird 1209 der Mönchsorden, den der Papst 1226 bestätigt, und der 1245 — oder nach anderen Berichten, 1253, zum Bettelorden wird. Seit 1238, lange vor Ende der Frankenherrschaft im Lande, 1291, wandern die Ordensmitglieder ab, über Zypern, Sizilien nach Frankreich und England. Erst im Jahre 1767 kommen sie wieder auf den Karmel. Ihr Kloster dient 1799 als Lazarett für das französische Heer. Nach Napoleons Rückzug werden die- Gebäude zerstört, aber 1827 neu errichtet, und seit 1919 erinnert ein Denkstein an den Feldzug Napoleons. Eremiten, Propheten, Sekten, das Einsiedlertal, stellen ein Teil des Karmelberges dar, sie gehören zu ihm, zu seiner Geschichte, zu seiner Legendenwelt, zu dem Weingarten Gottes, dessen Schönheit im Lied der Lieder besungen wird, in dem von der Geliebten gefordert wird, dass ihr Kopf so schön sein solle, wie der Karmel... Heinzemer Goldstein DIE AUSSAETZIGEN VON JERUSALEM Wir lesen im 4. Buch Mosche Kap. 12, dass Mosches Schwester Mirjam schlecht über ih/ta grossen Bruder redete, weil er ein Negermädchen geheiratet hatte. Zur Strafe lietss Gott Mirjam an Lepra erkranken. Warum war die Strafe Lepra und nicht Krebs? Weil die Lepra mit Recht bis vor kurzer Zeit als die furchtbarste Krankheit der Menschheit betrachtet wurde. Viele Reisebeschreibungen von Jerusalem, d e vor mehr als 100 Jahren verfasst wurden, berichten von dem Viertel der Aussätzigen in der Nähe des Ziontors. Dort lebten über 100 Kranke in verfallenen Hüten und erreichten kein hoher; Alter. Sie lebten vom Betteln. Die Schilderung der Reisenden sind oft so gruselig, dass man versteht, wenn reichlich gespendet wurde. Wie wurde diese Schande beseitigt? Wir verdanken es evangelischen Christen und dem jiid. Woh täter Sir Mosche Montefiore, dass 1888 das Hansenheim für Lepröse erbaut wurde und kein Kranker sich weiter auf den Strassen herumtreiben konnte. Als ich jetzt im weissen Kittel als Arzt verkleidet das Heim besuchte, fand ich kaum 20 Kranke. Der Arzt wohnt neben dem Hospital. 5 Schwestern reichen aus. Wie war das möglich? Der Name „Lepra“ kommt von dem griech. T arnen fi'r Schuppen, mit dem sich Teile des Körpers bedecken. Der Name „Aussatz“ macht die Sache deutlicher. Die Kranken wurden wirklich ausgesetzt und aus der menschlichen Gesellschaft verstossen. Archäologen entdeckten in der Nähe Aachens einen mittelalterlichen Friedhof für Lepröse dehn sic wurden nicht einmal auf einem normalen 24

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