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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1980-05-01 · No. 46-47 (Mai 1980), Fortsetzung · p. Seite 58

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1980
Issue
No. 46-47 (Mai 1980), Fortsetzung
Date
1980-05-01
Page
Seite 58 (sequence 2526)
Language
German
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Professor Sir Ludwig Guffmann s. A. Ende März ist in England der international bekannte und anerkannte Neurologe und Neurochirurg Sir Ludwig („Lumpel“) Guttmann gestorben — im kommenden Juli hätte er sein 81. Lebensjahr vollendet. Seine oft gepriesenen Verdienste als Spezialarzt und als Helfer vieler Menschen fanden ihren Niederschlag in fast zahllosen akademischen und politischen Ehrungen und Auszeichnungen, die in jüdischen wie fachmännischen Nachschlagwerken aufgeführt sind. Dr. Guttmanns ausserordentlich segensreiche Tätigkeit galt in erster Linie der Behandlung und physischen Rehabilitierung von im letzten Weltkrieg durch Rückenmarksverletzungen beschäftigten Soldaten, Schwer r behinderten also, die vielfach mit überraschendem Erfolg fürs Leben wieder fit gemacht werden konnten. Guttmann stammte aus dem oberschlesischen Tost; er wuchs in Königshütte auf und studierte Medizin in Freiburg i.Br. Zunächst arbeitete er am Wenzel-Hancke-Krankenhaus der Stadt Breslau. 1930 wurde er Privatdozent an der dortigen Universität. Von 1933 bis 1939 Leiter der Neurologischen und Neurochirurgischen Abteilung des Jüdischen Krankenhauses in der schlesischen Landeshauptstadt, war er ab 1937 der Direktor des gesamten Hospitals. In der Emigration zunächst in Oxford in der Forschung auf seinem engeren Spezialgebiet tätig, leitete er von 1946 an 20 Jahre lang das von ihm gegründete „National Spinal Injuries Centre“ des Stoke-Mandeville.Hospitals in Aylesbury bei London. Dort vollbrachte er alles das, was man als sein Lebenswerk bezeichnen kann. Berechtigter Dank namentlich aus den Kreisen der Veteranen verwandelte sich häufig zu einer Verehrung, wie sie in unserer Zeit einem Arzt nur selten zuteil geworden ist. Zu dieser mehr persönlich-privaten Dankbarkeit gesellte sich bald weltweite fachliche und öffentliche Anerkennung einer einer grossen Leistung. Schon 1953 ehrte ihn die „World Veterans’ Federation“, 1954 machte ihn die Universität Köln (in Wahrung der Tradition der untergegangenen Bre.slauer) zum Professor, 1958 wurde eine Strasse in der Kriegsveteranensiedlung in Doorn/Holland nach Dr. Guttmann benannt, 1966 wurde er von der englischen Königin in den Adelsstand erhoben, 1969 folgte die Ehrenbürgerschaft von Aylesbury, seiner langjährigen Wirkungsstätte, und 1972, bei der Eröffnung der Internationalen Sportspiele für Gelähmte in Heidelberg, erhielt er den Stern zum Bonner Grossen Bundesverdienstkreuz. Wiederholt führten ihn Spezialkonsultationen und akademische Vorlesungen ins Ausland, immer wieder auch nach Israel. In jeder Phase seines Lebens hat Ludwig Guttmann seine Identität mit der jüdischen Gemeinschaft unter Beweis gestellt und an ihren Aufgaben mitgewirkt. Im früheren Deutschland einer der aktivsten K.C.er, vertrat er in Breslau und Schlesien in schwerer Zeit die Sache der hart betroffenen jüdischen Ärzteschaft. In England u.a. Vorstandsmitglied der „Association of Jewish Refugees in Great Britain“, ist er mehrfach öffentlich hervorgetreten. Er fühlte Pflicht und Verantwortung. Die Persönlichkeit und das Werk dieses Menschen und Arztes werden in die Geschichte unserer Zeit eingehen. Dr. E. G. Lowenthal Prof. Dr. Harry Schaeffer s.A. Vor kurzer Zeit ist in Meran (Italien) der pensionierte Ord. Professor für innere Medizin, Prof. Dr. HARRY SCHAEFFER, früher Breslau, Alexandrien (Aegypten), Bad Nauheim, verstorben. Wir ehemaligen Breslauer erinnern uns in Wehmut an diesen ausserodentlichen beliebten und in seinem Stande weitaus über den Durschnitt hervorragenden Mediziner. Seine Staatsprüfung bestand er szt. summa cum laude, Habilitation an der Universität Breslau unter Geh. Rat Prof. Minkowsky, dem Entdecker d. Experimentellen Diabetis (Zuckerkrankheit). 1930 Berufung als Ordinarius an die Universität in Kanton (China). Diese Berufung wurde von ihm abgelehnt und statt dessen nahm er den Ruf als Chefarzt der inneren Abteilung am Jüd. Krankenhaus in Breslau, an. Während seiner Tätigkeit in Tel Aviv hielt er zahlreiche Vorträge zur ärztlichen Fortbildung. Später folgte er einem Ruf als Chefarzt des Jüd. Krankenhauses in Alexandrien. Dann ging er im Rahmen einer Forschungsarbeit am Herzforschungsinstitut der Max-Planck-Gesellschaft nach Bad Nauheim, Wahl zum Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung (eine seltene Ehrung). Über 200 wissenschaftliche Publikationen hervorragendster Art lassen diesen Menschen uns allen in bester Erinnerung halten. Er hat der Nachwelt viele Richtlinien für die weitere Arbeit und Forschung hinterlassen. Er bleibt uns, die wir stolz gewesen sind, in Breslau einen solch grossen Mediziner gehabt zu haben, in bester Erinnerung. Verband ehemaliger Breslauer in Israel Max Kochmann s.A. Max (Mordechai) Kochmann, geb. am 20.2.1903 wurde am 20.11.79 von seinem schweren Leiden erlöst und hinterlässt nicht nur seine Familie sondern einen grossen Kreis von Freunden und Bekannten, die ihn schätzten und vermissen werden. Ich lernte Max als Mitglied des Breslauer Makkabi kennen. Diesen seinen Weg nahm er, als er noch als Junge in Kattowitz lebte, wo unter Siegbert Riesenfeld der damals Soldat im ersten Weltkrieg war, seine Riege eine Turnschau gab. 1923 siedelte er mit seiner Familie nach Breslau über. Er zählte u.a. zu den besten jüdischen Geräteturnern, die zu der besten Turnriege Deutschlands zählte. Überdurchschnittlichen Leistungen steht immer eine menschliche Persönlichkeit gegenüber mit Verantwortlichkeit, äusserster Disziplin, Kameradschaftlichkeit. Dieser Gruppe von Menschen verdankt nicht nur der Makkabi Breslau sondern Deutschland die Rolle, die er in dieser Zeit errang und denen die späteren Aufgaben, die die jüdische Sportorganisation im Leben der deutschen Juden zu spielen hatten zufielen. In seinem Familienbereich musste er sehr früh, nämlich mit dem Tode seines Vaters im Jahre 1926, die Rolle des Familienoberhaupts übernehmen, indem er der Mutter half, ihren Geschäftsbetrieb — es war die Fischhandlung Kochmann in Breslau — zu erhalten und zu entwickeln bis zu seiner Auswanderung nach Israel. Die Art, wie er für seine eigene mit Margot gegründete Familie sorgte, sich für seine Mutter und seinen Bruder Jaakob liebend einsetzte ist der Ausdruck einer tiefen Liebesfähigkeit, Verantwortlichkeit und Verankerung in der jüdischen Tradition. Die Persönlichkeit von Max stellt eine Verpflichtung moralischer Art für alle die dar, denen Mensch- und Judesein ein Begriff ist. Dr. Herbert Rotter, ehemaliger Vorsitzender des Bar Kochba Breslau Heinz Unikower, Haifa, s.A. Mit dem Hinscheiden unseres lieben Heinz Unikower ist einer der bedeutendsten Makkabi- Sportler vom Bar-Kochba, Breslau, dahingegangen. Heinz Unikower war mein Freund und Sportkollege seit 1923. Wir waren fast täglich zusammen. Er stammte aus einer sehr religiösen Familie. Sein Vater betete in ü?r Storch-Synagoge. Wir beide standen immer neben seinem Vater. 1928 fuhr er nach Amerika, aber bereits nach einem Jahr kehrte er wieder nach Breslau zurück. 1936 ging er nach Palästina und hat unter dem englischen Mandat als Polizist gearbeitet und dann wurde er in die Polizei des Staates Israel übernommen. Er ging nach der Entlassung aus der Polizei in die grosse Firma Alliance nach Chedera, wo er bis zu seiner Pensionierung verblieb. Der Heimgegangene war ein vorbildlicher Ehemann, ein guter Vater seiner, leider erkrankten Tochter, ein guter Bruder und bester Freund. Mit Heinz Unikower ist einer der besten Sportler dahingegangen. Wer das Glück hatte, mit ihm befreundet gewesen zu sein, wird ihn nicht vergessen. Gewidmet von seinem Freund und Sportkoilegen Georg Peehwasser, Petach Tikwah, Schapirostr. 22 (Israel) WIEDER EIN ALTER BRESLAUER, BAR-KOCHBANER WENIGER Am 26.5.1979 hat uns unser alter Freund und Sportkamerad Heinz Unikower im Alter von 72 Jahren verlassen. Alle alten Breslauer Bar-Kochbaner werden sich noch an den Rundendreher (10.000 bis 20.000 Meterlauf) auf unserem Platz an der Menzelstrasse erinnern. So bescheiden1' wie er war, hat er gelebt. Er war viele Jahre bei der Polizei und später in der Reifenfabrik Alliance. Er hinterlässt seine Frau und eine Tochter, die leider seit Kindheit gelähmt ist. Sein Bruder ist der bekannte und rührige Rechtsanwalt Dr. Franz Unikower und lebt nach seiner Befreiung aus Auschwitz jetzt in Langen-Oberlinden bei Frankfurt a/Main. In treuem Gedenken sein alter Mitarbeiter Joachim Luft, Haifa 53

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