Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1980
- Issue
- No. 46-47 (Mai 1980), Fortsetzung
- Date
- 1980-05-01
- Page
- Seite 55 (sequence 2523)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Jahre hinter den Kulissen der Oper in Israel (Heinz Pinkus anlässlich seines 70. Geburtstages gewidmet) Dr. Heinz (Hillel) Pinkus, 1910 in Berlin geboren, kam nach Beendigung des Studiums in Berlin und Marburg Ende des Jahres 1936 nach Israel. Als Musiker war seine erste Leistung die musikalische Einstudierung und Leitung der Oper „Hansel und Gretel“, die Elli Kurz mit jungen Sängern ihrer Gesangsklasse am Konservatorium „Schulamit“ organisiert hatte (1938). — Im gleichen Jahre trat er als Solokorrepetitor der Opera Ivrith bei. Als die Opera Amamit (Volksoper) gegründet wurde, war er zwar nicht Kollektivmitglied, wurde aber regelmässig zur Korrepetition, zur Leitung von Chorproben oder Bühnendiensten hinzugezogen. Der Opera Israelit leistet er seit dem Jahre ihre Bestehens — mit gelegentlichn Unterbrechungen — als ständiger Mitarbeiter seine treuen Dienste, so dass im Laufe der Jahre etwa 3/4 aller Choreinstudierungen des Repertoire auf sein Konto gehen. Desgleichen hat er im Laufe seiner Praxis mehrere 100 Partien mit Sängern des In- und Auslandes studiert, sodass er auf dem Gebiet der Oper wohl als der erfahrenste Chorleiter und Korrepetitor des Landes angesehen werden kann. Dabei kommt ihm — abgesehen von seinem musikalischen Können — seine reiche pädagogische Erfahrung zu gute. Er war parallel zu seiner musikalischen Tätigkeit über 25 Jahre als Musik- und Geschichtslehrer sowie Klassenleiter an verschiedenen Gymnasien tätig. Die letzten 15 Jahre gehörte er zum Kollegium des städtischen Gymnasiums „Kugel“ in Cholon, dem er auch nach seiner Pensionierung sehr verbunden blieb. Besondere Erfolge erzielte er auch mit dem von ihm geleiteten Orchester dieses Gymnasiums. Zu seiner musikalischen Tätigkeit im Lande sei noch die Leitung der ersten (konzertanten) Aufführung von Verdis Nabucco mit jungen Sängern erwähnt (vom Klavier aus, seiner Zeit zuerst. in Beth Jizchak dargeboten, 1956). Er wirkte hierbei als Übersetzer, Korrepetitor, Chorleiter, Pianist und Dirigent. Der Chor wurde von Mitgliedern der Moschawa Kfar Jedidia gestellt. — Zum Jubiläum von Kfar Schmariahu leitete er 1957 (mit Chor, Solisten und städtischem Orche- » ster) die Aufführung von Händels „Acis und Galathea“. Es sei noch hinzugefügt, dass er auch von Kol Israel wiederholt zur Vorbereitung von Solisten für konzertante Aufführungen hinzugezogen wurde. Wir wünschen Dr. Pinkus erfolgreiche weitere Lebensjahre. J. S. Dr. Carl Sachs - 80 Jahre Am 7. September 1899, in der „Kornecke“, Ohlauerstrasse, Ecke Schweidnitzer, in Breslau, als Sohn d:s Arztes, Dr. Albert Sachs und Frau Clara geb. Goidstein, geboren, besuchte Carl das Johannes Gymnasium in Breslau und wandte sich anschliessend dem ärztlichen Beruf zu. Er bildete sich als Internist aus. assistierte auch am Jüdischen Krankenhaus in Berlin und wurde Direktor einer Lungenheilstätte Nach Einwanderung ln USA praktizierte er in Brooklyn — New York viele Jahre erfolgreich und setzte sich nach 50 Jahren ärztlicher Tätigkeit zur Ruhe. Sein Hobby ist die Musik. Er hat seit jungen Jahren das Geigenspiel erlernt, später kam Viola, Klavier und Oboe dazu. Er betätigte sich lange Zeit in seiner Freizeit als Violinist von Amateur- Orchestern. Schon in Breslau hatte es ihm Freude gemacht, in Theaterorchestern mitzuwirken, so z.B. im Lobe Theater unter Stabführung von Dr. E. Nick. Dr. Sachs hat viele Reisen unternommen und grosses Interesse für Geschichte und Antike. Unser Jubilar weist als jetzt 80jähirger noch aus, dass er sich auch den Anforderungen der modernen Zeit aufgeschlossen zu stellen weiss. Er ist sehr beliebt und hat einen erheblichen Freundeskreis von hohem geistigen Niveau. Er hat eine Angenehme Art mit Menschen umzugehen und beweist Herzensgüte. Möge er an der Seite der lieben Gattin Edna noch viele weitere glückliche und zufriedene Jahre erleben. Schlomo Stein, Jerusalem, zum 75 ten In seiner grossen Bescheidenheit möchte der oben Genannte nach Möglichkeit jeder besonderen Würdigung entgehen. Wir aber glauben, dass er gerade deshalb im Rahmen unseres Blattes genannt werden soll. Schlomo Stein, in Hamburg geboren, war Schüler der dortigen bekannten Talmud Thoraschule, wo sein Vater über 30 Jahre als Lehrer wirkte. In seiner Familie War der Lehrerberuf stark verbreitet und so hat auch er diesen Beruf gewählt. Uns freut es zu hören, dass seine glücklichste Tätigkeit von 1930—1938 am jüdischen Reform-Real-Gymnasium, Breslau, und in der Misrachi Jugendbewegung, gewesen ist. Verhältnismässig spät nach Palästina eingewandert, hat er ohne Sprachschwierigkeiten, sofort an vielen Schulen Mathematik, Geographie und Naturwissenschaften, unterrichtet. Nach seiner Pensionierung ist er freier Hörer an der Universität Jerusalem, und aus seiner Feder entstehen dauernd die verschiedensten Artikel über: Archaeologie, Geschichte und Psychologie. Wir sind erstaunt, über die Fülle des Materials, den ausgezeichneten Stil und die tiefen Gedanken, die seine Aufsätze zeigen. In aller Stille hilft er Kranken und Behinderten, ebenso seiner Gattin. Es würde dem Sinn des Jubilars nicht entsprechen, wenn wir besondere Dinge noch hervorheben würden. Unser Wunsch geht dahin, dass Sie, 1b. Schlomo Stein, in Gesundheit sich dieselbe Aktivität erhalten, zum Besten Ihrer Leser und Hörer. Ad mea weessrim. Verband ehemaliger Breslauer in Israel 143 Jahre! Einen etwas seltenen Geburtstag feiert unser Breslauer Landsmann Luz Meyer. Ehrlich gesagt, er allein ist noch nicht so alt, es hilft ihm dabei ein Teil seiner Familie und zwar alle 3 am gleichen Tag: 23. Januar, um diesen besonderen Geburtstag zusammen zu verleben. Herr L. M. wird 65, seine Gattin Elli feiert auch eine runde Jahreszahl und Tochter Irene 28, also rechnen sie nach, ob die obige Zahl stimmt. — Luz Meyer wurde 1915 geboren, ging im Süden in die Ilmingvorschule, wo meist jüdische Jungen das ABC lernten, dann im Johannesgymnasium, wo er Latein und Griechisch lernen musste, konnte wegen der Nazis nur bis zur Unterprima gehen, lebte später 1 Jahr in Paris, musste aber wieder nach D. zurückkehren, da der 2. Mann seiner sei. Mutter starb, um ihr im Geschäft zu helfen. Da er aus einem erlogenen Grunde 1 Woche ins Untersuchungsgefängnis am Anger — direkt gegenüber der ehern. Synagoge — kam, war cs Zeit die Heimat zu verlassen und so ging er 1938 nach Argentinien, um in Bs. Aires in der Schreibmaschinenbranche zu erbeiten, die er übrigens abends bei einem SS-Mann — der natürlich nichts gegen Juden hatte ,... aber er war ein sehr guter Mechaniker, in Ereslau erlernte. — Später kamen auch seine Mutter und sein kleiner Bruder nach. Herr Meyer heiratete vor 30 Jahren und ist bereits Grossvater von 2 Enkelkindern. USL WIR GRATULIEREN Herrn Heinz Orgler, TA, Dow Hosstrase 19, zum 75. Geburtstage. Als Vorsitzender der „Begegnung", hat der Jubilar verstanden, durch mühselige Kleinarbeit viele Kontakte mit Gruppen aus der Bundesrepublik, Einzelpersonen, sowie Prominenten, zu schaffen. Seine Arbeit ist so umfangreich und die beste Vertretung bzw. Verbindung Israel — Bundesrepublik. Herrn Ernst Tichauer, Kirjat Bialik, Deganiastrasse 10, zum 85ten Geburtstag. Wir stehen mit ihm in ständiger Verbindung, bewundern seine Aktivität und sein Interesse an allen Vorgängen des tägliches Lebens. Sein Garten, von ihm gepflegt, ist ein Vorbild für die Einwohner von Kirjat Bialik. E. Tichauer war in Breslau Inhaber d. Schuhhauses „Record“ u. gehörte zu den Gründern v. Kiriat Bialik. T. war auch Mitgründer d. „Zebu- Ion“ Loge (Bne Brith).- Frau Else Heimann, Ramat Chen, Aluf David 185, im Elternheim der IOME, zum 90ten Geburtstag. Frau Heimann geb. Karliner, ist seit frühester Jugend durch ihre Lebensklugheit und ihren wachen Sinn, der ihr an der Seite ihres Mannes s.A. in allen Lagen des Lebens helfend zur Seite stand, immer beliebt und geehrt. Herrn Professor Pax, Jerusalem, Studium Biblicum Fraaciskanum, P.O.B. 19-0424, zur Verleihung des Titels „Jakir Jeruschalajim". Der Jubilar ist ein Schüler des Johannes Gymnasiums aus Breslau, hat dort sehr viele Jüdische Freunde erworben und ist mit den jüdischen Bräuchen sehr vertraut. Als Bibliothekar der Franziskaner Bibliothek ist er auf Grund seiner starken wissenschaftlichen Tätigkeit Immer bereit, in jüdischen Logen und anderen Verbindungen durch Vorträge und Belehrungen den Zuhörern viel zu geben. Seine Persönlichkeit zeichnet sich durch grosse Bescheidenheit aus. Erst vor kurzem ist er von einer Studienreise aus dem fernen Osten nach Jerusalem zurückgekehrt, das er besonders Hebt und zu dessen Bevölkerung er viele Verbindungen hat. Das Kuratorium der Paul - Dierichs - Stiftung in Kassel hat dem Vorsitzenden des Vereins ehemaliger Kasselaner In Israel, Ernst Freudenthal einen Preis als Zeichen der Anerkennung für seine Bemühungen um Deutsch - Israelische Beziehungen, zuerkannt. Die feierliche Überreichung findet s.G.w. Ende September 1980 in Kassel statt. Wir gratulieren Ernst Freudenthal herzl. zu dieser Ehrung. Bei Drucklegung unserer Zeitung erfahren wir, dass Professor Dr. Michael Rabin, Jerusalem, Alcharisistr. 4, den Harwey Preis erhalten hat, wozu wir ihm herzlichst gratulieren. Der Geehrte ist der Sohn des unvergess. Dozenten des Rabbinerseminars Breslau Dr. Israel Rabin und seiner Gattin Esther geb. Hess. Die Eltern haben im jüdischen Leben Breslaus und dann in Haifa eine bedeutende Rolle gespielt. Herrn Dr. Joseph Prager, Haifa (früher Breslau) zum 95. Geburtstage. Der Jubilar ist bekannt als Arzt, Vorsitzender des Neurologenverbandes und früher als Leiter der Zionistischen Ortsgruppe Breslau, sowie als Mitgründer des K.I.V. und s.Zt. Mitglied der Landesleitung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Noch heute sind seine Lehrvorträge im Bne Brith Logenheim, Haifa, allseits beliebt. 55