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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1980-05-01 · No. 46-47 (Mai 1980), Fortsetzung · p. Seite 53

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1980
Issue
No. 46-47 (Mai 1980), Fortsetzung
Date
1980-05-01
Page
Seite 53 (sequence 2521)
Language
German
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Auch als sie ln fremde Länder auswanderten, änderten sie sich nicht. Sie wurden entweder 150% Patrioten ln dem neuen Land oder sie wurden die sogenannten „Chez nous“ Emigranten. Die erste Gruppe begann sofort das alte Land zu hassen und vom ersten Tag an das neue zu lieben. Sie wollten Deutschland vergessen und bessere Bürger in ihrer neuen Heimat werden, sogar bessere Bürger als die Einheimischen. Sie lehnten es ab deutsch zu sprechen und bedienten sich ausschliesslich der Sprache des neuen Landes, obwohl es mehr „Emigranto“ als sonst etwas klang. Die zweite Gruppe konnte sich an die neue Umgebung nicht gewöhnen und sie verglich alles, was sie sah, hörte oder was auch geschah mit Gleichem in der alten Heimat und natürlich fanden sie es besser dort. Der Hauptpunkt aber, den sie vergassen, war: Ihre Ohren hörten nicht, dass sie noch Juden waren und die nicht nur durch ihre Religion, sondern in jeder Hinsicht. Ich selbst hatte keine andere Wahl als nach Amerika auszuwandern, da Verwandte meiner Frau bereits dort waren, aber... und hier kommt das grosse Aber: So wie in Deutschland so erlebte ich es hier in Amerika. Noch immer hörte ich mit einem Akzent. Bitte mich nicht misszuverstehen. Ich bin diesem Land, das mir Zuflucht gewährte als ich es brauchte und das mir die Möglichkeit gab ein neues Leben zu beginnen, sehr dankbar. Und trozdem: Wenn ich um mich sehe und hinauslausche, bringe ich alles in Verbindung mit dem Juden in mir und — dies ist ein neuer Aspekt — mit Israel. Hier einige Beispiele. Wenn ich morgens die Zeitung öffne, sehe ich zuerst nach, was sich in Israel ereignet hat. Ich treffe Freunde, wir sprechen über Dinge, die nichts mit Israel oder Judaism zu tun haben, doch immer endet unsere Unterhaltung — unter meiner Führung — mit dem jüdischen oder israelischen Thema. Ich habe hierbei schon einige gute Freunde verloren, die denken müssen, dass ich nicht normal bin. Ich liebe gute Bücher, spiele Klavier, wenn ich aber israelische Lieder höre — ich schäme mich nicht es zu sagen — kommen mir die Tränen. Ich lese hauptsächlich Bücher über Israel und Judaism und meine Bibliothek besteht hauptsächlich aus Büchern über diese beiden Themen. Während unserer Ferien haben wir schon viel Schönes in Amerika gesehen, aber die schönsten Ferien, die wir je hatten, waren die vor fünf Jahren in Israel, die wir nie vergessen werden. Vor zwei Jahren waren wir wiederum in Israel und haben vor nächstes Jahr wieder hinzufahren. Die meisten unserer jüdischen Freunde haben schon Europa als sog. „Restitutionäre“ besucht (Touristen mit Restitutionsgeldern) oder sie beabsichtigen einen Besuch mit Aufenthalt in Deutschland oder Österreich. Jedoch nicht wir. Wir sehnen uns nach Israel. Und warum? Ich sage es Ihnen: Weil wir mit einem Akzent hören, wo immer wir uns befinden, ausser in Israel. In Israel fühlten wir uns zu Hause, schon vom Moment an als wir das El Al-Flugzeug bestiegen bis zum Ende unserer Reise. Die Sprache konnten wir nicht verstehen, doch unser Ohr nahm Jeden Klang auf. Und jedesmal, wenn wir nach Amerika zurückkamen, bemerkte das Ohr den Unterschied. Wir kamen von Deutschland nach Amerika mit deutschem Geburtsschein. Hier leben wir mit amerikanischen Pass als amerikanische Bürger, aber unser Ohr ist nach Israel gerichtet, dem einzigen Platz auf der Welt, wo wir nicht mit einem Akzent hören. (Prof. MEYER zum 70. ( Geburtstag Hoch klingt das Lied vom braven Mann. So fang ich heut mein Verslein an. Der brave Mann, der Jubilar, Ibt Dr. Meyer, 70 Jahr. Der Mantelkragen, der sitzt schief, Und aus der Tasche hängt ein Brief. Die Baskenmütze leicht verdreht, Am Gan-Haem spazieren geht... Der Jubilar, er liebt zu wandern, Und oft von einem Tag zum andern,; Trifft man ihn öfters in der Früh Zu Fuss: Merkas-Ster. Hanassi. Kaum sieht er wer vorüber geht, Doch ab und zu am Platz er steht. Geschichte und Judaica Sind ihm auch beim Spaziergang nah. Doch plötzlich hebt er seinen Blick, Da hört er Töne, hört Musik, Musik der Töne Harmonie, Erfreut sein Herz, auch in der Früh. Und diese Töne führen ihn, Mit Flügeln nach Europa hin. Als Landesrabbiner er sich drüben befand, In Münster, in Bochum, im Westfäl. Land. Vielen wertvollen Menschen war er dort bekannt, Nur einige Namen sind hier genannt. Steffan Albring, Frau Lutz, Dietrich Keuning waren ihm lieb, Über die Familie Kleestadt in Dortmund ein Buch er schrieb. Er fuhr bis nach Detrold, ins Lipp. Land, In Dortmund ein Jüd. Jugendbund entstand. Und Jahre zuvor, schnell laufen die Zeiten, Könnt in Antwerpen die Schule er leiten. Doch wo er auch wirkte, ob Dortmund, ob Essen, Israel hat er nicht vergessen. Er liess Angebote ausser acht, Und hat sich auf den Weg nach Hause gemacht. Seine liebe Gattin, das muss ich hier sagen, hat ln leichten wie in schweren Tagen, An seiner Seite gewirkt und gestanden, Hier und auch in europäischen Landen. Und besonders zu Hause mit Ihren 2 Söhnen, Tat sie dem Gatten das Leben vorschönen. Auch wir, verehrter Jubilar, Wünschen bis 120 Jahr, Gesundheit und weiter Familien-Glück, Und zu schönen Vergangenem einen liebenden Blick. Herbert Geisenberg s.A. (früher Lakewood, Kreuzburg O/S) Dies wünschen Heim u. Zora Oliven, Haifa Prof. Dr. Hans Hanoch Meyer, Haifa, 70 Jahre alt Es ist uns eine besondere Freude, unserem hochverehrten Prof. Dr. Meyer im Rahmen unseres Blattes eine Würdigung zu seinem 70ten Geburtstag zu schreiben. Er ist am 3.10.1909 in Crone a.d.Brahe in der Provinz Posen geboren. Das Posener Judentum hatte eine besondere Prägung. Es war im allgemeinen streng religiös, hatte gute Beziehungen zur Geburtsstadt und der Heimat, ohne aber ins extreme zu verfallen. Durch die Besetzung der Provinz Posen nach dem 1. Weltkrieg zogen die Eltern des Jubilars nach Berlin, wo er das Gymnasium mit dem Abitur absolvierte. Nach Studium an der Universität und Jeschiwa in Frankfurt a/Main zog er nach Berlin zurück, wo er im Jahre 1933 seine Doktorarbeit mit Prädikat machte. Als Hörer des Berliner Rabbinerseminars erhielt er den akademischen Grad als Rabbiner und Religionslehrer. Im Jahre 1939 Ins Land gekommen, konnte er als Forschungsstudent an der Hebräischen Universität in Jerusalem, arbeiten. Er scheute sich nicht, zur Erhaltung seiner Familie, — er heiratete 1939 in Haifa — bei den Atawerken zu arbeiten Später haben beide ein Kinderheim auf dem Carmel geleitet und auch dann in der Alijah Hanoar gearbeitet. 1949 Frontsoldat und Archiv-Offizier. Später als Lehrer und Schulleiter. 1958 bat man ihn, nach der Bundes- Republik zu gehen und dort war er als Landes- Rabbiner in Dortmund viele Jahre erfolgreich tätig. Neben seinem Amt als Rabbiner, Prediger und Seelsorger, ist seine starke Veranlagung Forschung, insbesondere auf historischem Gebiete. So entstanden aus seiner Feder: „Aus Geschichte und Leben der Juden in Westfalen“, sowie „Ernte der Synagoga“, letzteres herausgegeben mit noch anderen Forschern. 1963 nach Israel zurückgekehrt, erfolgte die Begründung der „Documenta Judaica“. Bisher sind 5 Arbeiten erschienen. 1969 erhielt der Jubilar einen Lehrauftrag für Judaica seitens der Ruhr-Universität in Bochum. Dort arbeitete er 6 Semester. Für seine enorme historische Tätigkeit erhielt er den Titel Professor. Seine Vorträge zeugen von tiefer Gründlichkeit und schwerer Arbeitslast. Seine Ausführungen sind immer historisch stark unterbaut und halten jeder Diskussion stand. Wir wünschen unserem lieben Professor Dr. Hans Meyer noch viele, viele Jahre mit seiner Gattin und der weiteren Familie, die selbe Arbeitskraft und die Liebe zur Forschung. Ad Mea Weessrim. Verband ehemaliger Breslauer in Israel SS

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