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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1980-05-01 · No. 46-47 (Mai 1980) · p. Seite 28

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1980
Issue
No. 46-47 (Mai 1980)
Date
1980-05-01
Page
Seite 28 (sequence 28)
Language
German
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Die Gemeinschaft konsolidiert sich schnell, und schon 1624 wird die Raschikapelle als Studienraum an die renovierte Synagoge angebaut. Im pfälzischen Erbfolgekrieg verbrennen 1689 die Franzosen die Stadt, wobei auch das jüdische Viertel in Mitleidenschaft gezogen wird. Zehn Jahre später, 1699, kann die Gemeinde neu gegründet werden, und der Synagogenumbau von 1700 bringt die Gestalt und Form, die bis 1938 erhalten blieb. Wer heute von Worms spricht, bringt die Gemeinde mit Raschi in Verbindung, ein historisch gesehener unberechtigter Kurzschluss, zu dem der Name der Raschi-Kapelle oder -Klause beigetragen hat. Es waren andere Gelehrte, die mit der Stadt verbunden waren, und deren Beteiligung an den Takkanot Schum, das Wort, das für die Anfangsbuchstaben der drei Orte, Schin für Speyer, Vav(u) für Worms, und Menn für Mainz, steht. Wir haben den Mystiker Eleaser erwähnt, beigesetzt in Worms sind auch die sterblichen Überreste Rabbi Meir von Rothenburgs, 1230—1293, die 'Leuchte des Exils’, der auf dem Weg ins Heilige Land in Italien verhaftet wurde, und in Ensisheim im Eisass gefangen gehalten. Maharil, Rabbi Jacob ben Moses Halevi, oder Mölln genannt, geboren in Mainz um 1355, wo er auch wirkte. Seine letzten DIE JU Es ist keine leichte Aufgabe nach den Ereignissen des zweiten Weltkrieges über eine jüdische Gemeinschaft in Europa wie es die Juden im Eisass darstellen, zu schreiben, die, wenn auch die meisten von ihnen die Jahre des Schreckens überstanden haben, sich doch immer mehr von ihrem geographischen Hintergrund, den Kleingemeinden, die einmal die Gemeinschaft formten, entfernten, in die grossen Städte abwanderten, nach Strassburg, der Hauptstadt der Provinz, nach Paris und nach Ubersee. Vielleicht hätte der soziale Umbau, als aus den Söhnen der Kleinhändler und Kaufleute, Akademiker, Unternehmer und Beamte wurden, der nicht anders verlief als in den Kleingemeinden des deutschen Ostens, auch ohne den Krieg zu einer Auslösung und Veränderung des elsässischen Judentums geführt, nur wäre er langsamer, evolutionär, vor sich gegangen. Das Eisass, das Land an der 111, die bei Strassburg in den Rhein mündet, ist Grenzland seit den Anfängen der europäischen Geschichte. Im Jahre 58 vor der Zeitrechnung wurde es römisch, im dritten Jahrhundert lösten die Alemannen, der deutsche Stamm, der auch die deutschsprechenden Kantone der Schweiz besiedelt hat, die Kelten ab. Die Landessprache der kleinen Provinz ist bis heute ein alemannischer Dialekt. Zum Frankenland kam es 456, und zum Heiligen römischen Reich Deutscher Nation, Ostfranken oder Deutschland, 870. Im 16. Jahrhundert wurde es von der Reformation erfasst, und so ist die Bevölkerung insbesondere in den kleinen Orten und Dörfern bis auf den heutigen Tag protestantisch, während das übrige Frankreich und die Spätkommer von dort katholisch sind. Ein Zustand, und das klingt paradox, der es nach 1933 ermöglichte, bei dortigen Bauern Hachscharastellen für Junge jüdische Menschen aus Deutschland zu finden, denn, wie damals ein Pastor dem Schreiher dieser Zeilen erklärte, er wisse nur zu gut, was es heisse, zu einer religiösen Minderheit zu gehören. Die pariser Regierung hat nach 1918, als das Land wieder französisch wurde, im Gegensatz zu den Gesetzen in Lebensjahre verbrachte er in Worms, wo er 1427 verstarb. Als Lehrer Raschis kennen wir Jehuda ben Baruch, der selbst ein Schüler Rabbi Gerschoms ben Jehuda war, unter anderen tritt auch ein Kalonymos ben Schabbatai auf, der zu einer weit verbreiteten italienischen Gelehrtenfamilie zählte, der zeitweise Leiter der Jeschiwa in Worms war, in der besonderen Wert auf Bibelkunde u. Midrasch gelegt wurde, während in Mainz das Studium des Talmud im Mittelpunkt stand. Der erste erwähnte Judenbischof Salomon ben Jakob war auch als Autorität der Halacha bekannt. Der erste Parnas, der Vorsteher, nach der Rückkehr 1617 wird Dawid Johuschua Oppenheimer, ein anderer heisst Abraham ben Simon Wolff Oppenheim, der Vater von David Oppenheim, Samuel Oppenheimer und Samson Wertheimer, die in Österreich zu Ehren und Reichtum kommen. Um 1700, die Gemeinde wurde nach dem Franzoseneinfall 1699 neu gegründet, leben ungefähr 800 Juden in der Stadt. Die Stadt Worms kann im 18. Jahrh. nicht mit den politischen und wirtschaftlichen Metropolen mithalten, sie wird ein Weinort im Rheintal, und damit verliert die jüdische Gemeinde ihre Aufgabe, eine kulturelle und religiöse Zentrale zu sein. Es ist vielleicht eine interessante Anmerkung, dass die französische Armeen, die nach 1792 die DEN IM E HEINZWERNER GOLDSTEIN Frankreich, wo die Kirche vom Staat getrennt ist, im Eisass die Gehälter der Geistlichen bezahlt, und das ist nach 1945 wieder erneuert worden, und die Rabbiner der Consistorien, der Landesverbände, die 1807 durch Napoleon eingeführt wurden, mit den Oberrabbinern in Strassburg und Colmar, erhalten ihre Entlohnung vom Staat. In dem Strassburger Bezirk bestehen in unseren Tagen noch sieben Gemeinden, von denen einige wie Bischeim und Bischweiler Vorstädte geworden sind, bekannte Orte sind noch Zabern (Savern), Hagenau, Obernay, während zu Colmar Mülhatisen. Dörnach und Saint Louis, dem französischeri°Teil von Basel, gehören. r-r- Im Westfälischen Frieden 1648 kam das’Eisass, das vorher den Habsburgern gehörte, zu Frankreich, Srassburg wird 1681 französisch, die'Revolution vereint die Provinz offiziell mit Frankreich (bis 1871). r;:: 'BW . ... «sor Das Stück Land zwischen dem Rhftin, ujld.der Schweiz ist nicht nur eines der;0i fruchtbaren Gebiete Frankreichs, in dem einfs^., a$e§0qhne grosse Mühen wächst, Wein,;.,,JICjpfej)!|.}'V\£eiaen, Tabak, Obst und Gemüse, und.,.wp3,rp ag.. K£$Uy n d Erdöllager entdeckt hat, es isjgai^eh ejndjßtrgii^gische und verkehrspolitische.j^wiphlig&. PofjtiiPhiof'ie Passwege zum Rhonetal, .yjyi r .damit, f,gyx .U^jttelmeerküste Frankreichs #bgr d}£.-Voglen, es ist der Weg, d^nndjer9iPh^ip.7I^howe-Kftßial nimmt, der heute durch .j/iie , yielen^ßtjhleusen unwirtschaftlich ist,. _aber jipmflf, tjje .bVert£ddung von der Nordsee zum. M;ittglmeer.diarstellte.Qi3.I9W Das Klima bringt esrt.viellejc!ht smrtjaich, dass die Bevölkerung nichfcdas,:bektischesLeben anderer moderner Orte kennt, seäbqt.Städte wie Strassburg, heute Grosstadt und Sitz des EuroparateSfnisf ’.'in ihrem .Charakter .ging.gjpsse Mittelstadt geblieben, dazu kommt,! daas.jes!rini??Fra,nkreioh,nims'Gegqnswtz ..J5U Deutschland.)rnHRj^nehvMetropple ,gibt;;tPa,ris, die das gesellsohaftl(ehe_ Lehen;; deiv cHandel.'i die Gemeinden in der Rheinpfalz befreien, den gleichen Weg kommen, den die fränkischen Heerscharen 1096 wählten, als sie sie so grausam zerstörten. In den Jahren des deutschen Freiheitskampfes wählte die Stadt einen jüdischen Bürgermeister, Ferdinand Eberstadt, 1848—1851. Der jüdische Komponist und Musikologe Friedrich Gernsheim, 1839—1916, wird heute als Wormser geehrt. Sohn eines Arztes, nach dem Namen muss er ein Nachkommen des letzten Judenbischofs sein, wurde er 1897 in den Senat der Preussischen Akademie der Künste gerufen, und leitete ab 1901 eine Meisterschule für Komposition in Berlin. * Im Schicksalsjahr 1933 lebten 1150 Juden in Worms, eine jüdische Schule wurde nach 1946 eingerichtet. Viele wanderten ab, aber nicht nur nach Übersee, sondern auch in die grossen Städte Deutschlands, wo das Leben noch erträglicher schien. 1939 blieben noch 316 Juden, die 1941/42 deportiert wurden, von denen nur eine Familie zurückgekehrt ist. Die Gemeindearchive sind von der Stadt später nach Jerusalem gebracht worden, und man hat, zur Ehre der jüdischen Vergangenheit, die Steine wieder aufgestellt, nach alten Plänen die Synagoge errichtet, die damit das älteste Gotteshaus Europas darstellt. Ein Denkmal einer untergegangenen Gemeinschaft. :LSA SS Industrie zentral beherrscht. Dieser Zustand des' Grenzlandes, die Einflüsse der Umgebung, haben natürlich auch das gesellschaftliche und jüdische Leben der Gemeinschaften mitgeformt, und wer für sich eine Zukunft gesucht hat, verlässt die Provinz. Paris, Amerika und die Schweiz, wo man die gleiche Sprache spricht, nimmt viele der elsässischen Juden auf, wie schon die Gleichheit der Namen zeigt. * Aus der Geschichte wissen wir, dass die ersten Juden mit den römischen Legionen in das Rheingebdet kamen, und so ist es kaum zu verstehen, das£ <he erstewaktenkundige Erwähnung einer jüdischeniBevölkerüngtin'iStrassburg erst 1188 genannt witfd, 'einige ( Jahre früher,r-'T170, findet der jüdische (Reisende, Benjamin: aug'Tudela, Juden im Elsass, sie müssen alsö' zuerst; in den (kleinen Orten Unter- ’ kuiift ^efünden häbenitlefe''wären'diejsäid'im Jahre tags -Frankreich: vertrieben Wurden,Pfeinf-Vor- ■cgsaiff; denhich;1306 wifeddfcftöttv Die Geschiöhte'iäer ,r Juden gleibht’ der der deutschen- Gemeinden, Räüb, - .Mord, tAuSWeisbng, -(Autodafes,: und 'immer Nieder -Rückkehr}! Netigründungeft "'der Gemeinden. :"Sie r.-Ieidehutandxitteih Kfeüszüg, :1189fr'd4r zur zweiten n Erötferungrdes'-Ktistön^treifens des-'Heiligen Landes c führte; 'nachdem-Sälaoh, A BiftJ Säladin;'-iI87;3die rl-K-reuzritterg endgültig vertrRibeh > hatte'L'und der, .fWie-seihe .Vorgängen mitrieiheitt. Jüdengemötzel'“in EuropsR'beginnt, die.e Juden*’wferdefi aüs Strassbürg . vertrieben, können aber" 1200-^zurückkehreh, und nincüfesorideteir:Vierteln:. lebefaJlEsTWäht seinerzeit steinÄ;-grosse Geriieinde/ die: ItlOttt-'Juden '>zähltB/'Bie ■-rsich'! C1292f* ein Böthaus; ''errichten; (Die ältesten erhaltenen'Grabsteinb .'Sind aus däm."Jahre 1213). Rn Jahre )1338 vernichtet ein’iArmlädet! 40 Gemeinschaften in.der Provinz,?undOvährend:des ‘Schwär- -zeriiTodes’/ 1349; 'wurden ln 30 r Städter»? dfe'-’Jiitten ermordet/n-AlOOn-Strassbui^feri' Jatfenii wurden.'.'-duf ■<jem nEgiedhof ingKEglpmaFd 13*9) vejJtffasufr Bei :,gitjerg neue!»-s Au6yeis\jng;3gO;:?jahrea.später, .1369, 28

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