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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1980-05-01 · No. 46-47 (Mai 1980) · p. Seite 27

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1980
Issue
No. 46-47 (Mai 1980)
Date
1980-05-01
Page
Seite 27 (sequence 27)
Language
German
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DIE ANFÄNGE DES DEUTSCHEN JUDENTUMS. DIE TAUSEND JAHRE Der Beginn der jüdischen Gemeinschaften in dem Gebiet, das wir politisch und geographisch Deutschland nennen, das ‘Heilige Römische Reich Deutscher Nation’ liegt im Dunkeln. Nach Annahmen, die vielleicht der Wahrheit nahe kommen, kamen die ersten Juden mit den römischen Legionen in die Provinzen des Rheinlandes, Händler, Sklaven und Sklavinnen, Opfer der Kriege von 66 bis 70 und 132 bis 135, die ihre Kinder als Juden erziehen. Vielleicht deshalb die Bestimmung der Halacha, des way of life, der ersten Jahrhunderte der Zeitrechnung, dass sich die Volkszugehörigkeit des Kindes nach der Mutter richtet, im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in den Erzählungen der Schrift. Man weiss wenig über die Anfänge, die ersten Jahrhunderte. Wie so oft, befindet sich die erste Nennung der Juden in einem gegen sie gerichteten Erlass. Im Jahre 321 hebt Kaiser Konstantin ihre Rechte in Köln auf, nachdem das Christentum zur Staatsreligion wurde. Köln stellte damals die nördlichste der Gemeinden dar, Speyer, Worms, Mainz, lagen auf dem Weg dorthin. Die Juden in den rheinischen Städten waren sich ihrer langen Vergangenheit bewusst. Um sich vor den Angriffen der damals jungen und militanten Kirche zu schützen, brachten sie die Legende auf, Nachfahren der verlorenen Stämme zu sein, insbesondere des Stammes Benjamin, die das Heilige Land lange vor den Ereignissen verlassen haben, auf die sich die Kirche stützt. Der Versuch, sich an den Strohhalm einer geschichtlichen Unwahrheit zu klammern, nutzte ihnen wenig. Um das Jahr Tausend besuchen die Wormser Juden regelmässig die Kölner Messe, sie leben nicht nur vom Geldverleih sondern auch vom Handel, dem Warenaustausch. Im Jahre 1034 wird die Synagoge eingeweiht, gestiftet von einem Jakob ben David und seiner Frau Rachel. Der Bau, der die ursprüngliche Grösse von 12.30 auf 18 Metern hatte, ist ganz im romanischen «til gehalten. Er wird später einigemale erneuert und umgebaut. Das Dach der zweischiffigen Halle wird von 2 Säulen getragen mit kelchförmigen Kapitälern verziert. Es war ein anspruchsloses Gebäude, man kannte in Deutschland keine Vorbilder in Synagogenbauten. Die 14 Zeilen der hebräischen Inschrift, die älteste in Europa erhaltene, :Weist auf den Stifter hin. Im Jahre 4934 wurde noch;die 900 Jahr-Feier begangen, in'der--Kristallnacht 'am 9. November 1938 brannte sie aus und im.Lahre 1942 deportierten die :Nazis die letzten Juden von Worms und trugen ndie- :Steine des : Gotteshauses ab. .Nach dem: Krieg, fühlte.- sich die Stadt Wtmhs und die Bundesregierung? der langen .jüdischen Vergangenheit . verpflichtet, nach alten . Plänen, und mit n .‘Steinen; /Soweit, -sie -gefunden wurden, wurde das Gotteshaus :wieder errichtet ■nnd -.ehanuka 1961 -neu geweiht. Ein regelmässiger ^Gottesdienst findet;hier nicht statt, da .kaum Juden'im; Ort leben. Eine fFrauenschul wurde .erst 1218 an ider nördlichen Mauer angebaut, Wie 1624 -eine kleine Klause, die 'Rasehi Kapelle', > genannt-nach :Kabbt rSaloman. Jhohak iOder'jJizchHki, 1.940^1105, der-bekannte Bibelkommentator, dersin 'Trpyesain der Champagne, -(gehören wurde -.und dort iwirfcte,;der;als. junger Btudent zehn .-Jahre;;1055-^-1865,ndn Worms jlebte (und rterntfc Dle-MikWe,;äas;-rituelle Bad, wurde, soweit ibekannt iät,ilerstlnallg:1183 hls - 1186 erbaut, .sie musste i.tief; ausgemauert-.'/Werden, umaan 'den 'Grundwasserspiegel vzu;;acommeh. rßie iwucde .'letztrnalig lSOO -restauriert. -Das;älteste Gebe thueh, aus 'Worms, aus r dem -Jahre 1272; befindet :Sich heute.- in; den „Archiven in JJfcr icsctem. . - •tn; Der'Kööh difcälteöfe:'!Frifedl»f Stetit-den "«Ite- •Sfön ^ftfthnteri tjütSschiSh1 ‘Göfftekaekör ' EüJöpäs DER GEMEINDE WORMS Von HEINZWERNER GOLDSTEIN dar. Die Anfänge gehen bis ins elfte Jahrhundert zurück. Man nannte den Ort den 'Heiligen Sand’, weil hier, der Legende nach, Sand vom HeUigen Land aufgeschüttet wurde. Im Laufe der langen Geschichte wurden nicht nur die Menschen verfolgt sondern auch der Friedhof mehrmals zerstört. Die Lage an den alten Festungsmauem hat beigetragen, dass viele Grabsteine als Baumaterial verschleppt wurden. Während des ‘Tausendjährigen Reiches’ sollte der Platz eingeebnet werden und Raum für ein Parteihaus geben. Es ist der Initiative und des persönlichen Mutes eines Dr. Ilert zuzuschreiben, einer Persönlichkeit der Stadt Worms, dass der Plan nicht ausgeführt werden konnte. Trotz der Verwüstungen sind noch 12 Steine aus den Jahre 1076 bis 1109 erhalten und 50 aus dem 12. Jahrhundert. * Im Jahre 1074 gewährt Kaiser Heinrich der IV den Juden und anderen Bürgern Worms Privilegien und Zollfreiheit, die 1090 erweitert werden. Damals wird erstmalig der ‘Judenbischof’ erwähnt, das Haupt der Gemeinde als Verhandlungspartner. Er wurde von den 12 Parnassim, den Vorstehern, gewählt, und ist verantwortlich für die Selbstverwaltung der Gemeinde, und Vertreter der politischen, kirchlichen und weltlichen Behörden, gegenüber. Der letzte Judenbischof starb 1792, Michael Gernsheim. Die Zoll und Bewegungsfreiheit wird 1157 durch Kaiser Friedrich I, und später durch Friedrich II. bestätigt. Offiziell werden sie Kammerknechte des Reiches und damit dem Einfluss der Bischöfe entzogen. * Die jüdischen Gemeinden Europas erleben ihren Holocaust, der in den Auswirkungen nicht weniger schrecklich ist, als der in unserem Jahrhundert, durch die Kreuzzüge, als die Teilnehmer durch die Kirche m einer Massenhisterie auf gestachelt--werden. Das Schicksal dpr; .Gemeinde Worms steht-hier-als Beispiel für viele andere,:, Die Gemeinden waren nach, unseren-Begriffen klein. Worms hat. in der besten Zeit kai/jpjy mehr als 1500 Seelen .gezählt, und -1096. 800 .Opfer ,zu beklagen gehabt. .Lassen wir einen Zeitgenossen berichten, jSIieser ben Natan, aus „Lothringen, ,'JSs war im Jahre 4856 nach der Erschaffung -der Ijyelt (1096) ... da trafen uns viele und schwere Leiden, die’in diesem Reiche,'seitderff^ds^gegrühdet-wurde, bis''fctzt 'noch nichtvorgekoUfmeh wareii ... Es erhoben sich freche -'Menschen; 'fremdländisches Volk; eine -gränmige, ungetume Stifitir ^von ^Franzosen und Deutschen ... Als sie htin auf ihrem ' Weg:1Öurch die Städte kamää, fn:-denen Jii'den lohnten, sprachen fisie*Ite ‘ Ihräöi rfiüfZen ‘Seht,; wir ziehCTi dahin,‘dfn'tiäs ■ifdfli^e-'fei-ab' iaüdzaSuchen, ühä °Raclie äh deti'ij&haeiiteh^iki "Sbeh, rühd “hier 'Sind ' die Jüaeh; ■■ die ihn (uihge$ifci£ht: ’ftabfei fhfid gekreuzigt. Lasset uns '-zübrst "äh ihnen' ‘Räche nähmen, 'dääs5 der ‘Nhine fistael niäift -'irnjitf erw'äHht werde... ‘‘Afh ^3chäbbäträen '& ijäi'- lifeerffeien Sie die Gemeinde JSpejler -und örgählugen -eefrn-t’erso- ■Ö8fa;./i 0«h'L3;-,tI^-.rd4s'flJat'';ilbem«en-dfe -WÖhe der 'Wüste1' "(Jere'mijähu ,6/6)'! die- : GCmehifle <WbrmS;VIUC<!t : ' -Bin Jahr: A{)ätef»,-.','I097, ikehrteh ■ einige 'der Überlebenden, rairübk, ^wangsgetairfte.ime: im bi- '-gciföfiHJien Baiast Mntargetauoht wären ühd rdeöen^dlb'fBweägsfattfefeflasseff5'Wurde..: Die neue Gemeinde wird erst 1112 urkundlich wieder erwähnt. Die Synagoge blieb bei dem Gemetzel erhalten, ein neuer Pogrom, 1146, beschädigt das Gebäude, das 1174/75 restauriert wird. Der dritte Kreuzzug, 1196, bringt neues Unheil. Wir wissen, dass Frau und Töchter des Rabbi Eleaser ben Jehuda, 1160—1230, der nach seinem Hauptwerk, Roke’ach’, genannt wird, erschlagen werden. Er bleibt bei seiner Gemeinde, und wird als Mystiker, als Begründer der 'Deutschen Kabbala’ bekannt. Bis zum 15. Jahrhundert erfreuten sich die Juden Worms nominell des vollen Bürgerrechtes, sie beteiligten sich am Wehrdienst und der Verteidigung der Stadt, bei der Belagerung durch Otto IV, als sie im Bunde mit dem Hohenstaufen Philipp von Schwaben gegen den Braunschweiger kämpften. Die engen Gassen um die Synagoge bildeten eine geschlossene Wohneinheit, aber sie lebten noch nicht im Getto, das erst später eingeführt wurde. Das Wohnviertel gab ihnen eine gewisse innere Sicherheit, das sie sich weigerten, zu verlassen, als die französischen Heere 1801 das Gettotor niederrissen. Das 13. Jahrh. stellte eine Zeit geistiger Blüte dar, es brachte die Synoden der nachbarlichen Gemeinden Speyer, Worms, Mainz, auf denen Gemeindeangelegenheiten behandelt wurden und Familienrecht beschlossen, die ‘Takkanot Schum’, nach den Anfangsbuchstaben der Städte, die lange Jahre die Grundlagen Jüdischen Brauchs und Rechtes für die Juden Aschkenas bildeten. Die Zeit des Schwarzen Todes in Europa, Jener Epidemie, die mehr als die Hälfte der Menschheit hinraffte, brachte neue ANKLAGEN, Brunnenvergiftung und Ritualmord, die am 10. Adar des Jahres 5109, 1349, in Worms zu neuen Ausschreitungen führten, die viele Opfer kosteten. Die Häuser wurden niedergebrannt, die Synagoge zerstört. Einige flohen bis nach Sinsheim und Heidelberg. Die Rückkehr wird ihnen 1353 erlaubt, und der 10. Adar als lokaler Fasttag festgelegt. Die Synagoge wird im gotischen Stil restauriert. Für Worms endet damit die Periode der führenden rabbinischen Persönlichkeiten, wenn auch Jakob Josef Mölln, der ln Mainz wirkte, seine letzten Lebensjahre in Worms .vei^jioch/e (ßest. 4.427/. Die Gemeinde ihatte bedeutende Rabbinersolange Worms .eine; tonangebende iReichsstadt war. Es ist nicht rmintesestant, (einige;Wbrte der tfltedt Worihs -du widmen,; die heute für eine i Weinsorte, Eiebfraüenmilch,--in der.'.weit bekannt istjiBolange 'das Hfeilige Römische 'Reich keine) Hauptstadt 'hatte; und der Kaiser he rurnreiste.'Urm&eine/Steuern zu behetidh uiid umLlfecirt Suisqbnfehen;-häufen die Lehnsfürsten /auf Reichstagen zusammen;-vlble von Ihnen ifandön in Worms 'Statt, Sdas; (geographisch so günstig gelegenist'.-"Hier wutfde :Qas Konkordat äusgehänö£lt, 4122, in - dein der Imnertiturstreit zwischen dem Kaiser/und ^dem ©äpst; sim; die lEfüsetzung -der -(Bischöfe geregelt >Werdfen Isollte, wie 'das Wormser'Edikt'fei®.(dein Jahre L52tyi*duf 'dem Luther iund seine- Anhänger in Acirtrühd Bann ‘erklärt wurden, «ine ' Entsoheiduhg; ’dfe dm 47. 'Jahrh. zum 30jährigen (Krieg -führte;;dem Rieligiohskrieg; der 'das - damalige Ebropa ■ entvölkerte’ undzerstörte. Der Kurfürst der Pfäl’z 'beitätigt-die’abrlvae- 'gieh der ‘Wormser Gemeinde im 16. LähTft.,Was 'äber die Gilden, :d40 Mitglieder'der iZünfte-'oateht hinderte, am 20. - April-4615, idle Juden, hei denen sie stark versfchuldef waren,'auszuweflRripungef ähr 1500 'Seelen, Bynagege und Friedhof-äa demdHären. uer KbpfWrf&'iaiitevdriidRt 'd&i Awfständ, nma tan 9. 3ahuaf> 1617 Körmen "aie7 'JtRfen' ZUHlcldWhren.

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