Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1980
- Issue
- No. 46-47 (Mai 1980)
- Date
- 1980-05-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE LEBENSGESCHICHTE D. HENRY'S — ENGLISCH - ISRAELISCHER MALER ■’tTTT" -' W, |il§|g »«. » eigenen Händen. In dem Haus verbringen wir ca. 7 Monate des Jahres. Wir trugen auch viel zu der Entwicklung der Safeder Künstlerkolonie bei. Ausserdem hatten wir ca. 20 Jahre eine Galerie in Tiberias, die erste in diesem Ort, die gleichzeitig ein geistiges Zentrum für Vorträge und Konzerte wurde. Ohne Noach, meinen Mann, hätte ich das alles nicht schaffen können, sagt Milia lächelnd. Ich gehöre seit 30 Jahren der Association der Maler und Bildhauer an und bin mit meinen Bildern in ihren Gruppenausstellungen im In- und Ausland vertreten. Meine ersten Bilder wurden bereits 1933 bei der Eröffnung des Dizengoffs Museums in Tel-Aviv gezeigt. Später natürlich permanent in unserer Galerie in Tiberias und in dem Haus in Safed. Die Kritik im Laufe der vielen Jahre — ob es G. Fischer (Maariv) — Arie Lerner (Davar) — Josef Schrick (Haarez) oder Rifka Kaznelson waren, sie alle sprachen schon damals von lyrischen Poemen, Harmonie der Landschaft, Einfachheit in der Linienführung verbunden mit einer gewissen Leichtigkeit und fröh.icher Ausstrahlung speziell in den Blumenbildern". Ich dankte der Künstlerin für ihre interessanten und objektiven Ausführungen. Ausstellung Chanoch Erel (Heinz Ehrlich) Chanoch Erel (früher Heinz Ehrlich) ist in Breslau im Jahre 1923 geboren. Er besuchte die Rediger Schule und ging im Jahre 1938 nach Palästina mit der Jugendallja. Er gehörte zur Gruppe, die nach Ayeleth Haschachar ging und später unter den Gründern von S’doth Yam (Caesaria) tätig war. Diese Gruppe zeichnete sich aus, im Hafen Haifa die Arbeitsplätze zu erobern, und sie war auch in Caesaria bei der Einführung der illegalen Alija (Alija Beth) aktiv. Erel war an all diesen Tätigkeiten führend beteiligt. Im Kibbuz begann Erel seine künstlerische Tätigkeit als Bildhauer (Eisenkonstruktionen), er bekam für seine Statuen den Histadruth-Preis und später den Preis der Alijat Hanoar. Er lernte Malerei bei dem bekannten Israeli Maler Saritzky und hatte Ausstellungen im Haifa- Museum, im Haus der Künstler (Jerusalem) und in der Engel-Galerie (Jerusalem). Er malt in Wasserfarben und öl. Am 30.11.1979 und am 1.12. hatte er eine Verkaufsausstellung im Hause seines Bruders Schlomo Erel in Herzlia, die sehr erfolgreich war. Unter den vielen Besuchern waren einige mit Breslau verbundene Personen, wie z.B.: Hans Sachs, Avner Rom (Goldstrom), Chaim Golan (Goldberg), Mosche Bartur (Berger). Erel ist Mitglied der Vereinigung der Maler und Bildhauer in Jerusalem. Er ist verheiratet mit D’vora geb. Kern und hat zwei Töchter. L. MUSIK UND GEOGRAPHIE — EINE WAHRE GESCHICHTE In Ramat-Gan gibt es ein Kammerorchester, das regelmässig im Museum Ramat-Gan Abonnementskonzerte veranstaltet. Dirigent des Orchesters ist Amos Meller, der auch zuweilen die Programmerklärungen schreibt. So lesen wir zu unserem Erstaunen Im Programm des 3. Konzerts über das Werk eines neueren deutschen Komponisten Hans Klaus Langer „Ouvertüre Giocosa“: „Der deutsche Komponist wurde in Breslau geboren, eine Stadt, die damals (1903) zur Tschechoslowakei gehörte, während sie heute zu Polen gehört...“ Mit Interesse lernen wir von dem gelehrten Musiker, dass Breslau im Jahre 1903 zu einem Staat gehörte, der erst 1918 geboren wurde. Man lernt eben nie aus. A. F. Als D. Henry 1931 in Cornwell in eine altenglisch-christliche Familie hineingeboren w'urde, hatte wohl niemand den Gedanken, dass sein Leben ihn einmal als Maler nach Israel führen würde, zumal mit einer Israeli verheiratet und zwei im Land geborenen Kindern. D. Henry verbrachte seine Jugend in einem englischen Waisenhaus, da seine Mutter mit 5 Kindern früh Witwe wurde — er war damals 5 Jahre alt. Mit 16 Jahren stand er allein, ohne Beruf, auch ohne Mittel etwas zu lernen da. Er versuchte es mit den verschiedensten Arbeiten. Durch Zufall — er hatte genug von den schweren, körperlichen Forderungen — bewarb er sich in einem Reklamebüro. Dies war sein Platz. Er lernte das Fach aus der Praxis von der Pike auf — Begabung schien fundamental zu sein — und stieg zu einem der erfolgreichsten und bestbezahltesten Angestellten dieser Firma auf. So schickte man ihn als Vertreter in die ganze Welt. Er verbrachte zuerst 2 Jahre in Singapur dann 3 Jahre in Afrika und wiederum 2 Jahre in den verschiedensten Hauptstädten Europas. Dort besuchte er in seiner Freizeit Museen und begann ernsthaft Malerei zu studieren. Als er 1964 in England zurück seiner Firma kündigte mit der Begründung „ich will malen entweder in Israel oder Korsika", meinte man, ein Psychiater sei notwendig“. Aber es war tiefer Ernst und der junge Engländer ging 1964 allein nach Israel. Es verschlug ihn zuerst nach Akko — fremd, ohne Beziehungen und ohne Sprache, in eine wirtschaftlich schwere Zeit — besonders schwer Bilder zu verkaufen. D. Henry überwältigt ja fasziniert von =lll=MI=l!l=lll=lll=lll=lil=lll=l!l=m~!ll=lll=lll=lll=lll=l!l=IIIH INTERVIEW DURCH DEN BAYERISCHEN RUNDFUNK Im Sommer 1979 wurde der Sekretär unseres Verbandes, Erich Lewin von Herrn Hans-Ulrich Engel in Tel-Aviv telefonisch nach Muenchen über die Aufgaben unseres Verbandes und unseres Mitteilungsblattes interviewt. Das Gespräch wurde vom Bayerischen Rundfunk am 26.6.1979 gesendet der israelischen Landschaft, verbrachte 1 Jahr in Akko, T Jahr in Eilat, 2 Jahre Sfat und 2 Jahre Tel-Aviv - Jaffo und malte immer wieder diese Landschaft. Er hungerte oft, versuchte mit Portraits sein Leben und die Materialen zu verdienen und nur im seltensten Fall verkaufte er eine seiner Landschaften. Der Künstler malte von Anfang bis heute mit Ölfarben, realistisch, sanfte europäische Farben — mich an William Turner (1775— 1851) den berühmten englischen Landschaftsmaler erinnernd, ein Vorläufer des Impressionismus. Man hat D. Henry einmal fälschlich einen Surrealisten genannt. Er ist ein Anhänger Magritts (Wiener Schule ein fantastischer Realist) — seine Landschaften so europäisch oder aus Israel sind eine Kombination aus der Wirklichkeit und Fantasie in einer unerhörten technischen Perfektion. Nach seiner Auffassung muss es einen emotionellen Kontakt von Bild zu Beschauer und vice versa geben. Gestört wird dieser Kontakt heute durch den intellektuell en Visualismus. Diese These gilt für alle Sparten der Kunst — vor allem auch in der Musik. Der Künstler liebt alle Wege der Malerei — ob naiv oder .abstrakt — es muss nur gute Kunst sein, die den von ihm geforderten Kontakt besitzt. 1968 verbrachte D. Henry 3 Monate in den USA, beteiligte sich an einer Kollektivausstellung in der „Gallery' International New York“ und verkaufte alle Bilder. 1970 malte er 1 Jahr in England (Cornwell) und zeigte 1971 seine Bilder in Londons Bramante Galerie. Zur gleichen Zeit veröffentlichte die New Yoi-k Graphic Society seine Werke. Von da an lebt er weiter in Israel. 1976 und 1977 hatte er eine one man show in „Old Jaffa Galery“ mit grossem Erfolg. Ende 1979 in der Tel-Aviver Galerie 119. Auch hier sahen wir seine anziehenden Landschaften in den grauen Schattierungen Europas kombiniert mit der Helligkeit des Lichtes in Israel. Bemerkenswert seine Auffassung von den Städten wie Sfat und Jerusalem. D. Henry lebt in einer kleinen Villa in Raanana mitten im Grünen mit einem israelischen Pass, hat seinen Militärdienst absolviert, zahlt Steuern, heiratete eine . Sabarit und liebt dieses Land, das er das Land mit dem grössten Humanismus der Welt nennt — aber auch mit dem grössten ,Meschugass". 24