Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1980
- Issue
- No. 46-47 (Mai 1980)
- Date
- 1980-05-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/7411685-7412731-7496867--0871-7412753- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Aus der Tel Aviver Kunstszene AUSSTELLUNG VON GRAPHIKEN KANADISCHER ESKIMOS POLAR VISION In Zusammenarbeit der Vereinigung der Maler und Bildhauer in Israel mit der Kanadischen Botschaft sahen wir im Tel-Aviver Künstlerhaus eine Ausstellung von Eskimo-Graphiken aus der Kollektion von Lady Margaret P. Hess (Kanada). Diese Ausstellung von schwarz-welssen als auch farbigen Graphiken wurde durch die Förderin Lady Hess möglich gemacht und wie sie uns erklärte, zeigte sie die Graphiken bereits anlässlich des 30jährigen Jubiläums des Staates Israel in Kanada im Rahmen der Pioneer - Women - Society for Israel und wurde von 10 000 Besuchern frequentiert. Die Ausstellung in Tel-Aviv wurde von Nizza Maliniak im Namen des Künstlerhauses eröffnet. Es sprachen dann der Kanadische Ambassador, Sir Edward Lee und Michael Argov, Präsident der Vereinigung der Maler, der Lady Hess besonders dankte und ihr die Ehrenmitgliedschaft übergab. Lady Hess bedankte sich und erklärte den zahlreich erschienenen Gästen — Maler, Diplomaten und Kunstliebhaber — die Entwicklung und Arbeitsweise der Nord-West Kanadischen Eskimos. Die Inuits oder Eskimo in Kanada kamen vor vielen tausend Jahren von Asien nach Nordamerika und überlebten viele Jahrhunderte die schweren Lebensbedingungen in der Arktik. Dadurch haben sie eine grosse Liebe und Verständnis für ihre Umgebung entwickelt, die sich in ihrer Kunst widerspiegelt. Die Eskimos sind geübte Jäger, die ihre Messer und Speer aus Stein und Knochen schnitzen. Eine erfolgreiche Jagd, wie z.B. der Fang eines grossen Walfisches war der Anlass ein Fest zu feiern. In ihrer Kunst nehmen die . Tiere, dir Jagd und was damit zusammenhängt einen grossen Platz ein. Der Kontakt mit der Europäischen Kultur im 19. Jahrhundert und dem Fortschritt der Technik haben den Lebenstil der Eskimos weitaus verändert. — Nicht aber ihre Liebe zu dem Heimatland, der Kanadischen Arktik als auch ihre Beziehung zur Natur. In den letzten 30 Jahren sind viele Eskimos Bildhauer und Zeichner geworden. Auch die Technik des Druckes verbreitete sich und so wurde die Kultur des Eskimos durch ihre Kunst erhalten. Viele Drucke spiegeln Jahrhundert alte Legenden und Sagen dieses Volkes wider und veranschaulichen das tägliche Leben der Eskimo - Welt im hohen Norden. Die Entwicklung des Eskimo Druckes: Bereits 500 B. C. schnitzten Eskimos aus Stein und Elfenbein und gravierten Bilder in Steinplatten. Ihre Elfenbeinskulpturen und auch aus Kreidestein wurden in den Jahren 1950/60 weltberühmt. James Houston war der erste „weisse Mann“, der die wirkliche Schönheit dieser Kunstwerke erkannte und auch die Möglichkeiten, daraus einen Berufszweig zu formen. Er half den Eskimos Kooperativen zu bilden, um ihre Produktionen im Süden zu verkaufen. Ein begabter Eskimo-Künstler — Ostowetuk — der zur Cape Dorset-Kooperative gehörte, bat Houston, ihm eine Methode zu zeigen seine „Images" zu vervielfältigen. Er versuchte es mit Matrizen, die in Linoleum geschnitten waren. Aber das Linoleum in der Kooperative war bald aufgebraucht. Steinblöcke wurden geschnitzt und Bilder wurden in Seehundfelle geschnitten, um Stanzen herzustellen. Das war der Anfang. Im Dezember Von FRIEDEL SCIIWARTZ 1958 wurde die erste Kollektion in Winipeg ausgestellt und komplett verkauft. Dem Beispiel der Dorsetgruppe folgten andere. Aber jede Gruppe entwickelte ihre eigne Individualität in den Bildern Themen und Technik In der Hess-Kollektion sind folgende Kooperativen vertreten: Povungniturk, Holman, Baker Lave, Artiv Quebec und Pangnirturg. Die ersten primitiven Techniken wurden bald durch modernere abgelöst: Gravierungen in Kupferplatten, Batiks und Anfang der 1970iger Jahre durch Litographien. Die Kanadische Regierung gab daraufhin den Eskimos ihre Hilfe zur Errichtung moderner Werkstätten mit den modernsten Maschinen. Sie rekrutierte auch die Lehrer, die ihnen die technische Seite des Verfahrens beibringen sollten. Heute sind die Eskimodrucke von hochkultiviertem Niveau — doch die Themen sind dieselben geblieben: das Leben der Eskimos, die Natur, die Legenden und Sagen, die ihre Kultur bereichern. Nicht zuletzt ist ihr Humor zu erwähnen, der durch die Graphiken immer wieder erkennbar ist. * HANAN MILNER’S 4. ONE - MAN - SHOW IN DER GUY GALERIE TEL-AVIV ÖL UND ZEICHNUNGEN Hanan Milner’s 4. one - man - show, in der Guy Galerie, Tel-Aviv — eine Galerie, die durch ihr anspruchsvolles Niveau weit bekannt ist. Der Maler Hanan Milner lebt in EIN-Jahav, einem Ort 50 km südlich von Eilat auf dem Wege nach Sharm el Sheich, dem südlichsten Punkt Israels am Roten Meer gelegen. Er war mit dem Flugzeug gekommen, um sich mit mir zu unterhalten, nachdem bei der mit grosser Beteiligung erfolgten Vernissage seine Bilder in ihrem „fanstastischen Realismus“ (Fuchs — Wiener Schule) mich stark beeindruckt hatten. 1949 ist Hanan Milner in Wilna geboren, wo sich seine Eltern nach dem 2. Weltkrieg getroffen hatten (Vater nach Konzentrationslager, Mutter Sibirien überlebt). Seine ersten 8 Jahre Schulung bekam Hanan in Wilna, dann nach Aliya 1964 beendete er das Gymnasium in Israel und absolvierte auch seine Militärzeit. Während all dieser Jahre zeichnete er nach Vorbildern; Menschen, Natur und auch beides kombiniert. Seine Ausbildung begann er in der Renanim Kunstschule, Tel- Aviv und als diese einging, die Talma Yaliin Schule (4 Jahre). Zur weiteren Ausbildung 72/73 besuchte er die Bezalel-Kunstakademie Jerusalem — nur 1 Jahr — sie entsprach nicht seinen Erwartungen. „Zu modern, zu abstrakt, nicht die Basis der Kunsttechnik gelernt“, so Hanan’s Worte, „aber der Kreis der Menschen dort gefiel mir gut“. Er fuhr nach Italien und in Florenz bei den Restauratoren von Kunstwerken erwarb er die Kenntnisse, die ihm fehlten, die Grundlagen der Technik. Frei sich umsehend, besuchte er Museen in Italien und Wien, war Gast in der Wiener Kunstakademie, bis er eines Tages im Wiener Museum des XX. Jahrhunderts eine Ausstellung der Wiener Schule „fantastischer Realismus“ (Fuchs, Brauer, Hausner u.a.) sah. (Diese Ausstellung fand auch in Israel grosses Interesse). Hanan Milner wusste instinktiv, das war sein Weg und belegte sofort die nächste Sommerakademie bei Fuchs, die im Schloss Wartholz in Reichenau jährlich stattfindet. Fuchs selbst sagte über seine Sommerakademie: Inmitten aller, die nach Reichenau gekommen waren, um, wie man so sagt, „etwas zu lernen“ stand unter den vielen auch meine Staffelei und jeder konnte Zusehen, wie das, was ich an maltechnischem Wissen zu vermitteln suchte, in meinen eignen Arbeiten zum Ausdruck kam. Ja, alle konnten sehen, wie ich selber täglich aufs neue nach Mitteln des Ausdrucks suchte. Das ist vielleicht auch das Geheimnis unseres gemeinsamen Eifers: Dass wir im Rahmen des Arbeitskreises täglich neu entdecken konnten, dass Erlernbares zwar eine bedeutende Hilfe besonders für die Anfänger darstellt, aber nur dann, von wirklichem Wert ist, wenn es als Medium einer geistigen verstandenen Suche nach adäquatem Ausdruck unsers Erlebens, eingesetzt wird. Hanan übernahm dort auch die Mischtechnik (öl und Tempera), die er dort zum ersten Mal sah und hat sie bis heute beibehalten. Von je TC'Ä K: s’’ mr. 22