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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1980-05-01 · No. 46-47 (Mai 1980) · p. Seite 6

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1980
Issue
No. 46-47 (Mai 1980)
Date
1980-05-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Tages Stadienfahrt nach Jerusalem An Babels Strömen sassen wir Und weinten bittre Tränen. An Zion, wir gedachten Dein, Nur Dir galt unser Sehnen. An Weiden hing die Harfe stumm, Uns beugt der Feind darnieder. Jetzt fordert er gar Freude noch, Singt eins der Zions-Lieder. Wie könnten wir das Lied des Herrn Auf fremden Boden singen. Wie könnte nur ein Zions-Lied Im fremden Land erklingen. Jerusalem, vergess ich Dein Versage mir die Rechte. Die Zunge klebt am Gaumen mir, Wen ich nicht Dein gedächte. Ja, über alles gehst Du mir, Dein denk ich auch im Leide. Jerusalem, mein höchstes Gut Und meine grösste Freude. Als letzten Ausflug vor Ferienbeginn riefen die Vereinigung ehern. Kölner u. Rheinländer, Haifa ihre Mitglieder zu einer Studienfahrt nach Jerusalem auf, und viele folgten der Einladung. Unser Autobus holte uns um 7 Uhr morgens ab, und es war uns gelungen, als Moreh-Derech den bewährten Führer Nathan Walter zu bekommen, der uns schon zu Beginn der Fahrt das Reise-Programm vorlegte, und der Hoffnung Ausdruck gab, mit diesem Programm die Teilnehmer nicht zu überanstrengen. Schon die Auffahrt nach Jerusalem versetzte uns wieder zurück in die Tage der Belagerung von Jerusalem, und von all den vielen Versorgungszügen erreichten kaum ein Drittel der Lastwagen Jerusalem. Viele der zerschossenen Wagen, bekränzt von unbekannter Hand, stehen mahnend am Strassenrand. Am Har-Zoffim begrüsste uns die herrlich wiedererstandene Universität, doch der Platz liess uns nicht das tragische Schicksal des Convoys vergessen, der Ärzte und Schwestern zur Ablösung brachte, doch den Skopus nie erreichte. Der Grund unseres Besuches des Hädassa- Hospitals waren die 12 Synagogenfenster von Marc Chagall. Und fast eine Stunde sass man auf den Bänken des Gebet-Hauses in stiller Betrachtung dieser einmaligen Meisterwerke, die um die Mittagszeit von der Sonne besonders mit Erleuchtung, Glanz und Leben bedacht wurden. Zur richtigen Zeit kamen wir zur Knesset, wo wir von einer Junglehrerin genaue Informationen und Erklärungen über Einrichtung, Sitzungsverlauf und Gliederung des Hauses bekamen. Wiederum waren es dort die herrlichen Werke von Chagall, die uns diesen Besuch besonders lohnenswert gestalteten. Nach einer kurzen Imbiss-Pause in der Knesset- Cafeteria, machten wir uns auf den Weg zum Besuch des Islamischen Museums. Hier fanden wir Schätze von unglaublicher Schönheit. Kaum konnte ich mich von den antiken Uhren, Zählwerken und Chronometern trennen, und ich bestaunte Handarbeiten aus Gold und Platin aus frühesten Jahrhunderten, die aus den Besitz von Königen und Fürsten von Persien, Irak Türkei und Aegypten über unglaubliche Umwege hierher gelangten. „Fremder (auch Israeli) kommst Du in David’s Stadt, vergiss das islam. Museum nicht“. Später standen wir am ölberg, um diesen besonderen Blick auf Alt- und Neu-Jerusalem in uns aufzunehmen, und sehr zufrieden waren wir mit dem Gedanken, dass Jerusalem unter Teddi Kollek es nicht nötig hat, Grabsteine von Friedhöfen anderer Religionen zum Strassenbau, zur Errichtung von Mauern und zur Anlegung von Bürgersteigen zu benutzen. Als die Sonne schon nicht mehr ihre Strahlen senkrecht schickte, fuhren wir zum Herodeum. Ein kurzer Aufstieg, den auch das ältere Semester mitmachte, belohnte alle durch den Anblick gewaltiger Ausgrabungen, die wir hier fanden, und so verstehen wir es heute besser, dass dieser immer im Zwielicht der Geschichte stehende König Herodes, ständig von Angst-Träumen wegen Attentaten, verfolgt, sich rund um Jerusalem solche Zufluchts-Festungen bauen liess. Nicht weniger als drei solcher, damals uneinnehmbarer Felsen- Schlösser enstanden aus dieser einer Terror- Angst. Zurück über Betlehem, das israelische Touristen nicht sehr freundlich willkommen heisst, kamen wir müde, aber zufrieden im Hotel Holly- Land an, wo uns nach allgemeiner Erfrischung ein gutes Abendbrot erwartete. Die Unterbringung war absolut gut, die Zimmer mit Nebenräumen, sauber, luftig und gross. Nach dem Essen sass man noch lange auf der schönen' Terrasse mit einem unvergesslichen Blick auf die Lichter Jerusalems. Nur solch ein gutes und reichhaltiges Frühstück gibt Kraft für einen zweiten Tag in der israelischen Hauptstadt, und dieser begann mit der Besichtigung des Modells von Jerusalem und des Tempels zur Regierungszeit König Herodes. Nur wer dieses Modell gesehen hat, wer es betrachtet und studiert hat, kann sich ein wirkliches Bild machen von der Grösse, von der Schönheit und von dem Umfang der Stadt, der Festung, des Palastes und des Tempels. Nach einem Besuch im neuerbauten Judenviertel der Altstadt gelangten wir zur Klagemauer, die wie immer dicht von Besuchern und Gläubigen belagert war. Zurück schlängelten wir uns durch die engen, schattigen Schuck-Gassen, und es fiel uns besonders auf, dass wir überall saubere, neugepflasterte Wege antrafen. Bevor wir zum Mittagessen zurück ins Hotel fuhren, machten wir noch einen kurzen Besuch am Grabe Herzls und Golda Meier, sowie die Gräber der Jüd. Soldaten, deren Mut und Aufopferung wir es verdanken heute hier zu stehen. Möge es ständig unsere ungeteilte Hauptstadt bleiben, zugänglich allen Menschen, allen Religionen und allen Glaubensbekenntnissen. Wir machten uns auf den Heimweg, und nach kaum einer viertel Stunde Fahrt mussten wir feststellen, dass wir, noch eben im grünen und bepflanzten Jerusalem, uns bereits in der Wüste, in den Bergen Jehudas befanden, und zwar nicht auf der Hauptstrasse, sondern auf der alten holprigen Römerstrasse herunter nach Jericho, vorbei an dem tiefen, grünen Wadi Kelt mit seinem malerisch gelegenen Kloster. Weiter ging es entlang der jordanischen Grenze, durch die Jordansenke, in Richtung Beth-Schaan, Jockham nach Haifa. Ja, lerne Dein Land kennen und lieben, und unter dieser Devise stand diese herrliche Fahrt, die 2 Tage dauerte, und allen Teilnehmern unvergessliche Stunden bereitete. Dank gebührt allen denen, die am Zustandekommen dieser 2 Tage- Fahrt mitgeholfen haben. Heinz Oliven, Haifa, Margalitstr. 11 WARNUNG, ES GEHT UNS ZU GUT Wo sind die Männer von einst? Sie Hessen die Söhne zurück, sie gaben ihnen das Erbe zu bauen das Land Stück für Stück. Und Jeder tat es mit Liebe für wenig, und etwas mehr, der Tag war erfüllt von Getriebe der Abend nicht schal und leer. Wir waren wie eine Familie gelenkt von liebender Hand im Herzen das volle Bewusstsein ein Volk, und nicht mehr verbannt. Und dann kam der Tag, das Tor tat sich auf es strömten die Massen sie kamen im Lauf um Zeuge zu sein, was hier geschah, historisches Wunder, jetzt wurde es wahr. Aus Jungen Juden sind Krieger geworden, wir wollten es wahrlich nicht. Die Feinde, sie wollten uns zeigen nun endlich ihr wahres Gesicht. Doch mit all dem will ich sagen kein Feind von aussen kann uns schlagen stellt ab den Tanz um das Goldene Kalb versteht das Zeichen, es sagt uns jetzt Haiti Drum kehret zurück zur Vernunft Eimer Väter Dann habt ihr den Dank eurer Kinder für später. Nichts Schöneres kann man sagen als: Was man gesät, hat Früchte getragen. Lotte Deutsch ~iii=Hi=m=iii=iii=iii=iii=m=i PESACH 1980 In der Wirklichkeit — in der Tat ist die Geschichte ein Riesenrad man schreibt — man macht Gedichte Völker Erlebtes — und das nennt man Geschichte So die Hagada uns den Auszug aus Ägypten lehrt Stolz und Mut hat es uns alle Zeiten gegeben und war von Gross und Klein zu hören begehrt es war der Kinder Israel eiserner Wille auszuziehen in ihrer Grösse und in Stille das war ein jenen Tagen — heue erleben wir es umgekehrt Schicksalswende, gerade zu Pesach — ein Visa und schon man nach Ägypten fährt. Damals GOTT uns gab Moses zum Führer mit seinem Stab und wird uns nun die zukünftige Hagada lehren den Einzug zu segnen den Frieden in vollen Ehren? Pesach, Pesach wir heissen Dich Willkommen, wir sind bereit zur Sederschüssel, die Familie eilt und wh gedenken der Geschichte in jene Zeiten und sind mit GOTT und was die Zukunft wird uns bereiten. Emi Goldschmidt, Tel Aviv 6

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