Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1980
- Issue
- No. 46-47 (Mai 1980)
- Date
- 1980-05-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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DER ZIONSBERG IM WESTEN König David eroberte laut Sam. II Kap 5(7) die Feste Jebus und verwandelte sie in die Residenztadt Zion, wo er auch begraben wurde. König Schlomo erweiterte die winzige Residenz nach Norden durch einen Tempelbezirk, der ebenfalls Zion hiess. Juden beten in der Richtung nach Zion. Mit den Töchtern Zions sind die Einwohner Jerusalems gemeint. Die grosse jüd. Erneuerungsbewegung Zionismus führte nach 2000 Jahren Zerstreuung unter die Völker zur Rückkehr nach Zion. Wurden bibelkundige Touristen vor dem Sechs- Tage-Krieg 1967 auf den Zionsberg geführt, so waren sie erstaunt. Sie sahen den Tempelberg, aber entgegen der biblischen Schilderung in ziemlicher Entfernung im Osten und nicht im Norden. Wie war das möglich? Im Sechs-Tage-Krieg kam dann ganz Jerusalem in jüd. Hände und sofort begann eine intensive archäologische Forschung, die mehrere Probleme klärte. Das Zion von König David lag bei der Gichonquelle im Südosten des heutigen Jerusalems. Wie bei den vielen Königen musste das Davidsgrab wegen der Bebauung verlegt werden. Nach Meinung der meisten Archäologen wählte man den Gipfel eines schönen Bergs im Westen als Grabstätte. Davidsgrab und Berg Zion waren im Volk miteinander verknüpft. So ka>n es schon vor mehr als 2000 Jahren (das genaue Datum ist nicht bekannt) dazu, dass 2 Berge den gleichen Namen besassen. Hier geht es nur um den Berg im Westen. Wir lesen Markus Kap. 14 (13—15): Jesus schickte 2 Jünger aus, um einen Raum für den Seder (Abendmahl) zu finden, der sein letzter sein sollte. Ein gepflasteter Saal auf dem Zionsberg wurde von ihnen hergerichtet. Dieser Saal wird uns heute gezeigt. Wer Baugeschichte gelernt hat, stellt fest, dass die Kreuzritter die Erbauer waren. Kann dann die Lokalisation echt sein. Dafür besteht viel Wahrscheinlichkeit. Die erste Christengemeinde Jerusalems versammelte sich in der Nähe dieses Raums und zeigte hier den Ort des letzten Abendmahls. Welchen Grund hatte sie, die Nachwelt zu täuschen? Immer wieder kamen christliche Pilger ins Heilige Land, die diesen Platz aufsuchten. Man zeigte ihn natürlich auch den Kreuzfahrern, die dort einen Neubau errichteten, wobei sie die Reste alter Bauten benutzten. In der Apostelgeschichte Kap. 2 (1—4) wird berichtet, dass genau 7 Wochen später, zu Pfingsten, die Ausgiessung des heiligen Geists dort stattfand. Das ist ein Glaubensdogma. Das gilt auch für den Ort auf dem Berg, wo Maria, die Mutter von Jesus entschlafen ist. Dormition Sanctae Mariae. Hier steht ein sehenswertes Benediktinerkloster, das 1906 auf Boden erbaut wurde, den Kaiser Wilhelm II einst vom Sultan geschenkt erhielt. „Der Jüd. Krieg“ von Flavius Josephus enthält eine Schilderung der 1. Mauer von Jerusalem und so erfuhren wir von dem Essenertor auf dem Berg Zion. Wer Lust zum Klettern hat, bekommt die Reste dieses Tors auf dem Bergabhang gezeigt. Aber die grossen Forscher Rabinson, Dalman, Awi Jona u.s.w. haben das Essenertor an ganz anderen Orten gesucht. Die längste Schriftrolle der Essener mm mm tarn mm am» mmm mm mm mm mm mm mar mm mm Die produktive Tat ist die Liebe. Sie vermag alles zu verbinden, was der Hass trennt. Erst wenn wir diese Urkraft aufs neue entdecken, werden wir imstande sein, Mitarbeiter Gottes zu werden. Dann wird es uns gelingen, uns so zu entwickeln, dass wir die Verheissungen der Bibel erfüllen können, dass wir keine Streiter für den Krieg, sondern Versöhner für das Leben werden. C.C. aus Kumran, westlich vom Toten Meer, ist von Prof. Jigael Jadin Tempelrolle genannt worden. Er hat sie auch enträtselt und veröffentlicht. Mit Hilfe dieser Rolle und des Josephusbuchs hat uns Jadin restlos überzeugt, dass wir uns am Essenertor befinden. Es ist ein Glanzstück von scharfsinnigem Beweis, aber er lässt sich nicht in kurzer Form darstellen. Wer diesen Berg besteigt, dem fällt vieles auf. Der Abendmahlsaal wurde einst von den Moslems mit Gewalt in eine Moschee verwandelt, wodurch es zu baulichen Veränderungen kam. Auch sie hielten diesen Raum für heilig. Die Steinstufen, die zum heiligen Raum führen, sind jämmerlich verfallen, da sie seit Jahrhunderten nie repariert wurden. Das Grab von König David ist schön geschmückt und unerwartet gross. Vielleicht wurde der Riese Goliat gleich mitbegraben? Eine Kirche gleicht dem Aachner Dom und die Besichtigung ist lohnend. Es gibt einen Holocaustkeller mit geschändeten Thorarollen und Tafeln, die an die durch die Nazis vernichteten jüd. Gemeinden erinnern. Jedem Touristen wird empfohlen, Jad Waschern, die offizielle Erinnerungsstätte an Holo- Ober die Das griechische Wort „Holocaust" wurde bei der 1. Bibelübersetzung, Septuaginta, zur Bezeichnung des Brandopfers verwendet. Eli Wiesel benutzte es 1959 in einer Novelle über das Vernichtungslager Auschwitz. Jetzt ist es DIE Bezeichnung für die jüd. Katastrophe zur Zeit des Tausendjährigen Reichs, wobei von 11 Mil. Juden ca. 6 Millionen ermordet wurden, also mehr als die Hälfte. Holocaust wird manchmal missverstanden. Leider geht es nicht um ein einmaliges Unglück. Die Vertreibung der Juden von der Pyrenäenhalbinsel vor ca. 500 Jahren war vielleicht ebenso schlimm, auch die Ausrottung der Armenier durch die Türken während des 1. Weltkriegs. Im Nordosten der Türkei erhebt sich der erloschene Riesenvulkan Ararat. Immer sind seine Gipfel mit Schnee bedeckt, denn der höchste Gipfel, 516 m hoch, liegt weit über der Schneegrenze. Dort liegt Armenien. Allerdings wird man vergeblich nach Armeniern suchen. Nur langsam verfallene Kirchen erinnern daran, dass sie bis zum 1. Weltkrieg dort lebten. Die Armenier waren das erste Volk, das in seiner Gesamtheit im Jahre 286 oder 301 od. 2. das Christentum annahm. Es bildete sich die armenische Nationalkirche, nach dem Bekehrer Gregorianische Kirche genannt. An der Spitze steht der Katholikus, der wie der Papst über seine Gläubigen herrscht. In der Armenischen Sozialistischen Sowjetrepublik, Hauptstadt Eriwan, leben fast 3 Mil. und das ist die Mehrheit dieses Volkes. Auch der Katholikus lebt dort in dem kleinen Ort Etschmiazin und man kann sich in der freien Welt nur schwer mit ihm in Verbindung setzen. So verlassen immer mehr Armenier die Nationalkirche und schliessen sich anderen christlichen Konfessionen an. Das Armenierviertel in der Jerusalemer Altstadt hat ca. 4000 Einwohner. Wie ist das möglich, da doch alle Armenier in der Türkei während des 1. Weltkriegs ausgerottet wurden? In Jerusalem kommandierte Djemal Pascha, der einen guten armenischen Freund hatte. Seinetwegen trotzte der Pascha allen Befehlen, die gegen die Armenier gerichtet waren. Als dann die Engländer 1917 Jerusalem eroberten, füllte sich das Viertel übervoll mit Waisenkindern, die durch Zufälle am caust zu besuchen und jeder Besucher ist beeindruckt. Es ist daher meistens übervoll. Hier war ich der einzige Besucher. Als ich fragte, warum man keine untergegangene jüd. Gemeinde aus Deutschland verewigt hat, wies man darauf hin, dass das Verewigen Geld kostet, augenblicklich 1000 Dol. Eine Einzelperson 250 Dol. Die Einnahmen aus dem Keller fliessen in die Kasse der Diaspora Jcschiwa (Talmudschule), meinem Wissen nach ein Privatunternehmen ohne Kontrolle. Ihr gehören die meisten Zimmer - im Komplex, wie die Schilder beweisen. Das Devidsgrab kommt für Juden in seiner Heiligkeit gleich nach der Klagemauer (Westmauer), also an 2. Stelle. Wie war es möglich, dass das Religionsministerium das Grab der Jeschiwa überliess? Als dies zu Unzuträglichkeiten führte, wurde vor wenigen Monaten ein neuer Vertrag geschlossen: Die Jeschiwa hat das Grab zu räumen und erhält a’s Entschädigung andere Räume. Welche Zimmer? Man bekommt keine Auskünfte. Die Besitzrechte der verschieden christlichen Konfessionen und die der Moslems sind noch unklarer und es wird ständig prozessiert. Deshalb werden auch wohl die Steinstufen zum Abendmahlsaal nicht repariert? Sie kommen von einem Hof, den die Jeschiwa beansprucht. Nur VON AUSSEN sieht der Berg so friedlich aus. Schlomo Stein (Jerusalem) Armenier Leben geblieben waren. So konnte der Jüdische Schriftsteller Franz Werfel (1890—1945) Material sammeln für seinen Roman „Die 40 Tage des Musa Dagh“. Dieser Roman ist immer noch die interessanteste und exakteste Schilderung des Massenmords in der Türkei. Werfel geht auch auf die Motivationen ein. Die Armenier wohnten lange vor den Türken in ihrem Land. Das hätte man ihnen verziehen. Aber sie waren auch erfolgreicher als Handwerker, Kaufleute und in den Wissenschaften und Künsten. So kam es zu der verlogenen Hetze gegen dieses Volk mit den furchtbaren Folgen, denn sie hatten während des Krieges keinen Schützer. In Jerusalem befindet sich das Priesterseminar der Nationalkirche. Reiche Armenier in USA hatten das Geld zu einem Neubau gestiftet. So wurde der Altbau frei und in ein Museum verwandelt. Das Edward und Helen Mardigian Museum ist eine Sehenswürdigkeit, die wert ist, besucht zu werden. Johannes Gutenberg hat den Buchdruck erfunden, aber die Armenier waren mit die Ersten, die ihn benutzten. Man zeigt uns hier die älteste Buchpresse. Ihre Schrift ist über 1500 Jahre alt und der griech. ähnlich. Man sieht herrliche Malereien und Kunstwerke aus Holz und Metall. Besonders hohen Kunstgeschmack zeigen Kacheln. Die Fussböden der Kirchen waren einst mit Mosaiken geschmückt, die von byzantinischen Mosaiken kaum zu unterscheiden sind. Leider finden sich viel zu wenig gedruckte Erklärungen. Da tröstet auch nicht, dass man das Buch erwerben kann, wo die schönsten Kunstwerke wie die Ikonen vorzüglich abgebildet wurden. Als Titus im Jahre 70 d.Z. Jerusalem und den Tempel zerstörte, gab es im römischen Heer armenische Soldaten. Ein Teil blieb und schuf das Armenierviertel. Es bildet noch heute eine mittelalterliche Festung, was leider einstmals notwendig war. Die St. James Kathedrale ist die am meisten und am kostbarsten geschmückte Kirche der Altstadt. Der Gottesdienst gefällt wegen der schönen Musik. Benachbart ist das Judenviertel. Die Beziehungen zwischen den beiden Völkern waren und sind immer gut gewesen. Schlomo Stein (Jerusalem) 5