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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1979-04-01 · No. 45 (April-Mai 1979) · p. Seite 36

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1979
Issue
No. 45 (April-Mai 1979)
Date
1979-04-01
Page
Seite 36 (sequence 36)
Language
German
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Pariser Opera aus ihrem künstlerischen und finanziellen Tiefstand herausgezogen, in denen sie jahrelang vegetierte. Wie Liebermann das schaffte, wie er mit Leib und Seele grosse Oper bot, grosse Augenblicke des Theaters schuf, Unmögliches Wirklichkeit werden liess, das schrieb er in diesen seinen Memoiren auf. Sie schildern seine Arbeit, seine Ideen, den Umgang mit dem oft etwas schwierigen Künstlervolk, Projekte und Wunschträume. Wir lesen ebenfalls von Komponisten, Librettisten, Misserfolgen, und der wichtigen Rolle, die auch das Publikum einnimmt. Nicht viele unter den Operndirektoren haben dem Operntheater solche Impulse gegeben, wie der Verfasser dieses fesselnden Buches. Es ist lesenswert und genussreich, wie ein Opernpremiere. BEWUNDERT VIEL UND VIEL GESCHOLTEN... Elisabeth Bergners unordentliche Erinnerungen C. Bertelsmann Verlag, München Sie hat eine ganz grosse Rolle im Theaterleben der Epoche vor der Hitlerzeit in Deutschland gespielt. Sie begann in Wien. Weitere Engagements führten nach München, Innsbruck und Zürich. Doch namhafte Erfolge hatte sie im Berlin jener theaterbesessenen Zeit der zwanziger bis dreissiger Jahre. Sie spielte, wie sie es schildert, bei Barnowsky, bei Reinhardt und Dr. Klein. Sie war Gretchen (Paust) und Johanna, sie gestaltete Hauptrollen in Werken von Tolstoi, Wedekind, Hauptmann, Strindberg, Klabund und Schnitzler. Sie beschreibt Einzelheiten über ihre und der Kollegen Proben, Auftritte, Diskussionen, Spielpläne, Regie und Bühnendekorationen. Bemerkenswertes liest man über Direktoren, Schriftsteller, Impresarios, Dramaturgen, Stücke und den Verlauf eines Tages im Bühnenbetrieb. Mit namhaften Persönlichkeiten hielt sie Kontakte und echte Freundschaft und mit Darstellern steht sie kollegial. Der Weg führt nach England und USA, es folgen Auftritte im englischen Sprechtheater, sie geht auoh zum Film und P. Czinner wird ihr Lebens- Regisseur und -Impresario. Das Buch ist ein Stück Theatergeschichte. Die Bergner war eine Königin der Sprache, der Diktion, des Auftretens, der Bewegung und Mimik. Sie wusste, wie man auf der Bühne zu sprechen, zu gehen, sich auszudrücken hat. Trotz ihrer grossen Bühnenkunst hatte sie oft Lampenfieber, trotz ihrer grossen Rollen litt sie an Vergesslichkeit. Sie schildert alles freimütig und offenherzig. Auch viele Bilder enthält das Buch. Wenn man es liest, glaubt man sich im Theater bei einem ihrer Auftritte. Lesen Sie, was sie erzählt. Josephine Baker: ANSGERECHNET BANANEN In einer Taschenbuchausgabe 1978 der Verlagsanstalt Droemer Knaur rollt das Leben der Josephine Baker unter obigem Titel ab. Man weiss, welche Weltberühmtheit als Künstlerin diese Frau wurde, die aus den Slums von St. Louis herkam — noch ärmer als arm. Grandios waren ihre Auftritte. Die besten Lokale der Welt rissen sich um diese Künstlerin, die es als Höhepunkt ansah in Paris in den Folies Bergöres und im Casino de Paris aufzutreten, bis sie sich ihren eigenen Nachtclub „Chez Josephine“ aufmachte. Paris war für sie überhaupt der Gipfel. Sie liebte diese Stadt abgöttisch. Die Prominenz drängte sich überall in ihre Garderobe: Magnol, Pirandello, und Cockteau ebenso wie Remarque, Diaghilew und andere. Im 2. Weltkrieg war sie für den französischen Geheimdienst und für die Resistance tätig, wofür sie höchste Auszeichnungen erhielt. Die Grundsätze ihres vielgestaltigen Lebens waren: Gleichheit und Brüderlichkeit. Sie kämpfte energisch gegen Rassenwahn und erwarb das Schloss Les Mirandes, das sie zur Heimstätte ihrer 12 adoptierten Kinder verschiedentlicher Rassen machte. Ihr Ideale waren diese H 12 Kinder. Ihr Motto war: Man bekommt nichts, wenn man nicht gibt. 1975 starb sie. Im Trauergefolge erblickte man viele Berühmtheiten der Welt. In der Zerrissenheit des heutigen Lebens ist dieses Buch besonders lesenswert. Ursula von Kardorff: ADIEU PARIS Deutscher Taschenbuch-Verlag, München Eine Stadt verändert ihr Gesicht auf vielerlei Art, und wenn einer nach Jahren wiederkommt, voller Sehnsucht nach der Stadt, in der er in der Sturm- und Drangzeit gelebt oder studiert hat, so ist das ein neues Erlebnis. Die Verfasserin schildert ihre Erinnerungen an Paris von einst. Sie besuchte von neuem diese einzigartige Stadt und findet jetzt, dass manches nicht mehr, aber anderes wohl ja noch existiert. Einst hatte sie Kontakte mit talentierten Malern, Poeten, Künstlern und bibliophilen Lebenskünstlern, mit liebenswürdigen Literaten, aber auch mit Strassen, Plätzen, Ateliers, idyllischen Gärten, mit Cafes und Treffpunkten und Feinschmeckerlokalen. Sie schlängelt sich durch altbekannte Strassen und enge Gassen und erzählt dabei, wen und was sie noch gefunden hätte, und sie spricht von allen, die sie kannte, aber auch von solchen, die ihr persönlich nicht bekannt waren. Und wie das damals eben war. Sie weiss noch genau, wo dieser und jener einst wohnte, und welch freundliche Stunden mit gewichtiger spannender Unterhaltung sie erlebt habe. Wer diese Partner im Gespräch gewesen sind, das schildert sie amüsant und geistreich. Mit der Lektüre dieses Buches, in dem Tatsachen zu literarischen Aspekten wurden, ersteht Paris auf’s Neue. Es ist, als ob wir an den Unterhaltungen beteiligt wären. Der Verfasserin bestätigt man gern, dass ihre Liebe und Besessenheit zu Paris erneut entbrannt ist. Lebenserinnerungen des Glasmachers GERMANUS THEISS herausgegeben und ergänzt von Konrad Theiss Konrad Theiss Verlag, Stuttgart und Aalen Memoiren eines Glasmachers dürften eine Seltenheit sein. Wer von uns hat sich wohl schon einmal den Kopf über Glas, ausser vielleicht Kunstglas und dergleichen, zerbrochen? In diesem Buch also berichtet ein Fachmann der Glasmacherei ausführlich über dieses Gebiet im Rahmen der Lebensgeschichte mehrerer Generationen seiner Familie. Wir lesen, wo es Glashütten gab, ihre Arbeitsmethoden, Arbeitsverhältnisse, das Leben der Glasarbeiter, über die technische Entwicklung, über Arbeitskämpfe und die Gründung der Glasarbeitergewerkschaft „Bund der Glaskünstler Deutschlands“ an der der Vater des Verfassers führend beteiligt war. Die Oberschlesier wird es interessieren über die Glashütte in Gleiwitz und bei Mieslowitz Kreis Pless, wo die Famlie des Verfassers ebenfalls, wie in anderen Gebieten, tätig war, zu lesen. Das oft harte Leben der Theiss-Familie, aber auch ihre Freuden und den Stolz auf das ehrlich geschaffene, sind minutiös und warmherzig geschildert. Der Leser erhält Einblick in die „gläserne" Arbeitswelt und erfährt viel über einen Berufszweig, der wohl den meisten von uns fremd war, und über dessen Entwicklung wir hier so manches erfahren. DER MALER UND SEIN MODELL Hans Habe: Wilhelm Heyne Verlag, München In der Einleitung zu diesem interessanten Buch heisst es u.a. „Nur wenige Maler haben „aus der Phantasie“ gemalt, sie hatten ihre Modelle, die meisten hatten ihre Lieblingsmodelle, wie die Maharadschas ihre Lieblingsfrauen. Fast immer bestand zwischen Maler und Modell ein nicht nur künstlerisches Verhältnis. Malten die Maler ihre Geliebten oder verliebten sie sich in ihre Modelle? Auf jeden Fall nimmt das Verhältnis zwischen Maler und Modell in der Kunstgeschichte — und damit in der Geschichte der Zeit — einen wichtigen Platz ein". So beschreibt der Verfasser in diesem mit vielen Abbildungen geschmückten Buch die Beziehungen von 30 bekannten Malern (darunter: Tizian, Rubens, Boecklin, Velazquez, Goya, Ingres, Gauguin, Kirchner, Munch, Modigliani usw.) zu ihren Modellen. Alle die Hans Habe gern lesen, und alle die an Malerei Interesse haben, werden sich freuen, dieses Buch zu besitzen. Friedrich Torberg: DIE ERBEN DER TANTE JOLESCH (Langen-Müller, München) Es war von vornherein klar, dass die „Tante Jolesch“ Erben haben würde. Nun sind also auch die Erben erschienen, fast noch einfallsreicher an herauskristallisiertem Witz. Eine bunte Auswahl ist hier getroffen und im Vordergrund stehen kritisch gesehene Erlebnisse mit namhaften Künstlern, drolligen Ereignissen, und kuriose Geschehnisse. Niemand wird fragen: Wo ist da der Witz? Es ist alles humor- und liebevoll kritisch beleuchtet, der Verfasser hat Namen und Rang, er hat Profil, er ist ein „Begriff“, er schreibt nicht drum-herum, er hat und weiss etwas zu sagen. Molnar, Friedell, Polgar, Ringelnatz, Karl Kraus, Moser, Farkas sind seine Hauptdarsteller, in den weiblichen Rollen knöpft er sich Alma Mahler-Werfel und Gisela Werbezirk vor. Vom Kaffeehaus und vom Sport ist ebenfalls ausgiebig die Rede. Der Verfasser hat sich amüsante Themen ausgesucht. Diese Anekdoten haben In Torberg ihren Wortmeister gefunden. Man bewundert äen'jtpstlichen Esprit, der aus dem Buch herausquillt. Es ist ein Einblick in die Witzlandschaft jener Jahre, bevor sie weniger witzig wurden. Es ist ein ausgelassener Bericht, der den Leser vergnüglich schmunzeln lässt. Torberg versetzt ihn in jene Jahre einer „guten alten besseren Zeit“, die wohl nie mehr wiederkommt. Aber es ist schon wertvoll genug, zu wissen, wie es einmal war. Verlassen Sie sich auf Herrn Torberg! BLOCKFLÖTENMUSIK AUF ISRAELISCHER SCHALLPLATTE Die Blockflöte im Spiegel der Zeiten (SI 31134 ISRADISC, Tel Aviv, P.O.B. 230) Es ist interessant die beliebte Blockflöte in Werken des Barock und europäischen Hochbarocks auf Schallplatte zu gemessen. Shlomo Tidhar, ein Blockflötenspezialist (von dem auch schon verschiedene Veröffentlichungen auf diesem Gebiet erschienen sind), Musiklehrer der Rubin Musik-Akademie hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte Musik' dieser Stilepoche, solistisch und mit vokaler und instrumentaler Begleitung, neu erstehen zu lassen. Tidhar ist auch Gründer des „Laron“ Recorder Consort und der „Israel Baroque Players“, welche oft in Israel auftreten und 1977 in Salzburg gute Kritiken hatten. Die Musik der vorliegenden Platte stammt aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Vertreten sind Komponisten, wie Dowland, Byrd, van Eyck, Boismortier. Teleman und Haendel fehlen nicht. Ram Da Os repräsentiert die heutige Zeit. Tidhar ist der Solist dieser Platte. Die anderen Mitwirkenden sind: Mira Zakai (Alt), Eldad Neumark (Harpsichard), Thorner, Alperin, Kless. Die Stücke erklingen in schönem Gleichgewicht, die Epoche des Barock ist in ihrem eigenen Stil wirkungsvoll presentiert. J. S.

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