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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1979-04-01 · No. 45 (April-Mai 1979) · p. Seite 35

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1979
Issue
No. 45 (April-Mai 1979)
Date
1979-04-01
Page
Seite 35 (sequence 35)
Language
German
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BÜCHER EC KE Von JULIUS SACHS Vieles interessante hat sich wieder am Büchertischan gesammelt. Der beschränkte Raum gestattet es mir, nur auf Einiges hinzuweisen und auch das nur kurz. Ich hoffe, dass für Jeden etwas dabei ist. Walter Goldstein: Carl Hauptmann. Ein Lebensbild Neuausgabe 1978, Bläschke Verlag, Darmstadt. Diese wichtige Neuausgabe erschien nach dem vor nicht langer Zeit auch Goldsteins: Carl Hauptmann — eine Werkdeutung als Neuausgabe (Georg Olms Verlag, Hildesheim - New York) erschienen ist. Die Bücher ergänzen einander. Im Schatten des Bruders Gerhart Hauptmann stand sein Bruder Carl. Meist ist es schwer, der Sohn eines berühmten Vaters zu sein, aber der Bruder eines berühmten Bruders zu sein, ist ebenfalls nicht einfach. Im Falle der Hauptmann-Brüder wandten sich beide viel sozialen Stoffen zu, in schillernden Farben wurde die Kehrseite der Medaille, also des Lebens, aufgezeigt, und beide liessen die Personen ihrer Theaterwerke in ihrer täglichen Sprache reden. „Schlesisch“ wurde mehrfach bühnenfähig. Aber nicht von den Theaterstücken wollte der Verfasser in diesem Buch erzählen, vielmehr das Leben des Carl Hauptmann beschreiben. Wie wir wissen, war auch Carl in Bad Salzbrunn geboren, als Sohn von Robert und Marie, geb. Strähler. Strähler war fürstlicher Brunneninspektor. Robert war Besitzer des Gastwirtsbetriebes „Preussische Krone“. Ausser diesem hatte Vater Robert noch das Kurhaus vom Fürsten Pless und den „Brunnenhof“ gepachtet. Die Betriebe waren lukrativ, die Hauptmanns wussten, wie man mit Kurgästen umgeht, hatte doch Robert bei Philippi in Breslau und später in Paris sein Pach von grundauf erlernt. Wenden wir uns dem Sohn Carl zu, so lebte er bis zum 14. Lebensjahr in Salzbrunn, dann ging es nach Breslau, wo er 8 Jahre hindurch ein anregendes Domizil fand, und am Zwingergymnasium lernte. Der Direktor Klettke hatte eine Stiftung anlässlich einer Siegesfeier geschaffen, den ersten Preis erhielt Carl Hauptmann. Nach Studium in verschiedenen Städten erschien 1883 Carl Hauptmanns Doktorarbeit. Bewundernd schildert der Verfasser dann das „Hohe Haus“ bei Kötschenbroda in der Nähe von Dresden, wo sich 3 Brüder Hauptmann in Liebe zu 3 Mädchen Thienemann fanden. Man hatte inzwischen Capri, Genua und Rom besucht und militärisch hatte Carl bald einen Offiziersrang erreicht. 1884 war die Hochzeit Carls mit Martha Thienemann. Das junge Paar fand ein Heim in Zürich, bald fand sich dort ein geselliger Kreis von Freunden, speziell Familie Avenarius, und es gab Zusammenkünfte auch wissenschaftlicher Art. Nie fehlte es an wertvollen Begegnungen, wie u.a. mit Gottfried Keller. Mit jungen Gelehrten oder noch Studierenden kommt es zu vielerlei wissenschaftlichen Diskussionen — der Sommer 1885 führt das junge Paar nach Göhren auf Rügen, wo man in einem alten, aber idyllischen Fischerhäuschen Quartier nimmt. Abgeschlossen von einem grossen Teil der übrigen Badegesellschaft, zu der man geistig nicht recht passte, lebte man hier nur mit ausgesucht adequaten Menschen, zu denen Breslauer Freunde, die beiden älteren Thienemannmädchen, Gerhart mit Frau, und der Maler H. E. Schmidt gehörten. Die nächsten Jahre gehen in Zweifeln vorbei, ausführlich schildert der Verfasser Carls ewige Unrast und Unruhe, und Widersprüchlichkeit. Des weiteren liest man von Anna Teichmüller, der feinsinnigen Musikerin, die Carls Gedichte glücklich zu vertonen und vorzutragen wusste. Man erlebt weiter eines Dichters Schaffen mit, man reist mit ihm nach Worpswede, jenem Ort, dessen kunstbegeisterte Menschen ihm Anregungen besonderer Art boten. Frau Martha war für diese Atmosphäre wohl nicht recht geschaffen, und hierin ist wohl auch der Zwiespalt dieser Ehe zu suchen. Worpswede war der Grund der grössten Änderung in des Dichters Leben. Nun übergehen wir ein Kapitel „Ein Alltag“, in dem von dem ungeheuren Arbeitseifer Carls die Rede ist. Wir besuchen mit Sombart, Bölsche, Reicke, Bruno Wille und etlichen Friedrichshagener Freunden Carls Haus, wo tiefgründige Gespräche über Naurwissenschaften, Sozialpolitik, Dichtung und Weltanschauung geführt werden. Immer weiss der Dichter, neuartige Lesungen aus seinen Werken zur Debatte zu stellen. Als weitere treue Freunde sind Geheimrat Duisburg und Karl Otto Erdmann anzusehen, ferner Modersohn und Frau von Köckritz, alles Persönlichkeiten hohen geistigen Niveaus. Ihr Haus in Schreiberhau war eine Art Künstlerkolonie. Das letzte Kapitel dieses staunenswerten Buches behandelt die Zuneigung des Dichters zu Maria Rohne in Worpswede auf Grund einer Bekanntschaft bei der Lesung des „Moses“. Aber der letzte Abschnitt des Buches erscheint so umwälzend, die Liebe zu Maria Rohne so fest, die seelische Grösse der Frau Martha so beispielhaft, dass nichts vorweggenommen werden soll. Es kam alles, wie es kommen musste! Urteilen Sie selbst! BRESLAU IN ALTEN ANSICHTSKARTEN herausgegeben von Hajo Knebel Verlag Weidlich, Frankfurt/Main Eine interessante Veröffentlichung liegt hier vor. Der Herausgeber hatte die Idee, alte Ansichtskarten — nicht nur an ihn gerichtete — zu sammeln und zu einem Erinnerungsband zusammenzustellen. So entstand ein Album schöner Aufnahmen von Breslau, was Gebäude, Landschaft und auch was Kunstgeschichte anbelangt. Eine Auslese von Material ungefähr aus der Jahrhundertwende, das den Charm der Stadt in jener Zeit zeigt. Man kann also unsere Geburtsstadt mit hilfe dieses Büchleins durcheilen. Die Karten stellen ein Spiegelbild Breslaus und seiner Umgebung dar. Auch ein bisschen die Geschichte der Stadt. Zugleich ist das Buch ein sinniges Geschenk. DAS HAUSBUCH DES SCHLESISCHEN HUMORS Herausgegeben von Alfons Hayduk mit Holzschnitten von O. Sporer Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbeck b. Hamburg Wie bringt man einen, Sie werden lachen, zum Lachen? Nun dieses heitere Büchlein enthält viele Rezepte dafür. Im Buch heisst es u.a. „Wo herzhaft gelacht wird, da reden auch die Schlesier ein Wörtchen mit — das — woar schon immer su“. Gemütlich und tapsig, aber auch geradezu und hinterpfiffig spiegelt sich in ihrem Humor die Seele dieses umgänglichen Völkchens. In dieser grossangelegten Sammlung sind neben bekannten und bisher nur mündlich überlieferten Pointen und Schwänken, Histörchen und Sprichwörtern auch alle Klassiker des schlesischen Humors versammelt. Also, liebe Freunde, wenn Ihnen in diesen vergnüglichen Zeiten mal die Galle hochgeht, dann lesen Sie in diesem humorvollen Buch, Sie werden sich amüsieren. DER PFARRHERR VON GIERALTOWITZ Vergnügliche Geschichten aus Schlesien. Herausgegeben von Alois Maria Kosler Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbeck b. Hamburg Über 20 namhafte schlesische Schriftsteller, darunter Friedrich Bischoff Alfons Hayduck, Wilhelm Menzel, Jochen Klepper, Ruth Hoffmann, Hartung Meckauer, Ulitz, Holtei, Zivier u.a., wie sie alle heissen, haben sich in diesem Büchlein zusammengefunden, um von Schlesien zu erzählen, von der Schönheit der Gegenden, von seinen mannchmal etwas umständlichen oder komplizierten Menschen — als da sind Bauern, Tagelöhner, Bergleute, Grenzgänger, aber auch Adlige und Pfarrersleute — werden nicht geschont — und was es bei ihnen allen an Heiterem zu sehen gab. Die Zusammenstellung hebt also das Vergnügliche vor, das manchmal Urkomische der geschilderten Typen. Ein buntschillerndes Kaleidoskop des schlesischen Menschen ist hier entstanden. Zugleich ein heiteres Kapitel von Lebenslust. Am Schluss fragt sich der Leser, bin ich etwa auch gemeint, bin ich auch so? MERIAN MONATSHEFTE DER STÄDTE UND LANDSCHAFTEN: ISRAEL Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg Für die Reiselustigen ins Heilige Land ist dieser Merlan doppelt wichtig, als Vorbereitung, wie als Reiseführer. Dieses Heft mit interessanten Artikeln und besonders guten Bildern informiert den Touristen eingehend über Vieles, was in Israel zu sehen und zu beachten ist und hilft zum Verständnis vieler Probleme. Namhafte Kenner des Landes zeigen seine Schönheiten in Artikeln und Bildern auf. Die hellen und auch die dunklen Seiten werden von kenntnisreichen Mitarbeitern und vom in Lande ansässigen Journalisten packend geschildert. Das Mit- und Gegeneinander von Arabern und Juden nimmt eine wichtige Rolle in dieser Beschreibung ein. Eine grosse Anzahl Berichterstatter röntgen Land und Leute, Bodenschätze und Bibelspuren, das Verhältnis zwischen Jung und Alt, die drei grossen Städte, die Kibbutzbewegung, die Sprache, die Feste und Feiern. Gerda Luft stellt fest, was Israel den Juden aus Deutschland verdankt. Dann liest man über religiöse Vorschriften im Gegensatz zu dem modernen Leben, auch die Wirtschaftslage wird erklärt, die des Landes und der besetzten Gebiete. Weitere Themen sind die israelische Frau, die Samariter, Diamantenschleiferei, jüdische Kultgegenstände, die Wunderwelt der Korallen, die Stellung der Araber und der Bahai, Mineralquellen und Bodenschätze, die Negev-Beduinen. Viele praktische Hinweise für den Israel-Reisenden fehlen nicht. Das Buch ist sorgsam verfasst, die Beiträge von Leuten geschrieben, die etwas zu sagen haben. Dieses Merianheft enthält, was man sich nur wünschen kann, sei es, dass man es vor der Reise liest oder unterwegs zu Rate zieht. Man sollte sich es sofort besorgen. Und auch in Israel Ansässige werden darin noch viel Interessantes finden. Wir haben schon viele Merian Monatshefte der Städte und Landschaften studiert, dieses Israelheft setzt die lange Reihe fort und findet man darin so Manches, was in anderen Israelbüchern nicht drinsteht. Rolf Licbcrmann: OPERNJAHRE Erlebnisse und Erfahrungen , vor, auf und hinter der Bühne grosser Musiktheater Scherz Verlag, Bern und München Manche sagten die Oper sei tot. Das stimmt jedoch nicht, wenn ein mutiger und bedeutender Intendant sie zu beleben versteht. Die Hamburger Staatsoper ist unter Leitung von Rolf Liebermann 1959—1972 zu neuem blühenden Leben erwacht und hat Weltruhm erlangt und der gleiche Mann, eine starke Persönlichkeit voller Bühnenblut und Theatergeschick hat seit dem die 35

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