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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1979-04-01 · No. 45 (April-Mai 1979) · p. Seite 34

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1979
Issue
No. 45 (April-Mai 1979)
Date
1979-04-01
Page
Seite 34 (sequence 34)
Language
German
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CENTRA DACHVERBAND DER LANDSMANNSCHAFTEN AUS MITTEL-EUROPA Schon zur Tradition ist unsere rührige Mitarbeit im Rahmen der Centra geworden, auf die wir massgebenden Einfluss nehmen. Weiterhin finden 2 mal im Monat die Arbeitssitzungen statt. Ausserdem entfalten die einzelnen Verbände auch in ihrem Kreis eine rege Tätigkeit. In der letzten Zeit hat sich der Verband ehemaliger Dortmunder der Centra angeschlossen. Ausserdem finden rege Verhandlungen mit den Verbänden in Haifa und Jerusalem zwecks Anschluss an die Centra statt. Bsonders zu erwähnen wäre die starke Vorarbeit von Zwi Qetz und Ludwig Levy aus Tel Aviv. Am Dienstag, den 19.12.78 fand ein gemeinsamer Besuch der Centra im neuen Museum Beth Hatfuzoth (Museum der Diaspora) in Ramat Aviv statt. Jedem, der sich über die Geschichte des Jüdischen Volkes informieren will, ist der Besuch anzuraten. Wie uns sogar amerikanische Touristen sagten, wäre dieses Museum unter den einmaligen in der Welt. Ebenfalls im Dezember fand die alljährliche Chanukafeier statt, die wiederum sehr stark besucht und als grosser Erfolg gebucht werden kann. Die Tu-biscliwat-Feier (15. Schwat, das Neujahrsfest der Bäume) war besonders gelungen. Erich Lewin zeigte im Rahmen seines Vortrages die Quellen von Tu-bischwat, die Wichtigkeit der Bepflanzung von Israel und die Anlegung von Wäldern des Jahrtausendelangen unbebauten Wüstenlandes. Oberkantor Jacob Samek von der Gemeinde Ichud Schiwat Zion umrahmte den Abend mit schönen Gesängen. Werner aus Sde Warburg führte uns in einem Film in die Wüste und zeigte uns Aufnahmen, die sonst nicht bekannt sind, da die Erreichung der Orte sehr strapaziös und mit grossen Gefahren verbunden ist. Die Purimfeier wurde von unserem Vorstandsmitglied, Heinz Kornfeld, mit grossem Humor, ausgezeichnet geleitet. Versteigert wurden u.a. eine Freikarte nach der Bundesrepublik, gespendet von der Lufthansa, überreicht von Direktor Kohl, der mit seiner Gattin bei allen grösseren Veranstaltungen amlesend ist. Ein Ausflug in die Tropfsteinhöhlen, die vor einigen Jahren zufällig durch eine Explosion entdeckt worden ist, geleitet von unserem Chawer Schneuer, war ein Erlebnis. Eine Zusammenkunft mit den Haifaern hatte zur Folge die Gründung der Centra in Haifa. Seitens der Haifaer waren die Herren Schupler, Oliven und Badler, sowie Vertreter der verschiedensten Landsmannschaften, sogar der deutschsprachigen Bukowiner, anwesend. Von den Tel Avivern waren erschienen: Der Präsident der Centra, Dr. Joseph Kaufmann, Freudenthal, Kornfeld, Tittmann, Levy, Getz, Lotte Meyer, Frau Reyersbach und Lewin. Es ist unmöglich, die Namen aller Anwesenden zu nennen und bitten wir um Verständnis: Folgende Vorträge fanden statt: Dr. Martin Scheftelowitz über das Thema: Die Inflation in Israel und Vorschläge zu ihrer Überwindung. Hanna Gluecksmann (General Sekretärin der Gesellschaft Israel - Deutschland) über die Politische Lage, Fritz Levinson, T.A.: Juden aus Deutschland, Heute und Morgen, Presse-Attache Dr. Burstedde v.d. Deutschen Botschaft über: Die europäische Gemeinschaft, der Journalist vom Haaretz, Schimon Samet, über: Friedensvertrag mit Ägypten, Letzterer ist 57 Jahre im Lande und 34 Jahre beim Haaretz. Vortrag RA. Dr. Akiba Hoffmann über die „Schoah“ (Gedenktag des Untergangs des europäischen Judentums). Diese Gedenkstunde war eine erhebende und unvergessliche. Am selben Tage hat der Verband ehemaliger Chemnitzer unter Leitung von unserem Vorstandsmitglied, S. Tittmann im Märtyrerwald in den Bergen Jerusalems, einen Gedenkstein zur Erinnerung an die untergegangene Chemnitzer Gemeinde, eingeweiht. Die Zeremonie wurde von Oberkantor Benjamin Unger geleitet. Als Vertreter der Centra war der 2. Vorsitzende, Erich Lewin, anwesend. Verschiedene Ansprachen und eine gemeinsame Kaffeetafel im Gästhaus „Schoresch", sowie der Besuch bei der grossen Gedenkhalle (Gwile-Esch) in der Nähe Jerusalems, zum Andenken an die 6 Millionen Opfer, beendeten den unvergesslichen Tag. Der Verband ehemaliger Leipziger beging sein 25jähriges Jubiläum unter der Leitung von dem 1. Vorsitzenden Jacob Schaya, Gafni und dem Ehren-Vorsitzenden Dr. Me Sehaw. Es ist unmöglich, alle Anwesenden zu nennen. Wie immer auf dem Gebiet der Touristik, ist unser Vorstandsmitglied Ernst Freudenthal, als Vertreter der Kasselaner, sehr rührig. Zuletzt war wieder eine Gruppe aus Kassel u.a. auch Frauen in hoher Position, 2 Wochen in Israel. Sie wurden von dem Verband ehemaliger Kasselaner in Israel betreut. Es fand ein Empfangsabend statt, der ausgezeichnet gelungen war. Auch in diesem Jahr wurde ein gemeinsamer Sederabend abgehalten, unter der Leitung des bekannten Oberkantors Kempler, der mit schöner und klarer Stimme und vielen Erklärungen den Abend zu einer wirklichen Feierstunde gestaltete. Nachbarhilfe durch Frau Ruth Rübner, Ramat Gan, Tel. 747132. Unserem Präsidenten, Herrn Dr. Joseph Kaufmann, wünschen wir von dieser Stelle aus baldige Genesung. Goldenes Buch Felix Alt (Schräge Feibush) geb. 11. September 1903 in Breslau gest. am 26. Juli 1957 in New York Robert Alt (Rafael) geb. 4. September 1905 in Breslau gest. 13. Dezember 1978 in Berlin eingetragen von ihren Schwestern: Friedei Pultusker, Tivon Mary Zwerdling, Haifa. Dem grossen Künstler Jakob Ben Ami ln aufrichtiger Verehrung gewidmet. — Montevideo, Teatro del Sodre, 11. November 1947 Theaterabende hab’ ich erlebt In Berlin einst, im Deutschland von gestern. Ich habe da stets nach dem Besten gestrebt. Es war herrlich. Es gab nichts zu lästern. Max Reinhardt war damals ein deutscher Begriff Und Jessner, Sharell und Piscator. Noch wehte kein Hakenkreuz auf deutschem Schiff, Es gab noch kein’n Hitler — Diktator. Ich sah Schildkraut und Moissi spielen, Kortner, Deutsch, Bassermann. Oh, wie glänzend sie Allen gefielen. Im Deutschland von einst!-Aber dann? Ich sah auch deutsche Künstler von Ruhm Ihre besten Rollen darstellen. — — — Doch halfen sie dann dem Verbrechertum Der braunen Mordgesellen. Denn ein Hamann stand auf. Und es brüllte ein Goetze Von “14 Jahren der Schmach", Und es erschienen Judengesetze, Whklagten Weh und Ach! Einst hab’ ich Gründgens und Jannigs geseh’n Und Klöpfer und Werner Krauss. Dann sah ich — mit Freuden — in Trümmern geh’n Das Staatliche Schauspielhaus.- Und wieder sind 14 Jahre vergangen. — Ich verliess Deutschland, liess Mutter und Vater. Existenzkampf liess ungestillt das Verlangen In mir nach Kunst und Theater... Doch heut’ — und ich sag’ es wie ein Gelöbnis — Ich fühlt’ mich wie auserkoren — Heut’ sah ich-und es war mein stärkstes Erlebnis: BEN AMI! “Eine Fahn’ wird geboren“! Es schwindet die Erinnerung Nach “drüben” wie blauer Dunst. Ben Ami! Alter Tewje, doch ewig jung! Ich dank’ Dir für Deine Kunst. Wie bin gefolgt ich Deinem Spiel, Begierig, theater-besessen! Der Alltag bringt wirklich der Sorgen viel. Heut’ abend war alles vergessen. Ich sah BEN AMI heut’ auf der Höhe des Ruhms. Du hast aufgerüttelt die Massen, Sangst den Jubelgesang des Judentums, Da muss alles daneben verblassen! Geb’ Gott, dass im Programm Du bald wirst genannt Als jüdischer “Heldenvater” In EREZ ISRAEL, unserem heiligen Land Im “Jüdischen Staatstheater”!!! RUDI REDLICH 34

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