Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1979
- Issue
- No. 45 (April-Mai 1979)
- Date
- 1979-04-01
- Page
- Seite 32 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Rahmen einer Sammelausstellung junger Künstler in der Pianogalerie Cholon ausgestellt. Yorams Leben: 1935 in Tel-Aviv in in deutsch, sprachiges, künstlerisches Elternhaus hineingeboren — Vater Münchner, Komponist — Mutter Österreicherin, Tänzerin — seine erste Sprache Deutsch. Im Kindergarten lernte er hebräisch, absolvierte das Shalvagymnasium, als auch die 3 Militärjahre und überstand die Kriege im Jahre 56, 67 und 73. Von klein auf machte Yoram kleine Gedichte, schrieb eine Novelle und illustrierte all seine Arbeiten — in ihm war der unbedingte Drang zur Komposition. Als die Frage der Berufswahl aufkam, zeigte sich die Kunst nicht stark genug, sie beruflich auszuwerten. Im Gegenteil, er wählte den stärksten Kontrast, den realen Beruf der Gesetzte: Jura. Auch sein Grossvater war Jurist gewesen. Eines war ihm klar, was auch immer er tun würde, er wollte 100% erfolgreich sein und er wurde es auch. 1960 beendete er sein Studium und arbeitete 8 Jahre, so wie er es geplant hatte. Doch fand er in dieser realen Atmosphäre der Gesetze und des Gerichts nicht die Befriedgung, Selbstbestätigung: Ja. Aber das war nicht genug, Wie er uns sagte, der Konflikt, eine gewisse Art der Zersplitterung, verglich er sich mit Goldmund aus „Narziss und Goldmund“ aus Hermann Hesses Novelle, dessen Probleme und Charakter ihm ähnlich seien. Er hatte während Studium und Beruf niemals aufgehört zu zeichnen und langsam reifte in ihm der Entschluss, den Beruf aufzugeben und sich ganz der Kunst zu widmen. Er lernte 5 Jahre im Studio Avni in Tel-Aviv. Es gab einige Konflikte mit der Realität des Lebens, Existenz (er war verheiratet und hatte 2 Kinder) und auch mit dem Lebenspartner. Aber nach bereits kurzer Zeit seines neuen Studiums wusste er, dass es für ihn nur diesen Weg gäbe. Er lernte Skulptur bei Moshe Sternschuss, Zeichnen bei Rachel Shavit. Er arbeitete nur nach Modellen. Seine Umwelt — Freunde ehemalige Kollegen — konnten ihn nicht verstehen. Ein kleiner Beamtenposten sorgte für seinen Lebensunterhalt und Studium. Schon während diesr Zeit bekam er Angebote, seine Skulpturen zu verkaufen. Es waren die einfachen Menschen auf der Strasse, der Taxichauffeur und andere, zu denen die Plastiken sprachen — er machte zu dieser Zeit eine kubistische Epoche durch. Er fragte einmal einen evtl. Käufer: was gefällt Dir daran? Eine klare Antwort kam: Es ist schön, ganz einfach schön. Yarom aber weigerte sich diese Arbeit zu verkaufen, er wollte, wie er uns erklärte, erst seinen eigenen Stil entwickeln. Die jetzige Ausstellung in der neuen Galerie zeigt in seinen Zeichnungen bereits Reife in der Linienführung, Lebendigkeit und plastische Wirkung. Seine Skulpturen sind ansprechend — doch glaube ich, dass er noch einige Entwicklungen zur Individualität durchmachen muss. 1977 besuchte Yoram zum ersten Male in seiner künstlerischen Phase Europa, speziell Italien und Schweiz, um die grossen Vorbilder in der Bildhauerkunst kennen zu lernen und zu studieren. URIEL HARTMANN 1. AUSSTELLUNG IN ISRAEL Uriel Hartmann, ein Junger Israeli, der in England lebt, stellte sich in der Shinar Kunst Galerie zum ersten Mal dem israelischn Publikum. öl und Aquarelle — speziell Stilleben. Sanfte Farben in den Aquarellen stärkere in den Ölbildern — klare Linienführung, auch bei den einzelnen Gegenständen — surrealistische ' Auffassung: eine Mischung von Fantasie und Realismus. Fast alle Bilder zeigen Kombinationen mit einem „Ei“. „Ein Ei allein ist nichts“, sagt Uriel uns „aber die Fantasie fragt sich: was ist darin und was wird daraus?“ Das ist selbstverständlich nur die symbolische Deutung und die Anregung für seine schöpferische Tätigkeit. Irgendwo ist er trotzdem ein Romantiker, der in der harten Umwelt „Himmel oder Paradies" sucht. Kein Zweifel ein Einzelgänger, wie wir später Eehen werden, auch in seiner eignen Lebensform. Die Ausstellung war sicher ein Erfolg, hatte enorm viel Besucher, die durch die Themen angezogen — vielleicht auch in der Ausstrahlung der Bilder, die zu ihren innersten Regungen sprach. Sie sprach zu den einfachen als auch zu den intelektuellen Menschen — obwohl sie absolut nicht intelektuell war. Uriel Hartmann ist ein Zabar von Geburt, von europäischen Eltern. Unglückliche Familienverhältnisse brachten ihn sowohl in den Kibbutz Sarid, als auch mit 15 Jahren nach England, wo er ebensowenig seinen Platz finden konnte. Sein verlorenes Selbstvertrauen fand plötzlich ein Gegengewicht durch Zeichnen. Er absolvierte den israelischen Militärdienst und benutzte seine Freizeit weiterhin zu zeichnen. Nach Beendigung ging er nach England zurück, um einen Beruf zu erlernen, was — wusste er damals noch nicht. Das Zeichnen war nur instinktmässig durch Von Berlin bis Ganigar Cessy Rosenblüth, eine der Veteraninnen der Sozäalarbeit in Israel, hat ihre Erinnerungen unter obigem Titel, Verlag des Kibbutz Hameuchad, in Hebräisch veröffentlicht. 1898 in Berlin geboren, studierte sie Geschichte, Soziologie und die englische Sprache, sowie jüdische Fächer an der Berliner Hochschule und am Breslauer Seminar. Bereits im Jahre 1924 kam sie mit ihrem Gatten, Felix, aus der bekannten Berliner Familie Rosenblüth nach dem damaligen Palästina. Rosenblüth war der Gründer der angesehenen Metallfirma „Nechushtan“, seine Gemahlin widmete sich der Sozialarbeit, zunächst als freiwillige, später als im Lande ausgebildete, berufliche Kraft. Im Rahmen ihrer Berufstätigkeit gehörte sie zu dem kleinen Kreis der unter der Ägida von Henrietta Szold s.A. als Pioniere tätigen Sozialarbeiterinnen, und wirkte viele Jahre lang unter schweren Bedingungen, unter anderem widmete sie sich der Arbeit unter Industriearbeitern und in Kibbutzim, beides Sparten die ihre Existenz zum guten Teil ihrer Initiative verdankten. Seit 1964 verwitwet, lebt Frau Rosenblüth heute hochbetagt im Kibbutz Ganigar im Emek Jesreel bei Kindern und Enkeln. Ihre Erinnerungen geben ein lebendiges Bild von den Schwierigkeiten und Problemen, gegen die seine inneren Komplikationen hervorgerufen worein. In England kam er mit Malern und Theaterleuten in Kontakt und er entschloss sich für eine künstlerische Karriere. „Instinktmässig“, sagt Uriel. Er lernte 2 Jahre in der Byan Show School in London: Zeichnen, Bildhauern, Druck und Batik. Bei einem Freund Sandor Reisner, einem ungarlschn Maler, fand er einen Menschen und Lehrer bei dem er Ölmalerei (Holländischer Stil) als auch das Wissen um die Kunst kennen lernte. In dieser Atmosphäre begann er selbständig zu malen, mit der wiedergefundenen Selbstsicherheit u. dem Wissen, dass dies sein Lebensweg sei. Permanente Ausstellungen in der Windsor & Etan Fine Arts Gallery in Windsor und in The Portal Gallery Bond Street London trugen zu dieser Erkenntnis bei. Ausserdem kaufte die Windsor Galerie sofort einige seiner Bilder an. Angebotene Kontrakte verweigerte er in diesem frühen Stadium seiner Kunst und zog sich nach Wales zurück, wo er jetzt seit 8 Jahren völlig allein lebt — ohne Radio — ohne Zeitungen — ohne Freunde. Er malt, hört gute Musik, liest Literatur, studiert Philosophie speziell Lebensphilosophie, die ihn besonders interssiert. Er ist mit diesem Leben und mit sich im Einklang. Der Einfluss dieses Einzelgängerlebens wird Bicher erst in einigen Jahrn in siner Kunst und in seiner Prsönlichkeit seine Auswirkungen zeigen. sie sowohl im Privatleben als auch in der Berufsarbeit anzukämpfen hatte, und sollten auch von den in der Ausbildung befindlichen Studenten der Sozialarbeit gelesen werden. Sie zeichnen das Bild einer starken, eigenwilligen Persönlichkeit, die ihre Ideale kämpfend durchzusetzen verstand. Von ihrer Breslauer Zeit berichtet die Verfasserin, dass sie dort unter guten Lehrern, wie Heinemann und Rabin studierte und schliesslich das Diplom einer Religionslehrerin erhielt. Sie schildert die Spannungen, die in Breslau zwischen Orthodoxen und Reformierten obwalteten, und die allgemeine Abneigung gegen den Zionismus in der damaligen Epoche. Sie erzählt von einem der Rabbiner der Zion aus den Gebeten ausschaltete und statt dessen Gedichte aus seiner eigenen Feder in das Gebetbuch einfügte. In einer dieser Dichtungen war das verheissene Land als „Israel im Wüstensand“ bezeichnet. An der Universität Breslaus fühlte sich die Studentin besser als an denen von Berlin und Frankfurt a.M., an denen sie zuvor studiert hatte. Ihr Professor der englischen Sprache war ein Bruder von Lewin Schücking, der Deutschland wegen seinen fortschrittlichen Ansichten verlassen musste. Auf der Fahrt nach Karlsbad zum Zionistenkongress im Jahre 1923 traf die Verfasserin ihren zukünftigen Gatten und dieses Treffen, zusammen mit der Teilnahme am Kongress, wurde für ihr weiteres Leben bestimmend. Mordechai NOY, Ramat Chen 32