Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1979
- Issue
- No. 45 (April-Mai 1979)
- Date
- 1979-04-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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|>AUS DER TEL-AVIVER KUNSTSZENEi k I ■ asm mm mm jw jestr morn mn mm mm ma mmw av mm mm Von FRIEDEL SCHWARTZ - ENGELBERT mr mar tma mm mm m mm aw v mm mmm m* am ma mm Zwei Ausstellungen junger israelischer Künstler — Kinder deutscher Emigranten Joram Ben Hahn — Bildhauer Uriel Hartmann — Maler gehören zu den letzten Attraktionen der Tel Aviver Kunstszene, ebenso die erste Ausstellung ägyptischer Kunst und die Ausstellung „70 Jahre Klein Tel Aviv“. „VORBOTEN DES FRIEDENS“ — ERSTE ÄGYPTISCHE KUNSTAUSSTELLUNG IN TEL-AVIV Amalia ARBEL zeigte uns in ihrer neuen Galerie (früher Lim Galerie) die erste zeitgenössische ägyptische Ausstellüng unter dem Titel „Vorboten des Friedens“. Gezeigt wurden 30 Wandteppiche und Bilder, die von koptischen Schulkindern gearbeitet waren und die von einem Museum in Los Angeles ausgeliehen waren. Ägyptische Persönlichkeiten, unter anderem der Erziehungs- und Kulturminister hatten ihr Erscheinen zugesagt, falls der Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel unterzeichnet sei. Das war aber leider noch nicht der Fall. Trotzdem waren es hunderte von Menschen, die die Eröffnung besuchten, ausserdem kamen täglich noch hunderte aus allen Schichten der Bevölkerung. wm. Die Bilder und Wandteppiche sind jedes von einem anderen Kind hergestellt. Sie sind eine naive Illustration der ländlichen Motive und Umgebung, in der diese Kinder leben. Ohne vorherige Zeichnungen, sind sie technisch hervorragend ausgeführt — eine Mischung der dekorativen koptischen Kunst und der Einfachheit abessinischer Linienführung. Bekannt wurden sie unter dem Namen Harranische Wandteppiche. Harrania ist ein kleines Dorf in Ägypten, unweit des Nils gelegen. Dort machte Ramses Wissa-Wassef ein ägyptischer Architekt 1952 einen Versuch, der sich heute zu einer Kunstform entwickelt hat. Er er öffnete in Harrania eine Studiowerkstatt, die 2 verschiedenen Zielen dienen sollte. Erstens wollte er den Landkindem eine Möglichkeit geben, sich künstlerisch frei auszudrücken und zu entwickeln — zweitens, die alte Kunst des improvisierten Webens wieder aufleben zu lassen. Die Ergebnisse waren ausserordentlich. Der Ausdruck dieser ländlichen Szenen speziell bei den Wandteppichen ist lebendig, fröhlich und naiv, ein Niederschlag der Umwelt, in den Augen dieser Kinder. Wissa Wassef — schickte eine Kollektion dieser Arbeiten nach Europa und der USA, wo sie einen ungheuren Widerhall fand. Die Kollektion wanderte die letzte Dekade durch Gallerien und Museen dieser beiden Erdteile. Bedeutende Museen haben harranische Teppiche für ihre permanenten Ausstellungen angekauft. DER MALER NAHUM GILBOA IN DER UGARIT GALERIE, TEL-AVIV „70 JAHRE KLEIN TEL-AVIV“ Was war Tel-Aviv vor 70 Jahren? Klein Tel- Aviv, der I. Teil der Metropole, die wir heute kennen. Dies war das Thema der Ausstellung in der Ugarit Galerie, die gerade am Tag des Carter- Besuches, in Tel-Aviv eröffnet wurde. Eigentlich ist der Ursprung Tel-Avivs in Jaffa — dort begannen im Jahre 1820 sich die ersten Judn niederzulassen. Sie kamen von Konstantinopel. Bereits 1882 war die jüdische Bevölkerung auf 5000 Köpfe angewachsen, 1884 gab es in Jaffa ein eigenes jüdisches Viertel — 1905 breits mehrere. Man begann Pläne zu machen, .ein jüdisches Viertel ausserhalb der Stadtmauern aufzubauen. Es gab in der Zwischenzeit einige Emigrationswellen aus Russland durch die dortigen Pogrome. Am 11. April 1907 — vor 70 Jahren — wurden Bauplätze auf den Dünen an 60 Siedler verteilt und das war der Anfang, der heutigen Stadt. 60 Häuser wurden bis Ende 1907 gebaut — Strassen, wie Herzl, Achad-Haam, Lilienblum und Rothschild Boulevard wurden geplastert — der Grundstein des Herzlgymnasiums gelegt. Maler, die die Entwicklung dieser Zeit angesehen haben — ob noch lebend oder nicht — zeigen ihre Bilder in dieser Ausstellung, Bilder zum Teil ausgliehen von Privatsammlern oder Kollektionen. Es sind dies namhafte Maler, wie Nahum Gilboa, Nahum Gutman, Ruven Rubin, Zwi Schor, Avni u.a. Doch die Bilder, die wirklich das ehemalige „Klein Tel-Aviv“ zeigen, sind von Nahum Güboa, der in seinen Originalen und Litografien den Charm und die Lebendigkeit der damaligen Zeit zeigt. Es sind dies Bilder, die ausser dem künstlerischen, einen historischen Wert besitzen, der uns ermahnen sollte, disen Teil der Stadt zu restaurieren und nicht freizugeben für die Hochhäuser einer modernen Metropole. Wir, die Emigranten der Hitlerzeit haben noch die letzten Ausläufer dieser Zeit mitbekommen. Aber die nächsten Generationen sollen an Hand dieser Bilder einen Begriff bekommen von der Entwicklung der Stadt Tel-Aviv. Der Maler Nahum Gilboa, gehört zur Schule des modernen, lyrischen Realismus. Seine Bilder, hart an der Grenze der naiven Kunst, fanden ihren Platz auch in vielen naiven Ausstellungen, als sein Name 1976 in Jakowskis „Lexique de l’Art naive“ mit folgenden Worten erschien: Nahum „Klein, Tel Aviv .n-ss* Gilboa — man fragt sich, ob er wirklich noch NAIV genannt werden darf. Jedenfalls bewegt er sich nicht auf den alt bekannten Wegen der Malerei und sein Stil ist so ungwöhnlich, dass er unter den Naiven sich am ehesten zu Hause fühlt — besonders, dar er mit jener grossen Liebe zum Detail malt. Auch malt er Erinnrungen an seine Kindheit und Jugend, eine weitere Charakteristik der Naiven. Nahum Gilboa wurde 1918 in Sofia als Sohn eines der ersten jüdischen Journalisten in ein kultiviertes, zionistisches Haus geboren. Studierte am jüdischen Lehrerseminar und besuchte zur gleichen Zeit die Royal Academy of Art in Sofia. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges, sah er keinerlei Zukunft für sich in Bulgarien. So beschlossen er und seine zukünftige Frau die illegale Aliya. Eine 14tägige Schiffsreise unter schwierigsten Umständen, von den Engländern aufgebracht, VA Monate Haft in Athlit, Kibbutz Negba, 5 Jahre Palmach, Befreiungskrieg 1948, all diese Erlebnisse finden üiren Niederschlag in Gilboas Bildern. 1952/53 studierte N. Gilboa ein Jahr in Paris In der „Academie de la Grande Chaumiöre", wurde bei seiner Rückkunft nach Israel Mitglied der Vereinigung der Maler und Bildhauer. Danach begann er seine Arbeiten in Gruppen als auch in one man Austeilungen zu zeigen. Und, wie er selbst sagt, noch nicht von grossem Erfolg gekrönt. Er hatte seine Individualität noch nicht gefunden. Ende der 60er Jahre fand in Israel eine Ausstellung „Fantastischer Realismus" der Wiener Schule statt — Fuchs — Breuer und andere. Gilboa spürte sofort, dass diese Schule ihm den Weg zeigen würde, den er gehen wollte. In Diskussionen mit dem Wiener Breuer und aus Büchern lernte er die Technik dieser Schule, und kam so zu seiner eignen Ausdrucksform, die seinen Bildern den Charm und die Anziehungskraft gibt, die ihn in unzähligen Ausstellungen in Israel und der gesamten Welt bekannt und brühmt gemacht haben. Zu erwähnen wäre noch, das seine Frau Rachel auch Malerin ist, in der gleichen Technik malt, doch unverkennbar mit eigener Note. Besonders ihre kleinen Portraits zeigen eine solche Natürlichkeit in Ausdruck und Pose, die einen ganz eigenartigen Zauber ausströmen. Nahum und Rachel haben soeben während 6 Monaten in den USA ihre Werke ausgestellt, Florida und New York — 6 Ausstelungen — Gruppen und one man Shows. Eine besondere Ehrung wurde ihnen durch die Teilnahme als einzige Israelis an einer Ausstellung von religiöser Kunst in “The Cornell Fine Arts Center Museum Rolling College”, Florida, zu teil, wo namhafte Künstler aus aller Welt vom 15. bis 19. Jahrhundert mit ihren Bildern“vertreten waren. Ausserdem konnte Nahum Güboa in New York von 4 seiner BUder (Themen: Städte in Israel) die Rechte vergeben je 250 Litografien zu produzieren. YORAM BEN HAIM ZEIGT SKULPTUREN UND ZEICHNUNGEN — ONE MAN SHOW IN DER „NEUEN GALERIE“ TEL-AVIV Yoram Ben Halm, Sohn des international berühmten, israelischen Komponisten Paul Ben Haim zeigt uns in seiner ersten one-man show Zeichnungen und Skulpturen, die sowohl bei den Besuchern als auch bei der Kritik grossses Interesse erzeugten. Der Maler Stematzki, den. wir bei der Vernissage trafen, zeigte sich sehr beeindruckt. Einmal schon im Jahre 1977 hatte Yoram seine Skulpturen im 31