Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1979
- Issue
- No. 45 (April-Mai 1979)
- Date
- 1979-04-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/7411685-7412686-7496861--0811-7412694- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
(Fortsetzung von Seite 7) Stadt vor, einen ‘Ausflug’, Montag Opern oder Theaterabend, Dienstag Sprachkurse, englisch und hebräisch, Mittwoch Geschichte und zionistische Geschichte, Donnerstag Bibelkunde und Besprechung laufender Angelegenheiten, Freitag Abend trafen sie sich nicht, Sonnabend war der Vorbereitung des Theaterbesuches gewidmet, und der Abend endete mit dem ,Oneg Schabbat’ und der Hawdalah, Gesänge und Gebete, die oft mit ‘geschlossenen Lippen’ gesagt wurden. Eine der Chawerot, die gefasst wurde, kann, als sie in einem Aussenlager von Birkenau beschäftigt ist, durch einen Wehrmachtssoldaten einen Brief an ihn richten, Juli 1943, Sie berichtet von dem ‘Tanur’, dem Ofen, in dem täglich viele hineingehen. (Sie benutzt das hebräische Wort). ‘Wir versuchen auch noch zu lernen. Ich habe eine Bitte. Schliesst uns immer in euren Kreis bei eurer Hawdalah ein und vergesst uns nie’. In einem Nachwort heisst es: ‘Viele von uns sind schon bei Alfred’. Das ist die erste Bestätigung von dem Bestehen der Vernichtungslager, deren Existenz damals, Juli 1943, in weiten Kreisen unbekannt war. Alfred Selbiger, der letzte Bundesleiter, wurde im November 1942 erschossen. Für Jizchak Schwersenz waren es drei Aufgaben, die ihm nach seinen Worten damals als Leitbilder vorschwebten, die ihm und den Jugendlichen den inneren Halt gaben, durchzuhalten, um für ein überleben zu kämpfen, die hündische Erziehung und die damit verbundene Selbstdisziplin, das jüdische Bewusstsein, das sich in der Liebe zum Volk ausdrückt, wie die Verfplichtung zur Tradition. Der Chug Chaluzim, dessen hebräische Abkürzung zwei Buchstaben Chet darstellen, die Form, in der die Bundestafeln symbolisiert werden, hatte bei allen Schwierigkeiten insofern Glück, dass sie immer wieder Kontaktpersonen fanden, die den Jugendlichen manchmal auch Arbeitsmöglichkeiten verschafften, insbesondere im Haushalt, und die ihm selbst ermöglichten, denn ein Erwachsener im militärpflichtigen Alter ist immer mehr gefährdet, im Februar 1944 illegal in die Schweiz zu kommen, von wo aus er der Gruppe finanzielle Unterstützung zukommen lassen konnte, Es waren soviele Erlebnisse und Ereignisse, die die Gruppenmitglieder durchlebt haben, und die sie geformt haben. Während der Jahre schleppt Schwersenz immer eine abgerissene Aktenmappe mit Bildern und Briefen mit, denn so erklärt er uns heute, wären seine Papiere, (die ihn zuerst als Ernst Hallermann, dann als Werner Obst, auswiesen, angezweifelt worden, und seine richtige Identität festgestellt, wäre sein Schicksal besiegelt gewesen, mit oder ohne Papiere, und so konnte er zum Rekorder des Chug Chaluzi werden, zum Historiker einer Untergrundgruppe. Die Gefahr im Untegrund war, Bekannten aus dem ‘vorigen Leben’ zu begegnen, die vielleicht ganz harmlos, ihn und die anderen mit den alten Namen begrüssen könnten, und sie damit verraten würden. Die Bombardements der letzten Kriegsmonate, die damit zusammenhängende Evakuierung der Zivilbevölkerung, das Durcheinander, hilft den Untergetauchten, dass die Gruppe während des letzten Kriegsjahres, als Schwersenz schon in der Schweiz ist, keine Verluste mehr hat. Die Überlebenden haben ihre Gemeinschaft, die sie während der Jahre der Illegalität formte, den Chug Chaluzi, auch nach fast vier Jahrzehnten nicht vergessen. Sie leben in Israel und in den Vereinigten Staaten, aber die Kontakte sind geblieben. Der Chug Chaluzi stellt einen Teil, leider nur einen sehr kleinen Teil der Ereignisse dar, die das deutsche Judentum durchleben musste. Sie waren Zeugen und sind es bis heute' geblieben, von den Dingen, die sich ereignet haben, von den schrecklichen Jahren der Vernichtung. Und in der Geschichte dieser tragischen Zeit stellen sie einen kleinen Lichtblick dar, deshalb soll er immer wieder erzählt werden, uns, unseren Kindern, folgenden Generationen, die Taten von zwei Erwachsenen, Edith Wolff und Jizchak Schwersenz, die beide heute in Haifa leben, und einiger dutzend Jugendlicher, die sie in jenen dunklen Tagen durchlebten, in denen sie die Parole aufrecht erhielt, die Dr. Hardi Swarsensky, der letzte Leiter des Jüdischen Pfadpfinderbundes in Berlin am Tage nach der Kristallnacht ausgab, ‘Trotz alledem!’. Es war ja nicht nur die Sorge um das physische Überleben, das einem Einzelnen vielleicht leichter geglückt wäre, wie es Beispiele zeigen, diese Gruppe unterschied sich von den anderen ‘Untergründlern’, dass sie eine menschliche Aufgabe, ein Lebensziel hatten, das sie zusammenhielt, und dass die, die gefasst und deportiert wurden, seelisch aufrecht erhielt! Heinzwemer Goldstein INGE DEUTSCHKRON: Ich trug den gelben Stern (Verlag: Wissenschaft und Politik, 1978, Köln) Inge Deutschkron schildert in diesem Buch ihr gefährdetes Leben im Untergrund in Berlin bis zum Ende des 2. Weltkrieges. Zusammen mit ihrer Mutter überlebt sie in bitterster Not, Demütigung, Ängsten, Verfolgung, Arbeit und Hunger. Mit Hilfe nicht jüdischer Freunde werden sie versteckt, doch müssen sie von einer Unterkunft in die andere ziehen aus Furcht entdeckt und deportiert zu werden. In allen Einzelheiten erzählt sie ihr Schicksal, über ihre Not, Verstecke, Namensänderungen und auch über das Ergehen anderer im Untergrund liebender. Sie legt die Hassgefühle und Grausamkeiten der Nazis gegen Juden bloss, sie beschreibt die unmenschlichen Deportationen Wehrloser. Aber sie weiss Positives anzuerkennen, wenn warmherzige Menschen halfen, diese unglaublichen Verfolgungen zu überstehen, wenn man ihr und Anderen ein Dach über dem Kopf, Arbeit und Nahrung verschaffte — auch unter Lebensgefahr. Es ist unfassbar, dass Menschen eines Kulturvolkes solchen Dingen überhaupt zugänglich waren. Es fehlen die Worte, um alles darzulegen. In bewegenden Zeugnissen erzählt die Verfasserin über jene Jahre, Jahre der Angst und Unsicherheit, der Illegalität und Gefährdung, aber, wie gesagt, auch der Beweise von Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit. Das Ziel aller möge sein, dass solche Zeiten nie wiederkehren. Israel bleib stark Von Nora HAUBEN 2000 Jahre bewiesen wir Mut Obwohl wir gaben unser Gut und Blut Wir bewiesen in allen Lagen Auch Juden können schlagen! Wir haben der wütendsten Hasser gelacht Und für den Glauben grosser Ahnen Wir gingen mutvoll in die Schlacht Und siegreich wehten unsere Fahnen. Und Heute — unser eigen Land als kostbarster Schatz Es gibt für uns keinen anderen Platz Wir müssen kämpfen mit hoher Moral Denn — es bleibt uns keine andere Wahl. Israel Deine Söhne ruhen nicht! Bis eines Tages — bricht durch die Nacht das Licht! Wann kommt Frieden? Wann, endlich kommt Frieden? Vielleicht heut, vielleicht morgen. Noch immer kein Frieden, Gross sind die Sorgen. Ich erwache plötzlich in den Nächten, wenn Tränen nur den Frieden brächten! Wie schön ist das Land, mit Dörfern und Städten. Wie schön wenn wir endlich Frieden hätten. Die Mütter müssten nicht mehr weinen, Nicht bangen um den Sohn, den Einen. Die Väter könnten Kinder lehren, Statt dienen in den Wüsten — Heeren. Israel würde blühen und streben, Zum Nutzen der, die im Lande leben. Wir könnten furchtlos wandern und singen, Und die Hügel würden wie Lämmer springen. Nie, gäb es Verletzte von Bomben-Splittern, Kein Mensch auf den Strassen müsste zittern. Alle Unterstände blieben leer, Jugend aus aller Welt käme her. Jerusalem würde jubeln und geigen, Süsser wärn Datteln, Orangen und Feigen. Ja, wir müssen den Frieden gewinnen, Helft uns, Ihr Freude, draussen und drinnen. ‘ Heinz Oliven, Haifa, Margalitstrasse 11 BEKANNTMACHUNG Der Alte Jüdische Friedhof in Gleiwitz/Gliwice wurde etwa von 1815 bis 1935 belegt. Mit seinen schätzungsweise 1500 Grabstellen steht er unter Denkmalschutz, dli., er darf weder verändert, noch beseitigt werden. Da der Friedhof seit Jahrzehnten nicht mehr gepflegt und dazu wiederholt beschädigt worden ist, befindet er sich in einem trostlosen Zustand. Um ihn als solchen vor weiterem Verfall zu bewahren, sind seine Sicherung und Instandsetzung nötig. Grabpflege hingegen ist im allgemeinen Privatsache. Die Sicherung wird im Frühjahr 1979 durchgeführt werden; die Instandsetzung bleibt eine Sorge. Im Oktober 1977 habe ich etwa 150 Farbfotos von diesem Friedhof auf genommen; sie sollen als Grundlage einer in Vorbereitung befindlichen Dokumentation dienen. Dazu wird auch ein 1936 angelegtes ‘Grabstellenverzeichnis’ herangezogen, das ich kürzlich in der Bundesrepublik Deutschland gefunden und teilweise ausgewertet habe. Wer einen Beitrag zur Sicherung des Friedhofs leisten will oder weitere Angaben über diesen Friedhof wünscht, möge sich wenden an: , Dr. Ernst Lustig, Rossltenweg 10, D-3340 Wolfenbütel STATIONERY — BOOKSELLER JOSEF FREYHAN formerly Dr. Wilhelm Freyhan 63431 Tel-Aviv, Ben Jehudastr. 60 empfiehlt: Lehrbücher, Lehrmittel NEUESTE LANDKARTEN IN ALLEN MASSTÄBEN Spezial-Abteil.: Israel Reiseführer TEL. 280564 t