Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1978
- Issue
- No. 44 (Oktober 1978)
- Date
- 1978-10-01
- Page
- Seite 33 (sequence 2402)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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CENTRA (DACHVERBAND DER LANDSMANNSCHAFTEN AUS DEM MITTELEUROPÄISCHEN KREISE) Rebeka Wurmen — malt ganz Privat In einer Privatwohnung sah ich ein Bild — ich konnte meine Augen nicht davon losreissen — nicht sehr Formbetont — starke Farben auf grobes Leinen aufgetragen. Es wirkte wie eine Stickerei und doch waren es nur Ölfarben. Etwas Seltenes und Wirkungsvolles! Ich besuchte die Künstlerin. Sie heisst Rebeka Wurman und wohnt mitten in Tel-Aviv. Ein warmes Gesicht, kluge und fröhliche Augen, lebhafte beinahe explosive Bewegungen — aber beherrscht. Dann sah ich die Wohnung voll mit Bildern, deren Farben mich von einem zum anderen zogen, verschiedene Phasen, verschiedene Materien, doch davon erzählt uns-R. Wurman selbst. “Ich male erst seit ein paar Jahren, bin also, was man Im allgemeinen eine Späte-Entwicklung nennt. Vielleicht ist die Geschichte, wie ich zur Malerei kam, nicht uninteressant. Ich bin in Berlin von russischen Eltern geboren und hatte in meiner Jugend keinerlei musische Interessen, hörte ganz gern einmal ein Konzert. Erst als ein Freund von mir in Italien Malerei studierte, bekam ich die Anregungen, mir Bilder anzusehen. 1933, als Hitler zur Macht kam, wanderte ich nach Palästina aus, heiratete und bekam einen Sohn. Viele Jahre später, als mein Sohn schon in Amerika studierte, lernte ich bei einem Besuch in USA den — Maler Kokoschka kennen. Meine Schwiegertochter studierte beim ihm. Ich war so fasziniert, dass ich in seinen Stunden hospitierte, inspiriert und in einem inneren Drang nachgebend, beschloss ich in der „School of Art“ in Mineapolis Malerei zu lernen. Nach Israel zurückgekehrt, arbeitete ich bei Shimon Avni (Lehrer am Bzahlel Museum), arbeitete mit Modellen allein und fand in Eisenscheer einen jahrelangen Freund und Berater. Es dauerte ca. 5 Jahre, bis ich mich zu meiner eignen Individualitaet durchgerungen hatte. Ich kehrte auch mehrmals nach Amerika zurück, malte dort, stellte sogar während des Oktoberkrieges in einer Synagoge In New York aus. Verkaufte viele Bilder, deren Erlös für Israel ging. Ansonsten stelle ich selten aus — einmal 1972 in der Berger Galerie, Tel-Aviv, 1974 in Arad. Ich liebe meine Bilder und habe _sie gern um mich. Und wenn ich sie so betrachte, sehe ich meine Entwicklung vom akademischen Ölbild bis zum beinahe abstrakten Bild — auf grober Jute Ölfarben stark aufgetragen. Jute und Hölzer spanne ich selbst. Blumen und Landschaften male ich nie — liebe sie nur in der Natur. Dagegen male ich viel Menschen Tiere, musikliebende Menschen mit ihren Instrumenten. Meine Bilder haben viele Details, doch wirken sie irgendwie abstrakt.’ ’ Ich dankte der Künstlerin für ihre Ausführungen und ale ich sie dann nach ihrer Arbeitsweise fragte — fuhr Rebeka Wurman fort: “Plötzlich, einem ganz starken Impuls folgend muss ich malen ohne Plan, und weiss nie, was daraus wird. Oft 12 Stunden und mehr — vergessen Zeit und Essen, bis das Bild vollendet ist. Nach ein paar Stunden Schlaf, sehe ich es mir an und frage mich, wieso es gerade so heraus kam und das habe ich gemacht?! Dann male ich wieder wochenlang nicht.” Besonders interessant fand ich Rebeka Wurmans Themen wie z.B. der moderne Mensch und die Technik seiner Umwelt — Blaetter im Wind — Schöpfung (ich würde das Bild Arche Noah nennen) und anderes mehr. Alle diese Bilder verlieren in dem vorliegenden schwarz-weiss Abdruck einen Teil, ihrer Attraktion, denn Rebeka Wurmans stärkste Begabung sind ihre Farbenkompositionen. Friedei Schwartz — Engelbert, Tel Aviv Wir Breslauer sind im Rahmen der CENTRA an führender Stelle tätig und nehmen an den 2 mal im Monat stattfindenden Arbeits-Sitzungen in rühriger Weise teil. Die verschiedenen Verbände, bezw. Landsmannschaften entfalten in ihrem Rahmen eine lebhafte Tätigkeit und arbeiten ausserdem durch die CENTRA gemeinsam zusammen. So hatten wir am 14. Mai 1978 einen hochinteressanten Vortrag von dem früheren Botschafter Israels in der Bundes-Republik und| ln Frankreich, Ascher ben Nathan. Der Sederabend war auch diesmal wieder sehr gut besucht. Am Lag be Omer war, wie alljährlich, in Schoresch vor den Toren Jerusalem, unser Landestreffen, an dem Mosche Ardon in vortrefflicher Weise über: “30 Jahre Israel Schoa und jüdische Geschichte in den Bergen von Jerusalem” der Gedenkstunde eine würdige Note verlieh. Pastor Achenbach u. Gattin waren zum 20. Male in Israel und nahmen an dem Landestreffen teil. Die Ausführungen von Pastor Achenbach sind von grosse Liebe zu Israel geformt. Am 27.6.1978 Vortrag von RA Akiba Hoffmann über: 30 Jahre Israel. Die Ressonanz des Vortrages war ausserordentlich gut. Am 18.10.1978, Chol Hamoed Sukkoth, fand wiederum in Tel Aviv ein Landestreffen statt, an dem auch die Vertreter von Haifa, mit Heinrich Schupler u. seinen Vorstandsmitgliedern teilnahmen. Die Referate waren: CENTRA im Kampf für jüdische Kultur von seinem Präsidenten, Dr. Joseph Kaufmann, ferner: Über das Solidaritätswerk, über die Altersheime und die sozialen Aufgaben des IOME von Rüben Golan, das Referat: Jüdisches Volk im neuen Jahr in der Diaspora u. Israel, gehalten von RA. Dr. Akiba Hoffmann, hatte bei den Zuhörern grossen Anklang gefunden. Heinrich Schupler, Haifa, hat in der Diskussion Wege gewiesen für gute Zusammenarbeit. Eine Resolution wurde angenommen das Deutsche Volk aufzufordern, zur Bekämpfung des Neo-Nazismus scharfe Massnahmen zu ergreifen, ebenso eine Forderung zur Zusammenarbeit aller deutschsprachigen Verbände. Zwi Getz brachte in anschaulicher Weise das Arbeits-Programm für das beginnende Jahr den Zuhörern nahe. Oskar Grau aus Kirjat Schmuei bei Haifa verstand es, zur Erheiterung des Publikums eine witzige Parodie auf einen Ausflug der CENT¬ RA zu Gehör zu bringen. Besonders begrüsst wurde unter den vielen Ehrengästen Ludwig Merenländer, MMaoorjarjar am mm ar av mm m Ich beziehe mich auf die Aufforderung im letzten Blatt des Schlesier-heftes, wo auf Seite 23, ehemalige Mitglieder der Zionistischen Vereinigung in Breslau gebeten werden, Angaben über ihre Tätigkeit zu machen Ich selber wurde erst 1923 Mitglied, — war jedoch in diesem Jahre nicht in Breslau, — jedoch war mein sei. Vater, wenn ich miclj nicht irre, von Beginn einer zionistischen Ortsgruppe dort Mitglied, noch unter der damaligen Leitung des verst. Dr. Schachtel, (Zahnarzt), Königsplatz. Mein Vater war Zionist seit 1904! Mein sei. Vater war sogar entweder der, oder jedenfalls einer der Vertreter der Zionisten in der Jüdischen Religions-gemeinde in Breslau. Wie Sie ja wissen, waren nur relativ wenige Zionisten in Breslau, Zum Beispiel vermisse ich unter den dort angeführten Namen einige der aktivsten Mitglieder der Breslauer Zionistischen Vereinigung: Isaak Plessner, Kaiser Wilhelmstr. 38, oder 40. Dr. Hugo Schachtel, Zahnarzt, Königsplatz, Nr weiss ich nicht, Dr. Max Jacobsohn, Rechtsanwalt, ich glaube, Gartenstr. Dr. Lux, Gartenfrüher Frankfurt a/Main, der unberufen über 90 Jahre, an allen Veranstaltungen der CENTRA teilnimmt. Heinrich Goldstein, Mannheim, der rührige 1. Vorsitzende der Gemeinde, der Tag u. Nacht ihr ehrenhalber zur Verfügung steht, u. durch seinen Sohn, Zwi, der im Vorstand der CENTRA ist, ständig mit Israel in Verbindung. Schmuei Weintraub, der Vorsitzende der Pensionisten aus Österreich, der ehrenhalber die Benachteiligten berät, und viel Erfolge aufzuweisen hat. Ernst Freudenthal gab zum Schluss die kommenden Termine für die Winterarbeit bekannt und dankte den Teilnehmern für die disziplinierte Teilnahme an der Tagung. Erich Lewin, der 2. Vorsitzende der CENTRA, leitete das Landestreffen. Der Gedenkabend zum 9. November war diesmal wieder im Gemeinde-Zentrum von Ichud Schiwat Zion gemeinsam mit der eben genannten Gemeinde. Der Besuch war dieses Mal besonders gut und war die Feierstunde würdig verlaufen. Erich Lewin sprach einleitend einen Augenzeugenbericht über den Brand der Synagoge seiner Gemeinde, Einzelhaft und die Verschleppung nach Buchenwald. Rabb. Dr. Elchanan Scheftelowitz hat die verschiedenen Phasen der Judenverfolgung über die Ghettis des Mittelalters bis zur Endlösung der Judenrage in Europa in anschlaulicher u. ergreifender Weise geschildert. Besonders zu erwähnen sei die Predigt von Rabb. Dr. Arthur Levy in Berlin, in der Synagoge Münschenerstrasse vor seiner Auswanderung nach dem damaligen Palästina im Jahre 1935. Das Motto dieser Predigt war: “Ich suche meine Brüder”. Der eben genannte Rabbiner hat bis in sein hohes Alter in Kirjat Bialik amtiert und bleibt unvergessen. Oberkantor Jakob Samek von der Gemeinde Ichud Schiwat Zion umrahmte die Feierstunde in ergreifender Weise. Unserem Mitglied Helmut Gans, Tel Aviv, Rechow Lipski 13, nachträglich herzlichste Gratulation zum 75ten Geburtstage. Wir hoffen, dass der Jubilar jetzt wieder in alter Frische in der Kulturarbeit der CENTRA sich betätigen wird, da er es immer verstanden hat, im Rahmen der "Hagescher” (der deutschsprachigen Bühne) diese durch Vorträge und Theater-Aufführungen auf guter Höhe zu halten. CENTRA mm mm mm mm ma an mm mm m strasse, Nr? (Lux und mein Vater waren, wenn ich mich nicht irre, die beiden zionistischen Mitglieder des Gemeinderates.) Mein sei. Vater: Ludwig -Louis MARKOWIC^. geb. 23.9. ln Dobrzyca, Provins Posen, 1871. seit etwa 1890 In Breslau, tätig, und später Mitinhaber der Firma J.J. BEIER, Reuschestrasse, später Pokoy-hof. Kinder-und Mädchen-bekleidungs-industrie, d.h. Selbstherstellung, aufgelöst erst 1935, oder 1936, eingwandert nach Israel, mit Frau, Oktober 1939! gelebt erst in Jerusalem, dann, seit 1940 in Haifa, Moriahstr. 131, gestorben Dezember 1962. Religiöse Richtung Liberal-Konservativ. Mein sei. Vater war der Begründer, in Verbindung mit Blumenfeld, des Keren Hajessod in Breslau, der auch stets, ebenso wie Traub, bei irgend welchen Aktionen zu meinem Vater kam, mit dem dann die Aktionen durchgesprochen wurden; mein Vater begleitete stets diese Herren bei ihren Besuchen, da er genau wusste, was jeder geben konnte. Dr. Ernst Markowitz, Ramat Chen Aluf David 81 (Israel) ZIONISTISCHE ARBEIT IN BRESLAU 33