Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1978
- Issue
- No. 44 (Oktober 1978)
- Date
- 1978-10-01
- Page
- Seite 14 (sequence 2383)
- Language
- German
- Belongs to
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ZUM GEBURTSTAG Israel heisst das Geburtstagskind Und 30 Jahre, die Zeit läuft geschwind. Gestern noch Kämpfer gegen Englands Mandat, Sind wir heute schon Bürger im jüdischen Staat. Das Land, einst verwaltet vom Hoch-Komissar, Stand plötzlich mit seiner Regierung da. An deren Spitze “Der Mann der Nation”, Der Gründer des Staates Israel stand: Ben Gurion. Doch gleich zu Beginn, man liess uns nicht Zeit, Gewitterwolken, Kampf, Blut und Leid. Und nacheinander in 5 schweren Kriegen, Wollten sie Volk und Land besiegen. Die Bitte um Frieden, die Bruderhand, Bei ihnen keine Beachtung fand. Kaum gab es ein Jahr, so kommt es mir vor. Ohne jüdische Opfer, ohne Blut und Terror. Und trotz aller Leiden, es gab kein Erschlaffen, Es wurde mit starken Kräften geschaffen. Tausende strömten jährlich ins Land, Zahal zum Schutz der Heimat entstand. Flugplätze, Strassen und Städte entstanden, Jüdische Flüchtlinge Arbeit und Heimat fanden. Jung und Alt lernt die Sprache, man erinnert sich wieder, Und singt dankbar und froh hebräische Lieder. In grossen Werken und in Fabriken, Schaffen die Menschen mit stolzen Blicken. Una unsere Jugend, gesund und schön, Das Auge kann nicht genug daran sehen. Orangen, Gemüse und Blumen voll Wonne, Erzählen in Europa vom Lande der Sonne. Und tausend andere Dinge mehr, Erreichen die Völker weit über dem Meer. Man hilft mit Produkten, mit Rat und Tat, Auch dem Libanon, und manch anderem Staat. Und Fachleute schickt man, zum Helfen, zum Lehren, Sie bringen dem Staat viel Freunde und Ehren. Und über allem leuchtet ein Diadem, Unser kostbarstes Gut “Jerusalem”. Hier sollen in Frieden die Religionen, Zur Ehre des einzigen G’ttes wohnen. Wir wünschen Dir, Israel, Volk und Land, Dass wieder seine herrliche Heimat fand, “Lebe in Frieden recht viele Jahre!” Bleib gross und stark und wunderbar. Heinz Oliven, Haifa, Margalitstr. 11 dem der Köln. Gesellschaft und unserer Gruppe, was allgemein bedauert wurde. Am Dienstag, den 14. März, wurden wir Punkt 12 Uhr beim Regierungspräsidenten von Köln, Dr. Heidecke empfangen und die Fahnen vor dem Gebäude gingen auf Halbmast als Ausdruck der Trauer und Anteilnahme an dem schrecklichen Geschehen in Israel. Diese Begegnung und Aussprache war vielleicht die aufrichtigste und ehrlichste, und Dr. Unger stellte uns den Regierungspräsidenten als aktiven Mitstreiter der Köln. Gesellschaft vor, und liess nicht ungesagt, dass manche seiner Entscheidungen so mutig und unerschrocken wären, dass selbst Unger ihn stolz bewundere. Heini Schupler war angesteckt von der guten Atmosphäre, dankte Dr. Heidecke mit warmen Worten und übergab ihm das Buch: Moses, von unserem Freund Heinz Weissenberg, und eine Schwarz-Weiss-Zeichnung "Die Altstadt v. Jerusalem” von mir als Geschenk. — Ein schmackhaftes Mittagessen — Forelle blau in Buttersauce und Salat, danach ein Fruchtbecher und ein spritziger Rheinwein — beendete den würdigen Empfang. Die für 14 Uhr angesetzte Führung durch das Pressehaus des Kölner Stadt-Anzeigers mit Kaffee und Kuchen musste leider wegen Presse-Streiks abgesagt werden. So war noch Gelegenheit, sich für den Martin-Buber-Abend etwas auszuruhen. Der Vortrag von Wilhelm Unger über Martin Buber um 8 Uhr abends im City-Treff war ausgezeichnet. Wir sahen vor uns den grossen Religionsphilosophen, den Lehrer und Verkünder, den Nicht- Realisten und doch Seher, den einstmals deutschen Juden und späteren israelischen Geschichts-Professor an der Universität in Jerusalem. Der Abend wurde ein besonderes Erlebnis, als Wilhelm Unger, der oft als Schüler und Zuhörer zu Füssen Martin Buber’s sass, uns auf Tonband die Rede Martin Buber’s zu Gehör brachte, die dieser anlässlich der Verleihung des Friedens-Preises durch Prof. Heuss in der Pauls-Kirche zu Frankfurt a/Main am 27. September 1953 vor dem Börsen-Verein des deutschen Buchhandels hielt. Unter der grossen Besucherzahl sah man ebenfalls Kaplan Schneider aus Leverkusen, Christian Barnartz aus Urfeld, Herrn & Frau Franz Josel Klein aus Köln u.v.a.m. Nach dem eindrucksvollen Vortrag sass man noch lange bei Unterhaltung und Diskussion. Mittwoch, den 15. März trafen sich einige Teilnehmen um 11 Uhr im Theater am Dom zur Generalprobe der Komödie von Neil Simon “Barfuss im Park” mit Thomas Fritsch. Ich kannte das Stück bereits aus Israel “Jachef Bagan” und ging nicht mit grossen Erwartungen ins Theater und war deshalb auch nicht sehr entäuscht. Hier muss gesagt werden, dass Meret Meyer sich die Füsse ablief, um Theaterkarten bis zum Maximum der Möglichkeiten für uns zu besorgen. Am Nachmittag teilte man sich in zwei Gruppen: der eine Teil machte auf Einladung von Direktor Bader einen Besuch bei der Deutschen Welle und konnten von dort aus Funkgrüsse nach Israel übermitteln. Der zweite Teil fuhr mit Mathias Jacqumlen zum Jüd. Elternheim auf Einladung von Frau Dr. Sternschuss, der Leiterin des Kölner Heimes. Meine kurze Ansprache bei den alten Leutchen wurde freudig aufgenommen und man sass noch lange in netter Unterhaltung bei Kaffee und Kuchen beisammen. Viele Grussadressen für Israel wurden mir übergeben und man dankte für unseren Besuch besonders herzlich. An diesem Abend war meiner Frau auf Einladung von Frau Eva Jäger Gelenheit gegeben, bei einem Opernbesuch Aida zu hören, als würdiger Abschluss dieser einmaligen, unvergesslichen Woche in Köln. Leider musste uns unser Freund Prof. Meyer vorzeitig verlassen, um schnellstens zu seiner Schwester nach London zu eilen. Wie wir hörten traf er sie noch lebend an, sie verschied jedoch kurz darauf. Unser aller tiefstes Beileid für Prof. Meyer und seine liebe Familie. Vielen lieben Freunden zollen wir herzlichen Dank für das Zusammenkommen und Gelingen dieser unvergesslichen Woche in Köln, aber ich kann und darf es nicht unterlassen, einige Namen nochmals herzlich dankend hervorzuheben: Wilhelm Unger, Meret Meyer, Frau Else Keller, die ganze Familie Jäger sowie Mathias Jacqumien und Frau — Habt herzlichen Dank. Heinz Oliven HANS MARGOLIUS: EINSICHT UND AUSBLICK APHORISMEN UND GEDANKEN Güte und Denken gehören zusammen. Ist nicht in jeder Regung des Guten irgendwie ein Gedanke, ein Nachdenken, ein Gedenken, ein Sich-Besinnen am Werk? Erkenntinsse an sich verändern die Tatsachen nicht — aber sie klären und erhellen sie. Wünsche können nur sein, wo Hoffnung sind, In jedem Wünschen ist schon ein Schimmer von Glück. DAS GEBET VOM PAPST JOHANNES, Verfasst kurz vor seinem tode AM 3.6.1963 “Wir erkennen nun, dass viele, viele Jahrhunderte der Blindheit unsere Augen bedeckt haben, sodass wir die Schönheit Deines auserwählten Volkes nicht mehr sehen und in seinem Gesicht rächt mehr die Zuege unseres erstgeborenen Bruders wiedererkennen. Wir erkennen, dass das Kainszeichen auf unserer Stirn steht. Jahrhunderte lang hat Abel darniedergelegen in Blut und Tränen, weil wir Deine Liebe vergassen. Vergib uns die Verfluchung, die wir zu Unrecht aussprachen über den Namen der Juden. Vergib uns, dass wir Dich in ihrem Fleische zum zweitenmal kreuzigten, denn wir wussten nicht, was wir taten.” 14