Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1978
- Issue
- No. 43 (April 1978)
- Date
- 1978-04-01
- Page
- Seite 38 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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iOBERSCHLESIER ECKE!!!! Ein politischer Roman von Dan Jacobson The Confessions of Josef Baisz, a novel by Dan Jacobson, Secker & Warburg, London, P. ST. 3.90. Dan Jacobson ist ausserhalb des englischen Bezirks noch wenig bekannt. Er ist in Südafrika geboren und lebt heute in England. Im Gegensatz zu vielen Intellektuellen der Linken fühlt er sich Israel verbunden. In einem bemerkenswerten, 1959 erschienenen Aufsatz “Zion Revisited“, wieder veröffentlicht in “Time of Arrival” (MacMillan, New York), erkennt er an, dass Israel trotz mancher provinzieller Erscheinungen einen neuen Gesichtspunkt der jüdischen Einzigartigkeit gegeben hat. Sein neuer Roman "Die Bekenntnisse des Josef Baisz” spielt in einer neugegründeten Republik, die Sarmeda heisst. Die Unterdrückung von Gruppen, der Spitzeldienst, die Arbeitslager, das “Jugendpropaganda-Theater” und andere Institute tragen deutlich die Züge des Apartheit von Südafrika, auch der totalitären Regime der Sowjetrepublik und von Nazideutschland. Jasef Baisz, der Held des Romans oder der Antiheld, wie man diese Art von Helden heute nennt, erlebt als Kind die Verhaftung seines Vaters wegen einer Unterschlagung u. seinen Selbstmord. Der junge Josef ist in diesem Moment ganz stolz auf seinen Vater. Er schwört, raffinierter zu handeln und “etwas aus seinem Leben zu machen”. Josef ist begabt genug, um seinen Vorsatz auszuführen. Er tritt in die “Republikanische Garde” ein, eine Spezialtruppe in der Art der ehemaligen Tscheka oder S.S. Es gelingt ihm durch Denunziation und Verrat schnell aufzusteigen. Die Stadien seiner Karriere werden wie in einem Krimi spannungsvoll erzählt. Nach seiner ersten Denunziation eines Kameraden fühlt er sich gradezu "gereinigt“. Er entdeckt, dass er nur durch Verrat lieben kann und bewundert sich sogar deswegen. Wird dem Leser hier eine psychologische Theorie des politischen Verbrechers vorgesetzt? So sieht es am Beginn des Romans aus. Auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn finden wir ihn als den “moralischen Leiter“ eines “Erziehungslagers” von politischen Gefangenen. Keiner seiner Vorgänger hatte einen solchen Erfolg wie er. Josef geniesst diese Stellung. Da, an dem grossen Tag, an dem der Herrscher der Republik das Lager besucht, um ihn vor der ganzen Belegschaft für seine Bemühungen auszuzeichnen, tritt aus der Reihe der Häftlinge eine Frau heraus. Sie wirft sich ihm an den Hals und ruft: “Josef”. Es ist seine jüngere Schwester Beate. Befragt, ob er diese Frau kennt, schüttelt er den Kopf und, als der Herrscher auf ihn starrt, ruft er laut: “Ich kenne sie nicht”. Stimmt also seine Theorie, dass er diejenigen verrät, die er liebt? Nein! Diesmal hilft ihm nicht der moralische Selbstbetrug: “Leute, die mir nichts bedeuteten, habe ich verraten und geliebt. Aber — nicht Beate”. Wie 'eine Begnadigung kommt ihm plötzlich der Gedanke an den Selbstmord. Manche historische Novellen haben versucht, das Böse in der Politik, das besonders in den totalitären Systemen hemmungslos hervorgetreten ist, verständlich zu machen. Es sei nur erinnert an Köstlers Volkskommissar Rubaschow in seinem Foman “Sonnenfinsternis”. Zweifellos sind solche Romane instruktiv. Aber die Novelle von Dan Jacobson zeichnet sich vor ihnen dadurch aus, dass sein Antiheld, der schwor, ein Leben ohne Gewissen zu führen, selbst unwillentlich Zeuge des Gewissens wird. Anni Loewenstein (Priebatsch) Liebe Freunde! Wiedermal ist ein ganzes Jahr vergangen und das Pessach-Fest steht vor der Tür, das Fest, welches uns Immer wieder an den Auszug der Kinder Israels aus Ägypten erinnert. Bei dieser Gelegenheit wollen wir aber auch an den im Nov. 77 erfolgten Besuch von Präsident Sadat hier in Jerusalem denken, der so für den Frieden verheissungsvoll begann. Leider sind die Verhandlungen, die zunächst positiv erschienen, in eine Sackgasse geraten und gehen trotz beiderseitiger Bemühungen, nur noch in einem unübersehbaren Schneckentempo weiter. Wollen wir hoffen, dass wir doch noch irgendwie zu einem Friedensabschluss, welchen beide Partner dringend brauchen, kommen. Pessach “Fest des Friedens und der Freiheit“ helfe uns in unserem Wirken hierfür. Inzwischen geht die laufende Arbeit innerhalb unseres Verbandes weiter. Wir veranstalteten 3 Zusammenkünfte mit unseren Mitgliedern, hatten zusammen mit den “Breslauern“ einen Vortragsabend mit Rav Löwenstein, fr. Chile und am 13. Nov. eine Vorstandssitzung bei Lotte Meyer, wobei die Delegierten zur Centra Generalversammlung bestimmt worden sind. Die Hauptarbeit aber und die dazugehörigen Veranstaltungen können wir aber nur im Rahmen der “Centra“ absolvieren, wobei aber ein Teil unserer Vorstandsmitglieder führend tätig ist. Wir beteiligten uns wie jedes Jahr an der Gedenkstunde zum 9. November und auch bei den jeweils zweiwöchentlichen Arbeitssitzungen sind wir dabei. Die Chanukka-Feier, an welcher sich auch andere Verbände beteiligten, stand unter der Leitung von Heinz Kornfeld, der die Ehre hatte, die Gäste und unter ihnen, Sr. Exellenz den Botschafter d. Deutschen Bundesrepublik mit Gattin, sowie den Dir. der Lufthansa in Israel Herrn Norbert Kohl & Frau zu begrüssen. Über den grossen Purim-Ball, der ebenfalls von Heinz Kornfeld geleitet wurde, wird an anderer Stelle berichtet. Bei der am 3. Januar 1978 stattgefundenen Generalversammlung der Centra wurden 4 unserer Mitglieder in den erweiterten Vorstand gewählt. Erich Lewin, Generalsekretär der Breslauer, der ja auch in unserem Vorstand sitzt, kandidierte für die Breslauer und errang mit 27 Stimmen den ersten Platz, Lotte Meyer trat ebenfalls für die Breslauer auf und erhielt 18 Stimmen. Zwi Getz und H. Kornfeld standen f. O/S auf der Liste und wurden mit 26 bzw. 25 Stimmen gewählt. In einer auf einen anderen Termin festgesetzten Wahl zum Hauptvorstand, wurden Lewin, Getz u. Kornfeld in diesen gewählt, so dass wir gut in der Centra vertreten sind. Bei den bald beginnenden Vorbereitungen zum Landestreffen der Centra in Shoresch, werden wir wie immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und so gibt es immer wieder Arbeit für die Allgemeinheit. Vor kurzer Zeit waren es zwei Jahre her, seit dem Heimgang unseres berühmten Landsmannes MAX TAU, fr. Beuthen O/S, Sohn des bekannten Geschäftsmannes Nathan Tau, auf dem Beuthener Ring. Es gelang ihm rechtzeitig nach Oslo in die Emigration zu gehen, wo er auch sein Buch “Das Land das ich verlassen musste“ schrieb. Er war es, der im Jahre 1950 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels als erster in Frankfurt/M erhielt. Vielen seiner Freunde leistete er materielle und aktive Hilfe. Er war nicht nur ein guter Schriftsteller, sondern ein Mensch im Sinne des Wortes. Wie wir erfuhren, ist in einem deutschen Verlag ein Buch erschienen, welches den Titel “Der Freund der Freunde“ trägt! Auch Willy Brandt schrieb einen Gedenkartikel, ebenso sein hier im Lande lebender Bruder Fritz, dem wir bei dieser Gelegenheit unsere besten Wünsche anlässl. seines 75 Geburtstages übermitteln. Noch recht lange gesunde Jahre, lb. Fritz, zusammen mit Ihrer lieben Gattin Ruth. * Gratulieren wollen wir auch dem Ehepaar SALO HORWITZ und Frau ERNA, geb. Deutsch, fr. Gleiwitz, jetzt Raanana, anlässl. ihrer vor kurzem begangenen “Goldenen Hochzeit“. Noch viele Jahre in Gesundheit. ¥ Liebe Freunde, wir bitten um Überweisung der Beiträge (auch Spenden sind erwünscht) an untenstehende Adresse. * Allen unseren Mitgliedern, Freunden und Gönnern im In- und Ausland, die besten Grüsse und alle guten wünsche zu den Festtagen. Bis zur Ausgabe der “Rosch ha schanah“ Mitteilungen, bin ich Ihr KARL HEINZ KORNFELD Tel-Aviv, Lipastr. 8 SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Herrn Dr. HANS FREUDENTHAL anlässl. des Simchas Thorafestes beehren wir Sie mit der 21. Sefer Thora des Umgangs beim Morgen-G“ttesdienst. Im Falle Ihrer Behinderung erbitten wir baldgefl. Bescheid unter Rückgabe dieser Karte. Der Ausschuss der Alten Synagoge Dunkler Anzug, Zylinder, Tallis. WIR KONDOLIEREN: Herrn ERNST COHN und desen Familie zum Hinscheiden von Frau EMMA COHN geb. Frischler, Rechowoth. Wir kannten die Verstorbene mehr als 5 Jahrzehnte und wissen, mit welchem Fleiss und Hingabe sie stets mitgearbeitet hat zur Erhaltung des Hauses. Als treue Gattin und überaus gute Mutter hat sie sich an Kindern, Enkeln und Ur-Enkeln erfreuen können. Sie wird in gutem Andenken nicht nur in der Familie, sondern auch bei allen Freunden und Bekannten, bleiben. Familie GIDEON FREY und allen Angehörigen, zum Ableben der Mutter und Grossmutter, MARGOT FREY geb. Koppenheim, Tel-Aviv. Auch wir, vom Verband der Breslauer, waren stets mit der Verstorbenen eng verbunden, da ihr Gatte, Berthold Frey, der aus Oberschlesien stammte, als bekannter Bankfachmann geehrt und beliebt war. Er ging der Gattin vor einigen Jahren in die Ewigkeit voraus. Margot Frey stammte aus einer bekannten traditionsgebundenen Familie. Die Koppenheims waren In Posen, Breslau und Berlin ein gewisser Adel und diesen Seelenadel hat die Heimgegangene geerbt. Seid getröstet in dem Gedanken, dass sie nach schwerem Leiden erlöst worden ist. 38