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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1978-04-01 · No. 43 (April 1978) · p. Seite 22

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1978
Issue
No. 43 (April 1978)
Date
1978-04-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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Blick auf das Heilige Land Kennst Du das Land wo die Wiege der Religionen stand an seinen Ufern schlagen die Wellen die Sonne bräunt nicht nur sie reift die Aehren der Felder mit Hilfe von künstlichem Nass grünen die Wiesen wachsen Bäume schneller und den Menschenkindern Schatten zu spenden würdig bereiten uns die Berge zu beiden Seiten des Weges dazwischen eingebettete Dörfchen auf die heilige Stadt Jerusalem vor ihre Mauern bergten einst den Tempel Mauern und Golgatha es überhäuft uns die Geschichte; dann schauen wir auf das Tote Meer blaugrün unbeweglich seine Wasser im dunstig bläulichen Schimmer von Wüstenbergen umgeben. Jericho, die uralte biblische Feste ihr alter Markt im Grün der Palmen—tiefer Orient die Wüste ruht in ihrer Farbenpracht sie zeugt, dass auch sie einst lebendig war arabische Karavanen streifen durch die bizarre Gegend suchen Grün und Wasser. Massada — Zeigt uns Reste der einstigen Festung Zeugen der heroischen Heldentaten träumend sitzt man auf seiner Höhe auf seinen steinernen Bänken versetzt Sich Jahrtausende zurück — Tel-Aviv — aus dem kleinen Tel-Aviv dem Frühlingshügel enstand im Tempo der modernen Zeit die grosse Stadt nur ein paar alte arabische Gräber auf einem Hügel am Meer sind Zeugen der einstmaligen Stille — die alte Hafenstadt Haifa hüllt seinen Carmel in Gärten und Wald So ist die Bibel wieder wahr geworden leuchtend und hell ein kleiner Blick auf Israel! wie fühlt man hier Erholung bald. ERNI GOLDSCHMIEDT, Tel-Aviv (Fortsetzung von Seite 2D ihr die gute Botschaft zu überbringen“ Meine künftige Schwiegermutter fuhr mit mir, und beim Eintreten sprach sie zu meiner Mutter; “Hier bringe ich Ihnen Ihre Tochter, die Braut meines Sohnes. Kommen Sie gleich mit uns mit. Sie werden bis zur Hochzeit bei mir wohnen”. Meine Mutter war tief ergriffen über das unverhoffte Glück nach allem Leid. Dann wurden Anschaffungen gemacht, Das Beste war gerade gut genug. Ich erhielt die schönsten Kleider, Schmuck und — als Wichtigstes — die grosse Liebe meines Mannes, der sein Wort hielt. Noch eine Anmerkung: Doch die Goetter waren neidisch ob des allzu grossen Glückes. Nach zehn Jahren glücklicher Ehe endete das Leben dieses wunderbaren Menschen. Meine Erinnerungen an den Schriftsteller Hans Habe Von FRIEDEL SCHWARTZ - ENGELBERT Als ich im Juni dieses Jahres Hans Habe und seine Frau Lizzi zufällig in Zürich traf, war er wie immer lebhaft und unsere Unterhaltungen drehten sich — ausser um persönliche Dinge — um sein neuestes Buch “Weg ins Dunkel” das gerade in diesen Tagen zum Verkauf gekommen war. Ich hatte es bereits in Schaufenstern der Buchgeschäfte Zürichs entdeckt. Habe erzählte mir, dass er es schon 1946 geschrieben habe—aber erst jetzt veröffentlicht wurde. Er skizzierte kurz den Inhalt, und dass er an einem neuen Buch arbeite, dessen Inhalt er mir nicht verriet. Eine weitere Verabredung wurde abgesagt. Es war ein grosser Schock für mich, als 2 Tage vor meiner Abreise nach Israel das Schweizer Radio seinen Tod meldete. Viele Artikel sind nach seinem Tod in der ganzen Welt und auch in Israel erschienen — über ihn persönlich — sein Leben und seine Werke (mehr als 20 Bücher, Journalistische und Publizistische Arbeiten) — seine Stellung zum Judentum und zu Israel. Vieles richtig — vieles falsch — wie es in der Presse geschieht. Langsam wurden in mir die Erinnerungen wach. Es war 1970 und ich hatte erfahren, dass der Schriftsteller Hans Habe und seine Frau vom israelischen Aussenministerium zu einem Besuch in Israel eingeladen waren. Als Managerin des in 1970 noch bestehenden Deutschsprachigen Theaters “Hagesher” (die Brücke) wusste ich sofort, dass ich ihn zu einer Vorlesung im Rahmen unseres Theaters haben musste. Ein lebhafter Telegrammwechsel folgte und es wurde Wirklichkeit. Als ich das offizielle Programmheft des Aussenministeriums für die Zeit seines Besuches bekam, wusste ich,*'dass von persönlichen Kontakten nicht viel zu hoffen sei. Doch bei einigen Vorbesprechungen traf ich jeweils Abends nach anstrengenden Touren durch das Land, einen totmüden, von Land und Menschen sehr beeindruckten beinahe beglückten Menschen, der sofort seiner Frau Lizzi seine Eindrücke in die Maschine diktierte. Seine Frau Lizzi Balla, ehemalige Soubrette in Wien und Budapest, stammt aus einer sehr angesehenen jüdischen Familie, und hat, wie sie mir selbst erzählte, ihren Mann zum Judentum zurückgebracht. Zu den Dingen, die Habe am meisten berührten und er immer wieder erwähnte, gehörten die Bunker in den Kibbutzim an der Nordgrenze, in denen die Kinder praktisch zeitweise Tag und Nacht verbrachten. Ihre Wände waren von den Künstlern aus dem Künstlerdorf En-Hod bemalt worden, um den Kindern eine fröhlichere Atmosphäre zu schaffen. Nach der ersten Anzeige in der Presse “Hans Habe liest aus eignen Werken” im ehemaligen Ohel-Theater, Tel Aviv, war nach 2 Stunden schon kein Sitz mehr zu haben. Einen 3mal so grossen Saal hätte er auch gefüllt. Der Abend war ein eklatanter Erfolg — unter anderem las er seine "Israelische Ode“, die während des 6 Tage-Krieges 1967 entstanden war und von der er an einem Tag 10.000 Kopies in der Schweiz verkauft wurden. Der lürlös ging an den Staat Israel. Hans Habe beschloss zur gleichen Zeit, sämtliche Einkünfte seiner in Israel hebräisch veröffentlichten Werke, dem Staat Israel zur Verfügung zu stellen, speziell dem Kinderheim Ahava in Kiriat Bialik bei Haifa, mit dem er schon längere Zeit in Verbindung stand. Eine Diskussion beendete den Abend und Hans Habe schloss ihn mit folgenden Worten: Von nun an werde ich keine politische Radio oder TV Nachricht objektiv anhören können. Ich werde sie immer in Relation zu Israel stellen und mir überlegen — ist das gut oder schlecht für unser Land! Einige Zeilen aus einem Brief, den ich nach seiner Rückkehr aus Ascona erhielt "wir sind aus Israel, wie nach einer erfolgreichen Kur zurückgekehrt”. Zurückgekehrt sage ich, denn eine “Heimkehr“ gibt es eigentlich nur nach Israel. Überflüssig zu sagen, dass die Sehnsucht an dem Tage beginnt, an dem man Israel verlässt. Und so hoffe ich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahre... Der erste Niederschlag nach seiner Reise war ein Artikel in der Schweizer Illustrierten “Die 5 Wunder Israels“ — die Jugend — die Moral — die Toleranz — der Sozialismus — die Wahrheit. Und dann entstand 1971 sein Israel Buch “Wie einst David“ ein volles Bekenntnis zum Judentum und Israel als seine geistige Heimat. Das Wunder des nach 2000 Jahren neuerstandenen Staates Israel und wie sich dieser Staat im 6 Tage Krieg in einer lebensgefährlichen Situation durchsetzte — eine Parallele “Wie einst David“ Goliat schlug. Es vergingen 2 Jahre bis Hans Habe und seine Frau Israel wieder besuchten. 1972 stand der Schriftsteller im Rahmen unseres Theaters wieder vor einem überfüllten Saal. War er anders geworden? Oder sahen wir ihn anders? — Er war einer von uns. Dieses Mal erzählte er zuerst von seinen Erlebnissen in der Gola, von seinem Zusammenstoss mit dem Schweizer Dramatiker Dürrenmatt, der wegen Beleidigung von ihm verklagt und in seiner Verteidigungsrede oft das Wort “Jude“ brauchte. Er sprach über die negativen Seiten der Situation der Juden im Ausland und die positiven Auswirkungen der Existenz des Staates .Israel auf diese Menschen, denen er das Selbstbewusstsein stärkt. Dann folgte eine Lesung aus damals noch nicht veröffentlichen Werken "Erfahrungen“ und “Palazzo”. Hans Habe hat eine grosse Lücke hinterlassen und wir Israelis haben einen guten Freiyid verloren. Frau Nora Hauben 6, Hayarden St. Ramat-Gan, Israel 1. August 1972 Liebe Frau Hauben: Mit grosser Freude und Dankbarkeit habe ich Ihren Brief vom 15. Juli gelesen. Ihr Lob hat mich doppelt, richtiger: dreifach gefreut, denn es kommt ja von einer Kollegin und von einer Israelin, die, was ich geschrieben habe, zu überprüfen vermag. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, dass mich mein zweiter Besuch in Israel noch mehr beeindruckt und überzeugt hat. Ihr Gedicht habe ich mit Bewunderung gelesen. Es wäre schön, einmal Ihr Buch zu erhalten. Mit den herzlichsten Grüssen. Shalom. Ihr Hans Habe Wer erinnert sich oder kann feststellen, ob es in Schles. Kurorten (Salzbrunn, Warm brunn Etc.) jüd. Kurärzte gab, Ferner auch rituelle Gaststätten und jüd.Gebetsräume? Sachs, Tel-Aviv, 51 Masest. 22

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