Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1977
- Issue
- No. 42 (September 1977)
- Date
- 1977-09-01
- Page
- Seite 25 (sequence 2312)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Teilansicht der Fränkelschen Stiftung )Wallstrasse 9) mit dem Blick auf den in Betrieb befindlichen Beetsaal, rechts Teilansicht der Storchsynagoge (YERF) 'rv*-, * IP**?!'"-' W+m Ein verunglückter Purim-^Scherz“ - es geschah in Breslau ISRAEL-GRUPPENREISE NACH KASSEL Unser rühriges Vorstandsmitglied, Ernst Freudenthal, hat keine Mühe und Arbeit gescheut, eine Gruppe von Israelis zusammenzustellen, die auf Einladung der Stadt Kassel .dort im August 1977 eine Woche verbringen konnten. Der Aufenthalt war für alle Teilnehmer ein ausserordentlich grosses Erlebnis. Kassel hat sich in jeder Weise gastfrendlich und überaus entgegenkommend benommen. Alle Teilnehmer waren auf Kosten der Stadt untergebracht. Es hagelte nur so von Empfängen, Besichtigungen und Rundfahrten. Willi Apel, einer der grössten Israelfreunde,, der x-mal Israel besucht hat, empfing die Gruppe mit einem Autobus in Frankfurt a/Main am Flugplatz. Oß im Rathaus, oder im Frühschoppen, der im Television gesendet wurde ,ob im Museum, oder sonstwo, überall fand die Gruppe eine Aufgeschlossenheit besonderer Art. Als Zeichen der Anerkennung erhielt Ernst Freudenthal, der Vorsitzende der Vereinigung ehemaliger Kasselaner in Israel, vom Kasseler Bürgermeister Heinz Hlle, die Stadtmedaille verliehen. Ernst Freudenthal Die Presse in der Bundes-Republik würdigte diese Zusammenkunft in fast täglichen Berichten. Es ist unmöglich, alle Persönlichkeiten zu benennen, die anwesend waren. Hervorzuheben wäre nur, — stellvertretend für alle anderen — die Anwesenheit des früheren Ober-Bürgermisters Dr. Karl Branner. In seiner Dankansprache u. auch im Rahmen des Frühschoppens betonte Freudenthal die schwere politische Lage im Nahen Osten, die ausserordentliche Gefahr, die uns, Israelis, treffen würde, wenn wir die Westbank zurückgäben. Diese Wiedergabe bedeute einen Selbstmord für Israel. Er lud die Zuhörer ein, sich selbst ein Bild an Ort u. Stelle zu machen. Die Stadt Kassel hat bereits für das nächste Jahr eine Einladung ergehen lassen. Ein Mitglied der Gruppe, Katzenstein, dankte für die herzliche Aufnahme und sprach die Hoffnung aus, das nie mehr eine Lüge zwischen den Deutschen und dem israelischen Volke bestehen soll. In Kassel lernen 42 Nichtjuden in einem ständigen Kurs “iwrith". Die Reise kann als voller Erfolg für die Kasselaner, für Freudenthal u. letzten Endes für die CENTRA gebucht werden. E. L. ALLE NEUERSCHEINUNGEN LIEFERT LANDSBERGER TEL-AVIV, SNE JEHUDASTR. 9. TEL. 563 3 0 SPEZIALABTEILUNG FÜR DEUTSCHES ANTIQUARIAT AN- UND VERKAUF ZU GÜNSTIGEN PREISEN Moses Mendelsohn verehrte den Altonaer grosssen Thoragelehrten Rabbi Jakob Emden, und dieser erwies ihm seine Zuneigung, und war stolz darauf, ihn seinen Schüler zu nennen. Die beiden in ihren Grundauffassungen reichlich verschiedenen Gelehrten führten einen reichen Briefwechsel miteinander, zumeist über halachische Fragen, auch zu einer Zeit, in der Mendelsohn schon als grosser Philosoph berühmt war. Der Fürst von Schwerin in der Provinz Mecklenburg erliess ein Gesetz, wonach die Beisetzung von Verstorbenen erst nach drei Tagen stattfinden solle, da sich bei zu frühen Beerdigungen herausgestellt hatte, dass Fälle von Scheintod vorgekommen waren. Die Vorstände der betroffenen jüdischen Gemeinden wandten sich an Mendelsohn, damit er seinen Einfluss ausüben solle, diese “Geserah“ (Verhängnis) abzuwenden, da nach jüdischem Gebrauch Beisetzungen sobald wie möglich nach dem Ableben erfolgen sollen. (Noch heute gibt es, vor allem in den Kreisen des alten Jischuv in Jerusalem und auch anderswo in Israel, wo es keine Gesetzvorschrift in dieser Hinsicht gibt, Fälle von Beerdigungen einige Stunden nach dem Tode, manchesmal mit einer Hast die unziemlich erscheint...). Mendelsohn weigerte sich in dieser Sache vorstellig zu werden, da er nicht erwartete, dass die Vorschrift geändert werde, und weil er der Ansicht war, sofortige Beerdigungen könnten in der Tat mitunter unter Verkennung eines Scheintodes vorgenommen werden. Er wandte sich wegen der halachischen Seite der Angelegenheit an seinen Freund und Lehrer Emden und versuchte, aus den talmudischen Quellen seine Ansicht zu begründen, stiess aber bei Emden auf entschiedene Ablehnung, in freundschaftlichem Tone gehalten . Aaron Wolfsohn-Halle (1754—1835) unterrichtete an der Jüdischen Schule in Breslau in den Jahren 1792—1807, und war während der letzten 5 Jahre Schulleiter. Er war einer der radikalsten "Masküim“ (Aufklärer) und zeitweise Redakteur der Zeitschrift “Hame’assef“. Halle gehörte zu den Anhängern Mendelsohns, und nahm Teil an dessen Bibel-Übersetzung und Kommentierung. Halle wollte Mendelsohn in der Beerdigungs- Auseinandersetzung beistehen, und wählte dazu einen Weg, der kaum den Beifall des Philosophen gefunden haben dürfte: In Breslau starb ein reiches, angesehenes Mitglied der Gemeinde und ungeachtet der Proteste von Seiten Freisinniger, wurde er am gleichen Tage zu Grabe getragen, es war dies einige Tage vor Purim. Der bedeutende Rabbiner Breslaus zur damaligen Zeit war Rabbi Jeshaja Pick-Berlin, dessen gelehrte Anmerkungen den bekanntesten Talmud-Ausgaben beigedruckt sind. Er pflegte an Purim in seinem Hause ein Festmahl zu geben, zu dem die prominenten Gemeinde-Mitglieder eingeladen waren. Wie immer, kamen auch in diesem Jahre einige Gäste vermummt. Aaron Halle hielt es für angebracht, aus Protest gegen die frühe Beisetzung als “Leiche“ zu erscheinen, in “Tachrichim“ (die traditionellen Leichentücher) gehüllt und mit einer Maske, die den Verstorbenen darstellen sollte. Ein Schild das er auf der Brust trug, erklärte, er sei scheintot gewesen, als man ihn einscharrte, und habe sich aus Sarg und Grab nach dem Erwachen befreit. Viele Anwesende erschraken sehr bei den Anblick, und die ganze Affäre wuchs sich zu einem Skandal aus, in dessen Folge Halle Amt und die Stadt Breslau verlassen musste. Mitgeteilt von Mordechai Noy, Ramat-Chen. SONDERSPENDE von Frau Dr. Ing. Lisbeth Landsberg geb. Staub, Haifa, sowie deren Sohn Dr. Joram Seggev (früher Landsberg), sowie Frau Varda und 3 Enkelkindern zum Andenken an Professor Dr. R. Landsberg, dem bescheidenen, tüchtigen und ausserordentlich beliebten Menschen. 25