Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1977
- Issue
- No. 41 (April 1977)
- Date
- 1977-04-01
- Page
- Seite 27 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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(ENTRA - Dachverband der Mitteleuropäischen Landsmannschaften Die Arbeit der CENTRA ist, trotz vorgerückten Alters vieler Mitglieder, G.s.D. weiter im Aufstieg begriffen. Die 2 mal im Monat stattfindenden Arbeitssitzungen, bei denen immer ein Kurzreferat eingeschaltet wird, sind von Mal zu Mal besser besucht, ein Zeichen des Interesses der verschiedenen Landsmannschaften. Indessen haben sich die Chemnitzer und Münchener konstituiert. Der Auftakt zur Winterarbeit war der alljährlich abgehaltene Gedächtnis-Gottesdienst am 9.11.1976 im Rahmen der Gemeinde Ichud Schiwat Zion. Einleitende Worte: der Präsident der CENTRA, Dr. Kaufmann, Haupt-Referat auf hohem Niveau R. A. Dr. Akiba Hoffmann, liturgische Umrahmung von Oberkantor Samek der Gemeinde Ichud Schiwat Zion. Am 14.11.1976 fand anlässl. der Tagung des Zentralrats der Juden aus Deutschland, die in Jerusalem stattfand, ein Empfang der Direktionsmitglieder des Zentralrats im Hotel “Plaza“ in Tel- Aviv, statt. Gastgeber war der Zentralrat und die eingeladenen Gäste waren die verschiedenen Landsmannschaften, sowie die “Begegnung”. Es sprachen u.a. Werner Nachmann, Vorsitzender des Zentralrats, Dr. Joseph Burg, sowie der Botschafter der Bundes-Republik, Dr. Per Fischer. Der Sekretär des Zentralrats Alexander Ginsburg nahm das Schlusswort. Es wurden Kontakte zu den Juden aus Deutschland hergestellt. Am 5.12.76, Vortrag im Rahmen ehemaliger Kölner und Frankfurter, unter der Devise: “Verwirf uns nicht zur Zeit des Alters”, Vortragender Leo Goldschmidt, ein hoher Beamter des Bituach Leumi, sowie David Abramowitz, von den Frankfurtern, ehrenamtlicher Mitarbeiter für das deutschsprachige Publikum im Rahmen des Bituach Leumi. Am 4.12.76 Kasseler Abend in Form von Geselligkeit. Die Chanukkafeiem wurden von den verschiedenen Landsmannschaften durchgeführt. 1. die Leipziger, 2. Hannoveraner und Kassel, 3. Köln, Breslauer und Oberschlesier. Alle Feiern waren in ihrer Art erfolgreich. Am 25.1.77 begaben sich die Tel-Aviver nach Haifa, um gemeinsam mit den ehemaligen Kölnern und Rheinländern, sowie dem ihnen angeschlossenen Forumkreis eine gemeinsame Veranstaltung durchzuführen. Der Nachmittag kann als sehr gelungen bezeichnet werden. Heinz Oliven aus Haifa begrüsste in einem ausgezeichneten Prolog die Anwesenden (siehe das Gedicht in unserem Blatt). Erich Lewin, 2. Vorsitzender der CENTRA, sowie Ernst Freudenthal in Vertretung von Dr. Kaufmann, sprachen von enger Kontaktnahme mit den Haifaern. Heinrich Schupler, der 1. Vorsitzende ehemaliger Kölner und Rheinländer, war in seiner Ausführungen besonders herzlich und freute sich über das gelungene Treffen. Im Rahmen dieser Veranstaltung ist immer wieder des unermüdlichen Gründers, des heimgegangenen Hans Landsberger, Haifa, vom Forumkreis, gedacht worden. Den humoristischen 2. Teil bestritt ausgezeichnet, wie immer, Oskar Grau, der Vorsitzende ehemaliger Leipziger. Am 3.2.1977 Tu bi Schwatfeier von der CENTRA aus in Tel-Aviv, mit Mosche Ardon und Kantor Jakob Strunin. Am 12.2.77 Vortragsabend im Rahmen ehemaliger Kasselaner von Frau Alice Schwarz, Redakteurin der Israel Nachrichten. Begrüssung Ernst Freudenthal. Im 2. Teil Frau Erni Goldschmidt mit selbstverfassten, ausgezeichneten Gedichten, sowie im Schlusswort Erich Lewin von der CENTRA. Am 20.2.77 im Hotel Dan: Treffen ehemaliger Chemnitzer, nach 10 Jahren. Anwesend 110 Landsleute. Begrüssung durch Siegmund Tittmann, eifriges ^Mitglied der CENTRA, Neukonstituierung des Verbandes, Ansprache von Erich Lewin LA. von der Joseph Kaufmann, dem Präsidenten der CENTRA. Dr. Reisberg gibt einen Überblick über das jetzige Chemnitz in der DDR. (heisst heute Karl Marxstadt). Der bekannte Journalist Erich Gottgetreu, ebenfalls aus Chemnitz stammend, verstand es in fesselnder Weise Erinnerungen zu Gehör zu bringen. Kurze Zeit nachher humoristischer Abend im Verband ehemaliger Leipziger in Tel- Aviv. Begrüssung: Jacob Schaya, 1. Vorsitzender des Verbandes. Abendfüllendes Programm in ausgezeichneter Weise von Oskar Grau. Dem Sekretär des Vereins ehemaliger Breslauer, des grössten Vereins der CENTRA, und 2. Vorsitzender der CENTRA, Erich Lewin, wurde vom Verband ehemaliger Breslauer in Köln, in Anbetracht seiner Arbeit für das ehemalige Breslau und Schlesien, von Herrn Peter Osten aus Köln, die “Goldene Ehrenadel” der Bundesvereinigung der Breslauer in der Landsmannschaft Schlesien, überreicht. Eine rege Korrespondenz mit der Landsmannschaft in der Bundes-Republik ergänzt die Arbeit. Am Sonntag, den 6.3.77 Purim-Neschef der CENTRA im "Gil Saal” in Tel-Aviv, bei ausverkauftem Hause. Wertvolle Tombolageschenke, Flug T.A. - Frankfurt und zurück wurde ausgelost. 15.3.77 Arbeitssitzung mit Frau Edith Hirsch aus New-York, der Witwe von Prof. Dr. Julius Hirsch, dem ehemaligen Dozenten an der Universität Berlin für Wirtschaftsfragen. Dr. Martin Scheftelowitz führte die Rednerin ein, die auf sozialem Gebiet vielseitig tätig ist und über ihre Arbeit in New- York berichtete. Im Laufe des Winters hat der Verband ehemaliger Kaseslaner mehrere Empfänge, bzw. Abschiedsabende für Gruppen aus der Bundes-Republik veranstaltet, bezw. durch intensive Anregung und gute Vorbereitung von den Herren: Ernst Freudenthal. Zwi Goldstein, Hans Sachs, sowie Dr. Kaufmann, u.a. Familien-Einladungen durchgeführt. Am 5. Mai 1977 Landestagung der CENTRA in “Schoresch“, Teilnehmerzahl 130 Personen. Gedenkfeier am Mahnmal ehemaliger Kölner und Rheinländer, Ansprache: Rabb. Israel Löwenstein, Jerusalem, liturg. Teil Erich Lewin, gemeinsames Mittagessen in rein familiärer Atmosphäre, Begrüssung durch Ernst Freudenthal i.A. von Dr. Joseph Kaufmann, Ansprachen: von Herrn Boewig i.A. der Deutschen Botschaft, sowie Pastor Achenbach, Rabb. Loewenstein, Heinrich Schupler aus Haifa, Schlusswort Erich Lewin. Anschliessend Fahrt an das grosse Denkmal “Megilath Esch” vor den Toren Jerusalems, eine Gedenkstätte für die umgekommenen 6 Millionen in der Galuth. Das ausserordentlich imposante Werk in Bronce und Kupfer gehalten, ist von dem Bildhauer Rappaport in eindrucksvoller Weise verfertigt worden. Es soll kein Israeli und kein Tourist versäumen, diese würdige Gedenkstätte zu besuchen. Zum 1. mal in der Geschichte der CENTRA ist auf Wunsch Vieler ein Sederabend abgehalten worden. Die Devise lautete FAMILIEN-SEDER. 103 Personen nahmen an ihm teil. Darunter als Ehrengäste: Pastor Achenbach und Frau, sowie einige Theologen, Sozialarbeiter und Lehrer aus Marburg a.d. Lahn. Der Sedergebende, Erich Lewin, erläuterte die einzelnen Phasen in deutscher Sprache, um den Gästen und auch unseren Älteren, den Anschluss an das Zeremoniell zu sichern. Der Abend verlief in feierlicher und guter Stimmung, ganz den Traditionen unseres Seders angemessen. PROLOG ANLÄSSLICH DES CENTRA- TREFFENS AM 25. JANUAR 1977 IN HAIFA Herr Heinz Oliven, Haifa, Vorstandsmitglied des Verbandes ehemaliger Kölner und Rheinländer in Haifa, der sehr rührig und aufgeschlossen ist, hat nachstehenden Prolog, selbstverfasst, beim obigen Treffen, an dem 160 Personen teilnahmen, wo auch Tel Aviv stark vertreten war, gesprochen. Wir danken ihm von dieser Stelle aus für die Ueberlassung des Manuscriptes. Freunde, die Ihr zu uns kamt, Und Euren Weg nach Haifa nahmt, Eure Absicht, die war fein, Herzlich willkommen sollt Ihr sein. Wir alle mit graumelierten Haaren, Kamen vor mehr als 40 Jahren, Voller Hoffnungen aus Europa hier an, Und schwer war das Leben, das hier nun begann. Schwer fiel uns die Arbeit, in jenen Tagen, Sanddünen haben wir abgetragen, Sumpfland haben wir trocken gelegt, Den Flugplatz gebaut, und die Strassen gefegt. Wir haben im Hafen auf Schiffen geschuftet, Und die Luft nach Tränen und Schweiss geduftet. Wir haben am Tag auf den Feldern geschwitzt, Und nachts mit dem Gewehr unser Land beschützt. Wir hofften ein Leben in Arbeit und Frieden, Doch diese Hoffnung ward uns nicht beschieden. Wir hofften auf gutes Einvernehmen, Mit Araber und Drusen, Beduinen und Armenen. Wir wollten all die grossen Werte Aus dem Vaterhaus u. vom häuslichen Herde, Wie Pünktlichkeit, Sauberkeit, gute Manieren, Mit Freude nach Israel transferieren. Wir wollten uns eine Heimat schaffen, Fleissig und ehrlich, und. ohne Waffen. Wir hatten es uns zur Pflicht gemacht, Licht zu verbreiten nach dunkler Nacht. Wir wünschten, dass nach den schrecklichen Tagen Von Deutschland, die noch auf der Seele uns lagen, Wir hier Ruhe und Heimat und Frieden fänden, Dafür wollten wir unsere Kräfte spenden. Doch Kriege, Überfälle und Blut-Terror, Das fanden wir hier im Lande vor. Und draussen Morde so wie in München, Entsprach genau den El-Fatach Wünschen. Doch auch im Innern von unserm Land, Man weder Ruhe noch Einigung fand. Ja, von 20 verschiedenen Partein, Wollt eine besser als die andere sein. Streik, Protektion und auch Inflation Gehören schon leider zum guten Ton. Und viele von uns, die ihr Land heiss geliebt, Schauen mit Bangen, und sind tief betrübt. So viele Menschen, aus so vielen Ländern, Schwer ist es Sitten und Sprache zu ändern. Stets bedarf es viel Geld, Geduld und Kraft, Bis man daraus Israelis schafft. Und doch liebe Freunde, ich glaube daran: Friede und Ordnung kommt irgendwann. Und wir alle, trotz unserer grauen Haare, Wir müssen mithelfen, noch viele Jahre. Und wenn jeder von uns tut seine Pflicht, Und wenn einer vergisst den Anderen nicht, Und wenn wir alle zusammenstehen, Dann muss die Karre vorwärtsgehen. Und mit dieser Hoffnung sei es gesagt, Es wird wieder heller, der Frühling tagt. Arafats kommen und Hitlers vergehen. Israel wird immer und ewig bestehn. 27