Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1977
- Issue
- No. 41 (April 1977)
- Date
- 1977-04-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Raphael Ben Gera - Ernst Hecht (Pims) Auf meinem Lebensweg von Breslau über Santiago de Chile nach Israel begleitet mich ein Manuskript, das als Überschrift den Titel trägt: “Die ersten jüdischen Philosophen des Mittelalters (Saadja, Bachja) Sommersemester 1935. Prof. Dr. I. Heinemann. Es enthält die vollständige Vorlesung unseres verehrten Lehrers am Breslauer-Rabbinerseminar. Emst Hecht, oder wie wir ihn freundschaftlich riefen Pims oder wie er sich später im Lande nannte Raphael Ben Gera, s.A. stenographierte während eines halben Jahres diese Vorlesung mit und wir schrieben nachher in nicht immer ganz leichtem Bemühen das Stenogramm nieder. So gelang es uns nicht nur aufzubewahren, was Heinemann über Saadja Hagaon “nachdachte”, sondern auch seine Gedankenblitze und Nebenbemerkungen festzuhalten. Vor allem legt es für den hervorragenden Pädagogen Zeugnis ab, der verstand, eine sehr femllegende Gedankenwelt seinen Schülern in der Sprache unserer Zeit nahezubringen. Manchmal blättere ich in diesem Manuskript mit seinen 94 Schreibmaschienenselten und den handschriftlichen Korrekturen v. Rafi. Dann steht er wieder vor mir mit seinen strahlenden, energischen Augen. Er war so sauber und entschlossen wie die Schriftzüge seiner Hand. Wer war Ernst Hecht? In der von Rabb. Dr. Alfred Jospe zusammengestellten Liste der Hörer gewidmet den Trägern Zentraler Aufgaben, den Kehilloth und freiwilligen Helfern vom Verband ehemaliger Breslauer in Israel unter Mitwirkung von El Hamekorot "Machschewet ”. Das ist das Titelblatt und der Einband. EINLEITUNG: Rabb. Dr. J. M. Simonsohn s.A. wirkte als Raw in der Kehilla Breslau in den Jahren 1913 bis 1936. Von Anbeginn seines Wirkens gewann er die Herzen seiner Gemeindeangehörigen und ganz besonders die, der Jugend.- Durch seine erhabenen Eigenschaften, sein tiefes Wissen, seine Liebenswürdigkeit und sein stets gewinnendes Lächeln. Durch seine Reden, die ebenso begeistert wie auch schön in ihrem Aufbau, aus seinem Munde kamen, gelang es ihm Interesse und Aufmerksamkeit für jedes seiner Themen zu erwecken, sowohl im Schiur, wie in Vorträgen, als auch bei jeglichem sonstigen Zusammentreffen mit ihm. So verstand er es, viele Menschen der Liebe zu unserer Thora und unserem Lande nahe zu bringen, so bestärkte er seine Hörer, seine Schüler zum Lernen und Ausführen. In unseren Tagen, in dieser unserer an Wirrsinn so reichen Generation, bedürfen wir der besten Geräte, um Ohr und Herz zu erwecken. Die dringende Notwendigkeit des intensiven Kehillalebens in so vielen Orten in unserem Lande, brachte den Verband ehemaliger Breslauer zu dem Beschluss, einen Sammelband aus dem Buche von Prof. Nedavah: “Wie hält man Vorträge” herauszugeben, zum Nutzen und zur Fortbildung für Träger zentraler Aufgaben in den Kehiloth und freiwilligen Helfern. Es ist die Hoffnung des Verbandes, dass all diese erwünschten Wege finden werden, an dem reichen Anleitungsmaterial, welches dieser Sammelband enthält, zwecks Verfeinerung im Ausdruck und im Aufbau ihrer Reden, würdig ihres reichen Wissens und dem tiefen Inhalt ihrer Wor- Rabbiner ISRAEL EGON LOEWENSTEIN des Breslauer-Rabbinerseminars, die das von Prof. Guido Kisch herausgegebene Gedenkbuch zu seinem 100 jährigen Gründungstag abschliesst, steht über ihn in deutscher Übersetzung: Ben-Gera, Raphael, (Hecht, Ernst) geboren in Glogau, 1916. Am Seminar 1935—1938. 1946, Direktor der Landwirtschaftlichen Schule Mikweh Israel; 1947 Landwirt in Bazra; 1954 in der Abteilung für Mittel - standsalija zwecks Mittelstandskolonien der Sochnut; seit 1955 Delegierter der Sochnut für die Mittelstandsalija in Nordafrika, Oran, Algier. Ermordet in Algier im Jahre 1958. Hinter diesen wenigen Zeilen verbirgt sich die Fülle und Tragik eines Menschen, dessen Leben einen Inhalt hatte: für andere Menschen da zu sein. Das war schon damals so als wir zusammen studierten und wir Freunde sein durften. Ohne Zweifel besass er einen dynamischen und entschiedenen Charakter. Er führte durch, was er für richtig hielt. Pims gehörte zu jenen Studenten am ehrwürdigen Rabbinerseminar, die für diese traditionsreiche Anstalt eine Neuheit darstellten. Er kam aus der Jugendbewegung, war durch sie entscheidend geformt worden und verlor ihren Stempel nicht mehr. Ich erinnere mich, welche Revolution es damals bedeutete, dass man im Vorgarten einen Fahrradständer aufstellen musste — eben te. All dies, damit sie einflussreicher wirken können und erfolgreicher in tiefer einprägender Weise, Pfade zum Herzen der Gemeinde, ihrer Zuhörer bahnen können, um sie zu gemeinsamen positiven Schaffen zusammen zu schliessen. Hierdurch möge Prof. Nedavah Dank ausgesprochen werden für sein Einverständnis zum Sammelband für seine besondere Aufgabe. Ebenso möge dem Herausgeber des Buches “Histadruth Hapkidim” Dank gesagt werden für das Einverständnis der Herausgabe des Sammelbandes wegen seines gemeinnützigen Zweckes. Besonderer Dank der Redaktion von “Machschewet” El Hamekorot für die Bearbeitung des Sammelbandes für diesen Kreis. Allein die Tatsache, dass die so eindrucksvollen Reden, die Raw Simonsohn s.A. vor über 40 Jahren hielt, heute den direkten Anlass geben, zur Herausgabe dieses Sammelbandes mit dem Thema: “Wie hält man Vorträge” legt Zeugnis ab für den tiefgehenden und andauernden Einfluss von Worten, die in ebenso schöner Form und Anordnung gesagt sind, wie sie reich an Inhalt sind. Das Verdienst von Raw Simonsohn s.A. möge all denen beistehen, die diesem seiner Wege nachstreben Mögen auch sie erfolgreich Früchte ihrer Bemühungen sehen ihre Gemeinde aktiv Zusammenschlüssen, zu stärken und zu fördern. Verband ehemaliger Breslauer in Israel 1. A, Erich Lewin Nachbemerkung: Arie Gradenwitz, Bne Berak, geboren in Breslau, Enkel des unvergesslichen Landes-Rabbiners Dr. Wolf Feilchenfeld, Posen, hat in seiner Bescheidenheit nicht erwähnt, dass er den Gedanken des Buches hatte und in mühseliger Kleinarbeit nach starken Adbeitstagen, ehrenhalber die technische Seite mit all ihren Vorbereitungen geleistet hat. Sonst wäre diese Buch nie erschienen. Ihm gebührt von Herzen Dank und Anerkennung. E. I. wegen solcher jugendlichen Studenten wie Pims. Er war verantwortungsbewusst, dynamisch. Und er liebte das Leben. Er wusste um das Geschenk echter Freundschaft. In ihm brannte das Feuer der Hingabe an die einmal gestellte Aufgabe. Wir lernten und lebten im Geiste dieser Freundschaft in Breslau und an der deutschen Universität in Prag. Als wir 1956 zum ersten Mal als Touristen nach Erez Israel kamen, hofften wir beide auf ein Wiedersehen. Leider durfte es nicht sein. Er war auf Schlichut in Casablanca. Seine Frau und beide Jungens kannten wir nur von Photographien — darunter ein glückstrahlendes Bild von Raphael und Schoschana. Diese Schlichut war seine Aufgabe. Später wollte er Juden, die in den Bergen Algiers isoliert lebten, zur Ali ja bringen und dadurch ihr Leben retten. Er wollte ihnen vermittels der Mittelstandsalija, dpn Weg in die alt-neue Heimat bahnen. Als wir wieder in Santiago de Chile waren, hörten wir von seinem Verschwinden und lasen im Jewish Chronicle, dass er zusammen mit seinem Mitarbeiter Jaacov Hasson von arabischen Nationalisten feige überfallen und ermordet wurde. Damals war er 42 Jahre. Menschen wie er stehen an der Wiege unseres Staates. Ernst Hecht war ein naher Verwandter unseres verstorbenen Vorsitzenden Ernst Tauber s.A. Ich schreibe diese Zeilen, um das Wort unserer Weisen zu erfüllen: (Sanhedrin lila) ■prorwa sin rnntn rj Wehe um jene, die von uns gegangen sind und nicht mehr gefunden werden können. MAX TAU Unter den vielen Ehrungen, die Max Tau zuteil wurden, war eine der schönsten die letzte: die Verleihung des Grossen Oberschlesischen Kulturpreises des Landes Nordrhein-Westfalen — des Patenlandes aller Oberschlesier in der Bundesrepublik Deutschland — 1974 in Düsseldorf (durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, zu dessen Bereich die Vertriebenen-Fürsorge gehört). Unser Bild wurde bei dieser Feier aufgenommen; es zeigt Max Tau bei seiner Ansprache nach der Verleihung, und auch hier rühmte er wieder die Menschenfreundlichkeit der Beuthener und bekannte sich zu Oberschlesien als seinem Heimatland. In seinem Buch “Das Land, das ich verlassen musste“ (Hamburg . 1961) und auch in dem Buch “Trotz allem!“ (Siebenstern-Taschenbuch Nr. 171), ist von Beuthen und Oberschlesien die Rede. Sammelband aus: „Wie hält man Vorfrage" — -■ . Von Prof. L NEDAWAH .. ~ ' 28