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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1977-04-01 · No. 41 (April 1977) · p. Seite 15

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1977
Issue
No. 41 (April 1977)
Date
1977-04-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Der Mensch und sein Hobby - Dr. SHARON UND SEIN INSTITUT FÜR URBANOLOGIE - Es ist ein langer interessanter Weg, den Dr. Emanuel Sharon gewählt hat, bis sein Institut für Urbanologie entstanden ist, das er zum Gedächtnis seines, im Jahre 1968 gefallenen Sohnes “Dany- Sharon-Institut of Urbanoly” nennt. Han kann in einer Stadt leben, aber man kann auch eine Stadt erleben. Das Institut, in geschmackvoll eingerichteten Räumen auf dem Carmel sammelt Bücher und Zeitschriften, Aufsätze und Bilder, die sich mit dem Thema des Städtehaus, der Städter, die die Orte bevölkern, ihre wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und ökologischen Problemen beschäftigen, alles das, was unter dem Begriff der Urbanologie erfasst wird. Zu den Besuchern und Benutzern des Archivs gehört ein Kreis junger Architekten und Geographen, die Studenten, die als angehende Stadtbaumeister oft ein offenes Ohr und ein offenes Auge für seine Theorien und Erkenntnisse haben, wie Schüler, die Material für ihre geographischen Klassenarbeiten suchen, das sie nicht in den Schulbüchern finden. — Wer ist der Mensch, durch dessen Initiative alles entstand, der das Institut unterhält, der seine Ideen und Ansichten, die nicht immer mit der “Schulweisheit” der beamteten Kräfte übereinstimmen, in Vorträgen und Aufsätzen verbreitet, der seine Sommerferien benützt, um die Analyse einiger Städte aufzustellen. Schweizer Journalisten haben bekannt, dass er ihnen durch seine Ausführungen ihr Auge geöffnet hat, sie jetzt in ihren Städten andere Eindrücke aufnehmen, wenn sie durch die Strassen spazieren. In vielen Ländern Europas, insbesondere in der Schweiz, in Holland und In Deutschland haben seine Ideen Ressonanz erhalten, es ist “die Stadt, die man liebt”, wie er eine Vortragserie nannte, die ihm in Basel die Überschrift “Sharons Sehschule” einbrachte. — Emanuel Sharon ist ein Städter. Sein Lebensweg beginnt in Berlin, Friedrichstrasse 1, am Mehring Platz, dem früheren Belle Alliance Platz,, an der grossen Nord-SUdachse der Stadt. Später siedelte die Familie nach Dorna Vatra, einem Badeort in der Bukowina über, dann nach Czernowitz. In Bukarest studierte er Jura, und war Anwalt dort bis 1948, um dann über Paris 1952 nach Israel zu kommen wo er sich zwei Jahre später in Haifa als Jurist niederlässt. Das nahe Naharia zieht ihn an, der kleine Ort am Meer, der alle Voraussetzungen hat, und ein Badeort werden könnte, wie die Plätze an der Cote D’Azur. Er versuchte — vergeblich — die Verwaltung zu beeinflussen, die Infrastruktur zu schaffen, Promenaden, Parks, Unterhaltungsanlagen, Hotels, Pensionen, Zimmer in bürgerlichen Haushalten, um Familien einen längeren Aufenthalt angenehm zu machen, zu erschwinglichen Preisen. Touristik ist eine Industrie, für die man die Strukturbasis schaffen muss. Die Erfahrung lehrt, dass man keine “Touristenghettos” schaffen darf, keine “Hotelzentren” wie in Eilath, wo man die Besucher von der Bevölkerung abgesondert hat. Die Hotels stehen am Meer, der Ort wurde in der Wüste errichtet, entfernt von der Hauptstrasse. Das verteure nicht nur die Infrastruktur, sondern verhindert auch Kontakte zwischen Touristen und Einwohnern, während er die Lösung in Natania ansieht, wo Stadt und Kurbezirk ineinandergehen. — In der ersten Periode seiner Bemühungen entstand ein “Verschönerungsverein” mit dem er versuchte, die Bevölkerung auf die Fragen der Umweltgestaltung aufmerksam zu machen. Er veranstaltete Vorträge und Diskussionen. Rückwirkend gesehen muten die Aufgaben, die er sich damals stellte, wie ein Vorspiel zu dem Werk an, das im Jahre 1970 Gestalt annimt, das wissenschaftliche Institut, das sich um allgemeine urbanistische Probleme und diesbezüglichen Israels beschäftigt. Es soll nicht nur Materialsammelstelle sein und Archiv, sondern es soll helfen, seine Ideen vom Aufbau der Städte, in denen er einen Ausdruck der Gesellschaftsform und Geisteshaltung sieht, einer jungen Generation von Architekten und Stadthaumeistern nahe zu bringen, aber auch der Bevölkerung das Bewusstsein übermitteln, dass Stadtplanung mehr bedeutet, als technische Zeichnungen, wenn sie zu einer lebendigen Gemeinschaft führen soll. Die früheren Städte, an Verkehrsknotenpunkten und um zentrale Plätze errichtet, gingen von bestimmten Funktionen aus. Die Strassen mit breiten Gehwegen haben nicht nur dem Verkehr gedient, sondern auch zu gesellschaftlichen Kontakten beigetragen. Die moderne Konzeption der Stadtplanung führt die Separation der Funktionen ein, sie schafft Wohngebiete, Einkaufszentren, Verwaltungsgebiete, Büroviertel, Unterhaltungsviertel. Nach seiner Ansicht führe das zu einer Isolierung der Einwohner und stelle Ursache und Teil der gesellschaftlichen Krise dar, wie man sie insbesondere in den Entwicklungsorten beobachten kann. Die Strassenanlagen, die nicht voll ausgenützt werden, sind teuer, und die vielen Fahrten zwischen den einzelnen “Zentren” belasten den Bürger, sie kosten Zeit und Geld. Die Konzentration der Produktionsmittel wie auch die der Vermarktung schaffe die neofeudale Verbrauchergesellschaft, die in geschlossenen Wohnlviertel, den Schikunim lebt, in denen es keinen Kleinhandel geben darf, aber auch kein Akademiker, oder Handwerker darf seine Leistungen anbieten, um sich einen Erwerb zu schaffen. Man nehme dem Bürger die Möglichkeiten eigene wirtschaftliche Initiativen zu entwickeln und sie bleiben von den grossen Arbeitnehmern abhängig. Er ist gegen “Umgehungsstrassen” die die Stadt nicht nur von den Autos befreien, sondern auch von potentiellen Kunden. Die Einwohner können den Vorbeifahrenden nicht ihre Dienstleistungen verkaufen, so konnten sich Kirjat Gat und Mizpe Rimon nicht entwickeln, da sie vom fliessenden Verkehr umgangen werden. Für Dr. Sharon wird die Stadt nach einem Prinzip errichtet, seinem ABC, wobei A, den funktionellen Schwerpunkt darstellt, ein Hauptbahnhof, ein breiter Platz, Kathedrale, Rathaus, der Opernring in Wien, von dem ein Strassenkreuz ausgeht, d. Zufahrtsstrassen, B die neuen Standorte, C ermöglichen Geschäfte, Büros, Handwerkbetriebe in den Untergeschossen und Wohnräume darüber, damit die Viertel niemals imbewohnt, unbelebt bleiben. Die monofunktionelle Bauweise, wie die Regierungsviertel in Tel-Aviv und Jerusalem, aber auch in verschiedenen europäischen Orten führe dazu, Dutzende Kilometer Strassenanlagen nur wenige Stunden am Tage auszunutzen. Die Konzentration der Planung und der Ausführung in wenigen Händen, wie die der Schikunim, lässt nur wenige Architekten und Bau-Unternehmer zu. Eine gelungene Lösung sieht er in der Ibn Gabirol Strasse in Tel-Aviv, wo grössere und kleinere Häuser, Geschäfte und Supermärkte abwechseln. Er sieht keinen Vorteil in den Universitätskomplexen ausserhalb der Städte mit geschlossenen Studentenheimen. Die dort wohnenden Studenten verlieren die Kontakte mit der Bevölkerung, und diese hat keine Erwerbsmöglichkeiten durch sie, wie in Schwabing und dem Quartier Latin. Ausländische Studenten, die man zur Einwanderung anregen will, werden oft in eleganten Heimen untergebracht, sie verleben ihre Freizeit unter sich und finden nur schwer Kontakte mit dem israelischen Alltag. Das Manilaviertel in Jerusalem soll von einem Architekten geplant und einheitlich errichtet werden, während dort Dutzende Architekten u. Planer ihre Ideen ausdrücken könnten, wie seinerzeit bei der Restaurierung des Hansaviertels in West Berlin. — In diesen Rahmen fallen schwer reparierbare Entscheidungen, wie die, den langen Küstenstreifen zu verbauen, und keine Möglichkeiten zu Strandpromenaden zu lassen, an der besonders die Bewohner Haifas und seiner Vororte leiden. Die Fronten der Wohnsiedlungen am Meer sind zu den Seitenstrassen ausgerichtet und nicht zum Meere, wie in anderen Ländern, wo Tausende vom Tourismus leben. Israel mit den wenigen Regenmonaten könnte ein Reiseland wie kaum ein anderes sein, mit dem historischen Hintergrund, und einer Bevölkerung, die viele Sprachen spricht. In der langen Unterhaltung werden dutzende Beispiele gegeben, oft erwähnt er Dinge, die man bis dahin kaum beobachtet hat, die ‘Sharon Sehschule’ hilft, die Stadt zu entdecken, in der man lebt. — Die Nobelhotels, deren Errichtung forciert wird, wenden sich nur an einen bestimmten Kreis potentieller Touristen, und die wenigsten Orte haben die funktionellen Einrichtungen, Besuchern einen längeren Aufenthalt abwechslungsreich zu gestalten. Die eiligen Globetrotter bleiben einige Nächte, und benutzen die Hotels als Basis für ihre Rundreisen. Man kann Dr. Sharon lange zuhören, er versteht d. Begriff der Urbanistik auszuweiten u. zu erklären. Er hat viele Städte durch seine Augen "analysiert”. Das Institut für Urbanologie ist sein Plan, sein Hobby, wenn man will, an dem er mit wissenschaftlicher Gründlichkeit arbeitet. Für ihn bedeuten Fragen der Stadt, der Planung, des Zusammenlebens, der menschlichen Kontakte alles, es sind Dinge, die man nicht nur einem beamteten Apparat überlassen darf, sie sollten das Interesse der Bürger, der Einwohner erwecken, die insbesondere die geistige Haltung mitbestimmen müssen, unter der die Pläne aufgestellt und entwickelt werden. Er lehnt die ‘monofunktionelle’ Planung ab, und er hat gut Gründe dafür vorzubringen, er ist um ‘Kontakte’ besorgt, um menschliche und wirtschaftliche Möglichkeiten, die im Grundplan beachtet werden sollten. H. W. GOLDSTEIN ca ii2P Ob es Briss ist, oder Chuppe, Lieber Freund, das ist ganz schnuppe, Du musst dich an Tcheleth wenden, dort bist Du in besten Händeh. Denn das Fest im Tcheleth - Saal ist erfreulich allzumal. „TCHELET" TEL-AVIV, SHEINKINSTR. 59. TEL. 22 05 45 15

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