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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1977-04-01 · No. 41 (April 1977) · p. Seite 13

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1977
Issue
No. 41 (April 1977)
Date
1977-04-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Werke deutscher Schriftsteller Schlesischer Herkunft Monika Taubitz:“ “Durch Lücken im Zaun”. Verlag Werner Jerratsch, Heidenheim 1977 Der Roman hält sich eng an Erlebnisse, die die Dichterin selbst erlebt hat. Es wird am Anfang das Spiel und Träumen eines Kindes in einem schlesischen' Dorf wie in einer Kindergeschichte erzählt. "Wer kenn schon die heimlichen Reisen der Kinder?” Jäh wird das Kind mit der grausamen Wirklichkeit des Krieges konfrontiert. Bei einem Besuch in Breslau werden die Mutter und das Kind von einem Flugangriff überrascht. Das Mädchen gerät in den Zusammenstoss einer Prozession mit einer Gruppe von Braunhemden. Ein Onkel sieht darin eine Vorwarnung. Endlose Trecks beginnen, auf der Flucht vor der durchbrechenden Ostfront durchs Dorf zu ziehen. Ein fremder Arzt bittet die Mutter in einem Nachbarhaus, für das sie die Schlüssel hat, eine Praxis für die Flüchtlinge eröffnen zu dürfen. Aber er warnt sie, als sie zustimmt, vor einer Gefahr für sie selbst, denn er sei Jude. Sie wird blass, stimmt aber zu. Das Buch schliesst mit den furchtbaren Erlebnissen der russischen Besetzung und der eigenen Flucht. Als der Flüchtlingszug zur Endstation gelangt, werden sie mit den Worten empfangen: “Schon wieder Flüchtlinge, die fehlen uns noch...” Trotz der schweren Erfahrungen, die der Roman schildert, ist keine Verbitterung und kein Landwirtschaftliche... (Fortsetzung von Seite 12) chen bekommen, von denen wir gamicht wissen, wozu sie dienen, sagt Judith”. Die Kwuza erscheint als Lösung brennender Menschheitsfragen, Lösung ohne Gewalt, Lösung ohne Zwang. Wer in die Kwuza geht, weiss was er tut. Er giebt das Streben nach persönlichem Wohlergehen auf und nach persönlicher Lebensfreude, nach persönlichem Essen, nach einer Freude, die man der geliebten Frau macht. Er erhält dafür Schutz und Hilfe einer Gemeinschaft. Selbstständige Naturen bilden sich dort zu Führern aus, die für die Gemeinschaft denken und handeln, unselbstständige sind des Kampfes ums Dasein enthoben. Die Mehrzahl ist unverheiratet, eine Minderheit hat Kinder. Es sind 50 auf 300 Erwachsene. Für sie wird als erstes gesorgt, ihnen gehört das Beste. Das Kinderhaus ist das einzige Gebäude aus Stein. Hier beginnen die eigentlichen Probleme. Die Einzelfamilie ist tot. Die Regel, dass die Familie die Keimzelle des Staates ist, trifft für Palästina nicht mehr zu. Die Mutter arbeitet nicht durch Erziehung der Kinder, sondern direkt am Aufbau der Kolonie. Sie gibt ihre Kinder ins Kinderhaus. Dort essen, schafen und leben die Kinder. Man erwartet dass so unegoistische Geschöpfe aufwachsen. Man erzählt zum Beweise der neuen Gemeinschaftsgefühle eine wahre Geschichte die sich zutrug. Ein Kind sagte, als es Bauchschmerzen hatte: “Unser Bauch tut mir weh”. Die Trennung von Eltern und Kindern, diese Auflösung der kleinen Familie in eine grössere, ist sehr problematisch. Sie ist besonders problematisch bei den Juden, die sich durch die Jahrtausende durch Familie und Religion erhalten haben. Beide gelten der Kwuza sehr wenig. Wie die Kinder bleiben auch die Eltern, die Altep, ein Problem. Einige Eltern wurden in die Kwuza aufgenammen. Meistens arbeiten sie mit. Die Mütter meist in der Kleiderkammer, oder in der Krankenpflege. In der Kwuzat Brenner wohnt aber auch ein Eltempaar, das der Gemeinschaft Geld gab und dafür sein Leben lang miternährt werden soll. Selbstmitled zu spüren, vielmehr eine echte Frömmigkeit. “Und Gott Jeden Tag danken”, wiederholt die Mutter abends vor dem Zubettgehen. “Gott straft unser Volk”. Gegen Ende des Romans mahnt ein alter Mann, die ersten eines neuen Geschlechts zu sein, "das nicht aufsteht, um sich zu rächen”. * Hans Tesch: “Der Zwillingsbruder”. Eugen Salzer Verlag, Heilbronn 1974 Ein Duett für Violine und Klavier gespielt von dem Oberprimaner Wolfgang Horlitz, Sohn einer alten Familie in einem schlesischen Landstädtchen und von seiner Mitschülerin Rebekka Seidenberg, Enkeltochter eines aus dem Osten eingewanderten chassidischen Zaddik eröffnet den Roman. Aber der Roman erzählt nicht von irdischer Harmonie, sondern von “der oberen Welten”, von Ibbur und Gilgul aus der kabbalistischen Lehre der Seelenwanderung, mit der der alte Zaddik den jungen Wolfgang vertraut macht. Auf Erden folgt dem harmonischen Spiel die schreiende Dissonanz der brennenden Synagogen in der Kristallnacht. Rebekkas Familie flieht mit Hilfe von Reisegeld, das ihr Wolfgangs Vater heimlich besorgt. Wolfgang wird durch Freundinnen, die er in In dem gemeinschaftlichen Essraum steht, noch nicht zu kurzen Hosen entschlossen, noch in Rock und Strumpf, Fräulein Margot aus Berlin, Gymnastiklehrerin, ein elegantes Mädchen. Sie steht da in diesem Essraum, an einen Holztisch gelehnt, wie sie vor kurzem bei einer Tanzerei sich an einen schönen geschnitzten Schrank hätte lehnen können, anmutige Europäerin, sie fügt sich ein, sie arbeitet, wohin man sie stellt, körperlich geschult wie sie ist, besser als viele, die immer gehoben, getragen und sich gebückt haben. Losgelöst aus dem ihr genehmen Milieu, wird sie nicht zugrunde gehen. Man kann die Wandlung von der Europäerin, der Schülerin, der grossen deutschen Tanzkunst, der Wigmann Schülerin, die die Kunst ihrer Gliederbeherrschung nicht mehr benutzt, um seelische Bewegtheit zu verdeutlichen, sondern um Apfelsinenkerne zu stecken, man kann sie bejubeln, man kann sie beweinen — aber sie ist da. 2000 Jahre Geschichte werden übersprungen, die Spanne der Geschichte über die die meisten Europäischen Völker überhaupt nur verfügen. Anknüpfend an den Boden des antiken Judentums soll ein neues Judentum aufgebaut werden, das der jüdischen Bauern, die in der Form der Kwuza, also einer kleinen selbstlos und einheitlich zusammen haltenden Gemeinschaft, eine idealgerechte Verteilung der Günter zu erreichen hoffen. Nachbemerkung der Redaktion: Der vorstehende Artikel ist uns freundlicherweise wieder von unseren Mitgliedern, Rudolf und Annie Epstein geb. Zukiermann, Askalon, Rechow Veradin 46, Israel, überlassen worden, wofür wir von dieser Stelle aus uns herzlichst bedanken. Er zeigt den Beginn der Kwuza Giwat Brenner aus dem Jahre 1928 und erinnert uns nochmals an die grossen Schwierigkeiten, die harte Arbeit, die schwere Eingliederung, aber auch den glühenden Pioniergeist der Chaluzim. Vieles hat sich seitdem geändert. Die Technik in neuester Form hilft die schwere mühselige Arbeit zu erleichtern. Aber dennoch darf der Idealismus der ersten Siedler nicht vergessen werden. den Ferien kennen lernt, in das Schloss ihres Vaters mitgenommen, wo das Bild eines Verwandten aus dem 17. Jahrhundert hängt, das ihm auffallend ähnelt. Bei Kriegsausbruch wird er zur Luftwaffe eingezogen, da er in seiner Schulzeit Segelflieger war. Er wird zweimal abgeschlossen, wird aber immer gerettet. Dazwischen hat er ein griechisches Kloster besucht, wo ein deutschsprechender Abt, ihn in mystischen Gedanken bestärkt, in die ihn der chassidische Zaddik eingeführt hatte. Es ist dasselbe Kloster, in dem der Junker, dessen Bild er im Schloss gesehen hatte, sich aufhielt. Erst später erfährt er aus einer alten Handschrift: Der Junker hat Gott gebeten, dass sein Bruder ein zweites Mal zur Erde geboren werde. “Dann möge Gott der Seele meines Bruders einen solchen Lebensweg schenken, der dem meinen ähnlich ist, einen Weg der Zerbrechung des äusseren Babel, wie unser Landsmann Jakob Böhme sagt, also einen Weg zu Gott...” Die Abenteuer des Junkers und von Wolfgang werden abwechselnd erzählt; so enthüllt sich allmählich, dass in Erfüllung des Gebetes des Junkers die Seele seines Zwillingsbruders in Wolfgang wieder geboren war. Am Ende treffen sich Wolfgang und Rebekka wieder. Rebekka, inziwschen eine international bekannte Violinistin und verwitwet, besucht Wolfgang grade am Tage, als er schwer erkrankt. Sie sagt Konzerte ab und bleibt bei ihm, um ihn zu pflegen. Auf sein Zögern, ihre Hilfe anzunehmen, antwortet sie: “Du und Deine Väter, Ihr habt uns damals vor böser Verfolgung gerettet. Du kennst den mosaischen Spruch: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Nun stellen wir Chaslsdim die Vorzeichen um und vergelten auf diese Art das Gute." * Egon H. Rakette: “Zueinander” Verlag: Werner Jerratsch, Heidenhelm 1976 “Zueinander” ist eine von einem ehemaligen Schlesier herausgegebene “Anthologie der Verständigung” von fünfzig Autoren aus Nord-, Ost-, und Südeuropa, aus Israel und der Bundesrepublik. Jeder der Beiträge folgt dem Ruf der “Antigone”: “Nicht mitzuhassen, mitzulieben, bin ich da“. Besonders hinweisen möchte ich auf die Begegnung von Esther Knorr-Anders: “Besuch bei Margarethe Buber-Neumann” und die Erzählung von S’ew W. Joffe (Israel): “Schluss mit der Humanitätsduselei”. Der Anthologie ist eine weite Verbreitung zu wünschen. Anni Lowensteln Priebatsch NACHBEMERKUNG ZU DEM ARTIKEL: JUDEN IN CARLSRUHE O/S IN Nr. 40, Seite 24. In der letzten Zeitung, Breslauer Blatt, hat mich der kleine Artikel über die Judengemeinde Städtl, mit dem Foto der Synagoge und Carlsruhe O/S. sehr interessiert. In Städtl liegen meine Ur- Grosseltern mütterlicherseits, die gleichzeitig auch die Ur-Grosseltern meines sei. Männer, Alfred Schönfeld, waren, beerdigt. Unsere Mütter waren Kusinen. Die angeführten Namen der Carlsruher Gemeinde und deren Umgegend sind mir fast alle bekannt gewesen. Ich vermisse allerdings meinen Schwiegervater, Isidor Schönfeld und meinen Mann, die auch zu den Betern in Carlsruhe O/S, gehörten und bis zum Jahre 1921 in Lugnian, Kreis Oppeln, lebten, wo sie auch geboren wurden. SELMA SCHONFELD, Sde Warbnrg (Israel). 13

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