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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1976-04-01 · No. 39 (April 1976) · p. Seite 21

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1976
Issue
No. 39 (April 1976)
Date
1976-04-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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'W RECHTSANWALT LESERBRIEFE ERICH SCHLESINGER s.A. Beiliegend sende ich Ihnen wieder DM 50.—, damit Sie einem Menschen, der es nötig hat, eine Freude machen können. Sie wissen, dass die Gabe von Herzen kommt, wenn sie auch nur bescheiden ist. Ich lese mit grosse Freude jeden Bericht über Israelreisen, sodass mir Land und Menschen immer lebendiger werden. Vor einem halben Jahr war es ein Buch “unterwegs nach Jerusalem”. Dabei fiel mir ein, dass wir als Kinder in Breslau, etwa um 1910 an Regentagen im Zimmer gern spielten: Ich reise nach Jerusalem und wer kommt mit? Und Du mein lb. Schwesterlein (Brüderlein) und Du kommst mit. Beim letzten hieäs dann... und Du bleibst da. Dafür durfte dieser, oder diese bei der nächsten Runde Reiseleiter sein. Ja, so etwas fällt einem im Alter wieder ein. Mit herzlichen Wünschen für Sie, wie stets Ihre R.G. (Nichtjüdin aus der Bundes-Republik). Zuschrift eines Nichtjuden, Rechtsanwalt von Beruf, der heute noch in der Bundes-Republik tätig ist: Ich bin 79 Jahre alt. Ich habe von altersher mit jüdischen Glaubensgenossen viel zu tun gehabt, und ich glaube, dass meine Vorfahren (1812— 1813), als Napoleon gegen Moskau zog und mein Ur-Grossvater Weggenosse des Napoleon war, immer, wenn die Führer den Juden Tür und Tor geöffnet haben, dass ich Dank sagen 'muss den Juden, die meine Praxis unterstützt haben. Ich bedanke mich für die Nr. 38 des Verbandes ehemaliger Breslauer und Schlesier. Ich übersende Ihnen In der Anlage einen Verrechnungsscheck über DM 50.— und bitte, die Mitteilungen aufrecht zu erhalten. Ich grüsse Sie Alle Ihr R.A. Sch. Besten Dank für die Quittung und Ihre freundlichen Zeilen. Ich habe mich an Herrn Prof. Kisch in Basel gewandt, der mir prompt miteilte, dass er die Photographien des Breslauer Seminars besitzt, da er ein Buch über das Seminar geschrieben hat. Ich möchte Ihnen daher für Ihre gute Empfehlung danken und grüsse alle Breslauer bestens. W. L. Amsterdam Ihre freunlichen Wünsche zum Neuen Jahr trafen genau an meinem 75ten Geburtstag ein und freut mich darum doppelt. Herzlichen Dank. Es war ein Tag, der in bescheidenem Rahmen manch liebes Gedenken und Freude brachte. Mit Dankbarkeit gedenke ich vieler Durchhilfe in schwerer Krankheit und viel gnädiger Bewahrung in den sehicksalschweren Jahren in der Festung Breslau, der Vertreibung aus der alten Heimat und des Lagerlebens. All das bewegt mein Herz im Rückblick und veranlasst mich, heute ein besonderes Dankopfer in Ihre Hand zu legen mit der Bitte, es auch, wie sonst, für besondere Notfälle zu verwenden. Ich grüsse Sie mit dem Abschiedssegen des sterbenden Mose: “Zuflucht ist bei dem alten G”tt und unter den ewigen Armen”. 5. Mose, 33/27. Solches Wissen wird uns im begonnenen Jahr Trost und Hilfe sein. Mit besten Griissen und Wünschen ln gutem Gedenken. R. G. (Nichtjüdin) aus der Bundes Republik Es gibt jedes Mal Zank in unserem Haus, wenn Ihre Zeitung kommt. Ich bleibe aber Sieger und lese sie zuerst. Ich kann sagen, jede Zeile, NICHTS lasse ich aus. Viele Grüsse von Ihrer MARIE LANGER, Santiago de Chile —®— Sehr geehrte Herren, Ich danke Ihnen vielmals dafür, dass Sie so lieb waren, und Herrn B. zu mir geschickt haben. Er kümmert sich sehr, um mich. Er ist so gut und schickt mir Leute aus Breslau. Seit 1958 ist mein geliebter Mann gestorben und hat mich allein gelassen. Es hat sich niemand gekümmert und jetzt waren Sie so gut und kümmern sich um mich. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen mit Gesund und G”tt soll Sie segnen. Nur Tränen können sprechen für diese Freude. Hochachtungsvoll E. Sch., Kirjat Motzkin GOLDENES BUCH WILLY BAGINSKY geb. 20.9.1901 in Rosenberg O/S EGON JOSEF BAGINSKY geb. 28.12.1903 in Rosenberg O/S beide umgekommen im Konzentrationslager 1941 eingetr. von ihrer Schwester Edith Sophie Harris, geb. Baginsky, London. 9 HELMUT PREUSS (Josef ben Seew) geb. 7. Oktober 1908 gest. 28. Dezember 1975 — 24. Teweth 5736 STEFFI PREUSS, geb. Chotzen (Deborah bat Seew) geb. 7. Februar 1909 gest. 7. April 1975 — 26. Nissan 5735 eingetr. von Erna Hahn geb. Preuss, Brooklyn, U.S.A. CHAWA LEHMAN geb. Fink geb. 11. Februar 1920 gest. 26. Dezember 1975 — 22. Teweth 5736 eingetragen von ihrer Mutter Kaethe Fink, Haifa. BENNO COHEN geb. 30.9.1894 gest. 24.11.1975 (20. Kislew 5736) eingetr. von seiner Gattin: Susi Cohen, Tel-Aviv, und seiner Tochter: Dr. Judith Cohen. JAKOB BEN JOSEF KOCHMANN geb. am 13. März 1899 in Kattowitz O/S gest. am 11. Nissan eingetr. von seinen Geschwistern: Max u. Margot Kochmann, Haifa. Fritz Kochmann, Carracas — Venezuela, Hans und Lotte Bromberger, geb. Kochmann, Haifa. Mit diesen Zeilen wollen wir einem ausgezeichneten Manne, der ein langes, aber schicksalsreiches Leben hatte, die Ehre geben. Der Heimgegangene ist in Rosenberg O/S geboren und entstammt einer sehr angesehenen Familie. Er Hess sich in Gleiwitz O/S als Anwalt nieder und hat für jüdische Belange immer grosses Interesse gezeigt. Durch die Ehe mit einer Arierin ist er vor Verschickung bewahrt worden u. leistete Zwangsarbeit bis zum Einzug der Russen. Sofort nach der Besetzung hat er sich den Notleidenden zur Verfügung gestellt und aus eigener Kraft die Jüdische Gemeinde in Gleiwitz unter polnischer Herrschaft aufgebaut. Es gab keinen, der ihn vergeblich um Hilfe bat. Sich oft selber In Gefahr bringend stand er allen bei. Nach fünfjähriger Arbeit unter polnischer Herrschaft zog er nach Frankfurt a/Main und arbeitete bei der URO. Durch seine Zwangspensionierung liess er sich noch im Alter von 85 Jahren als Anwalt nieder und war aufrichtiger Freund und Berater seiner Klienten. Sein sanftmütiges Wesen, seine Hingabe an seinen Beruf, die bis zur Aufopferung ging, erfüllten ihn In seinem Alter. Wo er auftrat, zuletzt im Altersheim in der Gagernstrasse, fand er sofort Kontakte und war überall beliebt. Er war ein musischer Mensch, der Heiterkeit verbreiten konnte. Seine Kinder leben in Israel, das er mit seiner verstorbenen Gattin die ihm in jeder Lage zur Seite stand, mehrmals besuchte. Ein vorbildlicher Charakter mit allen guten Eigenschaften wird bei uns unvergessen bleiben. E. L APOTHEKER EWALD SCHMIDT s. A. Die in Haifa auf der Herzlstrasse sehr bekannte Apotheke gehörte dem Heimgegangenen. Er ist am 22.12.1897 als Sohn des bekannten Apothekers Alfred Schmidt und seiner Frau Auguste geb. Laboschin in Breslau geboren. Er besuchte das Johannes-Gymnasium und war im ersten Weltkrieg auf den verschiedensten Kriegs-Schauplätzen. Nach seiner Heirat im Jahre 1925 trat er in die bekannte Hohenzollem-Apotheke seines Vaters ein und bereits im Mai 1933 eröffnete er, gemeinsam mit Herrn Bender, eine Drogerie, die später im Zentrum der Stadt Haifa, zur Apotheke umgewandelt wurde. Dank seiner' guten Kenntnisse und der grossen Reelität, ist sie zur massgebenden Apotheke Haifas geworden. Ewald Schmidt gehört in die Geschichte Breslaus und Haifas. Wir gedenken seiner in Liebe. BENNO COHEN s. A. Leider müssen wir von dieser Stelle aus dem Mitglied unseres Aktions-Komitees Dr. Benno Cohen, diese Zeilen widmen. Die gesamte jüdische Presse in Israel und auch in der Welt, hat diesem hervorragenden Manne, d. alten Zionisten, dem Mitbegründer des Blau-Weiss, dem Leiter des Palästina-Amtes bis in die letzte Zeit der Schliessung, ehrende Nachrufe geschrieben. Die Vielseitigkeit dieses Mannes, seine klare Entscheidung in schwierigsten Situaionen, seine hohe menschliche Art, seine Aufrichtigkeit und seine Entschlusskraft, waren immer vorbildlich. Wir sprechen der Gattin und der Tochter unsere wärmste Teilnahme aus. Die jüdische Welt hat einen grossen Mann verloren. ZL

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