Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1976
- Issue
- No. 39 (April 1976)
- Date
- 1976-04-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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HELMUT BAERWALD (Bonn) : OBERSCHLESIER ECKEI Huldigung für Breslau 25 JAHRE PATENSCHAFT KÖLN - BRESLAU Am 17. Oktober 1975 gedachten im vollbesetzten Isabellensaal des Gürzenichs in Köln Einheimische und Vertriebene gemeinsam des 13. Oktober 1950, an dem die Stadt Köln auf einstimmigen Ratsbeschluss die Patenschaft über die Landeshauptstadt Schlesiens, Breslau, und ihre Bürger übernahm. Übrigens : Köln war eine der ersten Städte im freien Teil Deutschlands, die Patenschaften über Städte im deutschen Osten übernahmen. Als Ehrengäste der “Bundesvereinigung der Breslauer” und des “Patenschaftswerks Köln- Breslau” konnten zu dem festlichen Abend im Kölner Gürzenich begrüsst werden : Der Präsident des Landtages von Nordrhein-Westfalen, Dr. Wilhelm LENZ; der Kölner Bürgermeister Dr. Friedrich JAKOBS — der, damals Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion, zu den Unterzeichnern der Urkunde über die Patenschaft Köln-Breslau gehört — der Apostolische Visitator für Priester und Gläubige des Erzbistums Breslau, Prälat Hubert THIENEL; Professor SCHWARZBACH als Vertreter der Universität Köln; Hans BOCK, Vorsitzender des Vertriebenenbeirats in Köln; der CDU-Ratsherr Adolf HELLMICH; die Stadtoberamtsräte Erwin FOSSEL und Rolf HINZ sowie weitere zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Verwaltung. Grussworte hatten unter anderem der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Heinz KÜHN; der Vorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Herbert HUP- KA; der ehemalige Oberbürgermeister von Köln, Theo Burauen sowie zahlreiche Breslauer aus allen Teilen der Welt geschickt. Darunter befanden sich der Redakteur dieser Zeitschrift, Erich LE¬ WIN, und Prof. Dr. E. J. COHN, London. Der Kölner Bürgermeister Dr. JACOBS wies in seiner Grussadresse namens des Rates und der Verwaltung darauf hin, dass die Skulptur der Heiligen Hedwig, der Schutzpatronin Schlesiens, in den Diensträumen des Kölner Oberbürgermeisters auf einem Ehrenplatz steht. Damit soll unter anderem dokumentiert werden: Köln will den Breslauern Heimat sein. Der langjährige sozialdemokratische Kölner Stadtverordnete Gerhard WILCZEK, stellvertretender Vorsitzender der “Bundesvereinigung der Breslauer”, der sich nach zwanzigjähriger Zugehörigkeit zum Kölner Stadtrat in das “Goldene Buch der Stadt Köln” eintragen durfte, wies in seiner mit grossem Beifall aufgenommenen Festansprache, während der er zahlreiche Lichtbilder vorführen liess, auf die vielfältigen politischen, religiösen, geistigen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Breslau und Köln in den vergangenen Jahrhunderten und auf den hervorragenden Anteil Breslauer Bürger an der deutschen Geschichte hin: Deutsche, unterschiedlicher Herkunft und verschiedenen Glaubens, denen gemeinsam Breslau und Schlesien Heimat, Deutschland Aufgabe, Auftrag und Verpflichtung war. Gerhard WILCZEK sprach unter anderem über Ferdinand Lassalle, der im April 1825 als Sohn eines jüdischen Tuchhändlers in Breslau geboren wurde, und der 1863 den “Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein” gründete; oder über den grossen jüdischen Pädagogen Dr. Erich KLIBANSKY, der aus Breslau nach Köln kam, und da unverwischbare Spuren seines Schaffens und seiner Menschlichkeit hinterliess. Gerhard WILCZEK besorgte auch die künstlerische Ausgestaltung des festlichen Abends, an dem nicht nur das fünfundzwanzig jährige Jubiläum der Patenschaft Köln für Breslau gefeiert, sondern an dem auch besinnlich und heiter des Breslau gedacht werden sollte, wie es einst war. Siegfried HAERTEL trug Breslaus Lob und Preis durch die Jahrhunderte vor. Erna MALIK weckte liebevoll-wehmütig Erinnerungen an “Gruss-Brassel”. Vier junge Musiker spielten Quartettstücke von Arnold MENDELSOHN, Karl MARX und KARL DITTER VON DITTERDORF. Der Bundesvorsitzende der “Bundesvereinigung der Breslauer”, Robert MULLER-KOX, verband seinen Dank an die Mitwirkenden und Gäste, an die Stadt Köln und alle Freunde Breslaus mit dem Aufruf zu einem “Feldzug für die Freiheit”. Alle freiheitlich gesinnten, patriotischen Demokraten im freien Teil Deutschlands — die Einheimischen, die Vertriebenen, die Spätaussiedler und Flüchtlinge — sollten gemeinsam und über politische Gegensätze hinweg, für die Erhaltung der Freiheit im freien Teil Deutschlands u. für die Gewährung der elementaren Menschenrechte an alle Menschen, auch im europäischen Osten, überall in der Welt, kämpfen. Am Tage nach dem festlichen Abend gab die Stadt Köln im Muschelsaal des Kölner Rathauses einen Empfang, an dem auch der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, Dr. Herbert HUPKA, teilnahm. Im Muschelsaal des Kölner Rathauses sagte Bürgermeister Herbert BLENS den 30.000 in Köln lebenden Schlesiern weitere Unterstützung zu. Bürgermeister BLENS sprach davon, dass diese 30.000 aus Schlesien vertriebenen Deutschen in Köln nicht nur eine neue Heimat gefunden haben — sondern : “Sie haben grossen Anteil am Wiederaufbau des Wirtschaftslebens nach dem Kriege.” Die von Köln für Breslau übernommene Patenschaft steht übrigens nicht nur auf dem Papier. So betreut das Patenschaftswerk unter anderem die “Historische Breslauer Sammlung”, das “Karl-von-Holtei-Archiv” (mit Büchern, Manuskripten, Porträts, Dokumenten etc.), die “Schlesische Bibliothek” sowie die “Auskunftstelle der früheren Stadtverwaltung Breslau”. DANKSAGUNG Hierdurch danken wir auf diesem Wege Herrn MARCUS ROESLER, Tel-Aviv, Schenkinstr. 78, für die Spende des Katalogs der Ausstellung “Das Judentum in der Geschichte Schlesiens” vom Verein Jüdisches Museum, Breslau, in dem unter Nr. 148 der Thora-Vorhang der Synagogen Gemeinde, Langendorf O/S. aus dem Jahre 1783 abgebildet ist. Er ist auf Seite 2 in Nr. 38 im Rahmen des Artikels von Dr. Brilling “Zur Geschichte der Juden in Proskau O/S” zu sehen. Die Ausstellung fand in den Räumen des Schlesischen Museums für Kunstgewerbe und Altertümer im Jahre 1929, statt. So hat diese Gabe eine wertvolle Ergänzung zu dem genannten Artikel gebracht. VERBAND EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL ZUR BEACHTUNG In Hinblick auf die dauernden Devaluierungen unserer Währung bin ich gezwungen, den Preis meines Buches “1000 Jahre Breslau” auf $ 9.— zu erhöhen, (einschl. Portospesen). Der Originalpreis beträgt DM 29.80. Dr. Walter Goldstern, Jerusalem Beth Hakerem, Bialikstr. 18 Zusammen mit der Vereinigung ehmlg. Kölner und Rheinländer und dem Irgun Jozei Breslau veranstalteten wir das letzte Chanukkafest im Rahmen des "20jährigen Bestehen des Verbandes ehmlg. Oberschlesier in Israel”. — Heinz Kornfeld eröffnete den Abend mit dem Lichterzünden und alle Anwesenden sangen stehend “Mo aus Zur” mit. Nach Begrüssungsworten des Vertreters der "Kölner” Herrn Reyersbach hielt Herr Erich Lewin, Generalsekretär der "BRESLAUER” die Festansprache. In kurzen Worten schilderte er zunächst den Werdegang des hiesigen Verbandes der Oberschlesier, welcher im Jahre 1955 als Verein ehemlg. Kattowitzer gegründet wurde und erst später zum Verband ehmlg. Oberschlesier umgewandelt wurde. Er begrüsste die anwesenden Teilnehmer der Gründungsversammlung u.a. die Damen Elly Schindler und Karola Silber/Urich, sowie Ehrenmitglied Jacob Milner, als auch die Herrn Leo Rottenberg, Alfred Schöngut und Gebr. Karliner. — Anschliessend sprach er über den Sinn des Chanukkafestes und gab darauf Grünes Licht für Herrn Moshe Noam, der den künstlerischen Teil des Abends übernommen hatte. ¥ Anlässlich des 20Jährigen Bestehens unseres Verbandes wurde Frau Elly Schindler, fr. Beuthen O/S - Kattowitz, Mitbegründerin und langjähriges Vorstandsmitglied, die in den Chanukkatagen ihren 75jährigen Geburtstag feierte, mit der Überreichung eines Diplomes, durch Herrn Rottenberg geehrt, nach welchem sie v. nun an als “Ehrenmitglied” unseres Verbandes gilt. — Es war ein sehr gelungener Abend u. in guter Stimmung wurde gegen 10.30 Uhr nach dem Absingen der Hatikwah der Nachhauseweg angetreten. ¥ Wir beteiligten uns auch an der “Tu be shwat” Veranstaltung der “CENTRA”, die unter Leitung der Herren Lewin und Kornfeld stattfand, sowie wir uns auch an allen Veranstaltungen der Centra beteiligen, welche teilweise unter der Leitung einiger unserer Vorstandsmitglieder stattfinden. ¥ Herzliche Glückwünsche unserem langjährigen Mitglied Herrn Ernst Karliner und Frau Ruth, anlässlich ihrer Silberhochzeit. ¥ Unser Verband betrauert den Tod seines Landsmannes Herrn Dr. Max Tau früher Beuthen O/S, der nach einem erfolgreichen Leben in seiner Wahlheimat OSLO/Norwegen verstorben ist und spricht der Familie sein Beileid aus. ¥ Unsere Mitglieder werden gebeten, sich an den regelmässigen 2 wöchentlichen Sitzungen, der “CENTRA”, welche immer an einem Dienstag nachm. 5 Uhr im “Hotel Ambassador” T.A., Allenbystr. 2, gegenüber der “Oper” stattfinden zu beteiligen. Bis zum nächsten Mal “SCHALOM”. HEIKO WIR GRATULIEREN: Herrn Dr. Med. KURT EPSTEIN und seiner Frau JUTTA zur Geburt der Enkeltochter. 15