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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1975-09-01 · No. 38 (September 1975) · p. Seite 16

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1975
Issue
No. 38 (September 1975)
Date
1975-09-01
Page
Seite 16 (sequence 2196)
Language
German
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Eine Brücke zwischen den „Sabres“ und der Jugend der Diaspora Die Zeitschrift "Sch’demoth”, auf deutsch: Felder ist ein Forum der Kibbuzjugend und wird auch ausserhalb des Kibbuz viel gelesen. Sie hat vergangenes Jahr eine Auswahl in englischer Sprache zusammengefasst, um ein Echo auch in der nicht-hebräisch sprechenden Jugend der Diaspora zu finden. Obwohl im Kibbuz nur ein kleiner Bruchteil der Bevölkerung lebt, hat er durch seine chaluzischen Ideen den Geist des Landes geprägt. Auch heute noch geht ein grosser Teil der politischen, geistigen und militärischen Führer aus dem Kibbuz hervor. Daher wird die Zeitschrift alle, die am Geschehen in Israel innerlich teilnehmen, interessieren. Im ersten Heft, das unmittelbar nach dem Jom Kippurkrieg herausgegeben wurde, finden wir den eigenartigen Dialog zwischen dem Dichter Yariv ben Aharon, der im Kibbuz Giwath Chajim lebt, und einem arabischen Studenten der Universität Cambridge. Er fragt, warum Israel, das doch linksgerichtet ist, sich auf imperialistische Staaten stützt. Yariv antwortet ihm, dass die Juden dieser Länder Israel helfen. Er erklärt dem arabischen Politologen, der sich orientieren will, warum die Israelis von arabischen Chauvinismus reden: Chauvinismus hasst alles Fremde, während Nationalismus, wie er ihn versteht, eine Freundschaft zwischen den Völkern nicht ausschliesst. Von Yariv ist auch ein Gedicht wiedergegeben: An meine Brüder, die Tankisten: “Ihr Brüder, für die die waffenstarrenden Eisenecken und Wände Heim und Tisch und Bett und Grab und einzige Lebenshoffnung wurden... Und ich hörte Ihr ersticktes Gebet, die titanische Brandung ihrer verzweifelten, gläubigen Seele, die die Räder des Rückzugs in den siegreichen Angriff umkehrte...” Mit der Kluft zwischen den Generationen befasst sich der Aufsatz von Arik Cohen und Menachem Rozner. Der Kampf, den die erste Generation geführt hat, hat keinerlei Bedeutung mehr für die zweite. Die Gründergeneration stellte alle persönlichen Wünsche zurück, um eine neue Gemeinschaft auf eigener Arbeit aufzubauen. Die zweite Generation sucht ihren eigenen Lebenssinn. Gewiss ist sie bereit das Kollektiv fortzusetzen. DIE GESCHICHTE EINER KRANKENSTATION (Fortsetzung von Seite 15) Roth, der Laborant des Krankenhauses, der auch einzeln nach Theresienstadt kam und nicht wiederkehrte. Ilse Irene Peiser, unsere Operationsschwester, die mit Mutter und Tante durch eine Bombe in ihrem Versteck in Zimpel um’s Leben kam. James und Stine Elsner, die Hausmeister und Mädchen für alles der Krankenstation, die den Krieg überlebten und ln hohem Alter in Berlin ihr Leben beschieden. Herr Vulkan und Herr Schäffer führten das Büro, beide sind nicht mehr am Leben. Der alte Dr. Garnmann starb noch vor dem Ende. Schwester Ruth Roth und Schwester Nora (mir ist der Familienname entfallen) Dr. Schüller und Dr. Hirsch Kaufmann leben und wirken irgendwo nach meinem besten Wissen, aber Genaues ist mir über ihr weiteres Schicksal nicht bekannt. Das ist die kurze und glorreiche Geschichte (auch wenn es pompös klingt) der kleinen Krankenstation. Ich denke mit Wehmut an die Menschen, die nicht mehr bei uns sind, an den schönen Friedhof, der voll Bombenkrater ist und an das alte Haus, dass sicher schon eingefallen und überwachsen ist auf dem Coseler Friedhof zu Breslau. sie will aber lernen, wissen, studieren. Die industrielle Entwicklung lässt auch genügend Spielraum für Aktivierung der zweiten Generation. Im zweiten Heft versucht Stanley Maron, der in Chicago, Heidelberg, Paris, Philosophie studiert hat, bevor er sich einem Kibbuz anschloss, eine andere Seite der Jugend verständlich zu machen: die Härte der Sabres. Die Eltern erzogen die Kinder in hebräischer Sprache. Da die selbst aber als Einwanderer hebräisch noch nicht genügend beherrschten, verloren sie das nahe Verhältnis zu den Kindern, das nur die Muttersprache schafft. Eine paralelle Erscheinung sieht Maron in der Haltung der Mutter, die im Gegensatz zur "Jüdischen Marne” ihr Kind nicht verwöhnt, um es für die harte Arbeit auf dem Lande vorzubereiten. Diese anerzogene Selbstsicherheit schreckt die Diaspora-Jugend ab. Ein erst 1971 eingewanderter englischer Soziologischer Wissenschaftler macht den Vorschlag, die Sommerläger in Israel für die Jüdische Jugend der Diaspora auszubauen. Nach seiner Erfahrung werde die Einwanderung durch das gegenseitige Kennenlernen im Lande mehr gefördert als durch “Schlichim” (Abgesandte) der Jewish Agency. In den ersten Kriegen glaubte man, den Söhnen den Kampf zu ersparen. Es kam anders. Viele Der bekannte Kunst-Porträtist, Schlomoh Stapler (früher Hindenburg O/S) veranstaltete Ende April seine 2. Porträt-Ausstellung in den Räumen von der Agudah L’maan Hachajal, Beth Hachajal T.A. Seine Köpfe sprechen zu uns, sie leben, man vergisst, dass es nur Fotografien sind. Die Haut, von Falten umflochten, zeigen uns die Charaktere, die der Fotograf so scharf zum Ausdruck bringt. Bei Männern und Frauen in gleicher Art. In einer Widmung an Stapler im Katalog lesen wir, dass wir im Spiegel all’ die vielen Falten noch garnicht entdeckten! Die Camera — Ja.. Den Ausgansgedanken für diese Ausstellung bildete ein Projekt, wofür Stapler lange Zeit gearbeitet hatte, die Herausgabe eines Albums: "Köpfe aus dem geistigen Israel”. Seine Sammlung umfasste bereits mehr als 50 Bilder angesehener Prominenter wie alle 10 Richter unseres Obersten Gerichtshofes, Professoren vom Weizmann Institut, Mediziner von Ruf, Maler, Bildhauer, Schauspieler und viele mehr. Nach Ausbruch des Jom Kippur Krieges wollte unser Stapler seine Arbeiten einem wohltätigen Zweck widmen, dem Militär, da nach seinen Angaben, er als Krieger dem Jungen Staat keinerlei Nutzen gebracht hatte. So wandte er sich an die Tel-Aviver Agudah l’maan Hachajal, denen er seinen Plan vorlegte und stellte alle Bilder für diesen Zweck zur Verfügung. Wir sahen auch Pablo Casals mit einer Widmung an Stapler aufgenommen 2 Monate vor dem Tode des berühmten Meisters. Daneben prangten allerdings auch Porträts "grosser Unbekannter”. So Foto eines Hof-Fegers “Kfar-Chabad” Arbeiter, viele Frauen und Mädchenfotos, ebenso aber auch herrliche Landschaften. Am Gäste-Tisch, an dem Jeder Besucher seine Eindrücke von der Axisstellung an Stapler einschrelben konnte, fanden wir noch eine Mappe mit weiteren Fotos, darunter Alt-Jerusalem, Bauten und künstlerisch wertvolle Akte. Unter den nahezu 500 Gästen begegneten wir zahlreichen Persönlichkeiten (Stapler wurde mit mussten dahingehen in den späteren Kriegen. Totenklagen um die Gefallenen erscheinen in beiden Heften. Der Dichter Yariv ben Aharon fordert im 2. Heft auf, die Jüdische Vergangenheit zu studieren. Wenn wir nur im Jetzt und Hier leben, geraten wir ins Leere. Er kritisiert die Abtrennung des Kibbuz von den Jüdischen Quellen. Daduroh sei er zu einer engen, kleinbürgerlichen, materialistischen, flachen Gemeinschaft geworden. Grade der Kibbuz brauche die jüdische Seele, ihren Glauben an die Erlösung des Einzelnen, des jüdischen Volkes, der gesamten Menschheit. Er beruft sich auf den Satz im Deuteronomium 32,15: “Und Jeschurun wurde fett und übermütig, vergass ganz an seinen G”tt, der es geschaffen”. Nachdem er selbst tief im Reichtum der jüdischen Quellen eingetaucht ist, sei er selbst ein besserer Sozialist geworden. Vom Echo, welches die Zeitschrift bereits in der Diaspora gefunden hat, erfahren wir durch einen Beitrag des jungen amerikanischen Rabbiners. Ron Kronish: Die Zeitschrift “Schdemoth” zeige ihm ein Bild Israels, das anders ist als die stereotype Propaganda. Er vergleicht die Situation der jungen amerikanischen Juden mit der Kibbuzjugend. Hier, wie dort, hat sich die zweite Generation von den traditionellen Lebensregeln entfernt. Und hier, wie dort, sucht die dritte Generation wieder nach jüdischem Selbstverständnis und jüdischer Existenz. von Schlomo Stapler ‘rr-s /*' Das obenstehende Bild stellt den bekannten Schriftsteller und Satiriker Ephraim Kischon, dar. Dieser Mann hat sich in Israel und der ganzen Welt einen ausserordentlichen Ruhm erworben. einigen am Abend ebenfalls fotografiert). Ein kleines, der heutigen Lage entsprechendes Büffet mit Gebäck und leichten Getränken führte — nach deren Genuss, — die Besucher zum 2. Teil des Gala-Abends, der künstlerisch hochstehenden Musikdarbietung. Aus nachträglichen Gesprächen mit den vielen Bekannten, sprachen sie alle voller Begeisterung über die höchst gelungene Veranstaltung auf so hohem Kultur Niveau, die dem Fotografen und der Agudah hohen Respekt eingebracht hat. ANNI LUWENSTEIN - PRIEBATSCH, Ramat-Chen, Haggaistr. 12, Israel Porträt-Ausstellung 16

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