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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1975-09-01 · No. 38 (September 1975) · p. Seite 14

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1975
Issue
No. 38 (September 1975)
Date
1975-09-01
Page
Seite 14 (sequence 2194)
Language
German
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Die Zahl Sieben in Dichtung Schaul Tschernichowskys (EINE MOTIVSTUDIE ANLA8SL. . SEINES HUNDERTSTEN GEBURTSTAGES — AUGUST 1975) I Von ABRAHAM TOBIAS I Man sagt, da Ist ein Land, Das Sieben Säulen stützen. Und auf seinen Hügeln Sieben Sterne blitzen... (Tschemichowsky) Das reiche und vielschichtige Werk dieses bedeutenden Dichters der hebräischen Moderne hat schon früh namhafte Interpreten auf den Plan gerufen. Die Reihe geht von R. Brainin, der schon 1899 ein Vorwort zu den Erstlingsprodukten des Jungen Poeten schrieb, über Lichtenbaum und Klausner bis zu Kurzweil und — um auch einen grossen Lebenden zu zitieren — Dow Sdan —, sie alle haben Wesentliches zur Deutung und Erhellung des lyrischen und epischen Werkes des Dichters beigetragen, seiner Formprinzipien, seiner inhaltlichen Bezüge, seiner Motivzusammenhänge — der Zahlsymbolik in dichterischem Werk ist Jedoch bisher nur wenig Beachtung geschenkt worden. Nun spielt die Siebenzahl sowohl in der Jüdischen, wie auch in der griechischen Kulturtradition eine beherrschende Rolle — zweier Welten also, die der Jugendliche Dichter als Gegensatz erlebte, die der Aeltere und Gereifte dann später als ebenbürtige Komponenten einer universal-humanistischen Weltansicht aufgefasst haben wollte. Im Bereich des Judentums haben wir aus biblischer zeit die "Sieben Arten” (Schiwat Haminim) — ich wähle bewusst ein Beispiel, in welchem die Zahl selbst im Text nicht mitgeteilt wird! — Aus dem Talmud seien erwähnt die "Sieben Menschheitsgebote der Söhne Noachs” oder die "Sieben Besten” in der städtischen Organisation aus späteren Traditionen die "Sieben Könige” in der Philologisch - philosophischen Betrachtung des Kusari wie auch — schon in recht später Zeit — die "Sieben Gemeinden” des Burgenlands. Am der hellenischen Welt stammen die "Sieben Weisen” Griechenlands, die "Sieben Weltwunder” und in ihrer europäischen Nachfolge die “Pleiade” das "Siebengestirn“ der Dichter der französischen Literatur des 16. Jahrhunderts, die "Sieben Kurfürsten” im Heiligen Römischen Reich und wohl auch das Siebentonsystem der Musik (die “Oktave“ hat Ja sieben Töne!). Schon in einem der ersten Gedichte seines (in Warschau 1898 erschienenen) lyrischen Sammelbandes “Visionen und Melodien” schimmert das Siebenzahl-Motiv unverkennbar hindurch. Es ist ein hymnischer Sang, an die Frauenschönheit gerichtet. Nicht allein, dass das Gedicht am Sieben Strophen besteht, es sind auch vierzehn Elemente an der Gestaltung des ätherischen Bildes beteiligt und es sind wieder sieben Verbformen_ wie die einzelnen Phasen des Schaffensaktes bezeichnen und deren feierliche Hoheit noch durch die altbiblische Form der umgekehrten Tempora (Waw Hahipuch) unterstrichen wird. Das Gedicht selbst trägt in späteren Ausgaben keinen Titel — es ist überschrieben mit den Worten seiner ersten Zeile: “Im Geiste meiner Phantasie habe ich dich erschaffen”, anders in der Erstausgabe — da steht über den sieben Strophen schlicht und bedeutungsschwer das Wort “Ideal”. Was hat den Dichter zu der Umnennung bewogen —? Das dichterische Werk Tschernichowskys ist reich an biblischer Thematik. Aber von allen Helden aus Israels Frühzeit hat ihn keiner mehr gefesselt, niemand poetisch stärker inspiriert als der König Schaul. War es die Gleichheit des Namens, die jenen Mechanismus der persönlichen Identifizierung angekurbelt hat? War es das tragische Schicksal jener Heldenfigur? War es — darüber hinaus — jenes eigentümliche Spannungsverhältnis zu seinem Volk, in welchem der Dichter ein ihm verwandtes Wesenselement ahnte — er, der einmal von ich sprach: “Fremd ist der Sang und der Sänger”? Wie dem auch sei, Tschemichowsky hat — und es ist den Gelehrten nicht entgangen — sieben Gedichte verfasst, in denen vom Denken und Fühlen, vom Glanz und Elend, vom Leben und Sterben dieses, seines Helden die Rede ist. Romanzen sind unter diesen Sieben, Balladen und auch solche mehr episch erzählenden Charakters. Keines aber kommt dem in seiner mittleren Schaffensperiode geschrieben Poem “Der König” gleich. In seiner Gedankentiefe, seiner Erlebnisgewalt, seiner künstlerischen Vollendung rangiert es sehr hoch in der Hierarchie seiner dichterischen Produktion. Das Gedicht hat den exstatischen Tanz des Königs Schaul zum Thema, in dem er während seines Aufenthalts unter den Prophetenjüngern hineingerissen wird, in Nachempfindung und Ausweitung der im ersten Buch Samuel, Kapitel 19 geschilderten Szene. Es enthält vierzehn Strophen, also ein Zweifaches der Sieben, das auch das Merkmal des von Tschemichowsky so verehrten und gepflegten Sonnets ist, die dem Höhepunkt der Entäusserung von allem irdischen Sein, dem Einswerden mit dem All, zustreben. Um nun zu dem formellen Zahlmotiv zu kommen: Die ersten dreizehn Strophen haben abwechselnd sechs und acht Verse — in srtrei Fällen auch mehr — in beinahe "monotoner” Alternierung. Nur die letzte, die die Lösung, die Befreiung, das vollkommene Glücksgefühl schildert, hat deren Sieben — sie und nur sie allein! Die ersten Strophen sind quasi Vorstufen, erste Phasen, sie tasten sich an die vollkommene Zahl heran — ohne sie zu erreichen. Nur wie die Vollkommenheit gewonnen ist — tritt die vollkommene Zahl — das ist die Sieben, Ja bereits bei den Pythagoreen —! in ihr Recht. Oberschlesische Ecke Am 11. Juni 1975 veranstalteten wir mit dem Irgun Jozei Breslau einen Wunsch-Konzert-Abend mit dem bekannten Pianisten Tibor Weiss (Hilton Hotel). Heinz Kornfeld führte nach kurzen Begrüssungsworten und einer kleinen Conference den Abend und übergab “Tibor” das Startzeichen zu seinem gut zusammengestellten Programm, das uns in das Reich der “Leichten Muse” versetzte. Es war ein wirklich gelungener Abend und die Teilnehmer selbst halfen besonders durch ihr Mitsingen der einzelnen Operetten sehr zum Gelingen der Veranstaltung. Erich Lewin, der General-Sekretär des “Irgun Jozei Breslau” sprach kurz über die Arbeit der CENTRA und schloss den Abend mit herzlichen Worten, indem er allen Anwesenden recht schöne und friedliche Ferientage wünschte. Die Mitglieder unseres Verbandes beteiligten sich zu “Lag beomer” an dem traditionellen Ausflug zum Gästehaus Schoresch, der, wie alljährlich, auch diesmal ein voller Erfolg war. ★ Wir gratulieren unserem langjährigen Mitglied Herrn ERNST KARLINER, Giwatajim, früher Kattowitz, recht herzlich zu seinem 70ten Geburtstag. * Unsere nächste grössere Veranstaltung findet s.G.w. in den kommenden Chanukkahtagen anlässlich des 20jährigen Bestehens unseres Verbandes statt. (Wir bitten schon Jetzt um Anmeldung). Allen unseren Mitgliedern und Freunden im In- und Ausland wünschen wir ein gesundes und friedliches neues Jahr. I. A. Heinz Kornfeld, Tel-Aviv, Lipastr. 8 * Herzliche Glückwünsche und viel Freude unserem langjährigen Vorstandsmitglied, Herrn HEINZ ZWI GETZ und Frau JUDITH zur Geburt des 1. Enkelsohnes. Zur Erinnerung an das 200jährige Jubiläum der Chewra Kadischa in Breslau am 16. Juni 1926 Stehend: Bertha Kober, Amalia Gluskinos, CaecilieLandsberg, Fanny Koppenheim. Sitzend: Klara Meyer, Klara Gluskinos, Lina Goldschmidt, Jenny Lewy Salmea Nelken. 14

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