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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1975-09-01 · No. 38 (September 1975) · p. Seite 13

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1975
Issue
No. 38 (September 1975)
Date
1975-09-01
Page
Seite 13 (sequence 2193)
Language
German
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Aus den Aufzeichnungen von Isasc Bernstein geboren in Schildberg bei Ostrowe im Jahre 1824, gestorben in Berlin am 24. Juni 1893. Der CENTRA-Materialsammlung wurden von Frau Marietta Berger, geb. Bernstein in Natania Aufzeichungen ihres Grossvaters Isaac Bernstein überreicht. Diese Erinnerungen reichen von der Geburt bis zum Jahre 1859. Isaac Bernstein war Kaufmann, der sich aus kleinsten Verhältnissen langsam empor arbeitete. Im folgenden wird hierzu ein Wort, ein besonders interessanter Abschnitt über das Jahr 1848 wiedergegeben. Später, 1852 wanderte Bernstein ohne Familie nach Amerika aus (Seegelschiff, 42 Tage), kehrte im Februar 1858 zurück (per Steamer, wir hatten eine stürmische Reise, verloren den 1. Mast und sind vier Tage ohne Dampf gesegelt, nach 18 schrecklichen Tagen in Hamburg gelandet). — Zweite Auswanderung mit Familie im Herbst 1858 (per Dampfschiff 2. Klasse), Mitte 1859 zweite Rückwanderung wegen Krankheit der Frau (Dampfschiff 1. Klasse). Das Originalmanuskript, das handschriftlich erhalten war, ist in den Hitlerjahren abhanden gekommen. Es war in deutscher Sprache abgefdsst, aber mit vielen jiddischen und hebräischen Ausdrücken durchsetzt. Die gegenwärtige Fassung ist eine genaue Übertragung ins Hochdeutsche vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals hat ein Sohn von Isaac Bernstein diese Übertragung vorgenommen und das ganze in mehreren Exemplaren hergestellt, um diese Erinnerungen der Generation der Enkel, die schon jiddische und hebräische Ausdrücke nicht mehr verstanden zugänglich zu machen. Dr. BALL-KADURI, Tel-Aviv * Aus den Revolutionstagen des März 1848 in Miloslaw (Prov. Posen) und vom Besuch eines Juden beim König von Preussen in Potsdam im Mai 1848, um seine Bitte nm FntmhnHignngBTfth. Iung für Plünderungsschäden vorzutragen. Im Frühjahr 1846 bis ich von meinem Bruder Salomon und von unserem Verwandten Alexander Mendelsohn in Miloslaw, die mich bereits für einen reichen Mann hielten, aufgefordert worden, nach Miloslaw zu kommen und stellten mir eine glänzende Partie in Aussicht, folgedessen gab ich meine Stellung auf, reiste per Post als reicher Mann mit einem baren Vermögen von 150 Talern nach Miloslaw. Kaum 8 Tage nach meiner Ankunft wurde ich mit Al Mendelsohns Schwägerin, geb. Raziejewska, Nichte von Ab. Leichtentritt verlobt. Pflingsten feierte ich im Beisein meiner geliebten Eltern und Geschwister Hochzeit. Zur Mitgift erhielt ich ein kleines einstöckiges Häuschen, 2 Stuben und Laden, und ein altes gangbares Material, Tabak- und Getreidegeschäft; mein Geschäft ging gut und machte mir Vergnügen, 1847 trat grosser Mangel in Getreide (Missernte) ein, ich griff zur Spekulation, kaufte 100 Scheffel Roggen ä 3 Taler und 100 Scheffel Weizen ä 4 Taler, spekulierte damit bis Pfingsten, erzielte damit für Roggen 5 Taler, für Weizen 6 Taler, dieser Verdienst machte, mich zum doppelten reichen Mann. Am 18. März 1848 brach die verhängnisvolle Revolution aus, namentlich für die Stadt Miloslaw, der Sammelplatz der Insurgenten und Residenz der Häuplinge Miloslawski. Es erging mir nicht besser als den übrigen jüdischen Einwohnern. Mir wurden sämtliche Waren, Kleidung etc. geraubt, auch unser Leben schwebte in Gefahr. Ich rettete meine Frau und Kind zu einem Freund Müller, derselbe behielt uns 2 Tage versteckt, brachte uns in seinem Gefährt nach Posen. Schwager M. Radziewski und Cousin Gustav Leichtentritt waren hochbeglückt über unsere glückliche Ankunft. Nach ein paar Tagen verbreitete sich das Gerücht, dass in Miloslaw Militär eingerückt; ich fasste Mut, reiste dorthin, aber dieser unglückliche Platz war noch mehr von Insurgenten belagert, als ich ihn verlassen, meine Wohnung war vollständig zur Kaserne umgewandelt. Ich hielt mich teilweise bei meinem Schwager Mendelsohn und bei meinem Bruder auf die auch bereits ihre Familien fortgebracht hatten. Die Nächte brachten wir gemeinsam in einer Kammer unter Todesangst zu, und haben unsere Kleidung nicht abgelegt. Anfang April, morgens zwischen 8—9 Uhr wurde die Stadt von General Blum nach einem blutigen Kampf eingenommen, der grösste Teil der Insurgentischen Kavallerie geschlagen, die Infanterie, Sensenmänner, Jäger flüchteten sich in die Häuser, Kirche etc. Die Sieger pflanzten die Kanonen, Gewehre auf den Markt und Strassen auf, Hessen sich nieder, um Erfrischungen zu sich zu nehmen, nach ungefähr 20 Minuten eröffneten die Insurgenten aus ihrem Versteck ein mörderisches Feuer, töteten hunderte von Soldaten. Nach einem Kampf von über 1 Stunde verliess das Militär die Stadt, erwartete Hilfe aus Gnesen u. Schrimm; gegen Abend verliessen die Insurgenten die Stadt, Hessen Verwundete und Tote unbekümmert zurück. Der Jammer der Verwundeten war ein Herzrührender, jeder Mensch, soweit die Kräfte reichten, nahm sich der verlassenen Unglücklichen an, Ungefähr, 6 Schritt von meiner Wohnung lag ein Offizier und ein Oberst im Blute, ich nahm ersteren auf meine Schulter, holte den zweiten, wusch beide von dem bedeckten Blut, schnitt deren zerfetzte Kleider vom Leibe und machte kalte Umschläge. Holte aus der Apotheke die nur dort verabreichten Mittel und geistige Erfrischung. Nächsten Morgen zwischen 7 und 8 rückte Müitär ein, es blieben 2 Companien Infanterie und 50 Mann Kavallerie in der Stadt zurück, die Insurgenten wurden nach allen Richtungen verfolgt, bei Wreschen von General Hirschfeld aus Gnesen teilweise in den verborgenen Scheunen verbrannt, und die flüchteten, wurden mit dem kolben niedergeschlagen und gefangen. Nach 2 Tagen sind die Verwundeten nach Posen gebracht worden. Bei deren Abholung ersuchte ich den Offizier und den Oberst mir zum Andenken eine Bescheinigung zu geben, über das von mir in ihrem Zustand geleistete, was sie auch gern taten und Hessen es auch von dem zugegen gewesenen Regimentsarzt und Hauptmann bescheinigen. Den nächsten Tag reiste ich nach Posen, wendete mich an den Oberpräsidenten wegen meines zugefügten Schadens. Er bedauerte mir nicht helfen zu können, ich möchte mich an das Staatsministerium wenden. Mein Schwager Radziewski, Gustav Leichtentritt borgten mir 100 Taler. Ich kaufte mit diesem Geld Cigarren und Getränke, reiste mit meiner Frau und Kind nach der zerstörten Stadt Miloslaw, nach 2 Tagen hatte ich bereits die Waaren verkauft und mehr als das Doppelte verdient. Ich reiste wieder nach Posen und machte grössere Einkäufe. Während der Zeit, ungefähr 6 Wochen, wo in Miloslaw Militär behalten wurde, machte ich ein gutes Geschäft. Mein Häuschen und Möbel wurden ausgebessert, alsdann fasste ich Entschluss, nach Berlin zu reisen und mich an das Staatsministerium zu wenden. Ich Hess mir vom Bürgermeister über meine MoraUtät und den zugefügten Schaden bescheinigen. Es wollten noch mehrere Leidensgefährten die Reise antreten, sind aber wegen der Reisekosten und Zeltversäumnis zurück geblieben. Mein gutes Geschäft ermutigte mich, meinen Plan nicht aufzugeben. In Berlin erzählte ich meinen Bekannten den Zweck meiner Reise, es wurde mir geraten, mich direkt an S.M. den König zu wenden, ich reiste nach Potsdam, reichte meine Papiere ein und wünschte vor S.M. den König vorgelassen zu werden. Den nächsten Tag erhielt ich Bescheid, mich morgen 9 Uhr in demselben Büro, wo ich meine Papiere abgegeben, zu melden, muss aber in schwarzem Cylinderhut erscheinen. Morgens zwischen 10 u. 11 Uhr wurde mir mitgeteilt, dass seine Majästät erscheinen werden u. mir, so auch 3 anderen Bittstellern wurde ein Platz (Pavelion) angewiesen. Gegen 12 Uhr erschien Seine Majestät, von 2 ältlichen Offizieren begleitet, als d. Reihe an mich kam, trug ich ehrfurchtsvoll mein Anliegen vor, und das mich lediglich nur Not zu diesem Schritt zwingte. Hierauf antwortete Seine Majestät: Ich besitze keine Mittel Ihren zugefügten Schaden zu ersetzen, obgleich Ihre Lage Berücksichtigung verdient. Sie müssen sich wegen Ihres Schadens ans Gericht wenden, werden auch hoffentlich entschädigt werden. Mutlos ging ich zurück nach dem Büro, um meine abgegebenen Papiere zu fordern, dort trat ein ältlicher Offizier an mich heran, begleitet von noch dreien. Er ersuchte mich, ich möchte ihm erzählen, wie es ln Miloslaw während des blutigen Kampfes zuging und wann die Verwundeten abgeholt worden sind und nachdem ich ihnen alles mitgeteilt hatte, forderten sie mich auf, ich möchte mich hinsetzen und auf Herausgabe meiner Papiere warten. Nach ungefähr 20 Minuten traten dieselben Offiziere an mich heran, überreichten mir meine Papiere und 10 dop. Ldr. ungefähr 400 Mark. Sie wünschten mir, dass ich im Wege des Prozesses entschädigt werde. In Berlin machte ich für meine ganze Barschaft Einkäufe. Bel meiner Ankunft in Miloslaw wurde mir ein grosser Willkomm zuteil, einerseits wegen der erreichten Ehre und zweitens wegen der reichen Beschenkung, die aufs zehnfache taxiert wurde. SONDERSPENDE ) Zum Gedenken an unsere lieben Eltern J SIMON und DORA NEISSER geb. Schlesinger j zum 25. und 10. Todestage | KARL und BERTHA NEISSER, Nathaniah j LOTTE Meyer und Famüie, Tel-Aviv i NACHTRAG Spenden und Beiträge! sowie Glückwünsche VALERY ALTMANN, Haifa BETTY EHRLICH geb. Seidemann, Chofith ERNST MORDECHAI HAUSCHNER. Ramat Gan BODO LANGER, Santiago de Chile GERDA MATZDORFF, Haifa ANNEMARIE MUELLER. Chedera, Newe Efrajim SELMA SCHOENFELD, Sde Warburg DAVID TICHAUER, London HEDWIG ZYSMANN geb. Flehinger, Ramat Chen, Rasielstr. 15, Sonderspende zum Andenken an den Gatten und Vater R.A, Dr. Rudi Zysmann FELICIA SCHAFFR, 1499 Sutter Street Apt. 301, San Francisco, Cal. 94109 (USA). Dr. HARRY PP.EISS und Frau MARGOT geb. Süssbach, 932 Peninsula Ave Apt. 304, San Mateo Cal. 94401, USA. Dr. ERNST BRAUER, 14 Rock Road, Spennymoor Co Duraam, England 13

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