Mannheim
Compact Memory

Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1975-04-01 · No. 37 (April 1975) · p. Seite 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1975
Issue
No. 37 (April 1975)
Date
1975-04-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/7411685-7412437-7493592--0525-7412449
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Jüdische Sportler aus Breslau | In dieser Rubrik wollen wir einige bekannte Jüdische Sportler aus Breslau erwähnen, die G.S.D. leben, aber auch einige, die leider nicht mehr unter uns weilen. Prof. Dr. Ernst Jokl, Universitäts-Professor für Sport-Medizin in der Universität of Kentucky, Lexington, Kentucky, USA, ist bereits in Nr. 32 (September 1972) ausführlich gewürdigt worden. Er hat eine Broschüre herausgegeben über: “Körperliches Training und Altern”. Wir bringen im Nachfolgendem die Schlüsselte seiner Broschüre: Die Lebenserwartung ist, ebenso wie die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit durch das Erbgut jedem Menschen vorgegeben. Ihre Realisierung ist jedoch abhängig von den Umwelteinflüssen. Dafür ein Beispiel: Das genetische Potential für “Langlebigkeit” hat sich in historischen Zeiträumen nicht verändert. Aber der Europäer oder Amerikaner lebt jetzt im Durchschnitt 30 Jahre länger als seine Vorfahren vor hundert Jahren. Die Quellen, aus denen wir sowohl unser Wissen als auch unsere motorischen Fertigkeiten schöpfen, fliessen heute reichlicher als je zuvor. Aber in Sozialprogrammen, die sich bessere Lebensbedingungen für den alten Menschen zum Ziel setzen, fehlt es noch an Bemühungen, auch die körperliche Agilität des alten Menschen zu fördern. Das Leben ist endlich. Aber die Art, wie alte Leute ihren Lebensabend verbringen, spiegelt eine grosse Vielfalt individueller Lebensgestaltung wider. 1966 nahm ich zusammen mit dem Cardiologen Dr. Paul Dudley White und dem Archäologen Professor Nelson Glueck an einer wissenschaftlichen Konferenz teil, die unter der Leitung der UNESCO in Israel stattfand. Dort erlebten wir das alljährliche Ereignis des “3-Tage-Marsches” zur Hauptstadt des Landes, an dem über 25.000 Menschen teilnahmen. Unter den Teilnehmern war ein 100jähriger Mann, zu dem ich nach Erreichen des Zieles sagte: “Ist es nicht erstaunlich, dass Sie in Ihrem Alter sich an diesem strapaziösen Unternehmen beteiligt haben?” Er erwiderte: “Welchen schöneren Tod könnte ich finden, als auf dem Weg nach Jerusalem zu sterben?” Max Hochhäuser, 80 Benett Ave. New York, 10033, N. Y., Jüdischer Meister-Boxer aus Breslau. In Folgendem bringen wir seine Laufbahn, die er uns mitteilte: Als Turner begann ich 1930 im Bar Kochba, Breslau, und holte mir einige 1. Preise. Bin 1930 zum Box-Sport übergegangen und holte mir den Titel als "Südostdeutscher Meister”, 1932 und 1934, wo ich den (Sipo), Polizeimeister Koch in der 3. Runde “K. O.” schlug. Da ich als Jude nicht mehr in den Ring durfte, gründete ich im Bar Kochba eine Box-Abteilung, die sehr gute Erfolge aufzuweisen hatte. 1936 boxte ich in Koeln um die deutsche Makkabi-Meisterschaft und schlug den zaehen Weltgewichtler, Bulll Schott in der 1. Runde K.O. und wurde deutscher Makkabi-Meister .Bei der darauffolgenden grossen Box-Veranstaltung unter Leitung von Dr. Rotter, gelang es mir, den Brandenburger Meister, Stattländer nach Punkten zu besiegen. Einer meiner grösseten Erfolge. Als ich mit meiner Frau 1938 Deutschland verlassen musste, kamen wir nach Warschau. Dort gelang es mir, den Polnischen Meister zu schlagen Als ich in Palästina illegal angekommen war, kämpfte ich gegen den Palästinameister Binder, den ich nach Punkten schlug. Mein 2. Kampf in Palästina war gegen Bagdahdi (Aegypten), der in seinem Rekord einen K.O.Sieg über Noschke (Makkabi-Meister) hat. Ich schlug ihn nach Punkten, anschliessend schlug ich Jellinek in Haifa. Dies ist nur ein kurzer Auszug meiner Laufbahn. Bei 87 Kämpfen, 9 Verluste. Habe 6 S.ege bei 6 Internationalen Kämpfen. Ich habe auch als Box Trainer der Gafirim (Hilfspolizei in Kirjat Chaim, sowie Kirjat Motzkin) in den Jahren 1940 und 1941 gearbeitet. Jetzt als 66jähriger Mann trainiere ich meinen Enkelsohn, der sich sehr geschickt, nicht nur im Boxen, sondern als Allround-Sportler, eignet. Bei der letzten Sport-Konkurrenz erhielt mein Enkelsohn den Preis mit der Inschrift: “The most outstanding ATHLET of the year 1974”, auf das ich ganz stolz bin. übrigens hatte dieser Junge seine Bar-Mizwa vor kurzem in Naharia. Wir wünschen unserem lieben Max Hochhäuser weiterhin Gesundheit und Freude an seiner Arbeit. Herr Willy Lewin aus dem Kibbutz Dovrat bei Afule (Israel) langjähriges Mitglied unseres Verbandes, alter Bar-Kochbaner, der vor einigen Jahren aus Argentinien in Israel eingewandert ist, sendet uns folgende Zeilen: Es wird sicher die Leser der Breslauer Blätter interessieren, dass wir in Breslau in den 20er Jahren ein Mitglied hatten. ERICH BERGMANN, der ein guter Sportler war, sodass sich viele nichtjüdische Vereine nicht nur in Breslau, sondern auch im übrigen Deutschland um ihn bemühten. Erich Bergmann, der übrigens der Beste 800—1000 Meter-Läufer im gesamten Makkabi-Weltverband wurde, war ein Mensch von ausgezeichnetem Charakter. Ohne Allueren, einfach in seinem Erscheinen, hat er alle Angebote abgeschlagen, um nur dem zionistischen Bar-Kochba, Breslau, zu dienen. Grosse Verbände haben ihn mit finanzieller Sicherstellung Angebote gemacht, die er ablehnte. Später ging er zum Bar-Kochba, Berlin, wo er einer der Besten und beliebtesten Sportler wurde. Eine tückische Krankheit hat ihn vor kurzer Zeit dahingerafft. Erich Bergmann soll nicht vergessen werden. NOACH ZILLAN (Dago Tichauer), Tel-Aviv, Ben Schaprut 7 ist vor einigen Monaten beim Sehen des Television einer Sportveranstaltung seelig entschlafen. Er war eifriges Mitglied unseres Verbandes und an allem interessiert. Bereits in Breslau war er einer der tüchtigsten und eifrigsten Sportler im Bar-Kochba. In das damalige Palästina gekommen, hat unter unvorstellbaren Bedingungen schwerste Arbeit geleistet. Sein Sport war ihm sein Leben. So hat er bei dem Aufbau des Arbeiter-Sportvereins “Hapoel” in Tel-Aviv mitgewirkt und diesen auf die FUsse gestellt. Als Sportlehrer an den verschiedensten Schulen verstand er es, der Jugend die Liebe zum Sport einzuimpfen. Dago Tichauer war überall beliebt, da er ein zuverlässiger Freund gewesen ist. Bei seiner Bestattung sprach der Sekretär unseres Verbandes Worte des Abschieds und des Dankes, wo er einen Brief an den Verband ehemaliger Breslauer in Händen hielt, den der Heimgegangene wenige Stunden vor seinem Ableben an den Verband schrieb. Auch Dago Tichauer gehört in die Reihe der guten und tüchtigen Sportler des Bar-Kochba. Wir Breslauer werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. AUSSTELLUNG “BRESLAU UND MANNHEIM” IM LEO BAECK INSTITUT, NEW YORK Mit Freude wurde vom Leo Baeck Institut, New York die Gelegenheit wahrgenommen, Rabbiner Dr. Max Gruenewald zu ehren, der seit der Gründung des Instituts als Präsident des New Yorker Arbeitszentrums sich imgewöhnliche Verdienste erworben hat, und der 1974 nach dem Tode von Dr. Siegfried Moses zum Präsidenten des Gesamtinstitutes gewählt wurde. Anlässlich des 75. Geburtstages von Dr. Gruenewald gelang es dem New Yorker Institut, unter dem Titel “Breslau und Mannheim” eine Ausstellung über die Städte zu arrangieren, die im Leben des Jubilars von besonderer Bedeutung waren: In Breslau empfing Max Gruenewald seine Ausbildung am Jüdisch-Theologischen Seminar und an der Universität. Nach Mannheim wurde er 1925 als Rabbiner berufen. Die ihm dort zuteil gewordene hohe Anerkennung kam durch die einzigartige Auszeichnung zum Ausdruck, dass er in dieser Stadt später viele Jahre als Rabbiner und gleichzeitig als Vorsitzender der Gemeinde wirkte. Die Ausstellung ist für einige Monate auch dem Publikum zugänglich. Zu ihrer Orientierung dient ein Katalog, in dem einleitend die Geschichte der jüdischen Gemeinden in Breslau und Mannheim dargestellt wird. Weiterhin enthält er Erläuterungen und Informationen über die ausgestellten Dokumente und Bilder. Sie spiegeln aufschlussreich die Entwicklung der beiden Gemeinden und das Leben der Juden in seinen vielfachen Schattierungen wider, so wie es sich seit dem Mittelalter bis zu dem gewaltsamen Ende durch das Nazi-Regime zugetragen hat. Ein grosser Teil des gezeigten Materials stammt aus dem Besitz des New Yorker Archivs. Andere Stücke wurden von Freunden des Instituts und von deutschen Stellen zur Verfügung gestellt. Das Hauptverdienst an dem Zustandekommen der Ausstellung kommt Dr. Fred Grubel, dem Exekutiv Direktor des New Yorker Instituts, und der Archivarin Dr. Sybil Milton zu. Use Blumenthal Weiss ★ Den Artikel Austeilung Breslau Mannheim haben wir dem Mitteilungsblatt des Irgun Odey Merkas Europa, das in Tel-Aviv erscheint, entnommen. VERLASSEN Einsam sitzt ich hier im Zimmer nur die Uhr ich höre ticken ach es wird doch immer schlimmer und mein müdes Haupt tut nicken denk ich an die Jugendzeit ach die liegt soweit soweit wo ich lustig froh und heiter wurde mir das Herz stets weiter ach wie war mir da zumut ging es mir nicht damals gut? konnte singen lachen scherzen Heut hab ich nur Wehmutsschmerzen sitze einsam und allein ja mir ist als muest ich wein So vergeht nun Tag für Tag bis mal kommt der grosse Schlag ja da brauch ich nicht mehr wein denn da bin ich nicht mehr allein. GÜNTHER GRÜN Pittsburgh 5518 Bluckstr. (USA). Bei Drucklegung unserer Zeitung erfahren wir vom Hinscheiden unseres so interessierten Mitgliedes MOR ROSENGARTEN, Los Angeles, Wir sprechen der Gattin, Frau Toni Rosengarten, 440 N Vista St., Los Angeles, Cal. 90036 unsere innigste Teilnahme aus und werden S.G.w. in der Rosch Haschanh Nummer unseres Blattes dem Heimgegangenen eine Würdigung widmen. 12

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.