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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1975-04-01 · No. 37 (April 1975) · p. Seite 10

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1975
Issue
No. 37 (April 1975)
Date
1975-04-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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* Zum 100 jährigen Geburtstag von Eduard Sachs Eduard Sachs, der damalige Führer und Vorstand der Breslauer Gemeinde, der am 16. April 1914 sein SO.tes Lebensjahr vollendete, konnte vom Vorstand und der Repräsentanz dieser Gemeinde anlässl. einer, zu seinen Ehren gegründeten Eduard Sachs-Stiftung, keine anderen Worte zur Begründung ihres Tuns finden, als: Um d. ausgezeichnete u. verdienstvolle segensreiche Wirksamkeit d. Herrn Eduard Sachs, den kommenden Geschlechtern in dauernder Erinnerung zu bewahren. Mit Worten wird die Lebensarbeit eines Mannes, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, der jüd. Gemeinde seiner Vaterstadt zu dienen und ihr auf historischem und humanitären Gebiete feste Heimat zu schaffen. Am 16. April 1834 war er als Sohn des Kaufmanns Sachs geboren, in dessen weit bekanntes Handelshaus er im Jahre 1859 eintrat. Sein Stammbaum lässt sich mütterlicherseits bis ins 16. Jahrhundert zurück verfolgen und weist eine Anzahl bekannter Namen von jüdischen Gelehrten und Persönlichkeiten auf, die der jüd. Wissenschaft wohl vertraut sind. Zu diesen gehören u.a. die Oberlandesrabbiner der Marken, R. Isaac, Benjamin Wolf, R. Schemaja, R. Elieser, Aron Liepman, R. Jechiel Michael, genannt Michael Chosid, R. Meschulam Salman und die österreichische Freiherm-Familie der von Sonnenfels. Aus dieser überlieferten Erfülltheit mit jüdischen Dingen und jüdischem Wesen erwuchs ihm das Gefühl für die Fragen der jüd. Allgemeinheit und das Bedürfnis, sich nach dieser Richtung hin zu betätigen. Als er sich im Alter von 40 Jahren auf ärztlichen Rat zurückziehen musste, wurde ihm die Möglichkeit gegeben, seinen Neigungen auf sozialem Gebiete zu leben. Im Jahre 1878 trat er in die Repräsentanz der Synagogen-Gemeinde ein, im Jahre 1891 wurde er ln den Vorstand gewählt, dem er von 1912 bis 1924 als Vorsitzender angehörte. Während dieser Zeit veranlasste er den Bau des Gemeindehauses Wallstrasse 5—7, die Anlage des Coseler Friedhofes, die Erweiterung des Friedhofes Lohestrasse und zahlreiche andere Neuschöpfungen und Verbesserungen. Daneben war er in fast allen irgendwie bedeutsamen jüd. Vereinen und Gesellschaften als Mitglied oder Vorsitzender, tätig. Ausserdem war er am 27. April 1879 in den Vorstand der “Israelitischen Krankenverpflegungs- und Beerdigungs-Gesellschaft” gewählt worden, deren Vorsitz er seit 1895 bis zu seinem Tode, führte. In dieser Eigenschaft gelang es ihm, ein Werk zu schaffen, das ihn weit überdauerte und Generationen von kranken und leidenden Menschen eine Helm- und Heilungsstätte wurde. Er begann seine Tätigkeit in den Räumen des alten Fränkelechen Hospitals auf der Antonienstrasse, dessen räumliche und hygienische Mängel ihn bald zu Verbesserungen drängte. Im Jahre 1883 wurde auf sein Betreiben die hier ebenfalls untergebrachte Waisen-Anstalt auf die Gräbschnerstrasse verlegt. 1897 wurde auf Grund seiner Initiative die Julius Schottländersche Stiftung des Altersheims gegründet, und die dadurch auf der Antonienstr. freigewordenen Räume wurden dem Hospital zugefügt. Aber, schon 1896 war es Eduard Sachs gelungen, alle Bedenken, Schwierigkeiten und Zweifel zur zerstreuten und den Plan eines grosszügigen, für weiteste Zeiten berechneten Krankenhaus- Neubaus durchzusetzen. 1901 wurde der Bau auf der Hohenzollernstrasse begonnen, 1903 als Muster für alle damaligen Krankenhausbauten vollendet und 1914 ein Neubau — die Frauen und Augenabteilung — angefügt. Auch die Gründung des Arnold und Hermann Schottländerschen Siechenhauses ist v. seinen Bemühungen mitbeeinflusst worden. In diesen trockenen Zahlen spiegelt sich die AM 16. APRIL 1934 Arbeit eines ganzen Lebens und einer überragenen Persönlichkeit. Alle diese Anlagen und Gründungen haben sich als zielvoll angelegte Schöpfungen Eduard Sachs ml erwiesen, die über die Notwendigkeit ihres Entstehen hinaus auch den gesteigerten Bedürfnissen der Gegenwart genügen. Sie sind das Werk eines Mannes, der die Anforderung der Zukunft in seine Pläne einzubeziehen verstand, und der gleichzeitig der kleinsten verwaltungstechnischen Angelegenheit dieselbe Aufmerksamkeit schenkte, wie, d. grossen Gesamtkomplex von Organisation und Verwaltung. Neben einer durch sein Alter, nicht getrübten Klarheit und durchdringenden Einsicht in die Verhältnisse einer verworrenen und schwer zu durchschauenden Zeit, besass er die Fähigkeit, sich die richtigen Mitarbeiter auszuwählen und sie mit der eigenen Hingabe für sein Werk zu erfüllen. Er verstand, alles aus ihnen herauszuholen, was sie an Möglichkeiten besassen, und sie im Banne seiner Persönlichkeit fest wie sich selbst mit seinen Schöpfungen zu verbinden. Viele aus dem Kreise dieser Mitarbeiter werden sich noch seiner Ansprüche an die Leistungen der anderen, seiner Tatkraft, seines Optimismus, seines Humors, seines diplomatischen Geschicks und seiner Fähigkeit, im richtigen Moment seine Meinung durchzusetzen erinnern. Aber, sie werden dann auch des Innenraum PMMl mmwmmM ft CTft .■'Ä'5v?vv-S;TO3r' unermüdlichen Arbeiters gedenken, der ebenso von sich mit eiserner Energie das Aeusserste erzwang, der über den engen Kreis von Familie und Freunden hinweg die jüd. Gesamtheit in sein Wirken einbezog und durch sein Leben jene Worte verwirklichte, die er als Antwort auf den eingangs zitierten Stiftungsbrief der Gemeinde fand: Mein eifrigstes Bestreben ist es, mich mit allen Fasern meines Herzens der Föderung der Gemeinde-Interessen zu widmen. Und aus diesen Worten sei die Berechtigung für dieses Gedenken an einen Mann abgeleitet, der schon 10 Jahre aus unserem Kreise geschieden ist und in seinem Wirken gleichstrebenden Männern zum Vorbild wurde. Den Dienst an der Allgemeinheit über das persönliche zu stellen, im Kleinen, wie im Grossen der Gemeinschaft zu dienen, jüdisches Leben als Arbeit für die jüdische Gemeinschaft und für den Geist des Judentums zu erfassen: Dieser Mahnruf sei von unserer Generation als Sinn seines Lebens erkannt. Dr. AUGUSTE BRIEGER Nachbemerkung: Dieser Artikel ist uns vergilbt aus dem jüdischen Gemeindeblatt von April 1934 von Herrn Berthold Andom, Cholon, Israel, zum Andenken an die Verfasserin, seiner verewigten Gattin, Dr. Auguste Andorn-Brieger, übergeben worden, wofür wir von dieser Stelle aus, bestens danken. Friedhofshalle in Breslau Cosel WEIL ICH JUDE BIN Fern von der Heimat sitz ich allein in der Fremde musste verlassen Bruder und Freund, Weil in Jude bin. Habe geschmachtet In Buchenwalds Mauern Sah in den Ecken den Tod auf mich Lauem Weil ich Jude bin. Habe gebetet und habe geweint bis das mich G“tt. mit den Meinen vereint? Weil ich Jude bin. Hatt auch das Schicksal mich hart gestraft bin ich doch stolz was auch kommen mag Dass ich Jude bin. STATIONERY — BOOKSELLER Josef Freyhan formerly Dr. Wilhelm Freyhan 63431 Tel-Aviv, Ben Jehudastr. 60 empfiehlt: Lehrbücher, Lehrmittel NEUESTE LANDKARTEN IN A&LEN MASSTAEBEN Special-Abteil.: Israel Reiseführer TEL 280564 10

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