Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1975
- Issue
- No. 37 (April 1975)
- Date
- 1975-04-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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BRESLAU, WIE ES WAR ^wvs/s^s/w^s/s^vs/wvv«yyyyyyy»»y Wie die Zeit verrint. — Ein’ge Jährchen sind, wenn man rechnen wollt schon vorbeigerollt, seit in Jener Nacht, still ich... “fortgemacht”. Was vor “33” ist, man nicht gar so gern vergisst. Das war mein Milieu, Südpark — Riemannshoeh, Friebeberg und “Schiebs” beim Tanze oder war es “Schwedenschanze”?? Gltfcksmann... Nebel... Reich (Nebelreich) war uns... Wurst, fast gleich. Otto Stieblers Röstkaffee: das war mein Milieu. — Streng geschieden sei, Simon Pasch von Frey. Wachsmann war mir recht, Kramer auch nicht schlecht. Schöllhammer — Coiffeur und D. Schlesingeeer. Und der “Erich und Carl Schneider” wir gedenken heute... Beider, das war mein Milieu. Kisslingerbier, herrjeh, Hildebrandsche “Erste Sorte” Grossweiler’s Carolatorte, Hansen... Fischerbar... Monopol... na, klar Kinderzobten — Holteihoeh, das war mein Milieu. Trostdorffs — Loetgens “C” Catopol — Batteux — Grossl, Korpulus man erwähnen muss. Und im Freunde-Haus kannte ich mich aus. York — Tarnowski — Grünbaum — Emst Biederfeld... von dem du lernst... Ketzerberg — P... dar war... kein Milieu. Ob die gleichen fleissigen Mädchen, sich noch auf dem Strich betätigen? Besass... Wellman Max... die diversen “Sachs” Gerson Fränkel, Toy (toi, toi,) das war mein Mil-oi. Einbaum — Luetiti heisst hier fein Bellevue. Time square, unser “Ring” Kletschkau wird Sing Sing. Denn inmitten Wolkenkratzer Eisbahn, Rockefellerplatze zufriert, bleibt ganz gleich. Ob der Suedparkteich das wird mein Milieu. Wo bleibt... Jungfemsee? Doch ich kann mich nicht entschliessen, “Pumkin Pie” oft' zu gemessen. Coca-Cola schmeckt “Einfach” mir plus — Sekt.^ Sweet... tereffic... swell o.k. das wird mein Milieu. * DER KNICK Dort, wo die Neudörferstrasse einen Knick ganz sacht nur macht (gewiss sich selbst zum Spass) “Dort stand ich zögernd einen Augenblick”... Ij es war kurz vor der Ecke Gartenstrasse... natürlich ist dies nur im Traum geschehen. Sonst... reimten sich die Dinge nicht zusammen mag sein, dass ich grad wieder Fotos angesehen. die noch von drüben aus der Heimat stammten... womöglich weil auf Seite EINS der New Yorker Times, vom Kampf um Oltaschin und Duerrgoy stand... vielleicht weil ich im Block des neuen Heims ein “Zwinger Räudel” neulich wieder fand. Sonst denk ich doch der Neudorfstrasse kaum sie war so farblos und... bei G”tt nicht heiter Sehr seltsam geht es zu in einem Traum, man steht an einem Knick... und weiss nicht weiter ach ja, ich stieg in Linie 8, die“Guertelbahn” sie sausst nicht, nein, sie lässt Dich sanft entgleiten, die altvertrauten Jugendstätten nahn, das Landeshaus..., dann die Vier Jahreszeiten, als Kind hab ich mir früher herrlich vorgestellt, tn Breslau im... Hotel zu leben, als man dann etwas rumkam in der Welt, da hat sich dieser Wunschtraum schnell gegeben. Doch zu besagten Jahreszeiten noch zurück, sie waren wirklich reichlich vierter Güte, Und gegenüber “Strich” ein altes Stück dem machten viele im Hotel “Visite”. Der Restaurant “Direktor” hiess Herr Stegemann, und trieben einen auf der Weinterasse Mucken, dann pirschte man sich an die Pelagonien ran und konnte ins ’Palastbiergartl spucken. Dicht an der Ecke war da ein Papiergeschäft, das “G”ttwald” hiess und Maskenflitter führte, dort kaufte ich mir mal ein Rechenheft, das ich mit ersten Versen schmi — Illustrierte, Auch Liebich hat sich kaum ge-hugo-wandelt. Nur Klara Jaeckel... ach war ich betrübt, das damals die, mit mir nicht angebandelt, als ich sie angereimt “obst” sie mich liebt, Halt: Agnesstrasse weiss ich ganz genau, der Royal Biograph... Ihr wart da kaum geboren, Nun das Konzerthaus, lieber guter Bau, in dem ich soviel Glück erfuhr, und dohrn-. ich spreche von dem schmalen, kahlen Saal bevor ihn “Polzig — Pfeffer — Pringsheim” aufgefrischt, wie hat das Bogenlicht doch allemal in jeder Tonart passend mitgezischt. Ein lieblicherer Krach war nur das Stimmen, Vorfreude und Erwartung stellt sich ein, ein Händedruck mit Behr vorm Pult erklimmen Der Usher ushert noch die Aschern rein, und vorn die Glücksmann mit d. mageren Wirscht, nur ihre Schwiegertochter schwamm in Fett und wetten die Konditorei hiess “Kirscht” Kirsch-Kuchen ohne Tee war nicht komplett, das Freundehaus, und noch wie heute weiss ich, im Garten Minni Bial und Groeutet das Telephon, nicht war? fünf — sechs — und — dreissig der würdige Nietzschke stets im Samtjackett die Fama ging, mein schneidiger Onkel Sever, ritt einst als Artillerist die Treppe rauf, na-anyway — ich muss schon sagen... clever, obwohl normaler ist dass ich sie lauf. Nun aber ändert sich das Gleis der Strassenbahn. was ist denn das — an den metallnen Strängen schweb ich allein durch Traum, Raum, Zeit im Wahn, ein Bild sucht das andere zu verdrängen, ob es bei Frank noch Sommerpampe giebt? So hiess ein “Kitter”, der am Graben wohnte, und Quark beim “Käse-Boehm” war so beliebt, ob sich Schmidts “Riesenwellenbad” noch lohnt??? Im Hallenbad freilich wirkte Herr W’elzel und hilflos an der Angel liegt man flach, am Kindelmarkt da gab es Schwefelhölzel und um die Fiedler manchen Bühnenkrach Kontrolleur der “zwei” sah aus wie Josef Kainz, den scharf gespitzten Bleistift hinterm Ohr, der Leiter des Verkehrs Vereins Herr “Hailama” erhebt ihn empor. Hundeck und Appelt, Brandt, Perini, Baisers bei Wende schmeckten auch Wilhelmi, Trostorff und... Cerinl Reindel und Horschler, “Schall und Rauch” Bielschowsky... und Schuhmehr... Plumensohn.. von Zeppler stammt die erste Büchertasche, das Antiquariat von Jakobsohn, die Fischfrau Friede: Friede ihrer Asche, prankt das Familienbild vom “Grossen Los” bei Arndt gleich neben Malsky noch im Fenster? ach, die Erscheinung war so gross. Seh ich am Tauentzienplatz Gespenster.»? Verschollenes und Verklungenes fällt mir ein, an jeder Kurve... jeder Strassenecke das war einst meine Welt, sie war so klein und doch so gross — wie ich erst heut entdeckte, doch plötzlich gingt; mir wahrhaft durch den Sinn, es waren Strassen, doch die Menschen fehlten, wo kamen all die lieben Freund hin, die mir dies Stadtbild färbten und belebten??? Erwachend weiss ich wieder, das Geschick liess noch NIE dagewesenes mit uns geschehen, und “Dort” wo der Neudorfstrassenknick werd ich in... Wrozlaw keineswegs mehr stehen. 1000 Jahre Breslau Im Verlag Josef Gotthard Bleschke, Darmstadt, ist das Buch von Dr. Walter Goldstein, Jerusalem, erschienen. Es enthält 425 Seiten und 75 Illustrationen und zeugt von einem tiefen Wissen, einem historischen Denken und einer grossen Liebe zu dem einstigen Breslau. Er versteht wissenschaftlich in besonders erzählerischer Form dem Leser das Werden und Wachsen der Stadt volkstümlich zu schildern. Wir freuen uns, dass die Frucht seiner jahrelangen Arbeit von Erfolg gekrönt wurde. Der Preis des Buches ist: DM 29.80 und kann entweder bei dem Herausgeber, Herrn Dr. Walter B. Goldstein, Jerusalem, Beth Hakerem, Bialikstr. 18, oder in dem oben gennannten Verlag: 6100, Darmstadt, Sandstr. 38. Postfach 225, bezogen werden. Wir würden uns freuen, wenn unsere Leser davon Gebrauch machen würden. ★ 1000 Jahre Breslau kostet in Israel 84.— IL Mitglieder unseres Verbandes erhalten eine grosse Ermässigung. AUFRUF Wieder wenden wir uns an Sie Alle, Mitglieder und Freunde und bitten, Material über die Juden Schlesiens und der Provinz Posen, das in Ihrem Besitz sich befindet, uns zukommen zu lassen: Aufsätze, Artikel, Zeitungsausschnitte, Bildmaterial, Privatbriefe etc. Bitte nichts wegzuwerfen. Wir brauchen alle diese Sachen für geschichtliche Studien. Sendungen sind zu richten an den: Verband ehemaliger Breslauer in Israel: Erich Lewin, Ramat Gan, Mazzadastrasse 27, Israel Wir danken Ihnen im voraus für 'Ihre Mühe und werden selbstverständlich das Material dankend bestätigen. ZUR BEACHTUNG Wir bitten unsere Mitglieder und Freunde in Israel und im Ausland Beiträge, Spenden etc. deutlich mit ihrem Namen und Adresse zu versehen, da wir sonst leider die Beiträge nicht bestätigen können und Unannehmlichkeiten entstehen. Wir erhielten letztens des öfteren Summen bezw. Banküberweisungen, Einzahlungen etc. ohne Absender und erschwert uns das unsere Buchfürung. Wir danken Ihnen Allen für Ihre Mühe im Voraus. 9