Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1975
- Issue
- No. 37 (April 1975)
- Date
- 1975-04-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Juden in entfernten Ecken der Welt Von Juden, Uber die wir wenig wissen, erfahren wir durch das Buch: "Jews in remote corners of the world”. (Prentice-Hall-Inc., Engewood Cllffs, N. J.). Ida Cowen, eine amerikanische Jüdin hat einen Bericht über ihre Reise zu jüdischen Gemeinden im Pazifischen Ozean bis zum Bosperus begeben. Sie liegen abseits der üblichen Reiseroute. Wohl werden Statistiken über sie veröffentlicht. Aber die Ziffern erhalten Farbe und Leben durch ihre Erzählungen über die Begegnung mit diesen Juden. Auch Liebhaber von Reisebeschreibungen kommen auf ihre Kosten. Denn trotz ihrem Interesse am Leben und der Lage der Juden versäumt die Verfasserin nicht, die Landschaft zu schildern, wie die Farbenharmonie des blauen Flugzeugterminalgebäudes mit der nahegelegenen gleichfarbigen Moschee in Ispahan oder den aus Gold gehämmerten Pfauenthron des persischen Schahs oder den Anblick von Istambul mit seinen zahllosen Moscheekuppeln, Türmen und Obelisken. Die Reise führt sie von Amerika westwärts zunächst nach Neuseeland und Australien. Es ist bekannt, dass Jüdischer Unternehmungsgeist zur Erschliessung der Kolonien beigetragen hat. Aber wer weiss, dass ein jüdischer Bürgermeister von Auckland den Markttag von Samstag auf Freitag verlegt hat? Verwandte von Sir Moses Montefiore Hessen sich sowohl in Neuseeland, als auch in Australien nieder. Sir Julius Vogel aus London baute die erste Eisenbahn in Neuseeland und schuf die regelmässige Postverbindung mit dem Mutterland. Rabbiner, die in Russland geboren und in England ausgebildet wurden, leiten die Gemeinden. In der Hitlerzeit ermöglichten neuseeländische und australische Juden durch Stellung von Affidavits die Einwanderung der Verfolgten. Seit der Herrschaft von Nasser wanderten auch viele Juden aus Aegypten ein. Die Gemeinden unterhalten mehrere jüdische Vereine, hebräische Klassen und sammeln grosse Beträge für Israel. In Indien leben die aus Irak und Syrien stammenden Juden und die einheimischen Bne Israel, die eine dunklere Hautfarbe haben. Die Familie Sassoun, die die Rothschilds des Ostens genannt werden, wanderten am Anfang des 19. Jahrhunderts aus Bagdad nach Bombay ein und zogen viele Familien nach. Wie Zweige der Rothschilds sich in verschiedenen europäischen Ländern festsetzten so wanderten Zweige der Sassouns nach Hongkong und London weiter. Die Familie zeichnet sich nicht nur durch grosse Wirtschaftsunternehmen und Wohltätigkeit aus, sondern auch durch bedeutende Rabbiner und Gelehrte. Von dem Reichtum der sephardischen Gemeinden erhalten wir ein Bild, wenn wir hören, dass die Synagoge in Kalkutta fünfzig in Silber gefasste Thorarollen besitzt. Die Scheidung der sephardischen Oberschicht von den einheimischen Bne-Israel ging unter dem Einfluss des indischen Kastensystems so weit, dass sie nicht miteinander verkehren. Erst um “Jerusalems willen” näherten sie sich. Heute lernen Angehörige beider Gruppen gemeinsam in hebräischen Klassen, die die Jewish Agency eingerichtet hat. Nach der Legende sollen die Bne-Israel in der Zeit der seleukidischen Verfolgungen nach Cochin an die südwestliche Küste von Indien geflüchtet sein. Für die Legende spricht, dass sie das Chanukkafest, das nach dem Sieg der Makkabäer über die Seleukiden eingeführt wurde, nicht kennen, obwohl sie die anderen Feste und Gebote halten. Die Bne Israel eröffneten Schiffahrtslinien nach Kalkutta, Burma, Singapore und Shanghai und Hessen sich dort nieder. Auch stellten sie Soldaten und Beamte für die East Indian Company, später für das englisches MiUtär und wurden Aerzte und Juristen. Die Einwanderung nach Israel ist bedeutend. Von Indien aus gingen Juden nach Burma. Ihre wirtschaftliche Existenz wurde als Burma selbstständig wurde durch die Nationalisierung der Wirtschaft untergraben. Sie wanderten aus, meist nach Israel. In Singapore und Hongkong spielen die Juden auch heute eine bedeutende RoUe in der Wirtschaft. Neben den Sassouns sind die Familien der Kadouries durch ihre Wohltätigkeit bekannt. Es sei nur daran erinnert, dass von ihnen die Landwirtschaftsschule am Berg Tabor gestiftet wurde. Dagegen ist die Lage der Juden im mohammedanischen Afghanistan gedrückt. Das zeigt sich schon daran, dass die Synagogen äusserlich nicht kenntlich sind. Noch mehr litten die Juden in Persien unter dem Klerus der fanatischen Schuten. Im 16. Jahrhundert wurden Synagogen zerstört und ganze Gemeinden gezwungen, zum Islam überzutreten. Nach dem Reisebericht eines christlichen Missionärs aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sind die Seidenkaufleute des Bazars von Ispahan zwangsweise zum Islam bekehrte Juden. Moses Montefiore und Adolphe Cremieux, der Gründer der Alliance Israölite, setzten sich für sie ein. Aber erst 1925 als Reza Pahlewi, der Vater des jetzigen Schahs die Regierung ergriff und die Macht der Geistlichkeit brach, besserte sich die Lage der Juden. Nach dem 2. Weltkrieg gründete der Joint Schulen und Krankenhäuser. Viele Juden aus Persien sind nach Israel gegangen. Ein goldenes Zeitalter erlebten die Juden in der Türkei, die die aus Spanien Vertriebenen aufnahm. Manche Leser, die Sfath (Safed) besucht haben, sahen nicht nur die vielen sephardischen Synagogen aus dem 16. Jahrhundert, als die Mystik blühte und Rabbi Joseph Caro den Schulchan Aruch verfasste, sondern hörten auch v. der Stoffmanufactur, die d. Juden aus Spanien mitbrachten, während sie dort verfiel. Die Verfasserin gibt den Ausspruch des damaligen Sultan Bayazid wieder: “Wie kann Ferdinand (v. Spanien) ein weiser Kö- E i n t a p f e Herr Dr. RUDOLF DANIEL, Haifa, (Israel) Hanassi Ave. 133, stellt uns folgendes zur Verfügung, wofür wir ihm auf diesem Wege allerbestens danken. Es ist ein Buch erschienen von Julie Braun-Vogelstein, “Was niemals stirbt” Gestalten und Erinnerungen, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, 1966, VeröffentHchung des Leo Baeck-Instituts. Im Abschnitt des Buches auf Seite 387/388 lesen wir über Gemeinde-Rabbiner Dr. Hermann Vogelstein aus Breslau: Mein Bruder Hermann woUte als Rabbiner bei seiner Breslauer Gemeinde ausharren mit ihr sich auch “verschicken” lassen, wie der verlogene Ausdruck lautete. Er war schon mehrmals ins “Braune Haus” gegangen, um jemandem zu helfen, einmal mit dem Anspruch als Seelsorger, die jüdischen Gefangenen im Konzentrationslager zu besuchen. “Wir können Sie ja gleich dort behalten”, drohte der Oberstandartenführer. “Wenigstens wären die Häftlinge dann nicht ohne Beistand”, erwiderte Herrman. Er bekam Zutritt. Man führte ihn in einen engen Raum, wo nur ein Tisch, kein Stuhl war. Stämmige Kerle trieben eine Schar abgezehrter Menschen ins Zimmer, setzten sich auf den Tisch, schlenkerten mit den Beinen und gröhlten unflätige Lieder, während Hermann mit den Gefangenen sprach. Ihn packte die Wut. “Unverschämte Lümmel” schrie er die Kerle an, “Schluss mit eurem Gebrüll, oder — raus“. Und er wies ihnig genannt werden, wenn er sein Land arm macht? Juden stellten auch bei der Belagerung von Wien moderne Feuerwaffen her. Die erste jüdische Druckerfamilie Soncino verlegte ihre Druckerei in die Türkei. Der Zusammenbruch der Sabbathianischen Bewegung war verhängnisvoU für die Juden in der Türkei u. hat zum Niedergang geführt. Ein Lichtpunkt war Adrianopel, wo in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg ein Gelehrter von Rang, Abraham Danon, ein Rabbinerseminar gründete, Abhandlungen über Gebräuche und Literatur der türkischen Juden veröffentlichte und Vergil und Victor Hugo ins Hebräische übersetzte. Auch kuriose Geschichten erzählt die Reisende. In Tahiti, der Insel im pazifischen Ozean, sprach sie einen Mann, der stolz war, von einem englischen Rabbiner abzustammen, dessen Sohn Alexander Salomon die Tochter eines einheimischen Fürsten, eines direkten Abkömmlings des “Schöpfergottes” heiratete und bei der Rivalität zwischen Franzosen und Engländern die Insel dem französischen Protektorat untersteUte. Auf den benachbarten Fidji Inseln wurde sie zu einer Familie eingeladen, die vom Judentum nur Mazzeknödel und die Melodie des Adon Olam, aber nicht mehr den Text kannte. In Japan traf sie auf eine Sekte, die als AbkömmUnge der 10 Stämme Israel gelten. Ihr Tempel heisst “Zelt Davids”. Der Gründer ihrer Sekte ist in einem Kästchen schwimmend gefunden worden Auch in Burma führt sich ein Stamm, der eine hellere Hautfarbe hat, die Karens, auf die 10 Stämme Israel zurück. Sie kennen die Geschichte von der verbotenen Frucht, der Völkertrennung, der grossen Flut und nennen ihren Gott Y’wa. Der Reisebericht bringt uns die fernen Juden am pazifischen und indischen Ozean nahe. Sie spielten in den kolonialen oder feudalistischen Ländern eine ähnHche Rolle wie die Juden des europäischen Kontinents im Übergang von der feudalistischen in die kapitalistische Epoche. Heute jedoch sind die meisten einst blühenden Gemeinden im Niedergang und finden einen geistigen Rückhalt an der Verbindung mit Israel. ANNI LOEWENSTEIN (Priebatsch) Ramat-Chen. rer Mann nen die Tür. Die Kerle gehorchten. Dies geschah in der Frühzeit des Nazi-Terrors. Es beweisst nur Hermanns Unerschrockenheit, nichts sonst. Ihm hätte es entsprochen, das Los der anderen zu teilen. Aber seine Frau weigerte sich, ohne ihn zu den Kindern nach Amerika zu gehen und er gab nach. j 6ßr j I Willst du gute Speisen speisen, | b lasse dich zu TCHELET weisen. | J Ob es Chuppe oder Briss, 1 | Eine Sache ist gewiss: I I Waller weiss auf alle FäUe, jj k wie er dich zufrieden steUe. J 0 Glaub mir, wenn ich dir erkläre, — I 1 Dort das Fest hat Athmosphäre! | j *TCHELET" | h TEL-AVIV, SHEINKINSTR. 59. | 2 TEL. 220545 1 » mm mm mm mm mm amt mm mm am ar mm m 8