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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1974-09-01 · No. 36 (September 1974) · p. Seite 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1974
Issue
No. 36 (September 1974)
Date
1974-09-01
Page
Seite 19 (sequence 2147)
Language
German
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Ruth Landsberg zum Gedenken I Ich denke oft an sie zurück, Ruth Landsberg, meine geliebte Lehrerin in der Breslauer Rhedigerschule, die mich nicht nur lesen und schreiben gelehrt hatte sondern auch fühlen und sehen. Ganz besonders aber steigt ihr Bild immer beim Nahen der Herbstfeiertage vor mir auf wenn ich einen vergilbten mit steifen gotischen Buchstaben beschriebenen Glückwunschbogen zur Hand nehme wie wir Kinder ihn den Eltern zum Roschhaschanahfest unter das Challadeckchen zu legen pflegten. Dieser Bogen, welcher das Datum des damals bevorstehenden Jahres 5688 trägt enthält ein von Ruth Landsberg zu diesem Zwecke verfasstes Gedicht. Es gehörte ja zu ihren besonderen Fähigkeiten jeden sich bietenden Anlass zu einer kleinen Feier zu gestalten und immer einige passende Verse dazu zu verfassen, von denen mir einige auch heute noch im Gedächtnis geblieben sind. Das Roschhaschanagedicht aber möchte ich heute all denen zur Kenntnis bringen in deren Herzen es liebe Erinnerungen an ihre Persönlichkeit erwecken dürfte. Ruth Landsberg die Lehrerin mit dem warmen Herzen kam in einem der Vernichtungsläger um aber wer sie kannte wird sie wohl niemals vergessen. Lotte Suraski-Jereslaw * Kiriat Bialik, Sajitstr. 14 Schon wieder zieht der Herbst ins Land da malt des grössten Künstlers Hand so golden schön die Erde und trägt der Wind die Blätter fort spricht G”tt sein grosses Schöpferwort zum Neuen Jahr: “Es werde!” Und seht: Es wird! Zur Erntezeit! Wenn schwer von Früchten weit und breit die Aeste all sich neigen. Doch mancher sieht die Früchte kaum und all die Pracht an jedem Baum - sieht nur den Blätterreigen und fürchtet sich vorm Winter so und wird des Lebens nimmer froh, Herbst — heisst ihm nur — vergehen. Doch liebe Eltern fürchtet nichts! Seht frohen, leuchtenden Gesichts mich Euer Kind hier stehen. Wenn auch im Herbst das Jahr beginnt im Frühling steht doch Euer Kind und will Euch heute sagen: Ihr pflanzet in mich gute' Saat und jede kleinste Liebestat soll reiche Früchte tragen. Das will ich Euch versprechen nun es soll mein Eifer niemals ruhn Euch immer zu erfreuen Gibt G”tt mir nur dazu die Kraft will ich es sein, der Glück Euch schafft im Jahr das kommt, im neuen! Wir betrauern das Ableben von meinem geliebten Mann, unserem treuergebenen Vater, Grossvater, Bruder, Onkel und Schwager MONDY BETTER Resi Better geb. Freund Familie Naomi u. Allen Gelb Evelyn Isaacson Familie Max Claude Better u. Alice Familie Emst Freund Familie Edward Morrison New York, n.Y. WIR KONDOLIEREN: Frau JENNY TICHAUER geb. Preis und ihren Kindern (Kirjat Chaim bei Haifa, Daganiastr. 69a) zum Ableben ihres Gatten und Vaters, OTTO TI- CHAUER, dem besonders feinen und beliebten Menschen, dessen Reelität und Freundlichkeit allseits geschätzt winde. Am 30ten Tage (Jom Schloschim) sprach der Sekretär unseres Verbandes an seinem Grabe ehrende Worte zu seinem Gedenken. Den Angehörigen von Frau Bertel Fromm geb. Marx zum Hinscheiden dieser ausserordentlichen Persönlichkeit. Ihre Schönheit verbunden mit einem guten und freundlichen Charakter war im Stadtbild von Tel Aviv bekannt und beliebt. Sie war jahrelang in der Redaktion der deutschsprachigen Presse “Jedioth Chadaschoth” tätig. Frau HANNA BAER - SIMONSOHN geb. Levy, Jerusalem, Keren Kajemeth 8, zum Ableben ihres Gatten Dr. Jitzchak Baer, dem bekannten und beliebten Zahnarzt aus Halberstadt, der durch seine aufrichtige Frömmigkeit und seinem grossen Wissen überall geehrt wurde. Den Familien Rabb. Dr. Grünewald, Milburn (USA), den Familien Rau und Horovitz zum Ableben der Gattin, Schwester und Anverwandten, Frau HEDE GRÜNEWALD geb. HOROVITZ. Sie war die Gattin des bekannten Rabb. Dr. Max Grünewald, der in der jüdischen Welt ein Begriff ist. Sie war die Tochter d. am Breslauer Rabbiner- Seminars gelehrten Dozenten Rabb. Dr. Horovitz dessen umfassendes Wissen allseits anerkannt wurde. Frau LOTTE WIMMER, 4721, 41th Street, Long-Island City, N.Y. 11104, USA, zum Ableben ihres Gatten, Erwin Wimmer. Den Angehörigen von Frau LISBETH LEVY geb. Naphtali, zum Ableben dieser auserordentlich beliebten Verwandten. Wir haben ihr in Nr. 34 unseres Blattes zu ihrem 90ten Geburtstag gratuliert und ihre Persönlichkeit szt. gewürdigt. JUDITH PERITZ sei. And. Eine eifrige Lesserin und Mitarbeiterin unseres Verbandsblattes ist nach kurzer Krankheit in hohem Alter verschieden. Als Tochter des weit über seine Gemeinde Liegnitz bekannten Rabbiners, Dr. Moritz Peritz (Siehe Nr. 30 unseres Blattes vom September 1970), der als grosser Wissenschaftler, insbesondere in der arabischen Sprache und Kultur zu Hause war, ist sie in einer Atmosphäre von Toleranz und Nächstenliebe erzogen worden. Judith Peritz war vielseitig begabt. Musikalisch, schriftstellerisch und dichterisch hat sie in den Logen, in der Presse auch unseres Blattes viel zu geben verstanden. Sie übersetzte viele Gedichte hebräischer Dichter ins Deutsche. Ihre Ergüsse zeigten Schöpfungen besonderer Art. Sie verstand es gerade die Schönheiten unseres Landes in ihren Gedichten plastisch zum Ausdruck zu bringen. Im Beth Jolles in Haifa (dem holländischen Altersheim) verstand sie durch Vorlesungen an Freitag-Abenden den Hörern die Schönheit des Schabbat näherzubringen. Ihre Art, anderen beizustehen und zu helfen war ohne jedes Aufsehen selbstverständlich. Judith Peritz wird den Heimbewohnern, ihrer Cousine Frau Gerda Matzdorff, sowie uns Breslauern in gutem Gedächtnis bleiben. NATHAN HEIMANN sei. And. Unser Verband hat durch das Hinscheiden unseres Vorstandsmitgliedes Nathan Heimann, der kurz vor seinem 90ten Geburtstag, nach kurzem, aber schweren Leiden verschieden ist, einen schweren Verlust erlitten. Nach Absolvierung der techn. Hochschule in Berlin war er ein bekannter Baumeister und Architekt. Sein Vater war der Mitinhaber der bekannten Firma “Heimann & Seidenberg”, Breslau. Im 1. Weltkrieg war er Offizier im 66. Artillerie-Regiment und erschien auf der Totenliste. Nach der russ. Revolution kam er zu den schweren Kämpfen an der Somme. Seine Gattin Lotte Heimann geb. Stern war die Tochter des bekannten Maschinen u. Pumpenfabrikbesitzers, Breslau. Als Regierungsbaumeister hat er ganze Häuserblocks im Süden d. Stadt Breslau, gebaut, die von grosser Sachkenntnis zeugen. In Israel baute er das bekannte Sanatorium Bodenheimer ln Haifa und viele andere grosse Fabriken. In Zeiten der Arbeitslosigkeit verdiente er sich sein kärgliches Brot als Geiger im Orchester der Oper in Tel-Aviv. 1948 half er in der Hagana als Freiwilliger Experte für Camuflage. 1949 wurde er von der Regierung angestellt und hat durch seine grosse Sachkenntnis in d. Baugesellschaft Dijur Laoleh bis zu seiner Pensionierung, gearbeitet. Man holte ihn zurück und er arbeitete noch am Reissbrett mit 89 Jahren. Seine menschlichen Charakterzüge waren: Ehrlichkeit, Pflichttreue und Sauberkeit. Wir Breslauer haben im Vorstand seinen klugen Rat und seine feine Stellungnahme hochgeschätzt. Unser Mitgefühl gilt seinen beiden Töchtern, sowie seinem Sohn und deren Familien. Nathan Heimann bleibt für uns Wegweiser in unserer Arbeit. REGINA PAGEL sei. And. Eine ausserordentlich begabte, tiefreligiöse Frau, die Gattin unseres unvergesslichen Jitzchak Pagel, dessen jüdisches Haus in Kempen, Prov. Posen, sowie in Beuthen O/S, ein Zentrum des Lernens und des Zionismus war, ist im hohen Alter heimgegangen. Ihre Tätigkeit in der Loge, im Misrachi und in vielen anderen Gremien, ihre Liebe zur Musik und zum Gesang bleiben unvergesslich. Niemeis klagte sie, eine Selbstbeherrschung, die weit über dem Mass des Gewöhnlichen war, überwand die schweren Leiden ihres Alters. Geehrt und geliebt von Kindern, Enkeln, Freunden und Bekannten, so bleibt sie uns unvergessen. LUISE GRZEBINASCH sei. And. Nach schwerer Krankheit ist die von uns allen verehrte und geachtete Luise Grzebinasch geb. Gabriel heimgegangen. Ihr Elternhaus in Posen war geachtet und beliebt. Ihr Gatte, RA Dr. Benno Grzebir.asch, hat in der Breslauer Gemeinde, sowie im Vorstand des jüd. Schulvereins, Grosses geleistet. Das Haus Dr. G. war in Breslau und auch in Tel- Aviv eine Stätte jüdischen Lebens, wo sich jeder tvohlfühlte und seine Gedanken austauschen konnte. Auch in Tel-Aviv war Dr. G. in verschiedenen Sparten des jüdischen Lebens führend tätig. Die Heimgegangene war v. vornehmer Art, ihre Worte waren gezählt und klug. Ihre beiden Söhne waren im Befreiungskrieg 1948 in führenden Positionen unserer Armee. Auch in den verschiedensten Gesandtschaften, die Israel in der Welt unterhält, waren und sind sie auch heute noch tätig. Luise Gr. das Vorbild einer vornehmen und edlen Frau, wird uns alten Breslauern Wegweiser für unser Leben sein. 19

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