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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1974-09-01 · No. 36 (September 1974) · p. Seite 11

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1974
Issue
No. 36 (September 1974)
Date
1974-09-01
Page
Seite 11 (sequence 2139)
Language
German
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Pie Ehrung unserer Gefallenen im Jom Kippurkrieg Ein Jahr ist vergangen, seit dem wir an dem heiligsten unserer Tage am Jom-Kippur, inmitten andächtigen Gebetes von unseren Feinden hinterrücks angegriffen wurden. In tiefer Trauer verbinden wir uns mit all den Familien, die ihre Rieben für unser Land zum Opfer brachten. Jeder Soldat ist in Israel geschätzt und geehrt. Wer, wie wir, in den letzten Tagen an den vielen Beisetzungen der gefallenen Soldaten teilgenommen hat, die u.a. aus alten Breslauer Familien stammen, ist tief gerührt von der Würde, der Pünktlichkeit, der Tapferkeit der Hinterbliebenen, Es fehlen uns Worte der Schilderung einer solchen Beisetzung. Wer uns Juden Feigheit, Furcht und Schwäche vorgeworfen hat, der hat uns absichtlich in der Welt verleumdet. In dem Moment, wo jüdische Menschen ein junges Leben der Erde zur letzten Ruhe übergaben, fühlte man, dass dieses Volk trotz der Schwere und der Opfer, überleben wird. Eine Zähigkeit und eine Hartnäckegkeit, die diesem Volke seit Jahrtausenden eigen ist, gibt uns die Kraft, weiter zu bestehen. Wir sind stolz auf unsere Soldaten, die mit einer eisernen Disziplin erzogen, ein jeder seinen Mann stellt. Wir wünschen dass diese Rüstung zur Sicherung eines friedvollen Jahres vorbereitet ist. INTERVIEW IM HOTEL PLAZA IN TEL-AVIV MIT DEN VERTRETERN DES “ZENTRALRATES DER JUDEN IN DEUTSCHLAND” Vor einiger Zeit fand in Tel-Aviv eine Zusammenkunft mit dem Präsidenten des Centralrats der Juden in Deutschland, Herrn Werner Nachmann, Karlsruhe, sowie mit dem Generalsekretär Alexander Ginsburg, statt. Seitens der “CENTRA” waren vertreten: Der Präsident der CENTRA Dr. Joseph Kaufmann (früher Köln), Erich Lewin (früher Breslau), die Herren Dr. Max Flesch, sowie Erwin Looser vom Verband ehemaliger Berliner und Heinz Orgler (von der “Begegnung”). Die Aussprache fand in freundschaftlicher Atmosphäre statt und es ist zu begrüssen, dass die Herren vom “Centralrat” grosses Verständnis für unsere Arbeit an den Tag legten. Es sind bei dieser Zusammenkunft reale Dinge besprochen worden, von denen wir hoffen, dass sie ein enges Zusammenarbeiten ermöglichen werden. OBERSCHLESISCHE ECKE Der Verband ehemaliger Oberschlesier in Israel arbeitet in Kultur-Veranstaltungen gemeinsam mit dem Irgun Jozei Breslau zusammen. So haben wir neben unserer Arbeit im Rahmen der “CENTRA” in den letzten Monaten 2 gut besuchte Veranstaltungen gehabt. 1. Herr Fritz Lewinson sprach in ausserordentlicher fesselnder Weise über “Israel und die Bundes-Republik 1974”. 2. Der Meisterspion Wolfgang Lotz vor vollbesetztem Saal über: “Mein Auftrag in Aegypten”. Wir benützen die Gelegenheit unseren Mitgliedern Rudi Neumann, früher Buethen O/S zum 65.ten Geburtstag zu gratulieren (12. August 1974). Am 15. September 1974 feiert unser Gründugs- Mitglied, Alfred Schöngut, früher Kattowitz O/S, seinen 70ten Geburtstag. Am 19. November 1974 wird Salo Karliner, früher Kattowitz O/S, s.G.w. 65 Jahre. Allen Vorgenannten von Herzen Masal-Tov! Soll man sich im Alter aus der Berufsarbeit zurückziehen und wann \ Diese Fragen werden in unserer Gegenwart oft gestellt und von Soziologen und Gerontologen auf verschiedenen Wegen beantwortet. Interessant ist, dass das Problem nicht so neu ist, wie es uns erscheinen mag, und in der Tat kann man Antworten schon bei den Thora-Kommentatoren des Mittelalters finden. Sowohl Jizchak Abarbanel (1437—1508), als auch Moses Alshekh (lebte im 16. Jahrhundert, genaue Daten nicht bekannt) behandeln diese Fragen im Zusammenhang mit d. biblischen-Geboten des Sh’mita u. Jowel-Jahres, das erstere jedes 7., das letztere jedes 50 Jahr, mit den allgemein bekannten Vorschriften über Schuldenerlass, Einstellung der Bodenbearbeitung und Rückkehr auf aus Notwendigkeit verkauften Boden. Rabbi Jizhak Magrisso, einer der grossen Gelehrten der sefardischen Gemeinde in Konstantinopel des 17. Jahrhunderts, fasst in seinem ursprünglich in Ladino abgefassten, neuerdings ins Hebräische übersetzten Kommentar zum Buche Wajikra (Leviticus), Parshat B’har, diese Ansichten wie folgt zusammen: “Sh’mitta und Jowel sollen dem Menschen zeigen, wie er sich führen soll, denn die sieben Jahre der Sch’mitta-Periode symbolisieren 70 Lebensjahre. So wie der Jude nach dem Gebote der Thora 6 Jahre säet und erntet und im siebenten sich der Bodenarbeit enthält, so mag er sich in 60 Jahren seines Lebens der tätigen Arbeit widmen, aber danach, möge er seine Geschäfte verlassen und sich nicht weiter den Dingen des aktiven Lebens widmen, sondern an die künftige Welt denken und Mizwoth und gute Taten üben, denn dorthin werden ihn die irdischen Güter nicht begleiten, sondern nur das Gute das er anderen getan hat... Auch das Jowel-Gebot weist in dieser Richtung. Die ersten 10 Jahre, der Kindheit, rechnen dabei nicht mit, aber von da in den weiteren 50 Jahren seines Lebens muss man sich mit der Berufsarbeit abgeben, bis man mit Ende des 60. Jahres in die Jowel-Periode eintritt. Dann soll man sich befreit fühlen von den täglichen Sorgen, wie das Jowel-Gebot die Freiheit proklamiert, und sich darauf vorbereiten, zum Ursprung des Seins zurückzukehren (“Veshavtem Ish el Achuzato”) u. die weiteren Jahre, die ihm vergönnt sind, soll der Jude dem Thoralernen und der Übung der Mizwoth widmen...” Wir sehen/ dass der uns modern erscheinende Gedanke von dem Sich-zurückziehen aus dem tätigen Berufsleben in den 60—70 Jahren des Lebens, nicht so “modern” ist — aber die in d. genannten Quellen damit verbundene Verpflichtung des sinnvollen Gestaltens des Alters sollte auch von uns beherzigt werden! Mitgeteil von Mordechai NOY, Ramat-Chen AUS LESERBRIEFEN Es war eine besondere Freude für mich, wieder Ihre Verbandszeitung zu bekommen, die ich schon sehr vermisst habe. Ich erwiedere Ihre Grüsse, aufs herzlichste, wünsche allen Mitgliedern alles Gute für 5735 und kann Ihnen versichern, dass das Mitteilungsblatt jeweils alte Erinnerungen au meine Vaterstadt wachruft und dass ich es nicht missen möchte. Mit vollem Herzen danke ich Ihnen für Ihren lb. Brief vom 24. Juli und der Photografie meines Grossvaters, Rabb. Dr. Ferdinand Rosenthal sA. Sie wissen wirklich nicht, was für eine Freude dies für mich war und ich danke Ihnen sehr, sehr herzlich. Bitte danken Sie doch auch Frau JACH¬ MANN vielmals in meinem Namen. Letztes Jahr war mein Mann u. ich in Israel. Wir hoffen sehr bald wieder zu kommen und werden uns bei Ihnen melden. So wenige sind von der einst so grossen Familie Rosenthal übrig geblieben, dass jedes Verbindungszeichen so viel Wert hat. Ehe wir im Altersheim ab 1. April eine sehr hohe Gebühr bezahlen müssen, liegt es mir am Herzen, Ihnen eben noch einen Betrag für Linderung von Kriegsnöten zu übersenden. (Eingesandt mit der Bitte ohne Namensnennung von einer Nichtjüdin aus Deutschland). Es war herrlich nach so langer Zeit wieder von Ihnen mit der Zeitung bedacht zu werden. Wie viel Schweres und Welterschütterndes liegt dazwischen? Wir haben doch die Erinnerungen an das Schöne behalten. Das Lesen Ihrer Zeitung gehört zu den schönsten Stunden meines Lebens. Ich lese mit grossem Interesse die April 1974 Ausgabe der Mitteilungen des Verbandes ehemaliger Breslauer, danke Ihnen wieder für die liebevolle Arbeit, die Sie und Ihre Mitarbeiter geleistet haben. (Universitäts-Professor eines der bekannten Universitäten Amerikas). Anne und ich lesen die Zeitung immer mit grossem Interesse. Wir hoffen in der nicht zu entfernten Zukunft nach Israel auf Besuch zu kommen und dann hoffentlich mal in Verbindung zu treten. (Amerika). Ich freue mich immer über die Zusendung der Zeitung. In der Hoffnung auf ein friedliches neues Jahr begrüsse ich Sie mit einem herzlichen Schalom. (West Germany). ABSCHIEDS-ABEND DES LEGATIONSRATES DER DEUTSCHEN BOTSCHAFT Dr. HOFFMANN-LOSS IN SEINEM HAUSE IN HERZLIA - PITUACH Nach jahrelanger erfolgreicher Tätigkeit verlässt Legationsrat Dr. Hoffmann-Loss mit seiner Gattin Israel um einen Posten in Pakistan anzutreten. Aus diesem Anlass erschienen zum Abschied in seinem Garten Vertreter verschiedenster Gremien und bekannte Persönlichkeiten, vor allem des mittel-europäischen Kreises. Die CENT¬ RA war ebenfalls vertreten und alle, die herzliche Worte des Abschiedes sagten, betonten die aussergewöhnliche, freundschaftliche Verbindung mit diesem Mann. Insbesondere wurde immer wieder seine zwanglose Arbeit ohne jede Etikette gerühmt. Der Botschafter Jesco von Puttkammer war ebenfalls zugegen. Wir wünschen Herrn Legationsrat Dr. Hoffmann-Loss und seiner Gattin, die in gewissem Rahmen bereits Iwrit gelernt haben, in ihrem neuen Wirkungskreis viel Erfolg und sind überzeugt, dass sie Israel nicht vergessen werden. Herzliche Glückwünsche unseremVorstandsmitglied ZWI GETZ und Frau anlässlich der Vermählung seines Sohnes Schlomo Verband ehemaliger Oberschlesier 11

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