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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1974-04-01 · No. 35 (April 1974) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1974
Issue
No. 35 (April 1974)
Date
1974-04-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Sonder-Abdruck aus „Dem Breslauer Jüd. Gemeindeblatt11 Am 17. Tammus (17.Juli) d. J. sind einhundertfünfzig Jahre verflossen, seitdem Mordechaj Sklower, der Mitgebründer der nach ihm benannten, noch heute bestehenden Synagoge, die Augen zum ewigen Schlummer geschlossen hat. Sein Lebenswerk zählte zu “den mit der Geschichte der Gemeinde eng verknüpften.” Sklower, auch Marcus Israel genannt, aus Sklow am Dnjepr im östlichen Litauen, war 1716 geboren. Die bedeutende und schicksalsreiche Heimatgemeinde zeichnete sich durch einen hohen Grad jüdischer Kultur aus, besass bereits im achtzehnten Jahrhundert eine berühmte hebräische Druckerei, die etwa vier Jahrzehnte ' ununterbrochen starke Bildungs-und Wissenselemente verbreitete, sowie mannigfache charitative, Institute ur.d hatte bekannte Gelehrte aber auch eine weitgreifende kommerzielle Tätigkeit aufzuweisen. Der Vater Sklowers R. Israel Isserl, Sohn des Abraham Mari, bekleidete um 1747 bis 1763 das bedeutende Rabbinat in Pinsk in Litauen und spielte auf der Litauischen Landessynode eine massgebende Rolle. Diese Erziehungsmomente wurden für den Sohn richtunggebend. 1758 wurde er zum litauischen Schames von der schlesischen Kriegs- und Domänenkammer ernannt. Als solcher hatte er den in Breslau Handel treibenden litauischen Juden, “den reichsten und bedeutendsten unter den in Breslau Handelsbeziehungen unterhaltenden” als Vermittler, Berater u. Sachwalter zur Seite zu stehen. Bereits vor her gehörte er selbstverständlich zu den “Tolerierten”. Am 2. April 1763 baten die litauischen “anhier negotierenden” Juden um die Verstattung einer Betstube, weil ihre Ceremonien von denen anderer polnischer Juden verschieden seien, und sie doch dieser Gnade ebenso würdig seien wie andere polnische Juden. Am 12. April schickte die Kammer das Gesuch an das Judenamt zur Begutachtung, das am 5. Mai folgendes berichtete: Die vernommenen Landrabbiner Frankel und Gemeindevorsteher Abraham Kuh und Lipmann Freund sagen aus: Die Litauer haben sich bisher in allen “Schulen” verteilt, besonders in der Krotoschiner. Nachdem die abgebrannten Gasthöfel, “Fechtschule” und “Goldener Hirschei” wieder aufgebaut, und die Krotoschiner Schul wieder eingerichtet sei, könnten sich die Litauer wieder dorthin halten. Indessen seien die Litauer die bedeutendsten Handelsleute unter den Polen. Ihre Ehrbegierde verlange darum, so wie die anderen eine eigene Betstube zu besitzen. Sie hätten nun dagegen nichts einzuwenden, aber da sie alsdann einen eigenen Schulsänger uni Schuldiener brauchten also zwei “Famulizen” so möchten sie von der Gewährung der Bitte abraten. So wurde am 15. Juli abschlägig be- (Fortsetzung von Seite 1) Wir haben seit Jom Kippur Furchtbares und Grosses erlebt. Wenn wir jemals berechtigt und verpflichtet sind Schechejanu” zu sprechen, so dieses Mal. Im Familienkreise wird die Haggada verlesen. Über die Kontinente hinweg lassen wir lebendig werden, was wir von den Vätern ererbt. Jeder komme und feiere, jeder ist eingeladen Anteil zu nehmen an unserer Rückschau und an unserem Mahl. Aus diesem vorbildlichem Gemeinschaftsakt erwächst die Macht, welche unsere rauhe Welt in eine bessere und schönere zu verwandeln imstande ist. Dieser Väterglaube ist auf uns gekommen u. wir vererben ihn weiterhin an die Kinder und Enkel bis ins fernste Geschlecht: PESSACH LE ATID! Das Erlösungsfest der Zukunft, das allen Menschen gemeinsam sein wird! 7. Jahrgang 1927 Ein Gedentag aus Alt-Breslau, von Dr. Louis Lewin, Rabbiner schieden. Am 26. Dezember 1771 baten sie erneut, die Errichtung der “Juden-Schule in des hiesigen Ober-Schammes Marcus Israls Hause für die Litauer, Neu-Reusser und Podlachischen Juden unter dem Namen einer Litauischen zu concediren.” Am 5. Januar 1772 wurde die Judenkommission zu einem Gutachten hierüber aufgefordert. “Das allerhöchste Reskript” der schlesischen Kammer vom 1. Juni 1772 bewilligte die Errichtung dieser “Litauer Schule”. Den “Canon” von fünfzehn Thalern fürs Jahr bezahlte Sklower und musste hierfür bürgen. Am 16. April 1773 und 24. August 1774 bat er, es hierbei zu belassen, da die Anzahl der litauischen Juden, die zurzeit nach Breslau kamen, gering sei, “durch deren Beytrag kaum die Schul- Kosten bestreitet (so) werden können”. 1776 bezeugen dreizehn litauische Juden aus Tiktin, Rowno und anderen Orten, dass “diese Schule vortrefflich und mit sehr vielen Kosten eingerichtet worden)”. Uberlieferungsgemäss befand sie sich ununterbrochen bis zum heutigen Tage in dem Hofe des Hauses Goldene Radegasse 2 und enthielt im Erdgeschoss ein Lehrhaus (Beth-Hammidrasch), im ersten Stockwerk die Männer — und im zweiten die Frauensynagoge. Sklower war auch Vorsteher der “heiligen Bruderschaft” (Chebra Kadischa) und Unterzeichnete als solcher an zweiter Stelle am 12. Elul 1767 den Anstellungsvertrag mit dem Vereinsarzte Dr. Kisch. In seinem Testament hinterliess er die Verpflichtung, dass die Bruderschaft die Aufsicht über die von ihm gegründete Synagoge übernehme. Der um die sozialen Institutionen der Breslauer jüdischen Gemeinde hochverdiente und gelehrte Bernhard Schweitzer zeichnet gegen Ende seiner Tage folgendes interessante Bild des Lebens und Treibens in der Sklower Schul aus dem letzten Jahrzehnt des achtzehnten und der ersten Hälfte des neuenzehnten Jahrhunderts: “Zu dieser Zeit bestand das Lehrhaus in der Goldenen Radegasse, das begründet und instandgesetzt hatte der gelehrte, fromme, reiche, berühmte R. Mordechai Sklower — das Andenken des Frommen bei gesegnet. Dieses Haus stand jedermann offen, klein und gross, der den Wunsch hatte, die Gotteslehre zu erfassen und zu verherrlichen, zu lernen und zu lehren, zu jeder Zeit, Tag und Nacht, ohne Hindernis, Störung oder Unterbrechung. Viel Geld gab der erwähnte fromme Gelehrte aus eigener Tasche her, um Bibliothek und Lehrhaus zum Nutzen der jüdischen Jugend zu erhalten. In diesem Gotteshause sassen und studierten ohne Unterlass Männer der Lehre, ausgezeichnete Männer ihrer Zeit, von Nah und Fern, Jünglinge unseres Volkes wählten mit Freude den Pfad, den ihre Väter beschritten hatten, auf dass die Lehre in Israel nicht vergessen werde... Auch ich, in zartem Alter damals stehend, verwandelte die Nächte zu Tagen, um die Lehre aus dem Munde der Weisen zu hören, die sich dort sammelten. An den Abenden der Montage und Donnerstage, wenn ich in der zehnten Stunde das Haus meines Lehrers verlies, des vielbewunderten Rabbiners, des heiligen Gottesmannes R, Jesaja Berlin, auch R. Jesaja Pick genannt, wandte ich meine Schritte in das erwähnte Lehrhaus. Dort beschäftigten wir uns die ganze Nacht mit scharfsinnigen Erörterungen, wie es damals üblich war. Auch nach seinem Tode war das Lehrhaus unter der Leitung Samson Sklowers, seines Sohnes) in voller Blüte. Auch er opferte viel aus eigenen Mitteln, damit es den Nahen und Femen weit geöffnet sei, ebenso sein Sohn, der teure und geehrte R. Arje Löb s.A., sowie dessen Sohn der fromme, untadliche gelehrte R. David Sklower. Auch er war bemüht, es in unversehrten Ehren ohne Störung und Unterbrechung zu erhalten, aber infolge der Zeiten Not wurden die Zelte der Lehre in hiesiger Stadt niedergelegt.” David Sklower, Mitbesitzer der berühmten Dyhernfurther Druckerei, verlegte sie 1833 oder kurz danach nach Warschau, wo er noch 1839 wohnte. Jakob, der Bruder Arje Loebs’ “dessen ständiges Streben es war, in, den Zelten der Lehre zu forschen, denn das Forschungshaus war von ehedem sein Erbe”, war der letzte aus der Familie, der an der Stätte seiner Väter bis zu seinem. Tode wirkte. Aus der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts datiert ein zweiter Bericht. Man könnte dessen Verfasser einen Antipoden des ersten nennen, und dennoch spricht er von der Sklower Schul mit grösster Pietät, nennt sie “eine Merkwürdigkeit des damaligen Breslau”, erzählte, dass Jakob als “Reb Jankel Sklower” und Träger der verehrten Überlieferungen den Ehrensitz inne hatte, und feiert in begeisterten Worten die Innigkeit, Ergriffenheit und Inbrunst der Andachten in diesem Gotteshause. Den Ertrag aus den Büchsensammlungen beim Frühgebet am Montag und Donnerstag überwies man 1801/3 der heiligen Bruderschaft. Aus Stiftungen der Familie Sklower ist manches Stück noch in der Gegenwart erhalten. Ein auf Pergament geschriebenes Gebetbuch, dessen Titelblatt mit Darstellungen aus biblischer Geschichte in lebhaften Farben geschmückt ist, stammt aus dem Jahre 1776 und ist eine Schenkung Mordechais. Das aus dem Jahre 1785 stammende Synagogenbuch feiert das Seelengedächtnis der polnischen Märtyrer des Jahres 1648, dasjenige der 1749 bei der Breslauer Pulverexplosion, der Breslauer Rabbiner und sehr vieler Gemeindemitglieder. Ein prächtiger Vorhang am heiligen Schrein weist in Stickerei den siebenarmigen Leuchter, den Altar mit loderndem Feuer und den goldenen Tisch mit den zwölf Schaubroten und dem sie tragendem Gestänge auf, eine Schenkung Samson Sklowers, die breits im' Testaments-Auszuge des Jahres 1779 erwähnt wird. Die alte Büchersammlung des Lehrhauses wird noch benutzt, und alte eigenartig stilisierte Hängeleuchter sind noch vorhanden. Ein herrliches silbernes Thoraschild aus der Barockzeit trägt das unmögliche Jahresdatum 1332. In der Gelehrtenrepublik sind aus den Mitgliedern der Familie nochfolgende bekannt geworden. R. Hirsch Sklower, Sohn Mordechais, starb als Breslauer Rabbinatassessor am 3. Dezember 1806. Er ist Mitverfasser des Rabbinatsgutachtens vom 2. Januar 1798, das für die Beibehaltung der frühzeitigen Beerdigung sich aussprach. Der Grabstein rühmt seine ausserordentliche Gelehrsamkeit, eisernen Fleiss, Belehrung der “Irrenden” und allezeit geübte Wohltätigkeit. Chajim Arje, Sohn David Sklowers, gab 1860 einige Schriften R. Jesaja Berlins heraus. Samson, Sohn Jakob Sklowers, veranlasste die Herausgabe des genannten Schir Jediduth, das die Chronik des Lehrhauses enthält, und bedachte die Synagoge in seinem Testamente. Er lebte in Breslau und Berlin. Zu den ständigen Besuchen dieser Pflegestätte von Lehre und Gebet gehörten Celebritäten der alten Kehillah, so der ehemalige Dyhernfurther Rabbiner R. Jakob Jehuda Löb ben R. Josua , (Fortsetzung Seite 3)

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