Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1973
- Issue
- No. 34 (September 1973)
- Date
- 1973-09-01
- Page
- Seite 11 (sequence 2087)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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BOCHERSCHAU Gideon Weigert, ein israelischer Journalist, der seit Jahren über die Araber berichtet und persönlich zu Arabern aller Schichten Beziehungen hat, hat soeben ein Buch “Arabs and Israelis. Life together”, Jerusalem, 1973, veröffentlicht. Das kleine Buch ist wertvoll, weil es die ausserordentliche Entwicklung, die in der ‘‘Westbank” und im “Gazastreifen”, den besetzten Gebieten, sich unter israelischer Anleitung vollzogen hat, kurz und übersichtlich zusammenstellt. Nicht zufällig ist das Buch dem Andenken seines arabischen Lehrers gewidmet, der ihm “die Tore zur arabischen Sprache, Literatur und Philosophie geöffnet hat”. Zuerst erwähnt Weigert die Politik der “offenen Brücken”, die einen freien Handelsverkehr ermutigt haben. Am Anfang wurde eine Aufenthaltserlaubnis für eine Woche gegeben, die bald auf drei Monate erweitert wurde. Seit langem genügt einfach die Vorzeigung der Identitätskarte. Um die geistige Freiheit in keiner Weise zu beschränken, mischte sich die Regierung weder ins Erziehungssystem, noch in die Religionsausübung. Keinerlei Zensur beschränkte die Predigtsendungen von der El Achsa-Moschee an den Freitagen. Die arabischen Zeitungen können politische Ideen veröffentlichen und unterstehen nur derselben militärischen Zensur, wie die israelischen Zeitungen. Der gegenseitige Handel über die offenen Brücken hat nun zwar noch keine politischen Veränderungen geschaffen, aber er hat eine friedliche Ko-Existenz mit gegenseitigem Vertrauen erzeugt, ebenso ein besseres Lebensniveau für die Westbankbewohner, ein damit wachsendes Selbstbewusstsein, das nach Weigerts Meinung, die psychologische Vorbedingung für realistische Verhandlungen bieten könnte. Unter der Herrschaft König Husseins war die Entwicklung des jordanischen Ostufers bevorzugt worden, während die Westbank unter Arbeitslosigkeit u. sinkendem Lebensstandard litt. Als durch die israelische Besetzung die Westbank vom Ostufer abgeschnitten wurde, änderte sich alles. Durch Anleihen und durch technische Anweisung wurde die private Initiative und damit die industrielle, sowie die landwirtschaftliche Entwicklung angeregt. Die Arbeitslöhne wurden dem israelischen Histadruth-standard angeglichen, sodass die Bewohner imstande sind, “Luxusartikel”, wie Waschmaschinen, Frigidaires, Televisionsapparate zu erwerben. Diese Entwicklung ging so rasch, dass die grösste Stadt des Bezirks Nablus Mühe hatte, die notwendige Elektrizität zu liefern. Israel liefert selbst 80% der Gebrauchsgüter in den Bezirk und bezieht «einerseits 35% von dort. Diese kommerzielle Verbindung hat die früheren Gegner angenähert; ein Zeichen dafür ist, dass die Wahlbeteiligung zu den arabischen Munizipalitäten in den besetzten Gebieten, trotzdem die Terrorverbände zum Boykott der Wahlen aufgerufen haben, die ungewöhnliche Höhe von zirka 90% erreicht hat. Die arabische Landwirtschaft wurde gradezu revolutioniert. Die Farmer wurden durch landwirtschaftliche Wanderausstellungen und Besuch israelischer Musterfarmen instruiert, landwirtschaftliche Maschinen und besseres Saatgut zu benutzen, sowie Frühgemüse und Erdbeeren unter Plastikhülle zu ziehen. Dadurch gelang es, höhere Preise beim Export nach Europa zu erzielen. Neue Märkte wurden gewonnen, wie die Versorgung der Israelarmee, des Gazastreifens, aber auch Konservenfabriken im Kibbuz. Gänzlich neu war die Gründung von Arbeitsvermittlungsbüros durch das Arbeitsministerium. Schon 1969 erhielten 4300 Arbeiter Beschäftigung, diese Zahl stieg in wenigen Jahren auf 20.000. Die Israelregierung führte Lohnabzüge für den sozialen Schutz ein, sodass die arabischen Arbeiter denselben Schutz gemessen, dli. Krankengeld, Ferienbezahlung, Pensionsfondsrechte, Zuschüsse bei neugeborenen Kindern, ebenso freie medizinische Behandlung bei Unfällen und Krankheiten. Da es sich hauptsächlich um ungelernte Arbeiter handelte, richtete man 20 Trainingszentren ein für Hausmaler, Monteure, Elektriker, Tischler, Schneider, Textilarbeiter, Kosmetikerinnen und für Gruppen von Beduinen sogar, Trainingskurse für Hotelbedienung. Die Absolventen werden oft ermutigt, weiter zu lernen, um später leitende Posten annehmen zu können. Auf diese Weise hat sich, so nennt es Weigert selbst, gradezu eine soziale Revolution vollzogen, durch die auch besonders Frauen zur Arbeit ausser dem Haus herangebildet werden. Dann wendet er sich dem Gebiet der Erziehung und dem Gesundheitsdienst zu. In den letzten 4 Jahren sind, z.B., im Bezirk von Ramallah 21 neue Schulen gegründet worden. Die Israelregierung steuerte 5 Millionen zum Bau von 250 neuen Klassenzimmern bei. 1970 wurden mehrere Geburtskliniken, eine völlig neue Einrichtung in diesem Bezirk, ebenso ein Kinderhospital in Ramallah und eine Schwesternschule gegründet. Was Handel und Industrie betrifft, so ermunterte die israelische Verwaltung die Gründung neuer Betriebe durch Gewährung von Anleihen. In der kurzen Zeit wurden 45 Betriebe gegründet und 55 wurden erweitert. Israelische Industriebetriebe schlossen Verträge mit Westbankfirmen zur Lieferung von Textilien, Möbel, Gummi, Schuhen. Die Schokoladenfabrik Silwan hat sich um das dreifache vergrössert, ebenso die pharmazeutitische Fabrik in Beth Jalla (bei Bethlehem). Anstatt der arabischen Banken, die den Bezirk verlassen hatten, traten Filialen der israelischen Banken, die Credite gaben. Auch Einkaufsgenossenschaften nach dem Muster der israelischen Kooperativen wurden zuerst in Tulkarem, dann in Kalkilye, El Bireh, Hebron, Bethlehem, Nablus gegründet. Dieselbe Entwicklung setzte im Gazastreifen, der unter ägyptischer Herrschaft gestanden hatte, ein, jedoch erst, als es gelungen war, die Terror - verbände zu liquidieren. Wie ist man des Terrorismus in den Flüchtlingslagern des Gazastreifens Herr geworden? Zuerst hat man Strassen durch die Flüchtlingsläger gezogen und Strassenbeleuchtung installiert. 1900 Familien wurden aus Hütten in neuzeitlich eingerichtete Steinhäuser umgesiedelt. Auch im Gazastreifen wurden die Farmer durch Besuch von israelischen Fachleuten angeleitet. Die Verbesserung der Lage ist daran zu sehen, dass die Zahl der Traktoren in wenigen Jahren vom 8 auf 82 stieg. Einen interessanten Fall erzählt Weigert von einem früheren Radiohändler, der nach Marktstudium, nach dem Muster israelischer Kibbuzim, eine Geflügelzucht von jetzt 15.000 Köpfen, unter tierärztlicher Kontrolle einrichtete und deren Methoden heute von andern Bauern auch angewandt werden. Die Berichte des Verfassers sind zuverlässig und durch markante Beispiele beleuchtet. Voreilig sind aber wohl die politischen Schlüsse, die der Autor in den letzten drei Seiten herauszieht, zitiert er doch selbst Aussprüche, dass zwar die Anleitung der israelischen Stellen gern angenommen wird, aber doch politische Selbstständigkeit erstrebt wird. So erscheint schon der Untertitel des Buches ‘‘Zusammenleben” zu optimistisch. Mir scheint, dass Arnos Elon in seinem Buch: “Die Israelis” die Situation treffender charakterisiert, wenn er nicht von einem “Zusammenleben miteinander’, sondern nur “vom Leben nebeneinander” spricht. Mit dieser Einschränkung kann dieser klare Tatsachenbericht empfohlen werden. Anni Löwenstein, geb. Priebatsch Aufruf an unsere Mitglieder und Freunde Anhänger und Schüler unseres hochverehrten Raws, Dr. Simonsohn sei. And., Esraeer! Folgender Vorschlag wurde vor uns gebracht. Um baldige Antwort von Interessenten wird gebeten, (Auf angefügtem Coupon). Daatum für das Treffen 1.1.1974. PROGRAMM-VORSCHLAG: (3 selbstständige Programmteile) 1. Teil: Allgemein, 14 Uhr Treffen an der Egged-Autobusstation in Jerusalem, bezw. bei genügender Teilnehmerzahl gemeinsame Fahrt per Autobus nach Jerusalem, selbstverständlich noch früher, von Tel-Aviv. Gemeinsame Fahrt nach dem Har Hasetim, Askara am Grabe von Raw Dr. Simonsohn sei. And. 15 Uhr 30 Führung durch die Ausgrabungen an der Kotei Maarawi, gemeinsames Mincha Gebet. 16 Uhr 30: Im Saal des Beth Hasofer neben Jeschiwath Hakotel Vortrag Uber Breslau, anschliessend Besichtigung von Breslauer gesammelten Dokumenten und Bildern, Zeitungsausschnitten etc. Photokopien, die auf Wunsch bestellt werden können. Zwanglose Unterhaltung. 2. Teil: 18 Uhr ungezwungenes Treffen ehemaliger Schüler im gleichen Raum, wie oben. Sammlung von Material der jüdischen Schulen, Klassenbilder, besondere Sachen. (Photokopien auf Bestellung). 3. TeU: 18 Uhr 30, zwangloses Treffen ehemaliger Esraeer im gleichen Haus wie oben, spezielle Sammlung von Bildern, Dokumenten, Führerblätter, Photokopien auf Wunsch. Anschliessenden Coupon. Interessenten bitte ausschneiden und beantworten: Sind Sie im Besitze von Photographien, Dokumenten, Zeitungs-Ausschnitten, die auch andere Breslauer interessieren und die Sie bereit sind zum Zwecke obiger Ausstellung und Anfertigung von Photokopien für Interessenten zeitweilig zu überlassen? JA oder NEIN Haben Sie ergänzende Vorschläge für solche oder ähnliche Aktualien? (Auch wenn Sie aus Gründen der Entfernung oder aus anderen Gründen sich nicht persönlich beteiligen können? Haben Sie die Absicht nach Möglichkeit sich an dem Treffen (bezw. einen Teil des 3 teiligen Programms) zu beteiligen? Bitte zu unterstreichen, JA oder NEIN. Bitte um genaue Unterschrift und Adresse. Antworten bitte bald einzusenden. In Tel- Aviv an den Verband ehemaliger Breslauer, in Israel, Ramat Gan, Mazada 27, (Erich Lewin), In Haifa: an Frau Edith Benda, Haifa-Achusa, Witkinstr. 46. N.B. Bitte veranlassen Sie auch andere Bekannte, die diese Zeilen vielleicht nicht lesen, zu antworten. Eine Liste der bestellbaren Photokopien werden nach dem Treffen veröffentlicht werden für Interessenten, die nicht dabei waren und insbesondere für das Ausland. Getränke, Kuchen und leichtes Abendessen wird geboten. U nkostenbeirag. 11