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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1973-04-01 · No. 33 (April 1973) · p. Seite 21

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1973
Issue
No. 33 (April 1973)
Date
1973-04-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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Avigdor Poraf s.A. Vor mir liegt die zum 100. Gründungstag des Breslauer Rabbinerseminars von Prof. Dr. Guido Kisch herausgegebene Gedenkschrift. Unter des Rubrik: Biographien der Studenten und Absolventen lesen wir: Porat Avigdor (Viktor Foerder) geboren in Breslau 1913; Seminar 1932-1938; 1938 Rabbiner in Bernstadt/Schlesien; 1944 Lehrer in Kiriat Bialik; seit 1952 Lehrer in der Leo Baeck- Schule, Haifa und Rabbiner der Kehilla Beth Israel, Hadar-Hacarmel in Haifa. Zu unserem grossen Schmerz müssen wir jetzt hinzufügen, gestorben am 16. Dezember 1972. Wenige Daten nur, aber hinter ihnen verbirgt sich ein reiches Leben. Ihm, der von seinen Freunden liebevoll ”Torrie“ ganannt wurde, wurde jene Charaktereigenschaft gewährt, die von unseren Weisen als die vornehmste angesehen wird: Lev tov-ein gutes Herz im besten Sinne des Wortes. Der Schreiber dieser Zeilen stand ihm nicht nur durch familiäre Bande nahe. Johannesgymnasium und Rabbinerseminar liessen uns Freunde werden. So durften wir hoffen u. wünschen, dass uns-nach meiner Alija vor 2 1/2 Jahren und 32 Jahren der Entfernung-noch eine Zeit gemeinsamen Wirkens u. persönlicher Nähe geschenkt werden möge. Als Avigdor Porat sein Studium begann, war er bereits durch sein Elternhaus im Sinne jüdischreligiöser Tradition und im Geiste des Zionismus geprägt. So führte ihn sein Lebensweg in das damalige Palästina. Hier konnte er in seinem allzu kurzen Leben seinen Idealen die Treue bewähren. Wo immer er wirkte, ob als Lehrer im Kinderheim Ahawa, ob als Lehrer der von Dr. M. Elk gegründeten Leo Baeckschule in Haifa, ob als Rabbiner der Gemeinde Beth Israel oder als aktives Mitglied der Hillel-Loge der B*ne Brith, waren es immer sein tiefes menschliches Verständnis und die Herzlichkeit, die von ihm ausstrahlte, die Schüler und Erwachsene gefangen nahmen. Er besass jene menschliche Wärme, die leider in unserer Zeit so selten geworden ist. Gemeinsam mit seiner teuren Gattin und der Familie seines Sohnes schuf er ein Heim, das vielen zum Vorbild wurde. Wer ihm begegnete, verehrte ihn und bewahrte ihm seine Zuneigung. Wir, seine Kollegen und die grosse Gemeinde der einstigen Breslauer, haben einen Freund verloren, auf den wir stolz waren. Seiner Gattin mit ihrer Familie und seinem Bruder Josef (Heinz) Porat und Familie sprechen wir unser aufrichtiges Beileid aus. Sichrono liwracha laad. ISRAEL EGON LOEWENSTEIN GEORG WERNER, s.A. Gerade weil Georg Werner immer bescheiden durchs Leben ging gebühren ihm diese Zeilen. Der Sekretär des Verbandes war in Breslau mit ihm engstens verbunden. In Krotoschin Prov. Posen geboren, hat er sich in Breslau durch zähe Arbeit im kaufmännischen Beruf einen guten Namen erworben. Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges in den Augusttagen des Jahres 1939 kam er nach England, blieb im Kitchener Camp bis er sich freiwillig zur engl. Armee meldete. Leider hat er Frau und Kind in Deutschland verloren. Im Jahre 1950 heiratete er in London Claere Brann aus Breslau und baute sich ein neues Leben auf. Er war bekannt als grosszügig und immer bereit zu helfen. Alle, die an ihn herantraten, haben seine Hilfe genossen. Georg W. hatte noch grosse Pläne die leider nicht verwirklicht werden konnten. Unsere Anteilnahme gilt seiner Gattin und seiner Schwester, Frau Irma Colberg und ihrer Familie, mit denen er in innigster Gemeinschaft und Liebe verbunden war. Geog W. wird von uns nicht vergessen. E. L. DR. ERNST DANIEL GOLDSCHMIDT s.A. Zu den grossen Verlusten, die das mittel-europäische Judentum in den letzten Monaten zu verzeichnen hatte, gehört unser “Ede” Goldschmidt — so ist er in unseren Kreisen bekannt. — Er ist als Sohn des Rabbiners Dr. Salomon Goldschmidt in Königshütte O/S geboren, war 1916 bis 18 an der Front, studierte in Berlin und Breslau Latein und Griechisch und hat sich im hebräischen durch Lernen von frühester Jugend an so weit fortgebildet, dass er als hervorragender Iwritler zu bezeichnen ist. Seine ausserordentliche Begabung, seine Musikalität, sein warmes jüdischfühlendes Herz, öffneten ihm alle Wege. Wo er auftrat war er verehrt und man war von. ihm begeistert. Uber ein Jahrzehnt war er Bibliothekar der Preuss. Staatsbiblothek und wurde 1936 an die National - und Universitäts-Bibliothek nach Jerusalem berufen. Seine Bücher, Aufsätze und tiefgründige Artikel sind in einer Bibliographie zusammengefasst. Sie erreichen insgesamt 87. Seine Pessach-Haggadah mit seinen Kommentaren und Midraschim in deutsch und Hebräisch, sein Machsor le Jamim Hanoraim gemessen in der jüdischen Welt grosses Ansehen. Es ist unmöglich, im Rahmen dieses Artikels all das aufzuzählen, was dieser Mann geleistet hat. Bis in die letzten Tage hinein war seine Arbeitskraft ungeheuer. Als hoch musikalischer Mensch hat er es verstanden, als Baal Tefillah mit seinem grossen Können die Mitbeter in einer besonderen Kawanah (Andacht) zu fesseln. Unsere innige Teilnahme gilt seiner Gattin und seinen Kindern. “Ede” Goldschmidt lebt in uns fort. RABBINER B. S. JACOBSON s.A. Das aus Mitteleuropa stammende Judentum in Tel Aviv hat durch das Hinscheiden von Raw B. S. Jacobson, der nach kurzer, schwerer Krankheit vor einigen Wochen verschieden ist, einen schweren Verlust erlitten. Der mit dem Rabbinats-Diplomi ausgezeichnete Rabbiner hat dieses Amt nie ausgeübt. Er wollte nicht angestellter Raw einer Gemeinde sein. Sein grosses Interesse an der Erziehung der Jugend hat ihn, den ausgezeichneten Lehrer, zu einem der besten gemacht, die es verstanden haben, sofort das Herz der Jugend zu gewinnen. Seine Meilensteine sind Talmud-Thora, Hamburg, wo er schon damals Broschüren und Hefte für seine Schüler herausgab. Im Jahre 1939 im Lande eingewandert, hat er wie wir alle schwere Zeiten der Eingliederung in das Land mitmachen müssen. All das konnte er nur erreichen durch die Mitarbeit seiner Gattin, die ihm unbeschreiblich gut zur Seite stand. Seine Predigten in Iwrit und Deutsch waren Erlebnisse. Sein erstes Buch “Bina Bemikra” ist in Iwrit und Englisch erschienen und in vielen Häusern in Israel und in der Galut zur Lektüre am Schabbat (Kommentar zum Wochenabschnitt) geworden. An jedem Freitagabend war sein gastliches Haus bis zu seiner Krankheit eine offene Tribüne für die diskutierende Jugend. Sein letztes Werk stand vor der Vollendung und ist seinem Freunde, Dr. E. D. Goldschmidt, einem Bibliothekar, gewidmet. Das Schicksal wollte es, dass dieser Mann einige Tage nach ihm heimging. Frau Edith Jacobson hat es übernommen, dieses Buch herauszubringen. E. L. KARL ANGRESS, s.A. Kurz vor seinem 90. Lebensjahre ist Karl Angress heimgegangen. In Bodzanowitz einem Dorfe im Kreise Rosenberg O/S geboren, war er viele Jahre Reisender des bekannten Hauses A. J. Mugdan und heiratete später seine Cousine Meta Schnitzer. Er trat als Teilhaber in die bekannte Schirmfabrik Adolf Schnitzer, vorm. Nossen u. Co., Breslau, Reuschestr. ein. Den ersten Weltkrieg absolvierte er als Soldat und hat es sehr schwer gehabt. Sein Humor und sein starker Charakter halfen, ihm über Vieles hinweg. Im Jahre 1936 in Palästina eingewandert, traf die Familie Angress ein schweres Unglück durch den tragischen Tod ihres Sohnes einen Tag nach der Einwanderung. Auch hier in Palästina hat er mit seiner Gattin die schwersten Einwanderungsjahre getragen. Er erzählte mit Stolz, dass sein Vater, Louis Angress, im Jahre 1870-71 im Krieg das Eiserne Kreuz erworben hat. Karl A. stellte sich mit seiner ganzen Kraft auf das neue Leben in Palästina ein. Seine Hilfsbereitschaft, seine Hingabe an den Mitmenschen, durch finanzielle Hilfe, durch Rat und Tat, waren bekannt. Er hat viel Gutes im Stillen getan. Immer verbat er sich die Nennung seines Namens. Nach dem Heimgang seiner Gattin, die er liebevoll pflegte, stellte er schon in hohem Alter noch immer seinen Mann. Seine Tochter Eva Fischer, sein Schwiegersohn, seine Enkel und Urenkel arbeiten im Kibbutz mit Hingabe am Aufbau des Landes. Wir drücken auf diesem Wege der Familie und den Freunden, die sehr zahlreich sind, unsere tiefe Anteilnahme aus. ALEXANDER BODANOFF (Bodzanowski) London S.A. Vor kurzer Zeit ist Alexander Bodanoff plötzlich in London verschieden. Trotzdem wir wussten dass sein Gesundheitszustand labil war, hat er doch sich immer bis zum letzten Augenblick positiv in diesem Leben behauptet. Aus einer streng religiösen Breslauer Familie stammend, ist er in der bekannten Holzhandlung Moritz Warschauer (Inhaber Willy Falk) gross geworden und hat sich mit Arthur Seidemann in derselben Branche selbständig gemacht. Mit ihm verband sich eine jahrzehntelange Freundschaft. Die Stationen seines Wirkens sind: Breslau, Berlin, Kairo, Tel- Aviv, München und London. Als ausgezeichneter Geschäftsmann Verstand er es durch die hingebungsvolle Bereitschaft seiner Lebensgefährtin Erna geb. Schragenheim aus Breslau, sich im Geschäfts- und gesellschaftlichen Leben eine grosse Pasition zu schaffen. Unvergessen bleibt seine herrliche Stimme, seine grosse Musikalität, sein ausgezeichnetes Vorbeten an den hohen Feiertagen im Konzerthaus, Breslau, und in den verschiedensten Städten seines Aufenthaltes. Noch vor einigen Monaten konnte der Unterzeichnete mit ihm am Erew Schawuot 1972 den Geburtstag unseres 1. Vorsitzenden Ernst Tauber in Natania, begehen. Ich ahnte nicht, dass dieser Abschied für immer sein sollte. Unsere tiefe Anteilnahme gilt seiner Tochter in London und ihrer Familie, sowie den Geschwistern in Liechtenstein, Ramat Gan und Tel-Aviv. E. L. 21

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