Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1973
- Issue
- No. 33 (April 1973)
- Date
- 1973-04-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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WIR KONDOLIEREN CLARA LITTWITZ geb. Schmulewitz aus Breslau. Die Heimgegangene hat ein hohes Alter erreicht und war in den letzten Jahren bei ihren Kindern im Kibbutz Maayan Zwi bei Sichron Jakob. Sie war die Witwe des Justiz. Oberinspektors Leopold Littwitz, der, wie ganz wenige Juden, im Preussischen Staatsdienst beschäftigt war. Aus Jutroschin, Provinz Posen stammend, heiratete sie nach Ostrowo (Prov. Posen), dann über Wollstein, Prov. Posen, ging sie nach Breslau und Berlin. In all den Städten war ihr Mann an den Amts, bezw. Landgerichten, tätig. Trotzdem Leopold Littwitz nichts mit Zionismus zu tun hatte, verstand er es, dass im Jahre 1933 für Juden in Deutschland kein Platz mehr ist. Er schickte sofort seine beiden Söhne, die eigentlich akademische Berufe ergreifen sollten, nach Palästina. Wie er immer betonte, ist das das einzige Land, in dem wir Juden unsere Heimat sehen. Nach kurzer Zeit ging er mit seiner Frau nach Ramat Gan, bei Tel- Aviv, wo er, wie wir alle, schwere Einwanderungsjahre bestehen. musste. Seine beiden Söhne sind heute noch in der Landwirtschaft tätig. Sie helfen mit ihren Frauen und Familien am Aufbau des Landes mit. Unser Beileid gilt seinem Sohne Heinz Littwitz u. seiner Frau Hanna, Moschaw Owdim Moledet bei Afule, deren beide Söhne auch in der Landwirtschaft arbeiten, aber bereits durch akademische Berufe, wie Agronom etc. sie wissenschaftlich, bereichern. Der eine Sohn ist Offizier der Reserve in der Panzerwaffe, sowie dem Sohn Norbert und seiner Frau Henny Littwitz, Maajan Zwi, ein Kibbutz bei Sichron Jakob, die ihre Mutter gerade in den letzten Jahren aufopfernd gepflegt haben. Eli Messer, der Neffe der Heimgegangenen, der wie ein Sohn mit ihr verbunden war, ist Vize-Direktor der “AUA” (Österreich. Airline). Er ist durch seine Tätigkeit mit massgebenden Menschen in der ganzen Welt, verbunden. Rechtsanwalt MARTIN WALDSTEIN: starb vor einigen Monaten so still, wie er gelebt hat, in einem Sanatorium in Raanana, (Israel). Martin Waldstein war ein bekannter Rechtsanwalt in Oels, Schlesien. Seine grosse Menschenfreundlichkeit, sein Eintreten für das Recht des Menschen, seine ausserordentliche Bescheidenheit machten ihn überall beliebt. Er war der Sohn des “Gemeinde- Aeltesten’, Emil Waldstein, eine Persönlichkeit der Breslauer jüdischen Gemeinde. Seine Gattin Margarete Waldstein, die ihm einige Jahre vorher entrissen wurde, war eine bekannte Röntgen- Schwester in einem der grössten Krankenhäuser, Israels. Wir sprechen der Familie unsere innigste Teilnahme aus. ARTHUR BEERMANN, nicht aus Breslau und doch einer der eifrigsten Leser unserer Zeitung, gehörte eigentlich zu uns. Er war an allem interessiert, was Breslau betrifft. Arthur Beermann war bereits von 1913 bis 1917 in dem damaligen Palästina Beamter der Anglo Palestine Bank. Er wurde im Jahre 1917 mit allen Juden in wenigen Tagen aus Jaffa ausgewiesen. Nach Deutschland zurückgekehrt, heiratete er im Jahre 1921 Gertrud Sternglas aus Mannheim und kehrte in den HitterJahren nach Palästina zurück, wo er wieder in die Bank Leumi eintrat. Sein Artikel, die Evakuation Jaffas, im Jahre 1917 in Nr. 30 unseres Verbandsblattes, war Aufsehenerregend. Der humorvolle, geistreiche, kontaktfreudige Arthur Beermann, der in bestem Zusammenleben mit seiner Gattin und seinen Kindern ein schönes Heim aufbaute, kann von uns nie vergessen werden. ARTHUR EBSTEIN, geboren in Alt Budkowitz, bei Oppeln O/S war ein ausgezeichneter Kaufmann, ein arbeitsfreudiger Mensch, ein guter Ehemann und Bruder und immer lebensjahend. Er bereiste ganz Schlesien und Oberschlesien und, wo Arthur Ebstein auftrat, war er beliebt. Er brachte Aufträge von grossen Kunden, da er auf strengste Reelität Wert legte. Mit der Patrla ins Land gekommen, baute er sich mit zähem Fleiss eine neue Existenz auf. Bald war er überall beliebt. In den letzten Jahren schwer erkrankt, konnte er sein Leben nur erhalten durch die aufopfernde Pflege seiner Gattin, die immer zur Stelle war, um ihm dieses Dasein lebenswert zu gestalten. Sein Teilhaber, Matitjahu Ormianer, (bis 120) stammt aus Breslau aus der hochgeachteten Familie Ormianer und hat mit ihm in bestem Einvernehmen gearbeitet. Arthur Ebstein, der beliebte und freundliche Mann, lebt bei uns fort. Es ist betrüblich, dass wir in dieser Nr. 33 unseres Verbandsblattes leider so viele Nachrufe auf Persönlichkeiten des mitteleuropäischen Judentums schreiben müssen, Menschen, die nicht immer aus Breslau stammten, aber sich in ihrer Arbeit um den Aufbau des Landes und unsere Belange sehr verdient gemacht haben. ZWI KRAEMER, ein beliebter und vielseitiger Mensch, der im Rahmen des Irgun Oley Merkas Europa eine bedeutende Stellung innehatte und der es verstanden hat, in seiner Arbeit Grosses zu leisten. Zwi Krämer hat in unermüdlicher Arbeit, insbesondere den Einwanderern aus Österreich, in verschiedenster Form geholfen. Er war der Initiator des in überaus schöner Form erbauten “österreichischen Altersheims”, das eine Zierde für das Vorstadtviertel Ramat Chen, ist. Auch andere Elternheime gehörten in sein Arbeitsfeld. Seine Pläne, weiter zu bauendie Baufläche ist bereits vorhanden-, sollten in Jerusalem verwirklicht werden. Ein Mensch mit warmen, jüdischen Herzen, dessen Lücke täglich spürbar ist, ist dahihgegangen. Unser Mitgefühl gilt seiner Gattin, seiner Tochter und der weiteren Familie. Dr. ISIDOR KLABER, der alte Hausarzt im besten Sinne des Wortes, an dem seine Patienten mit Liebe und Verehrung hingen, der liebenswürdige Mensch, von dem man sagen kann, er hatte keine Feinde, hat uns verlassen. Seit den Tagen Theodor Herzls, den er persönlich kannte, war er Zionist. Es ist in wenigen Zeilen nicht zu beschreiben, was Dr. Isidor Klaber alles geleistet hat. Schon als I2jähriger schloss er sich der zionistischen Jugendgruppe “Chewra” an. Leiter der Jugendabteilung der Zionistischen Organisation in Österreich, Deligierter der Kongresse 1911 in Basel, und 1925 in Wien, 1923 in Karlsbad, war er seit 1924 Mitglied des Wiener Kulturrates, wo er als langjähriger Vorsitzender des Sozial-Ausschusses in Jugendpflege, Krankenfürsorge an jüdischen Schulen und Waisenhäusern Grosses geleistet hat. Nach seiner Einwanderung im Jahre 1938 stellte er sich sofort der Organisation der Juden aus Österreich zur Verfügung, war im Vorstand der aus Mittel-Europa errichteten Gemeinde “Ichud Schiwat Zion” mit kleinen Unterbrechungen bis zu seinem Heimgang tätig. Auch hier bekleidete er als Referent der “Esra Sozialit” ehrenamtlich einen wichtigen Posten. Seine Bescheidenheit, seine grosse Menschenliebe, seine Verehrung und Liebe seiner Gattin, seiner Schwester und seinen Kindern war hervorragend. Dr. Isidor Klaber gehört in die Geschichte der Wiener Kultusgemeinde, der Gemeinde “Ichud Schiwat Zion” und in die Geschichte der Stadt Tel-Aviv. Sein Leben wird für uns Wegweiser sein. Den Angehoerigen von Frau ANNA KAMNIT- ZER, London, die in hochbetagtem Alter im, Otto Schiff House, London, verstorben ist. Schwester Anna war jahrzehntelang die bekannte u. beliebte Krankenschwester am Jued. Krankenhaus in Breslau. Sie gehoert in die Geschichte dieses einst so geachteten Krankenhauses. Schwester Anna wird von uns nicht vergessen! Herrn FRANK H. Youngmann, Honolulu, H. 1, 90815, P.O. 15615 U.S.A. zum Ableben seiner Schwester Hedel Bergmann geb. Jungmann, Santiago de Chile. Frau ELISA DE MUGDAN, Montevideo, 21 de Setiembre, 2928/3, zum Heimgang ihres Gatten. Frau HILDE GOLDSTAUB, Kirjat Bialik, Rechow Kalaniot 13, zum Ableben ihres Mannes Fritz Goldstaub. Den Familien: Bodanoff, Triesen (Lichtenstein) , Bodzanowski, Ramat Gan, Frau Roma Sidon, Tel Aviv, Frau Bella Neulaender, Tel Aviv, zum Ableben ihres Bruders, Alexander Bodanoff. Frau Ilse Graham, 73 Shephards Lane, Stoughton, Guildford Surray (England) zum Heimgang ihrer Mutter, Frau Margot Roth. Die Heimgegangene hatte stets reges Interesse fuer unsere Bestrebungen und waren wir mit ihr in staendigen Kontakt. Wir wissen, welche innige Verbundenheit sie mit ihren Kindern und der Familie hatte. Seien Sie getroestet in dem Gedanken, dass ihre Mutter vor langem, schweren Leiden bewahrt geblieben ist. Aus ihrer Korrespondenz haben wir die Feinheit ihres Charakters empfunden. Frau EVA FISCHER u. Familie, Kibbutz Gal- Ed, zum Ableben ihres Vaters Karl Angress. (Siehe Nachruf im selben Blatt). Herrn Leo Davidow und seiner Frau Charlotte geb. Gassmann, Kfar Jedidia zum Ableben ihrer Mutter und Schwiegermutter Hedwig Chawa Gassmann. JOSEPH GLUSKINOS s.A. Ganz plötzlich hat uns J. G. verlassen. Der Name Gluskinos hängt eng mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde, Breslau, zusammen. Sein Vater Abraham Gluskinos war im Laufe seines Lebens trotz oft schwerer, wirtschaftlicher Verhältnisse ehrenamtlich in der Chewra Kadischa, Breslaus, tätig und hat diese grosse. Mitzwa i sor fort in Tel Aviv nach seiner Einwanderung wieder aufgenommen. Er gehörte mit zu den ersten Mitgliedern der Chewra Kadischa “Ichud”, die sich aus Mitgliedern des mittel-europäischen Judentums zusammensetzt. Seine Mutter Amalie geb, Falk war der Typ einer streng religiösen, aufgeschlossenen. und hilfstätigen Frau. Josef Gl. hat nach gründlicher Ausbildung als Krankenpfleger Jahrzehnte in, der “Hadassa” Jerusalem, gearbeitet. Seine Hingabe, sein Fleiss, sein warmfühlendes Herz, seine tiefe Religiosität haben ihm sofort das Herz des Kranken erschlossen. Wo man Hilfe suchte, war er zur Stelle. Unser Beileid gilt seiner Gattin Ruth geb. Golinski, Tochter des bekannten, leider früh in Jerusalem verstorbenen Rabbiners Prof. Dt. Golinski aus Beuten, O/S. Ebenso seinem Bruder Felix und der weiteren Familie. Secher Zadik Liwrachah! Zum Andenken an ihren Bruder u. Schwager ALEXANDER BODANOFF (BODZANOWSKI) London: Franzi u. Walter Bodanoff, Lichtenstein, Triesen, Helene u. Konrad Bodzanowski, Ramat Gan, Roma Sidon geb. Bodzanowski (als Schwester), Tel Aviv, Bella Neulaender geb. Bodzanowski, Tel Aviv, als Schwester. 22