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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1973-04-01 · No. 33 (April 1973) · p. Seite 20

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1973
Issue
No. 33 (April 1973)
Date
1973-04-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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Rabbiner Benjamin Zwi (Hirsch) Auerbach s.A. Vor wenigen Wochen verstarb plötzlich in Tel- Aviv der letzte Rabbiner von Halberstadt, Benjamin Zwi Auerbach. Es ist ein unersetzlicher Verlust, der, wie unser in diesem Blatt erwähnte Raw B.S. Jakobsohn, und viele andere Persönlichkeiten, deren wir leider in dieser Zeitung gedenken müssen.' Im kaufmaännischen Beruf, in Wien und anderen grossen Städten tätig, hat er sein Lernen nie aufgegeben. Er dachte niemals daran, das Rabbineramt zu bekleiden. Seine grossen Vorfahren, sein Vater und Grossvater waren die berühmten Rabbiner der bekannten Gemeinde Halberstadt. Als sein Vater im Jahre 1932 starb, berief ihn die Halberstädter Gemeinde zu ihren Raw. Er unterbrach seinen kaufmännischen Beruf und hat in l‘A Jahren das Pensum nachgeholt, wofür Rabbiner 6 Jahre und mehr, brauchen. Sein Amtsantritt ist beschattet durch die schweren Jahre des Hitler-Regimes und doch gelang es ihm, bis zu seiner Auswanderung, all die Institutionen wie Synagoge, Schule, Beth Hamidrasch etc. nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen. Seine gemessene Sprache, sein schönes Gesicht, sein reinliches Auftreten, zeigten einen besonders feinen und gütigen Menschen. In den ersten Jahren arbeitete er als Bankbeamter in der Bank Japhet, Tel-Aviv und verbat es sich, als Rabbiner von Halberstadt angesprochen zu werden. Jede freie Minute nutzte er zu Lernen und Lehren aus. Er erzog seine Kinder im jüdischen Geiste und es ist ihm gelungen, mit seiner Gattin, Recha geb. Maier, seiner Familie die grossen Werte des Judentums zu übermitteln, die alle in seinem Geiste weiterleben. Sein Testament an seine Kinder ist kennzeichnend für seinen Charakter. Er bittet sie, die Wege der Thora weiterzugehen, das Lernen auf einer Höhe zu halten, das einem Gelehrten würdig ist. Er erwartet von seinen Kindern und Enkeln, dass sie in den Pfaden der grossen Familie Auerbach weitergehen. Er bittet sie, dieselbe Liebe und Anhänglichkeit, die dem Hause Auerbach-Maier lebendig ist, auch weiter fortzusetzen. Es war ergreifend, am Jom Schloschim, in der Gedenkfeier, im Rahmen der Gemeinde "Ichud Schiwat Zion” all das zu hören, was ein Spiegelbild seines Charakters war. Da sich der Heimgegangene Lob über seine Person verbeten hatte, war dieser Abend ein Lemabend und eine Stunde der Aufrüttelung zu Ehren der Thora. Es lernten und sprachen die Rabbinen, Dr. Ochs, Yehuda Ansbacher, Issachar Meier, der Rosch Jeschiwa von Netiwoth. Letzterer, aus Hamburg gebürtig, hat in Netiwoth unter ausserordentlich grossen Anstrengungen eine Jeschiwa auf gebaut. Ausserdem sprachen: Esriel Hildesheimer, Jerusalem, der noch einmal die Geschichte der Auerbachs und der bekannten Gemeinde Halberstadt, entrollte, sowie der jüngste Sohn des Verstorbenen, der schon jetzt einen Ruf als Talmid Chacham, geniesst und Einzelheiten aus dem Leben seines grossen Vaters hervorhob, die ihn so besonders in seinem, Charakter zeigten. Herr Oberkantor Jakob Samek leitete die Gedenkfeier mit einigen Kapiteln Tehillim ein, ein Neffe des Verstorbenen, Ullmann, Haifa, beendete den Abend mit einem herzlich gesungenen Kel Male Rachamim. In Nr. 32 unseres Verbandsblattes können Sie eine Beschreibung über das Büch: Die Geschichte des Bund gesetzestreuer Jüdischen Gemeinden Deutschlands 1919 bis 1938, herausgegeben und verfasst von Rabbiner H. B. Auserbach, Tel-Aviv, naehlesen. Der Heimgegangene soll für uns alle in seinem Wesen und Wirken richtunggebend sein. DR. NATHAN HOFFMANN s.A. Schweren Herzens schreiben wir diese Zeilen zum Andenken an unseren so beliebten und geschätzten Dr. Nathan Hoffmann, der plötzlich heimgegangen ist. Als Sohn des von uns allen verehrten Gemeinde rabbiners Dr. Mosche Hoffmann, hat er in bestem Sinne die Tradition seines grosses Vaters fortgesetzt. Als Gründer des KFAR NOAR HA- DATI bezw. als Mitbegründer hat er seine besten Kräfte der Erziehung der jüdischen Jugend im traditionellen Sinne eingesetzt. Er kannte keine festgelegten Arbeitsstunden. Immer war er zur Stelle, wo man ihn brauchte. Er plante und sein ganzes Streben war, einen Nachwuchs heranzubilden, der für unser Land ein positiver Faktor bedeutet. Sein ausgezeichneter Humor, seine treffenden Bemerkungen, sein ausgeprägter Familiensinn, seine Bereitschaft mit allen Kollegen und Schülern im bestem Kontakt zu sein, halfen ihm, seine Arbeit zu erleichtern. In den letzten Jahren seines Lebens, sehbehindert, hätte er diese Arbeit nicht mehr leisten können, wenn ihm nicht seine Frau in hingebungsvoller Weise zur Seite stand. Der Verstorbene war ein würdiges Glied der Tradition von Prof. Dr. David Hoffmann, Rektor des Hildesheimer Rabbiner-Seminars und seines Vaters, Dr. Mosche Hoffmann. Er bleibt uns unvergessen. ARTUR MANNHEIMER s.A. geb. in Breslau am 18. April 1883, gest. 25. July 1972, lebte bis zu seinem 56. Lebensjahr in Breslau, absolvierte dort die Volksschule, trat mit 14 Jahren als Lehrling ein in die Firma Moritz Herrnstadt, Kleiderstoffe en gros, wo er 32 Jahre beschäftigt war. Er diente von 1914 bis 1918 als Soldat in Welt Krieg 1 und formte nach Beendigung des Krieges sein eigenes Busines als Vertreter für 2 Firmen von Köln a/Rh. — Als das Geschäft gut ging, kam die Hitlerzeit und er musste wegen Arisierung alles aufgeben, kam 1938 auf 5 Wochen ins Lager Buchenwald, winde nach dieser Zeit als 50 jähriger entlassen, musste sich aber verpflichten, Deutschland zu einem bestimmten Termin zu verlassen (oder für zeitlebens zurück ins Lager). Es gelang ihm im May 1939 nach Shanghai auszuwandem, wo er 1940 eine zweite Ehe (nachdem seine Frau verstorben war) mit Frl. Klara Silberstein, auch aus Breslau, eingehen konnte. Beide lebten 9 Jahre in Shanghai, bis sie Ende 1947 nach USA weiter wandern konnten. —Sie landeten in Stockton, California, fanden dort ein neues Heim, Arbeit und sehr liebevolle Aufnahme in jüdischen Kreisen und mit vereinten Kräften verdienten sie bald genug für ein zufriedenes und glückliches Leben, bis July 1972, 891/2 Jahre alt infolge zunehmenden Verlust seiner Kräfte sein Leben endete. Für übet 12 Jahre arbeitete er mit Hingebung und Liebe für Hadassah und war unermüdlich tätig, sein liebevolles Werk für Israel fortzusetzen. Nichts war ihm zuviel, zu helfen wo er nur konnte. Ein feiner Mensch ging dahin. “In memory of our dear brother KURT (KECKEL) FREUND who passed away on April 4th 1972 Meta Morrison Ernst Freund Resi Better and Families” Heini (Joel) Scheflelowllz s.A. Ein schwerer Verlust hat die Familie, die Verwandten, die Freunde und die israelische Interessen-Gemeinschaft der Huehnerzucht betroffen. Heinz-Scheftelowitz als Sohn des bekannten und beliebten Kantors Ison Scheftelowitz und seiner Frau Grete geb. Raeder ist in Strehlen bei Breslau geboren. Bis zum Jahre 1932 lebte er in Breslau und kam im gleichen Jahre nach Palaestina. In der Versuchsstation in Akko gearbeitet, als Instruktor fuer Futtermittel und als Huehnerfachmann hat er dazu beigetragen, dass die privaten Huehnerzuchter ihren Stand erheblich verbesserten. Er war der Vater des “Moezeth Halul” und hat in seinem Blatt “Haof” wertvolle Beitraege, richtunggebende Wege fuer die Privatwirtschaft, insbesondere die Aufzucht der Huehner, gefoerdert. Seine Bescheidenheit, sein freundliches Wesen, seine Kontaktbereitschaft war immer zu fuehlen. Seine Worte waren abgewogen, jedoch sprach er immer zur Sache und man konnte von ihm Viel lernen. Wir sprechen von dieser Stelle aus der Gattin und der weiteren Familie unsere innigste Teilnahme aus. Verband ehemaliger Breslauer in Israel MAX JACOBSOHN, Pardess-Chana, Megged, sei. Anged. Schmerzlich empfinden wir den Verlust unseres hochverehrten M. J., der zu den prägnantesten Persönlichkeiten des Breslauer jüdischen Lebens gehörte. Als ausgezeichneter Rechtsanwalt mit grosser Praxis hat er an jedem Morgen vor seiner Arbeit mit einer Hartnäckigkeit, die ihm eigen war, und die sich mit einem warmen jüdischen Herzen verband, seine Iwritstunde eingehalten und ist so voll und ganz in die hebräische Sprache in Wort und Schrift eingedrungen. Sein Kampf für die Rechte der Ostjuden, als aufrichtiger Zionist (s. Artikel Ostjuden in Breslau in Nr. 32 unserer Zeitung) galt nach innen und aussen. Nach seiner Einwanderung in das damalige Palästina hat er sein Ideal wahrgemacht und ist als richtiger Chalutz aufs Land gegangen. Das Akademische wollte er nicht mehr fortsetzen. Durch schwere Arbeit auf dem Lande, durch eifriges Studium mit dem neuen Geschehen, hat er sich in seiner ganzen Persönlichkeit mit der Erde Israels verbunden. Trotz schwerer Sehbehinderung hat er mit derselben Hartnäckigkeit sich zum. Spezialisten für Zitrusfrüchte heraufgearbeitet und so viel Neues geschaffen. Unsere innige Teilnahme gilt seinen Kindern, die einen ausgezeichneten Vater verloren haben. Max J. gehört in die Geschichte der Jüdischen Gemeinde, Breslau und bleibt uns unvergessen. IM MEMORIAM Als alte Breslauer sind wir verpflichtet, dem grossen und bedeutenden Maler EUGEN SPIRO einige Zeilen zu widmen. Es waere vermessen, hier seine grossen kuenstlerischen Eigenschaften zu besprechen. Geboren im Jahre 1874 in Breslau als Sohn des Oberkantors Spiro, Storchsynagoge, hat dieser Mann durch sein kuenstlerisches Schaffen Weltruhm erreicht. Bis zuletzt war sein Geist rege und er stand mit unserem unvergesslichen Dr. William Boss in staendiger Korrespondenz. Wir sind stolz, dass Eugen Spiro ein Breslauer Kind gewesen ist. 20

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