Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1973
- Issue
- No. 33 (April 1973)
- Date
- 1973-04-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/7411685-7412337-7493573--0427-7412353- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Wrocław 1× ep/1002369
OCR text
Stapellauf des Ersten in Israel gebauten Kriegssdiilles “Fiinl Schnellboote verschwanden aus dem Hafen Cherbourg. Verlegenheit in Paris”. Diese und ähnliche Überschriften erschienen in der Weltpresse, als israelische Matrosen die von Israel erworbenen Raketenboote, die in Frankreich infolge des plötzlichen Embargo zurückgehalten wurden, in einem kühnen Husarenstreich entführten. Im Bestreben die Autarkie Israels auf dem Gebiete der Waffenbeschaffung möglichst zu stärken, und um ähnliche unliebsame Überraschungen zu vermindern, wandte sich die Admiralität von ZAHAL an die seit einigen Jahren bestehende Israel Werft, Haifa mit der Bitte, für die Flotte Raketenboote zu bauen. Die Übernahme eines solchen Auftrags bedeutete für dieses Werk eine radikale Umstellung, da man sich bis jetzt im Prinzip nur mit Reparaturen von Schiffen beschäftigt hatte. Dennoch wurde das Raketenboot in einer erstaunlich kurzen Zeit erbaut. Das im Januer 1970 in Auftrag gegebene Kriegsschiff lief schon im Februar 1973 von Stapel. Dieser Rekord, selbst objektiv ein erstaunlicher Erfolg, wurde nur dadurch erreicht, dass man gleichzeitig die verschiedensten Teile baute und waehrend des Baues neue Investitionen für das Werk gemacht wurden. Aber die 750 Israelis, die In der Werft beschaeftigt sind (unter ihnen befand sich nur ein ausländischer Spezialschweisser gingen mit beispielloser Begeisterung an diese wichtige Arbeit. Deshalb konnte das im Januar 1970 bestellte Raketenboot “Reschef” bereits im Februar 1973 vom Stapel laufen. Mit Hilfe eines Team tüchtiger Schiffsbau- Ingenieure, die z.T. schon die in Cherbourg erbauten Boote mitgeplant hatten, und modernster Computer, wurden im Laufe der Bauzeit mehr als 5500 Arbeitspläne entworfen und so gelang es in einer aussergewöhnlichen Rekordzeit ein Kriegsschiff zu erbauen, welches die in Frankreich gebauten weit im Schatten lässt und in Fachkreisen als das modernste Kriegsschiff der Welt bezeichnet wird. Auf Grund der Erfahrungen des Sechstagekrieges und in Anbetracht der seit damals bedeutend vergrösserten KUstenstrecke Israels, wurde das neue Schiff erheblich verbessert. Die Länge des Schiffes wurde um 13 m verlängert und die Gesamtverdrängung wurde um 185 Tonnen erhöht. Die Maase d. neuen Schiffes sind wie folgt: Länge 58, lo m Breite 7,62 m Gewicht 415 Tonnen. Auch die Inneneinrichtung wurde erheblich verändert. Für die Besatzung, die aus 45 Mann besteht, wurden 45 Schlafräume gebaut, sodass die imangenehme Einrichtung des “warmen” Bettes abgeschafft werden konnte. Jedes Mitglied der Mannschaft besitzt einen eigenen Spind und das ganze Schiff hat elektrische Kühlung. Über 50.000 elektrische Punkte befinden sich auf dem Schiff und mehr als 34 km elektrische Kabel wurden bei dem Bau verwendet. Alle Materialien wurden in Israel hergestellt, mit Ausnahme von 4 Dieselmotoren, die den Antrieb besorgen. Von diesen 4 in Deutschland hergestellten Maybach-Motoren besitzt jeder eine Staerke von 2670 PS. MW mm ~ - Dieses Boot erreicht eine Geschwindigkeit von 30 Knoten, d.h. also 32 Seemeilen pro Stunde. Die Bewaffnung des neuen Raketenbootes, die ebenfalls bedeutend verbessert wurde, besteht aus 7 Abschussvorrichtungen fuer die ebenfalls von Israel entwickelten Raketen vom Typ Gabriel (die inzwischen von einer Reihe ansländischer Staaten erworben wurden). Ferner wurden 2 Geschütze von 76 mm eingebaut, die auch zur Luftabwehr eingesetzt werden können und 4 Abschusseinrichtungen für Tiefseeminen, für den Fall, dass das Boot von Unterseebooten angegriffen werden sollte. Raketenboote sind relativ kleine, aber besonders schnelle Kriegsschiffe und die Marine-Raketen, die eine verhältnismässig neue Waffenart sind, haben den Vorteil, dass sie leichter und auch lenkbar sind. Trotzdem stehen sie in der Reichweite nicht hinter den grossen Schiffsgeschützen zurück. Da diese Boote hauptsächlich nur für die Küstenwacht bestimmt sind und da in Erwägung gezogen werden musste, dass diese Boote, deren Aufgabe es ist die seit dem Sechstagekrieg gewachsene Küstenfläche und besonders die Meerenge von Bab — el — Mandeb zu bewachen und jüdischen Schiffen offen zu halten, wurden die Einrichtungen so gebaut, dass sich das Schiff 2000 km auf dem Wasser befinden kann, ohne einen Hafen anlaufen zu müssen. Das wurde durch die Erweiterung ermöglicht, die es gestattet das Schiff mit Brennstoff und Trinkwasser für fast unbegrenzte Zeit zu versorgen. Alles in allem ist der Bau dieses Kriegsschiffes ein ungeheurer Erfolg und eine Ruhmestat dieses jungen und kleinen Landes. Ramat Chen Dr. JAKOB FREXJDENBERGER ANNIE MAINZ: VON DEN JUDEN IN DEUTSCHLAND (1600—1870) Ein Bildbericht (Massada-Press, Jerusalem 1973) Die Verfasserin übernimmt es, uns in eine frühere Zeit zu versetzen. Ihre Reise beginnt mit der Frankfurter Judengasse und sie zeigt auf, wie und unter welchen Umständen, Begrenzungen und Verdikten einst Juden leben mussten, Die Abbildungen kennzeichnen quasi die Geschichte der Juden in der Gemeinde und ausserhalb. Von höchstem Interesse sind für den Leser die Darstellungen, der Kultgeräte, Dokumente, Briefe, Judengesetze, Verordnungen, Kleidervorschriften. Man wird über das gesamte Leben im Ghetto sowie ausserhalb informiert. Von Beziehungen zu anderen Bekenntnissen ist die Rede, von kultureller Emanzipation, vom Kampf um die Bürgerrechte. Geschichte und Volkskunde ist hier geboten in einer Fülle, die einen reichen Beitrag zu jüdischem Wissen darstellt. Dieser verdienstvolle Kulturbericht gehört in jedes jüdische Haus und in jede Bibliothek. Das Büchlein will dem jüdischen Menschen Kunde von früher geben, es ist mit jüdischem Herzen verfasst. Auch die Ausstattung und der Druck sind hervorragend gelungen. Julius Sachs Dr. Hans Jochanan Priebafsch zum 70. Geburtstage Am 25. Oktober 1972 durfte Dr. Hans Jochanan Priebatsch nach einem arbeitsreichen Leben seinen 70. Geburtstag in Jerusalem feiern. Er besuchte das Johannesgymnasium in Breslau und schloss sein darauffolgendes orientalistisches Studium bei Professor Bergsträsser mit einer Doktorarbeit: “Die Josephsgeschichte in der Weltliteratur” ab; die bei Markus in Breslau erschien. Er verfolgte dabei vor Allem die Einwirkung der Bibel auf Muhamed und seine Nachfolger bis zu dem grossen persischen Dichter Firdusi, aber auch auf das Christentum und seine verschiedenen Sekten. Durch das plötzliche Hinscheiden seines Vaters 1926 übernahm er ohne Vorbereitung die komplizierte Leitung von Priebatsch* Buchhandlung und Verlag, Breslau, die er im Sinne des Vaters weiterführte und besonders den wissenschaftlichen Verlag ausbaute. 1934 wanderte er nach Israel aus. Da zahlreiche Buchhandlungen und ein entwickeltes Verlagswesen bereits im Lande existierten, gründete er einen Lehrmittelbetrieb unter den Namen: Scola et Scientia, Mechkar we Horaa (Forschung und Unterweisung), der bei dem durch die grosse Einwanderung rapide wachsenden Schulwesen eine Lücke ausfüllte und dringend gebraucht wurde. Zu Beginn des Weltkrieges von den Bezugsquellen abgeschnitten, gründete er eine Werkstatt. Am Anfang waren die Produkte einfach. Dann konnte er auch komplizierte Lehrmittel-Geräte herstellen, Experimentierkästen für Elektrik und Optik, Zentrifugen, sogar Funken-Induktoren auch ein Tellurium, das dem Schüler erklärt, warum am Nord- und Südpol ein halbes Jahr Tag und ein halbes Jahr Nacht herrscht. Seine Arbeit auf diesem Gebiet war im Lande bahnbrechend. Erst später folgten andre Unternehmen auf diesem Weg. Er widmete der Anleitung der Unterrichtenden viel Zeit und wurde auch zu Vorträgen herangezogen. Wie wichtig seine Neugründung von den Lehrern selbst empfunden wurde, zeigen die Worte eines Lehrers, der ihn infolge eines Krankenhausaufenthalts nicht antraf: “Er soll nur schnell gesund werden; d'n Mann brauchen wir!” Er hatte auch gute Beziehunge— zum arabischen Sektor des Schulwesens. In der Mandatszeit war ein späterer Ministerpräsident von Jordanien bei ihm Kunde und häufiger Besucher. In der letzten Zeit schränkte er teilweise die geschäftliche Arbeit ein und kehrte zur Wissenschaft zurück. Seine Forschung weist gegenüber der Wellhausen-Schule den Ursprung der Hebräer im Gebiet von Haran, der Heimat Abrahams, und die Richtigkeit der biblischen Berichte über Mose, Sinai und die Richter auf Grund neuer archäologischer Entdeckungen nach. Wir wünschen ihm den besten Erfolg für seine Arbeit. Verband ehemaliger Breslauer in Israel STATIONER — BOOKSELLER Josef Freyhan formerly Dr. Wilhelm Freyhan 63431 Tel-Aviv, Ben Jehudastr. 60 empfiehlt: Lehrbücher, Lehrmittel NEUESTE LANDKARTEN IN ALLEN MASSTAEBEN Special-Abteil.: Israel Reiseführer TEL. 280564 Hartung: “Deutschland Deine Schlesier vorrätig” 16